Jüdisch-arabische Parallelen?

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1) Die ersten grossen jüdischen Zentren in der Diaspora (ausserhalb Israels) befanden sich in arabischen Ländern, insbesondere Irak, (wo auch der babylonische Talmud verfasst wurde) und Ägypten, aber auch jemen, Syrien, Maghreb und auch Iran (nicht arabisch).

2) Im Laufe der Geschichte wurden die Juden in moslemischen Ländern lange nicht so grausam verfolgt wie in Europa durch die Christen. Es gab Diskriminierungen (z.B. musste man als Dhimmi besondere Steuern bezahlen) und vereinzelt Zwangsbekehrungen (z.B. in Jemen zur Zeit von Maimonides), aber das nahm lange nicht die Ausmasse an, die es in Europa hatte, wo die Christen die Juden regelmässig durch Zwang bekehrten, bestahlen, vertrieben, abschlachteten.

3) Es gibt gewisse Grundregeln, die in der arabischen Kultur und im Judentum irgendwie mehr gelten als in anderen Kulturen, z.B. Gastfreundschaft, Wohltätigkeit an Arme, Wichtigkeit der Familie.

4) Es gibt auch gewisse Ähnlichkeiten bei den Speiseregeln, z.B. Verbot von  Schweinefleisch, Schächten.

5) Der Islam gilt im Judentum als wahrhaft monotheistische Religion und erfüllt die 7 Grundgebote für die Menschheit (7 noachidische Gebote). d.h. nach jüdischer Auffassung kommt ein "guter Moslem" genauso "in den Himmel" wie ein "guter Jude". (siehe dazu auch Maimonides: Igeret teman)

6) Die hebräische und die arabische Sprache sind beide semitische Sprachen und haben einige Ähnlichkeit, z.B. bei Wortstämmen. Auch die Schrift ist insofern ähnlich, als nur Konsonanten geschrieben werden und als die Schrift von rechts nach links geht...

7) Laut jüdischer und arabischer Tradition stammen Juden und Araber von Abraham ab, die einen über Isaac, die anderen über Ismael. Sind sozusagen Cousins...

Die orientalischen Juden sind wie die Palästinenser Semiten und haben gleiche Traditionen.

Sie sind tatsächlich Brüder. Von Ismail stammen die Araber ab, von Isaac die Juden. Beides Söhne von Jakob/Israel. Nur ein Großteil der nach "Israel" emigrierten oder emigrierenden Juden, die sich ihr Recht auf das "heilige Land" herausnehmen und "von Gott auserwählt sind", sind jedoch leider Abkömmlinge von konvertierten Kaukasischen Stämmen, Osteuropäer. Bestes Beispiel: Ariel "Sharon" (geb. Scheinermann), keine Semiten.


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@tswf99

Vielen Dank. Nicht zu vergessen, dass Jesus Jude war und als Rabbi galt.

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@tswf99

Beides Söhne von Abraham, nicht Jakob/Israel. Jakob war der Enkel von Abraham.

Und ich verstehe nicht, was du gegen osteuropäische Juden hast. Wenn das der entscheidende Faktor wäre, dann hätte man doch beachten müssen, dass etwa die Hälfte der Juden in Israel aus Ländern wie Syrien, Libanon, Irak, Ägypten, Jemen, Marokko, Algerien, Iran, Tunesien, Türkei, Libyen, Indien, Afghanistan, Pakistan, Myanmar, etc. kommen und jegliche Kampfhandlung einstellen müssen.

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@Accountowner08

Die Aussage, dass die Ashkenazim schlichtweg osteuropäische Konvertiten sind und in keiner Verwandtschaft zu den Sepharden sowie Mizrachim stehen, ist nicht der Wahrheit entsprechend. 

Diverse genetische sowie historische Studien haben nahe gelegt, dass die besagten Gruppen in der tat gemeinsame Wurzeln im Nahen Osten haben. 

Und auf die Gefahr hinweg, dass ich jetzt Über die Grenze des "politisch korrektem" hinausschieße, so ist es doch in Anbetracht der physiognomischen Merkmale vieler Ashkenazim offensichtlich, dass man zumindest teilweise nicht europäischen Ursprungs ist. 

So hat eine Studie offenbart, dass nur ca. 17% aller ashkenazischen Einwohner der Vereinigten Staaten helleres Haar haben, während diese Quote in den meisten osteuropäischen Ländern bei über 40% liegt. Die Diskrepanz ist m.E dahingehend einfach zu groß, um hier einfach von Zufall zu sprechen.

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