Kampfkunst/Kampfsportarten?

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8 Antworten

Ich würde dir Parcour empfehlen, da der effektivste Weg zur Verteidigung ist, in jedem noch so unwegsamen Gelände so schnell wie möglich wegzulaufen.

Scherz mit Wahrheitsgehalt beiseite:

Du hast mit Wing Tsun ja schon mal was ausprobiert. Generell hat Wing Tsun aufgrund diverser Medienberichte, die mir auch viele Leute in meinem Umfeld aus eigener Erfahrung bestätigt haben, einen sehr schlechten Ruf, man lernt nichts richtiges, die Gebühren sind überhöht, nur vereinseigene Kleidung und Waffen sind erlaubt und wer aufhören will, wird mit psychischen Spielereien unter Druck gesetzt. Ja, sowas kann immer vorkommen, und in Wing Tsun Verbänden scheinbar besonders häufig, aber ich kenne auch Leute, die nur positive Erfahrungen aus Wing Tsun Vereinen mitgenommen haben: Kein Druck, keine Pflicht zum Ausrüstungskauf beim Trainer, günstige Preise und vor Allem auch leicht erlernbare und effektive Techniken. Welches Gefühl hattest du denn bei deinem Verein?

Wenn es ein gutes Gefühl ist, spricht nichts gegen Wing Tsun. Zwar ist es eine Kampfkunst alten Ursprungs und zum Lernen anfangs etwas unhandlich, Wing Tsun ist "entkerntes" Kung Fu, aber gut anzuwenden.

Krav Maga wurde extra zur Selbstverteidigung entwickelt und besteht aus Techniken verschiedener Kampfkünste, die aber vereinfacht wurden. Es ist daher leichter zu lernen. Und im Zweifel hilft immer der Tritt in die Weichteile (wurde sogar schon einmal in einer Simpsons-Folge parodiert: Keine Weichteile, kein Krav Maga).

Entspannte Trainingssituationen sind aber immer was Anderes als der Stress draußen. Auch mit Krav Maga wirst du nicht nach drei Trainingseinheiten zu einem unbesiegbaren Chuck Norris der es mit einer ganzen Schlägertruppe aufnimmt. Bis du "straßentauglich" bist, vergehen je nach deinen Fähigkeiten die Bewegungen intuitiv(!) (als Reaktion und nicht als Trainingsübung) zu verinnerlichen, auch Monate bis Jahre.

Ich selbst mache Bujinkan Budo Taijutsu, oft auch Ninjutsu genannt. Bei mir liegt der Schwerpunkt aber auch anders. Mich faszinieren mehr die alten japanischen Elemente, die komplexen Bewegungen und die Vielseitigkeit. Selbstverteidigung nehme ich als sehr langwierig zu erlernenden Nebeneffekt mit (wenn man es richtig kann, ist es super, aber es vergeht eine sehr lange Zeit).

Das Gute an Kampfkunst und Selbstverteidigung generell ist das sofort gesteigerte Selbstvertrauen. Man kann Gefahrensituationen erkennen, ihnen aus dem Weg gehen oder wenn es garnicht anders geht steht man viel bewusster da. Die "Isch mach disch Krankenhaus" Typen suchen Opfer. Stehst du ihnen selbstbewusst gegenüber oder kannst gar erste Angriffe abwehren, verlieren sie meist die Lust.

Schleie24 23.01.2017, 18:13

danke für die hilfreiche Antwort :)

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Shiranam 24.01.2017, 20:25

Hi volker79,

wieso bezeichnest Du Wing Tsun als "entkerntes Kung Fu"?

Was ist denn für dich Kung Fu? 

Für mich ist Kung Fu einfach der Oberbegriff für alle chinesischen Kampfkünste. Wing Tsun ist eine davon. Nicht mehr, nicht weniger. Alt...naja, etwa 400 Jahre, mehr wohl nicht.

Ich trainiere es selbst und stimme Dir zu, dass es sehr viele schwarze Schafe dort gibt. Ich habe bei einem schwarzen und einem weißen "Schaf ;)" trainiert. Es kann anwendbar und im normalen preislichen Rahmen vermittelt werden. Wird es aber leider oft nicht.

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volker79 27.01.2017, 07:08
@Shiranam

Na ja für mich stellt Kung Fu die komplette Lehre der Shaolin und anderer ganzheitlicher Philosophien dar. Der Weg, der in den Klostern gelebt wird. Mit Meditation, Naturheilkunde (Kräuter, Akupunktur, Akupressur... letzteres findet sich ja quasi auch im zu Gegeners Nachteil verwendet in Dim Mak wieder), Akrobatik um körperlich und geistig fit zu bleiben und die Kampftechniken in langsam (zum besseren Einprägen, zum geistig und körperlich fit bleiben - nichts anderes ist Tai Chi und Qi Gong - Verlangsamter Kampf unter Einbeziehung meditativer und spiritueller Gesundheitskunde) und eben schnell zum Kämpfen selbst.

