Jugend und Jugendbewegungen nach dem 2. Weltkrieg

6 Antworten

Ich kam 1947 nach 5 Jahren Krieg und Gefangenschaft in das zerstörte Deutschland zurück. Meine Jugend war da schon vorbei. Aber welche Möglichkeiten hatten die Jugendlichen damals?

Zwischen den Trümmern gab es noch das eine oder andere unzerstörte Kino. Es gab eine Run auf die Kinos. Es standen Trauben von Menschen vor den Eingangskassen. Nicht alle bekamen Karten und gingen enttäuscht nach hause. Es gab einige wenige Tanzlokale. Im Krieg gab es Tanzverbot. Die Tanzlokale waren überfüllt. Es gab dort nur "Dünnbier" mit wenig Alkohol. Wer eine Flasche Schnaps mit brachte, meist verbotenerweise selbstgebrannten, mußte 3 Mark Korkengeld zahlen. Alles was von den Amerikanern kam war in. So die verschiedenen Tänze (google mal). Ebenso die Musik von Elvis und den Beatels. Aud die Sportvereine hatten Zulauf. Nach der gewonnenen Fußballweltmeisterschaft vom Nobody Deutschland gab es einen run auf die Fußballvereine. Fritz Walter war ein Idol für viele sportbegeisterte Jugendliche. Später waren es die Tennisvereine. Die Jugendlichen eiferten Boris Becker und Stefi Graf nach. Aber an Jugendbewegungen, wie es sie vor und während der NS Zeit gab, kann ich mich nach dem Krieg nicht erinnern.

Interessant, das die amerikanische Kultur in Deutschland auf so viel Begeisterung stieß obwohl die Jugendlichen damals ganz anders erzogen wurden.

0
@TigerPanzer

Vielleicht war es eine Kontrareaktion. Vielleicht aber auch all das was man währen des Krieges vemißt hatte. Dazu ein Beispiel. Das Innere von deutsche Zigaretten und der Tabak wurden während es Krieges immer schwärzer. Wir nannten den Tabak bei den Soldaten den letzten Schnitt vom Bahndamm. Da kamen die Amerikaner mit goldgelben Tabak. In Deutschland waren die Zigaretten rationiert. Die Amerikaner warfen die Zigaretten weg, wenn sie halb geraucht waren. Es gab aber Jugendliche, die aufgrund der voraufgegangenen Beeinflussung diese Amerikanisierung ablehnten. Die ließen verächtlich die halb gerauchte Zigarette liegen. Andere stürzten sich darauf und wenn sie selbst noch nicht rauchten, brachten sie die "Kippen" dem Vater, der sie dankbar annahm.

1

Wow, vielen Danke für diese wunderbare Antwort, hat mir sehr viel geholfen!

0

Uh wow..und das willst du alles auf 15 Seiten schreiben?! Das ist ein Thema für eine Abschlussarbeit an der Uni. Internetrecherche zu diesen Themen ist immer schwierig, da man oft nicht weiß in wie fern die Informationen stimmen. Auch wenn es jetzt total unprofessionell klingt: Hast du schon mal auf Wikipedia nachgeschaut? Da stehen am Schluss meist Quellennachweise. Die Bücher auf dieser Liste sind meist sehr hilfreich und wenn nicht diese, dann schlag einfach mal in den Literaturverzeichnissen der Bücher nach. Allgemein würde ich empfehlen eine Bibliothek aufzusuchen (wenn du eine Uni in der Nähe hast dann bietet es sich an dort zu suchen...größerer Fundus).

Viel Glück!! :)

Dankeschön!

0

Erst dachte ich ja, Du wolltest uns verarschen. Da ich mich aber auch schon seit längerer Zeit mit dem Thema intensiv befasste, wurde mir aber rechtzeitig noch bewusst, dass man im deutschsprachigen Raum tatsächlich erstaunlich wenig über das Thema JUGENDKULTUREN informiert wird! Insbesondere das Thema "Jugend in der Nachkriegszeit" ist doch äußerst stiefmütterlich behandelt worden!

