Judo oder Aikido?

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10 Antworten

Hallo,


Ich habe hier schon mal etwas ausführlicher über Aikido geschrieben und kann zumindest empfehlen, es mal auszuprobieren.

https://www.gutefrage.net/frage/gute-kampfkunst-gesucht

Aikido verzichtet auf unnötige Gewaltanwendung und weist den Angreifer aber deutlich in seine Schranken, indem seine eigene Kraft umgeleitet und der Angriff so ins Leere laufen wird.

Er kann dann durch Würfe oder Hebel kontrolliert werden, so dass er die Sinnlosigkeit seines aggressiven Verhaltens erkennen kann, ohne deswegen gleich auf der Intensivstation zu enden.

Langfristig trainiert stellt Aikido nach meiner Erfahrung eine effektive Form der Selbstverteidigung dar, deren Effizienz sich jedoch nicht gerade nach ein paar Monaten erschließt.

Spaß und Freude sollten natürlich immer dabei sein, denn man bleibt langfristig nur motiviert, wenn einem das Training auch Spaß macht.

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Kommentar von jsch1964
22.12.2015, 15:26

Mal zum Einstieg: Ich habe mehrere schwarze Gürtel in verschiedenen Kampfsportarten.

Ich habe fast alle japanischen und chinesischen Kampf- und Selbstverteidigungs-Sportarten selbst betrieben - und davon ist Aikido die mit weitem Abstand die untauglichste für die reine Selbstverteidigung. In der Theorie klingt das ganz toll, aber Du bist allen anderen  Angreifern, außer denen aus Deinem Verein, hoffnungslos unterlegen. Ich habe noch nie einen Aikidoka gesehen, dessen Künste wirklich verteidigungstauglich gewesen wären - außer im "Kampf" gegen andere Aikidoka. Nicht ohne Grund gibt es seit einigen Jahren Aiki-Jitsu, was die vergeistigte Selbstbeherrschungstheorie mal wieder näher an das echte Leben heranrückt.

Da halte ich tatsächlich Judo für besser, auch wenn Du damit einen Kneipen-Schläger erst einmal zu fassen kriegen musst, bevor Du Dich wehren kannst. Aber zumindest wird im Judo echter Wettkampf geübt, so dass Deine Reaktionen schneller werden.

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Ob eine Selbstverteidigungslehre etwas taugt oder nicht, weißt Du erst, wenn Du Dich einmal selbst verteidgen musstest.

Alle ehemaligen Kampf-Künste, die heute als Sport betrieben werden, hatten ursprünglich den Zweck, einen Angreifer möglichst schnell unschädlich zu machen.

Wenn Du das unter Selbstverteidigung verstehst, ist kaum eine moderne Kampfkunst oder Selbstverteidigungssportart für diesen Zweck geeignet, denn diese dienen eher dazu, körperlich fit zu sein und sich selber zu einem besseren Menschen zu entwickeln. Mit einem Kampfsportler wirst Du nie in die Situation kommen, Dich gegen ihn verteidigen zu müssen. Dafür haben die zuviel Respekt vor ihrer Kunst. Davon ausgenommen sind natürlich die Wettkampf-Sportarten, wie Judo, Karate, Tae Kwon Do etc, wo man sich auf der Matte begegnet.  Aber auch bei den Wettkämpfen geht es "gesittet" zu, weil sich jeder an ein Regelwerk hält.

Von den heutigen Wettkampf-Sportarten würde ich persönlich am ehesten Boxen, WT, Muay Thai oder Kickboxen als für die Verteidigung tauglich halten - und MMA. Wenn es im Verein gute Trainer gibt, kann auch Jiu-Jitsu effektiv sein. Das ist aber wirklich sehr personenabhängig.

Für Selbstverteidigung muss Dein Kopf anders denken: Ist mein Angreifer alleine? Hat er möglicherweise versteckte Waffen? Wie verhindere ich, dass er sofort wieder aufsteht und mir noch eine ballert? Wie mache ich ihn so kampfunfähig, dass er mir nicht hinterher läuft? etc. etc. dazu gehört dann aber auch der Willen, gegen einen anderen Menschen echt und wirklich selber aggressiv zu sein. Nur mal eben ein Haltegriff oder ein Wurf macht den Angreifer vermutlich nur aggressiver, besonders, falls Alkohol im Spiel sein sollte.

Meine Empfehlung ist also: Mach Judo für die körperliche Ertüchtigung, für die persönliche Weiterentwicklung und für die Reflexe. In den meisten Situationen kannst Du das, was Du da lernst, auch für eine Verteidigung brauchen. (Schlägereien mal ausgenommen.) Falls es Dir wirklich um Selbstverteidigung geht, mach MMA oder Krav Maga. Sambo und Savate wirst Du in Deutschland kaum finden - das wären weitere Alternativen.

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Ich selber trainiere seit Mitte der 70er Jahre Kampfsport, denke also, dass ich was dazu sagen kann.