Und ein Teil der schnellen Kampftechniken, mit Sicherheit aber auch nicht alle und mit Sicherheit auch nicht original sondern zur effektiveren Verteidigung modifiziert, egal ob nun von der legendären Nonne Wing Chun mit der ja der Legende nach alles begann, von Ip Man der von modernen Meistern wie Kernspecht (urgs... man hätte beim Entkernen auch gleich Kernspecht mit entkernen können), ist Wing Tsun, Wing Chun oder wie auch immer man es in seinen zehntausend Varianten nun schreiben mag.

Deshalb ist Wing Tsun für mich nur "entkerntes" Kung Fu, da es nur einen kleinen Teilbereich des Kämpfens abbildet und das möglicherweise nicht immer ganz original (das wäre für moderne Verteidigung vielleicht auch etwas unhandlich). Und umso skeptischer bin ich auch, wenn eine Wing Tsun Schule, nach Möglichkeit auch noch EWTO-zugehörig, Kung Fu oder "Wing Tsun Kung Fu" anbietet, weil es möglicherweise mit dem großen Namen Kung Fu über den schlechten Ruf von Wing Tsun hinwegtäuschen soll und es halt reine Kung Fu Kampfelemente auf Basis von Wing Tsun sind, die unterrichtet werden.

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Shiranam 27.01.2017, 14:50
@volker79

Okay, Du schreibst, FÜR DICH ist es so.

FÜR MICH ist Wing Tsun ein Kung Fu Stil. Vollständig. Meditation, Dim Mak -Punkte zum Drücken (im schnellen Kampf...), Akupunktur  usw gehört nicht zu diesem Stil und für mich (Gott sei Dank) auch keinerlei Pseudo-Budoromantik. Jeder Stil wird in seiner ihm eigenen Umgebung entwickelt, aber um den Stil verstehen zu können, muss ich kein halber Chinese werden.

Es ist einfach ein chinesischer Stil zum Kämpfen, kein Stil, um daran zu glauben, mit Altären u.ä. - auch, wenn es manche anders celebrieren. Mich faszieniert die Bewegungsschule und die Anwendbarkeit.

An diese eine Nonne Ng Mui als Begründerin dieses Stiles, abgeleitet aus Tierbeobachtungen, glaube ich nicht. Kein Mensch ERFINDET allein, aus dem Nichts heraus einen Kampfstil. Leute, die kämpfen, bauen immer auf irgendetwas vorher Dagewesenes auf. Eigentlich ist das für mich persönlich aber eher unwichtig. Wichtig ist, dass ich es trainieren kann, dass es Spaß macht und das es anwendbar ist.

Ich bin wohl eher kein Traditionnalist und schon gar kein Orginal chinesischer Schüler aus dem Kloster und es ist auch nicht mein Bestreben, einer mir fremden und in Europa oftmals falsch verstandene Kultur nachzueifern. Wir haben doch unsere eigene Kultur und unser eigenes Werteverständnis.

Die Kampfidee Wing Tsun übernehme ich jedoch gern, und dass es diese Dinge, die Du vermißt nicht hat, wertet es in meinen Augen eher auf - weil es einfach, klar und schnörkellos ist.

Wing Tsun hat einen schlechten Ruf, durch Herrn Kernspecht. Auch ich habe lange in einer seiner Schulen trainiert. Leider besteht dieser schlechte Ruf dort zu recht - m.E. n.

Durch mein Training in einer anderen, unabhängigen Schule weiß ich, was Wing Tsun alles sein kann, wieviel normalen Schülern und Lehrern der EWTO vorenthalten wird, wieviele absichtliche Fehler EWTO-Schülern eingedrillt werden, damit der Lehrer besser bleibt. Es ist eine Schande. Damit das Programm nicht zu dünn wird, füllt Herr Kernspecht es mit eigenem Erdachten auf - dass solange das Non-Plus-Ultra ist, bis er selbst etwas Anderes macht, manchmal sogar genau das Gegenteil.

Es gibt andere, ehrliche Lehrweisen des Wing Tsun. 

Jedem das Seine, ich mag Wing Tsun.

Danke, dass Du meine Frage beantwortet hast.

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Die Frage, was effektiv ist und was nicht, dass es im Bereich der Kampfkünste ein uraltes Thema. 

Ob ein Kampfstil für dich funktioniert hängt weniger vom Stil an sich ab, sondern wie du damit zurecht kommst. Lass dich da nicht von Werbeversprechungen blenden.

Verteidigen kannst du dich mit beiden Kampfkünsten. Die Frage ist nur, was du unter "gut" verstehst. 

