Junge von Mädchen zum Sex gezwungen was nun?

13 Antworten

Bitte lass dich nicht vom falschen halbwissen anderer User irritieren. Es stimmt vieles nicht was hier geschrieben wird wegen dem Schutzalter. Ich bin Berater einer Österreichischen Einrichtung für schwule. Ich würde auf jeden Fall Hilfe bei diesem Thema holen, denn damit bist du nicht alleine. Je nachdem wo du wohnst gibt es Beratungsstellen bei denen du dich unverbindlich, anonym und kostenlos melden kannst. Die helfen dir dann bei jeglichen rechtlichen Möglichkeiten. Ich kenne leider nur die aus Österreich, aber google am besten einfach mal nach vereinen für Beratung von homosexuellen. Selbst wenn diese Stelle die falsche anlaufstelle war, helfen die dir sicher weiter mit der Vermittlung.
In Österreich wäre das Rechtskomitee Lambda dafür zuständig.

Wie alt ist denn dein Kumpel?

Wenn er 14 ist, würde ich keine Anzeige erstatten, da der Schuss nach hinten los gehen kann und er eine Anzeige bekommt, weil er mit einem Kind unter 14 Jahren Sex hatte.

Wenn er ebenfalls 13 ist, kann er sie ruhigen Gewissens anzeigen.

Allerdings ist hier der Gesetzestext eine Interpretationsfrage. In Frage kommt für mich §177 2 Absatz 5

der Täter die Person zur Vornahme oder Duldung der sexuellen Handlung durch Drohung mit einem empfindlichen Übel genötigt hat.

Da stellt sich die Frage, was ein empfindliches Übel ist. Ein Zwangsouting? Das kommt darauf an, wer das interpretieren muss.

Ich würde das Verhalten des Mädchens als Vergewaltigung ansehen. Aber meine Meinung zählt da nicht viel.

Auch wenn sie 13 ist, schaltet sich das Jugendamt ein und es kommt Ärger auf das Mädchen zu.

Alternativ könnt ihr den Fall auch der Schule melden. Rein rechtlich gesehen muss die Schule bei Fällen von sexueller Gewalt und sexueller Belästigung handeln.

Ich rate dir ausdrücklich davon ab, dass du sie verprügelst. Das endet nur böse für dich.

Sei übrigens für deinen Freund da. Er braucht jetzt ganz dringend jemand, mit dem er darüber reden kann. Deine Reaktion ist übrigens klasse. Das ist die Unterstützung, die man sich von einem Freund wünscht.

31
Ich würde das Verhalten des Mädchens als Vergewaltigung ansehen.

Da fing man so gut an und dann das.

  • Gewalt (-),
  • gegenwärtige Gefahr für Leib und Leben (-),
  • Lage der Schutzlosigkeit (-),

damit keine Vergewaltigung.

Aber dann ging es gut weiter, also Daumen hoch ;).

0
48
@PolluxHH

Es kam zu einem Geschlechtsverkehr, der nicht einvernehmlich war, sondern erzwungen ist.

Aber im Gesetz ist das empfindliche Übel hinterlegt.

Ob ein Zwangsouting ein empfindliches Übel ist wissen wir nicht. Wir kennen weder die familiäre Situation des Opfers noch den schulischen Hintergrund und wissen nicht wie sich ein Outing auswirken würde.

Erst bei Strafen wird Gewaltandrohungen mit aufgezählt.

Somit betrachte ich das empfindliche Übel als Auslegungssache des Richters, sofern es zu einer Verhandlung kommen würde.

Dass ich die Sache unabhängig des StGBs als Vergewaltigung ansehe, habe ich klar gemacht, indem ich dazu schrieb, dass meine Meinung nicht zählt.

