Judenprogrome im Mittelalter, Kirche?

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Einerseits wurden die Juden auch durch die Kirche als "Gottesmörder" usw. dargestellt und Juden wurden auch durchaus diskriminiert. Hinzu kam dann jedoch die Dummheit bzw. das Unwissen: Juden haben sich z.B. aus religiösen Gründen besser gereinigt als die übrigen Menschen und wurden daher auch stärker von Krankheiten wie der Pest verschont. Daraus wurde dann das Gerücht entwickelt, die Juden hätten die Brunnen vergiftet usw. Auch dass sie ebenfalls aus religiösen Gründen mehr Wert auf Bildung legten führte dazu, dass sie im Schnitt bessere Geschäftsleute waren und mehr verdienten, was ihnen wiederum den Ruf eintrug, durch Betrügen reich zu werden. Es war Unwissen in Kombination mit Neid - und die Verunglimpfungen der Kirche trugen dazu sicherlich ebenfalls bei. Mit Luther und den Protestanten wurde das dann übrigens nicht besser, sondern noch viel schlimmer. Er forderte im Grunde in seinen Schriften schon all das, was Hitler den Juden dann später wirklich antat.

Sehr richtig. Speziell war es Christen lange Zeit hindurch nicht erlaubt, Zinsen zu nehmen, so dass niemand was verlieh. Da war man auf die jüdischen Geldverleiher angewiesen. So wurden Könige und Mächtige von ihnen abhängig und lösten sich zuweilen mit Gewalt von ihren Schulden.

Zurzeit der Kreuzzüge war die Verfolgung besonders schlimm, da man "entdeckte", dass ja auch "Ungläubige" mitten in Deutschland wohnten, und das deshalb zum Anlass nahm, sie zu verfolgen, um sich dabei zu bereichern.

Man muss auch noch ergänzen, dass es besonnere Persönlichkeiten gab, die die Juden vor dem Verfolgungswahn der abergläubischen Bevölkerung schützte. So versuchte einmal der Bischf von Mainz (vergeblich), die Mainzer Juden vor dem mordgierigen Pöbel zu beschützen. Kaiser Friedrich II. ließ die Thora übersetzen und damit widerlegen, dass in den heiligen Schriften der Juden Scheußlichkeiten und Gewalttaten gelehrt wurden.

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Die Judenprogrome fanden hauptsächlich in Russland im 19. Jahrhundert statt. Es gab im Mittelalter judenfeindliche Strömungen, aber keine Progrome wie im 19. Jahrhundert. Die Progrome in Russland wurden von der orthodoxen Kirche stillschweigend geduldet..

Viele die es sich leisten konnten, wanderten von der Ukraine dann in die Vereinigten Staaten aus.

Epilog 1938 - die Reichskristallnacht - das war auch ein klassisches Progrom..

LA

Inwiefern kann man die Judenprogrome des Mittelalters als eine Folge biblischer und kirchlicher Äußerungen sehen?

Die Folge biblischer Äußerungen natürlich GAR nicht.

Jesus predigte Barmherzigkeit, Liebe, Feindesliebe und Vergebung. "Die Rache ist MEIN, spricht der Herr" steht schon im Alten Testament.

Dass die Juden von Gott im 1. Jh. als sein besonderes Volk verworfen wurden, hat nichts mit der Judenverfolgung in der Folgezeit zu tun. Es gibt in der Bibel keinen Fluch, der die Juden nach Beendigung des Bundesverhältnisses mit Gott treffen soll.

Die Judenverfolgung entstand durch Vorurteile. Im 11. Jh. u. Z. wurden mit den Kreuzzügen die unbeliebte Juden-Minderheit schnell für alles verurteilt — auch für die Pest, die damals in Europa viele Menschenleben kostete.

Ein Jude „gestand“ unter Folter, Juden hätten Brunnen vergiftet, was natürlich nicht stimmte. Es setzte eine grausame Judenverfolgung ein. Dass mangelnde Hygiene und Ratten die Ursache der Pest waren, begriff kaum jemand.

Als Hitler später die Juden erneut erbarmungslos verfolgte, berief er sich als Rechtfertigung auf die Kirche. Gemäß dem Buch A History of Christianity sagte Hitler: „Ich tue nur, was die Kirche seit fünfzehnhundert Jahren tut“.

Liebe Grüsse ...

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