Kafka Erzählungen?

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2 Antworten

Hallo:) ich würde mal vermuten, dass "Erzählung" für den Großteil von Kafkas Werken treffender ist, weil eine Kurzgeschichte relativ strikte Merkmalskriterien aufweist: Neben einem offenen Ende, dem expositiven Beginn vorallem auch diesen Gedanken des life-changing moment (i.d.R. geben Kurzgeschichten einen Einblick in einen besonderen Moment im Leben des Protagonisten, der einen entscheidenen Einschnitt darstellt, wieder).

Ohne konkrete Beweise zur Hand zu haben, würde ich auch grundsätzlich denken, dass die Form "Kurzgeschichte" einen Spannungsbogen oder eine strikt kozipierte dramaturgische Struktur impliziert, auf die es in Kafkas Erzählungen weniger ankommt als zb. auf die Erzeugung des berühmten "kafkaesken" Gefühls.

Das wären meine spontanen Gedanken dazu. Vielleicht helfen sie dir:)

Die deutschsprachige short story [Kurzgeschichte] ist weitgehend eine Schöpfung der Nachkriegszeit (Papiermangel...), in der sich die Autoren auch mit der entsprechenden Thematik auseinandersetzen. 

Schon deshalb kann Kafka keine Kurzgeschichten geschrieben haben. Ferner beträgt eine Kg max. 7500 Wörter, Kafkas Erzählungen kennen ein solches Kriterium nicht.

Da es aber keine einheitlichen Merkmale gibt, die für die Kurzgeschichte spezifisch sind, kann es durchaus sein, dass Kafkas Erzählungen manche Merkmale mit ihr teilen. 

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