Kanalschaft selbst hochmauern - hat jemand mit dieser Thematik Erfahrung und kann vielleicht weiterhelfen?

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1 Antwort

Erläutere zuerst mal wozu der Schacht dienen sollte, bzw bisher gedient hat. Ferner, ob für diesen Zweck eine amtliche Genehmigung erforderlich war und wenn ja abgenommen kontrolliert wurde.

Wenn möglich erläutern, wieso irgendein Amt eine Dichtheitsprüfung verlangt, aus welchem Grund, und ob die Begründung überhaupt Sinn macht.

Zu oft versucht eine Behörde eigene Fehler an Andere zu delegieren.
Ich verstehe deine Aussagen hier nicht eindeutig genug. Ihr habt einen Schacht zugänglich machen müssen, der mit einem runden Betondeckel verschlossen war.

Aus meiner momentanen Sicht ist der Schacht doch nun zugänglich, wozu also noch irgendwelche Arbeiten? Selbstverständlich kann das selbst gemauert werden, oder mit einem Betonring passender Größe gegossen werden.

Nur, immer an die Sicherheiten denken. Nicht nur Absturzsicherungen, auch betreffend Begehung von Schächten, Kanälen bezüglich gefährlicher Luftverhältnisse im innern.

In gewissem Sinne wäre zu prüfen, ob ein zuschütten des Schachtes alle möglichen Probleme, Anforderungen irgendwelcher Ämter die Lösung sein kann.

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Farmmarie 16.02.2016, 12:13

- Es handelt sich um einen kleinen Übergabeschact, wo die Küchenabwasserleitung von links kommend, in die Hauptabwasserleitung vor dem Haus umgeleitete wird (so versteh ich es zumindest). In SH ist diese wohl erforderlich und unser Haus liegt dazu noch im Wasserschutzgebiet, weswegen wir bis letztes Jahr fällig gewesen sind.
- Die Dichtheitsprüfung müssen wir machen lassen, da wir im Wasserschutzgebiet wohnen.
Da Haus ist von 1900, daher kann ich dir nicht beantworten, ob eine Genehmigung vorlag, nehme es aber an.
- Der Schacht musste für den Prüfer zugänglich gemach werden, da alle Abwasserleitungen kontrolliert werden. Er liegt auf einem "Fußweg" in der Einfahrt neben unserem Haus, der nie als solche genutzt wird.

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realistir 16.02.2016, 13:08
@Farmmarie

Aha, Haus ist von 1900. Das lässt vermuten, der Schacht war vorher kein Zulauf für Küchenabwasser etc, sondern eine Klärgrube die früher von der Stadt zyklisch abgepumpt werden musste.

Als dann später ein Abwasserkanal verlegt wurde, musste natürlich an den Kanal angeschlossen werden, deshalb diese Zwischenlösung.

Erinnert mich an meinen Fall. Da gab es damals keine Klärgrube, alles Hausabwasser wurde per kleine Rohre in den nahe vorbeifließenden Bach geleitet und zwar mit Genehmigung der Stadt für diesen ganzen Stadtteil. 

Mitten im Dezember 1988 bekam ich ein Schreiben, ich hätte innerhalb von 4 Wochen eine übliche Klärgrube erstellen zu lassen und die Fertigmeldung termingerecht einzureichen.

Alle Nachbarn drehten am Rad, schimpften und gaben die Arbeiten in Auftrag. Alle wunderten sich dass sich bei mir nichts tat, aber fragen kam auch niemand.

Ich war im Rechtsschutz beauftragte einen Anwalt, heraus zu finden wieso nun plötzlich und so dringend mitten im Winter eine Klärgrube sein muss. Als das Ergebnis vorlag, bekam ich Schreikrämpfe ;-)

Begründung: Es sei unzulässig, alle Hausabwässer in einen Bach zu leiten, Punkt 1. Punkt 2, da die Stadtinterne Kläranlage bestialisch stinkt, und die Stadt deswegen imense Baumaßnahmen durchführen müsste und in einer Großstadt 30 km weiter eine neue, überdimensionierte Kläranlage geplant und gebaut wird, sollte um deren Auslastung zu gewährleisten ein Abwasserkanal von der innerörtlichen Kläranlage zur neuen verlegt werden.