0
31
@catchan

Ich muß mich entschuldigen, denn ich war etwas falsch gewickelt. Vergewaltigung ist § 177 Abs. 6 StGB, übernommen aus § 177 Abs. 2 StGB a.F., Abs. 5 ist übernommen aus § 177 Abs. 1 StGB, sexuelle Nötigung i.e.S., aber meines Wissens wird bei dem Vorwurf der Verghewaltigung mit einem Mann als Opfer immer noch die alte Rechtsauffassung vor der REform des Sexualkstrafrechts in Anwendung gebracht, es müßte also eine sexuelle Nötigung i.e.S. vorliegen.

Es ist bei dieser Konstellation so, daß, sofern es zu einer Erektion ohne mechanische Hilfsmittel (Vakuum) oder medikamentöse Unterstützung kam, immer noch die Erektion als konkludente Einwilligung in den Vollzug gewertet wird. Bis 1997 konnte nur außerehelich durch vaginale Penetration eine Vergewaltigung vorgenommen werden, erst ab 1997 war es überhaupt möglich, einen Mann zu vergewaltigen, und es dauerte lange, bis nicht automatisch über eine Erektion eine Einwilligung abgeleitet wurde. Faktisch bedarf es auch heute noch einer Körperverletzung, um überhaupt eine Vergewaltigung eines Mannes, bei der er penetriert, als Vergewaltigung gewertet wird.

0
48
@PolluxHH

Dann war mein Gedanke unter dem Lesen, dass du noch den alten Paragraphen im Kopf hast doch nicht falsch.

Ich bin davon ausgegangen, dass die Nein-ist-Nein-Regelung, die wir jetzt haben, auch für Männer gilt und eine Erektion nicht automatisch Zustimmung bedeutet.

Da sehe ich schon wieder Verbesserungsbedarf.

Ich wünsche dir noch einen schönen Abend!

0
2
@PolluxHH

Nein ist nein also deiner Meinung nach nur für Frauen. Werde deinen Kommentar melden es kann nicht sein dass du sexistische Meinungen verbreitest

0
31
@SandraKHWien

Gemäß Gerichtsurteilen bedeutet eine nicht erzwungene Erektion eine konkludente Zustimmung, also ein Ja, damit wäre ein "Nein heißt nein" darauf erst gar nicht anwendbar. Ich sehe darin keine sexistische Meinung.

0
18
@PolluxHH

Gegenwärtige Gefahr für Leib und Leben war durchaus gegeben. Sex bedeutet Gefahr von Geschlechtskrankheiten.

0

Das ist so nicht ganz korrekt. Zwar liegt die Strafmündigkeit wie Du richtig festgestellt hast bei 14 Jahren. Jedoch heißt es nicht, dass es ohne Folgen bleiben wird.

Einerseits wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit, wenn sich der Verdacht erhärten sollte, das Jugendamt einschalten.

Andererseits bestehen möglicherweise zivilrechtliche Ansprüche auf Schadensersatz. Entscheidend für die Deliktsfähigkeit ist die geistige Einsichtsfähigkeit, § 828 III BGB. Das nehme ich bei einer 13 Jährigen durchaus an. Deshalb ist es ratsam einen Anwalt aufzusuchen.

19

Nein, ein Anwalt kostet doch nur Geld.

0
31

Bei der Konstellation, es wird ja nicht gesagt, daß es gerade erst passiert sei, gehe ich von einer äußerst dünnen bis nicht vorhandenen Beweislage aus, da zuerst auch, selbst wenn der Sex beweisbar wäre, Einvernehmlichkeit auszuschließen wäre. Was aber noch hinzu kommt: sie war/ist 13, wie alt ist der Genötigte? Wenn man es zur Anzeige brächte, wäre das gleichbedeutend mit dem Geständnis, Sex mit dem Mädchen gehabt zu haben. Das kann schnell, sofern mindestens 14, zu einem Eigentor über § 176 StGB werden (und die Gute hätte sogar noch mehr Möglichkeiten für eine Nötigung).