Es ist egal, was du machst. Es kommt einzig und allein darauf an, wie lange und wie ernsthaft du trainierst. Der Stil ist letztlich völlig unwichtig. Ein guter Judoka wird einen schlechten Kickboxer besiegen - genau wie ein guter Kickboxer einen schlechten Judoka besiegen wird. Für den Einsatz zur Selbstverteidigung gilt das ebenso. Wobei ich noch ergänzen möchte, dass die beste Selbstverteidigung der gesunde Menschenverstand ist und die Fähigkeit, sich bei Gefahr aus dem Staub zu machen. Ein vermiedener Kampf ist ein gewonnener Kampf.

Ich schrieb: Es kommt einzig und allein darauf an, wie lange und wie ernsthaft du trainierst. Das bedeutet, dass es darauf ankommt, dass du dabei bleibst. Und dies tust du genau dann, wenn du Spaß am Training hast. Deshalb würde ich dir jetzt dazu raten, dort mitzumachen, wo auch dein Freund trainiert. Zusammen ist das besser, dann motiviert man sich gegenseitig, was auch gerade dann wichtig ist, wenn man mal keine Lust hat, zum Training zu gehen.

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Es sind beide gute Kampfsportarten, wobei eher der Sport im Vordergrund steht (eher als Wettkampf).

In der Selbstverteidigung geht es aber darum, sich vor gemeinen und gefährlichen Angriffen zu schützen. Hier kann die eigene Gesundheit in Gefahr geraten, so dass es dir vollkommen egal sein könnte, welche Schmerzen dein Gegner erleidet. Wenn er dich nicht angreift, hat er auch keine Schmerzen. Macht er es doch, ist er selbst schuld.

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Kommentar von Enzylexikon
22.12.2015, 15:15

Es sind beide gute Kampfsportarten, wobei eher der Sport im Vordergrund steht (eher als Wettkampf).

Zumindest im Aikido gibt es - mit Ausnahme von zwei Stilen - keinerlei sportliche Wettkämpfe, oder Meisterschaften.

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Wenn du 1Monat Judo trainierst, kannst du dich nicht verteidigen. Wenn du 1Monat Aikido trainierst, kannst du dich auch nicht verteidigen. Es kommt darauf an, dass du lange dabei bleibst. Und das machst du da, wo es dir am meisten Spaß macht. Das kommt nicht nur auf die Kampfsportart sondern auch auf den Trainer an. Ich kann dir Aikido empfehlen. Da Aikido eine ,,friedliche" Kampfkunst ist, sind die Aikidokas auch friedlich und freundlich. Zumindest ist das bei mir so. Alles total nette Menschen! Beim Aikido lernst du langsam aber jeder Fortschritt ist aufregend! Mir macht es Spaß, ich kann es dir nur empfehlen. Aber jeder muss es für sich selber herausfinden. Am besten mal zu beiden Probetraining machen :)

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Judo ist ein kanpfspirt, welcher auch wettkampfmässig betrieben wird und im prinzip das abgeschwächte aikido, da es beim aikido um Selbstverteidigung und nicht um sport geht

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Also ich habe ein paar Jahre (nicht übertrieben lange, nur 6-7 Jahre) Aikido gemacht und immerhin kannst du beide Kampfsportarten richtig einschätzen.. Aikido ist wirklich ultra passiv und wurde mir deshalb mit der Zeit zu langweilig. Eine sinnvolle und effektive Selbstverteidigungsweise ist es aber definitiv!

Ich ganz persönlich würde dann trotzdem eher Judo und Spaß mit meinem Freund wählen.

(Da könntet ihr sogar in eurer Freizeit zusammen trainieren, auch außerhalb der Stunden. Vorausgesetzt, es macht euch sehr viel Spaß)

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Kommentar von Aragorn1110
22.12.2015, 14:46

Ja ich denke du hast recht vielen dank :)

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Wenn du einen Freund bei Judo hast, dann geh zu Judo. Dann macht es deutlich mehr Spaß^^

Mal abgesehen davon ist es der Sinn von Selbstverteidigung dem Gegner wehzutun, er hat dich ja schließlich angegriffen.

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Kommentar von Aragorn1110
22.12.2015, 14:48

Da hast du auch irgendwie recht, aber es geht mir nicht nur um die Selbstverteidigung in ernsten Fällen, sondern auch nur um kleine Rangeleien, bei denen keine bleibenden Schäden endstehen sollen (wenn irgenjemand damit angeben will dass ihn keiner umhauen kann oder so :D).

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Kommentar von HouseOfQuartz
22.12.2015, 14:49

Du hast leider den Sinn von Kampfsportarten im Allgemeinen, egal ob sie sehr passiv sind oder nicht, nicht verstanden.

Es ist bis auf ein paar Ausnahmen nie der Sinn, den Gegner anzugreifen und zu verletzen.

Das kann gegebenenfalls passieren, ja... aber das ist nicht Zweck einer Kampfkunst.

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Mit Judo kannst Du Dich sehr gut selbst verteidigen, ohne den anderen gleich zu verletzen.

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Dann ist Judo genau das Richtige

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Kommentar von Aragorn1110
22.12.2015, 14:52

Ok ich denke ihr seid euch alle einer Meinung.

Vielen dank :)

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