Und da dieser neue Abwasserkanal ohnehin rund 5 Meter vor den Häusern vorbei verlegt wird, sollten dann alle Häuser direkt dort angebunden werden. Erklärt, informiert wurde davon kein einziger Bürger.

Nun noch der Höhepunkt, alle die aus Angst eine Klärgrube für bis zu 8000 DM bauen ließen, mussten diese nach Anschluss der Hausabwasserleitung an den neuen Kanal zuwerfen lassen, also funktionsuntüchtig machen. Klärgrube für maximal 6 bis 8 Monate musste sein, weil Beamte nicht vernünftig denken können.

Habe mir per Anwalt eine Bauzeit von 4 Monaten bewirken lassen, innerhalb der Zeit eine Grube ausgehoben, eine Klärgrube gemauert.
Vorher bei einem örtlichen Lieferanten von Bauteilen für Klärgruben eine Bauzeichnung geben lassen, um im Bilde zu sein, wie gebaut werden muss.

Bei der Abnahme meiner Grube wurde reklamiert, der Deckel sei nicht vorschriftsmäßig, hätte ich innerhalb von einer Woche zu erledigen. Ich sagte, nix wird erledigt, diese ganze Arbeit war ohnehin unnötig weil ihr Schlafmützen nicht vernünftig regulieren könnt, und eine Woche später die Klärgrube wieder zugeworfen werden muss, weil dann an der Anschluss an den Kanal erfolgen muss.

Die von mir erstellte, gemauerte Klärgrube war nur relativ kurzfristig in Betrieb. Es wäre also auf die paar Monate nicht mehr angekommen, wo das Hausabwasser eh Jahrzehnte lang in den Bach geleitet wurde.

Lange Rede kurzer Sinn, Ämter machen es sich immer einfach, delegieren eigene Fehler gerne an Andere.

Selbst machen ist erlaubt, allerdings entsprechend fachgerecht, was zuerst mal bedeutet, die baulichen Bedingungen und Sicherheitsanforderungen sind ein zu halten.

Ich habe mich erkundigt, wie eine Klärgrube konstruiert sein muss usw und dann entsprechend gebaut. Wurde so abgenommen ;-)

Kenne nun euer momentanes Problem nicht ausreichend genug, um hilfreiche und sinnvolle Tipps abgeben zu können.

Wichtig ist nur, die jeweiligen Bedingungen sollten erkundet und eingehalten werden.

In euerem Falle wäre zu prüfen, ob eine dichte Weiterleitung per Rohr und dann Verfüllung des Schachtes möglich wäre. Das wäre dann sinngemäß so, als gäbe es diesen Schacht nicht, sondern ein durchgehendes Rohr vom Haus bis in den Haupt-Übergabeschacht.

Falls das möglich wäre, ist es eine Überlegung und Kostenplanung wert.

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Farmmarie 16.02.2016, 16:29
@realistir

Die Idee mit der Direktweiterleitung ist mir noch gar nicht gekommen. Finde ich sogar am Sinnvollsten.
Als wir den Stinke-Schacht geöffnet hatten, lag da, ich nehme mal an, kompostierter Schlamm, der das eine Rohr schön ein wenig bedeckte.
Da noch andere Arbeiten an den Rohren gemacht werden müssen, werd ich mal schauen, ob man das in diesem Rahmen gleich erledigen kann.
Dank dir!

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realistir 17.02.2016, 12:29
@Farmmarie

Falls Du, bzw Ihr das selbst machen wollt, denkt unbedingt an Euere Sicherheit! Ihr wollt heiraten, glaube ich irgendwo gelesen zu haben ;-)

In Gruben, Schächten kann es gefährliche Gase geben, die man oft nicht mal riechen kann. So manchen Toten musste die Feuerwehr mit Atemschutzgeräten aus Gruben, Schächten raus holen.

Deswegen möchte ich hier deutlich machen, welche Risiken bei arbeiten in Gruben, Schächten neben Einsturzgefahr usw bestehen können. Ich mache also nur aufmerksam auf mögliche Gefahren an die manche nicht denken, mehr nicht. ;-) Risikovermeidung.

So, nun wünsche ich nur noch gelingen in der Sache, der Angelegenheit, egal wie sie gelöst wird.

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