0
15
@PolluxHH

Ich bezweifle ebenso die Beweislage. Nichtsdestotrotz halte ich den § 176 StGB für nicht einschlägig. Voraussetzung eines jeden Tatbestands ist eine Tun, welches sich durch ein bewusste Willensbetätigung auszeichnet. Wenn er tatsächlich "vergewaltigt" worden ist fehlt es bereits daran. Jedenfalls ist es nicht Schutzzweck der Norm jene Sexualakte zu bestrafen, die (natürlich, sofern beweisbar) im Einverständnis mit dem Opfer geschehen. Daher wäre das eine sehr überzogene Auslegung des Mißbrauchbegriffes. Im Übrigen wird das zwischen Gleichaltrigen nicht verfolgt, sofern kein Abhängigkeitsverhältnis vorliegt. Von diesem ist aber in der Beziehung Mädchen - Junge zugunsten des Mädchens auszugehen. Nach § 176 I Alt. 2 macht sich auch strafbar, wer sexuelle Handlungen an sich vornehmen lässt. Dass das Mädchen 13 ist hindert nicht die Erfüllung des Tatbestandes. Gleichwohl wird man nicht davon ausgehen können, dass der Täter, welcher den Tatbestand des § 176 StGB verwirklicht in der gleichen Handlung das Opfer sein kann.

0
31
@secondwayne

Gerade bei § 176 StGB spielt Einvernehmlichkeit keine Rolle, da hier von einer grundsätzlich gegebenen Abwesenheit einer sexuellen Selbstbestimmtheit ausgegangen wird. Ist § 177 Abs. 2 StGB (sexuelle Nötigung) nicht beweisbar, aber angezeigt, wäre dann, Strafmündigkeit des Anzeigenden voraussetzend, § 176 StGB zu verfolgen und es wäre nur zu erheben, ob das Alter (unter 14) bekannt war oder hätte bekannt sein müssen (bedingter Vorsatz).

§ 176 Abs. 1 StGB:

Wer sexuelle Handlungen an einer Person unter vierzehn Jahren (Kind) vornimmt oder an sich von dem Kind vornehmen läßt, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft.

Die Sache mit der "bewussten Willensbetätigung" möchte ich dahingehend relativieren, daß die wenigsten Straftatbestände einen Dolus directus 1. Grades erfordern, hier reicht auch Eventualvorsatz, der sich nur auf sexuelle Handlung und die Möglichkeit einer Person unter 14 erstrecken müßte (objektiver Tatbestand). Sollte aus Mangel an Beweisen die Beschuldigung gegen das Mädchen nicht aufrecht erhalten werden, kann dies nicht mehr entschuldigend oder rechtfertigend hinsichtlich eines Verfahrens nach § 176 StGB eingebracht werden.

Allerdings, und hier gebe ich Dir Recht, wird bei einem 14jährigen gemäß JGG wohl über die Frage, ob er zur Zeit der Tat nach seiner sittlichen und geistigen Entwicklung reif genug war, das Unrecht seiner Tat einzusehen und nach dieser Einsicht zu handeln, das Verfahren eingestellt werden. Dennoch bleibt eine Restunsicherheit. Leider finde ich gerade nicht das Urteil, wo ein 14jähriger verurteilt wurde, weil er einvernehmlichen Sex mit seiner 13 Jahre alten Freundin hatte, kann es also auch nicht als Argument einbringen.

1
15
@PolluxHH

Ich bestreite nicht, dass Vorsatz vorliegt. Hier wird der Junge zumindest wissentlich gehandelt haben. Ob das Alter hätte bekannt sein müssen ist m.E. eine Frage der bewussten Fahrlässigkeit und nicht mehr dem dolus eventualis zuzuschreiben, denn das fällt in den Vorwurf "mangelnde Aufklärung" über das Alter des Mädchens und zudem dem billigend in Kauf nehmen". Das ist bei der fahrlässigen Unkenntnis aber gerade nicht der Fall. Freilich ist die Abgrenzung hier irrelevant.