Wenn du damit meinst dich irgendwie aus einer Konfliktsituation befreien zu können,  dann geht das bei beiden Kampfarten relativ schnell. Wenn du allerdings meisterliches Können im Sinne der Kampfkunst meinst, dann dauert es viele Jahre, egal welchen Stil du betreibst. Glaube da bloß nicht der bunten Werbung, die dir das Blaue  vom Himmel verspricht.

Um hartes Training und viel Üben kommst du bei beiden nicht herum.  Dabei sage ich Interessenten immer, dass mindestens zweimal pro Woche Training Pflicht ist, sonst macht es keinen Sinn,  wenn man ein gutes Niveau erreichen will. 

Mein Rat im allgemeinen: 

Schaue dich in deiner Gegend in Ruhe rum und probiere einfach alles mal aus. Achte darauf, ob der Lehrer freundlich und bemüht ist. Und dann Schau am besten auf die Schüler, wie sie sich bewegen und ob sie etwas können. 


Schleie24 20.01.2017, 21:54

ok danke für die Tipps

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Schleie24 20.01.2017, 21:56

ja also whing tsun hat mir von Stiel her wenig Spaß gemacht. werde Mal alles ausprobieren was es so gibt in meiner Nähe

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Keine Kampfkunst ist leicht zu lernen. Ganz egal ob Wing Chun, Krav Maga oder anderes.

Ich habe 3 Jahre lang Taekwondo trainiert und hab jetzt zu Silat und Jeet kune Do gewechselt. Jeet Kune Do ist ein Kampfkonzept das einst von bruce Lee entwickelt wurde und für die Selbstverteidigung kann es genauso effektiv sein wie zb Krav Maga. Kann ich dir nur empfehlen falls es so etwas in deiner Nähe gibt!

Schaue dir beides an und Mache das was dir spass macht. Selbstverteidigung fängt bei dir an, der Rest ist 'nur' Technik.

Wenn es dir um Selbstverteidigung geht, kann ich dir Bujinkan Budo Taijutsu empfehlen. Das basiert fast ausschließlich darauf, die Kraft des Gegners umzuleiten und seine Schwächen auszunutzen

ShadowMaster21 20.01.2017, 03:24

Ja, aber die lernen nicht die Philosophie von Maasaki Hatsumi. Sie habe sogar die 5 Prinzipien der 34. Soke vergessen. Auch das Bushido ist vergessen worden. Leider muss ich dort nächstes Monat hingehen weil ich kein träningspartner finde.

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Frank91 20.01.2017, 12:21
@ShadowMaster21

Ich denke das kommt ganz darauf an, wo man trainiert. Ich mache das jetzt seit 3 Jahren und bei uns wird die Philosophien vom soke sehr groß geschrieben. Unser sensei reist 2-4x im Jahr nach Japan um sich unterrichten zu lassen und hat jetzt vom soke eine soderauszeichnung für sein ausgezeichnetes Training erhalten!

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Ich glaube ja immer noch, daß in dem Fall ein guter Laufstil die beste Lösung ist. Andererseits, ich kann nicht mehr (schnell) laufen, da hilft dann am Besten eine Waffe (die natürlich in der Regel verboten ist). Und selbst eine unerlaubte Waffe hilft nicht viel, wenn es zu viele Gegner gibt. Da kann man dann am Besten Lärm machen. Kämpfen ist definitiv keine Lösung. Waffen schrecken vielleicht ab. Aber wenn ICH jemanden angreifen würde und er sagt mir "ich kann Mikado" würde mich das - falls ich wirklich angreife - nicht abschrecken. Mein Ratschlag: solchen Situationen fernbleiben oder abhauen.

Schleie24 20.01.2017, 04:00

nicht immer gelingt sowas ... ich finde es schon sinnvoll wenn man wenigstens ein bisschen was drauf hätte

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Hallo,

das kann man pauschal nicht sagen, da es stark von Dir und Deinen Vorlieben abhängt.

Deswegen: Nimm das, was Dir am meisten Spaß macht. Effektiv sind sie alle, wenn Du sie richtig beherrschst.

Kampfkunst zur sebstverteidigung ist schwachsinn. Tu es um an dir selbst zu arbeiten oder lass es sein. Am ehsten kann ich dir karate empfehlen weil das wikrlich auf verteidigung beruht. alles andere ist eher offensiv

Schleie24 20.01.2017, 04:05

whing Tsun ist ja auch eine Kampfkunst die Hauptsächlich auf Verteidigung basiert und nützlich ist im realem Leben aber ist halt verdammt schwer zu lernen

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nerd4you 20.01.2017, 05:22

Ich mache karate und ich liebe es. Aber wenn es um Selbstverteidigung geht ist es gut keine Frage aber wt. Und km sind da effektiver

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