Wie etliche Vorredner hier aber schon kund getan haben, gibt es in Deutschland immerhin einige "Offizielle Stellen", die über das Thema Auskunft geben können, z.B. das "Archiv der Jugendkulturen", usw. Es hat wohl auch schon einige Ausstellungen u.Ä. gegeben. Aber irgendwie wirkt das alles recht "akademisch"; irgendwie "lehrbuchhaft aufbereitet". Da fehlt m.E. nach "die Seele" dieser Phänomene. Außerdem beantworten diese offizeillen Stellen mit ihren Bildern und Kommentaren und Texten nicht alle meine Fragen. Ich fand das enttäuschend. Irgendwie typisch deutsch gemacht.

Auch das Internet bietet meiner Erfahrung nach zu diesem Thema nicht wirklich viele interessante Informationen. Aber wenn Du einigen Spuren nachgehst, kannst Du noch einige interessante Informationen erhalten und Dir ein gutes Bild machen. Hängt allerdings auch etwas vom Zufall ab.

Das Thema an sich ist ja ÄUSSERST KOMPLEX. Wenn Du dann auch noch über die Jugendbewegungen in den USA Dich äußern willst, dann überfordert das mit Sicherheit den Rahmen! (15 Seiten - was soll da alles rein?). Ich rate Dir: die Kunst liegt in der Beschränkung! Selbst das eingegrenzte Thema "Jugendkultur in Deutschland" ist schon komplex genug!

Vielelicht ist es schon ein guter Anfang, wenn Du Dir darüber GEdanken machst, dass die Jugend nach dem 2. Weltkrieg extrem arm war, und die Jugend nicht besonders schön sein konnte. Dennoch haben die Jugendlichen damals versucht, sich zu amüsieren, ein jugendgerechtes Leben - so weit es ging - zu führen, Spaß zu haben. Zu einem kleinen Teil flackerten kurze Zeit "bündische Traditionen" (aus der Zeit der Jugendbewegung vor der NS- Zeit) auf. Sicherlich hatte die Jazz- Kultur noch (oder: wieder) ihre Anhänger. Später kam dann ja der Rock and Roll. halbstarke, Lederjacken, Pettycoats, Bluejeans, usw. Das war dann ja zum Großen Teil beeinflusst von den USA, die ja starke Präsenz als Besatzungstruppen im Nachkriegsdeutschland hatten. Die Jugend- oft ohne Väter aufgwachsen - fand die GI's und ihre Kultur dann "cool". Und poltisch gesehen hatte natürlich auch die NATO- Ausrichtung der jungen BRD darauf Einfluss, dass man leicht zur US- Kultur Zugang hatte (im Gegensatz zur DDR).

Und die Jugendbewegung in der DDR sah zwangsläufig natürich wieder ganz anders aus als in der BRD! (dazu gibt es übrigens sogar FIlme!).

Das nur so nach dem 2. Weltkrieg. Nach dem Wirtscahftswunder kamen dann irgendwann die Beatles, die die Beat- Ära prägten, einen wieder ganz neuen Musik- und LEbensstil der Jugend. Später die Rockmusik mit den Rolling Stones, die Mod- Kultur mit bands wie den "Who", usw. Die Rocker. Die wilden 1960er und 1970er, die die erzkonservative bundesdeutsche Nachkriegskultur endgültig in die Gruft jagten. Die Hippies. Ende der 1970er dann die Punks. Dann die Skinheads. Die Popmusik in den 1980ern. Das speziell deutsche Phänomen der "Popper" in diese Zeit. Der Grunge in den 1990ern. Usw. Welche FIlme/ Musik/ politischen Ereignisse, usw. beeinflussten diese einzelnen "Jugendbewegungen", die in ihrem Verständnis nach völlig unterschiedlich waren?

Das sind so die allgemeinen Gedanken zum Thema.

Unter dem Begriff JUGENDBEWEGUNG im engeren Sinn versteht man allerdings die Bewegungen wie die der "Bündischen Jugend" in Deutschland (die meist sehr autonom und unpolitisch waren), wie sie vor allem in den 1920er Jahren sehr populär waren (und in der NS- Zeit verboten wurden). Diese Gruppen spielten nach dem 2. Weltkrieg jedoch kaum noch eine Rolle, und können noch am ehesten mit noch heute recht aktiven Gruppen wie den Pfadfindern oder der "Waldjugend" in Verbindung gebracht werden, die zum Teil auch das Erbe dieser eigentlichen "Jugendbewegung" in Deutshcland übernommen haben.

Viel Erfolg noch beim Recherchieren für Alle, die sich für dieses Thema interessieren!

Was möchtest Du wissen?