Fakt ist aber auch, dass - unterstellt der Sachverhalt ist korrekt - ein korrekturbedürftiges Ergebnis herauskommt, wenn man den Tatbestand bejaht. Daher meine Idee entweder von gar keinem aktiven Tun oder bewussten Unterlassen, geschweige denn von einem Mißbrauch auszugehen. Andernfalls müsste das Ergebnis über Rechtswidrigkeit und Schuld korrigiert werden.

Dann würde aber ein Wertungswiderspruch entstehen. Im Rahmen der Notwehr stellt der tatbestandliche sexuelle Mißbrauch durch das Mädchen ein Angriff dar. Dann würden aber sowohl Opfer und Täter mit der gleichen Handlung den gleichen Tatbestand verwirklichen, was bereits denklogisch nur schwer vorstellbar ist.

Beim Abstellen auf die Nötigung als Angriff scheitert es wohl an der Gegenwärtigkeit.

Der rechtfertigende Notstand scheitert an der Güterabwägung.

Im Rahmen des entschuldigenden Notstandes würde ich die "Freiheit" aufgrund der Systematik zu Leib und Leben nicht so weit auslegen, dass es auch die Handlungsfreiheit umfasst.

Bliebe im Zweifel nur der Nötigungsnotstand, der meines Wissens ja mehrheitlich abgelehnt wird.

1
31
@secondwayne

Das Mädchen ist in der Parallelklasse, gehört also zur erweiterten Peer-Gruppe, damit ist unter 14 durchaus im Sinn eines Eventualvorsatzes anzunehmen, besonders wenn man bedenkt, daß sie, um ihn nötigen zu können, Kenntnisse über ihn hatte, die nicht-öffentlich sind.

Auch wenn die weitere Prüfung mir stimmig erscheint, bleibt, daß dies Teil der richterlichen Erwägung wäre, nicht der staatsanwaltschaftlichen. Aber auf See und vor Gericht ... . Man könnte den Faden weiter spinnen, doch bringt es dem Fragesteller wenig. Weit relevanter wäre es, sich mit der Motivation des Mädchens auseinanderzusetzen, was aber reine Spekulation wäre. Viele Fragen der Prüfung erforderten Annahmen darüber, ob sie sich vorsätzlich falsch, gar nicht oder aber wahrheitsgemäß zur Sache äußerte, letztlich dürfte bei der Sachlage auf sexuelle Nötigung nur bei wahrheitsgemäßer Aussage erkannt werden.

Doch warum macht ein 13jähriges Mädchen so etwas? Die wahrscheinlichste Hypothese ist, daß sie selber in den Jungen verliebt war/ist und dies als eine Art "Bekehrungsaktion" verstanden haben dürfte: Halb zog sie ihn, halb sank er hin, und er, geheilt, für immer, setzte sich mit ihr auf ihr rosa Einhorn und sie ritten zusammen in den Sonnenuntergang. Leider wird die Aktion in dem Fall - auch für sie - vollständig umgekehrt, wenn das Ergebnis ausbleibt. Sie dürfte sich gerade genauso mies fühlen wie er, weil dann die Illusion zusammenbricht und den Blick auf die ungeschönte Wahrheit freigibt.

Sollte ich mit der Hypothese recht haben, ist das Mädchen selber gestraft genug. Will man ein Outing vermeiden, ist eine Anzeige o.ä. nicht der richtige Weg, Schläge wären es auch nicht, aber wenn ich Recht habe, ist weder eine Wiederholung noch ein Outing zu erwarten, solange man es auf sich beruhen ließe. Deshalb mein Tip: zuerst ihre Motivation erfragen, ehe man in einer Weise handelt, die nicht wieder rückgängig zu machen wäre. Manchmal ist Verständnis das beste Wundpflaster und hier habe ich den Verdacht, daß genau das der Fall sein könnte, auch für das Opfer.

0

Was möchtest Du wissen?