Judenausgrenzung

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6 Antworten

Die Rechtslage in mittelalterlichen Mitteleuropa war komplett anders, als unser heutiges Rechtsverständnis. Während heute das Recht des Landes gilt, in dem der Mensch sich aufhält, galt damals das Recht des Volkes des Menschen - egal wo er sich aufhielt. Um es abstrakt zu fassen, nenne ich einen solchen Mensch mal einen Fremden. Der Grundherr, zB der König, hatte die Pflicht die Rechte des Fremden zu schützen, er war von der Gerichtsbarkeit des Vasallen des Grundherren ausgenommen, also in einem solchen Fall privilegiert. Auf der anderen Seite hatten für den Fremden die Rechte der anderen keine Bedeutung, also war er sowohl über- als auch unterprivilegiert.

Da die Juden sich einem eigenen Volk zugehörig fühlten, unterstanden sie einer anderen Gerichtsbarkeit, wo durch sie vom Rest der Bevölkerung abgetrennt wurden. Sie gehörten außerdem auch nicht zu den Kirchengemeinden - die eine viel, viel, sehr viel wichtigere Rolle in der Gesellschaft spielten, als man sich das heute vorstellen kann.

Es war also eine Folge des Rechtssystems, das Juden, wie auch andere Fremde ausgegrenzt wurden. Diese Trennung hatte dann natürlich die Folge, dass die restliche Bevölkerung weniger Kontakt mit ihnen hatte. Bis heute ist der beste Nährboden für Intoleranz Unwissenheit.

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Eigentlich haben die sich nicht selber ausgegrenzt. Die wurden immer vom christentum ausgrenzt, aber sind auch mehr oder weniger freiwillig in ihren Ghettos geblieben.

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Kommentar von Jona97
07.03.2014, 18:29

wieso sind sie freiwillig in ihren ghettos geblieben danke für deine antwort :)

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Sie aben sich nicht selbst ausgegrenzt. Damals war man generell nicht so aufgeschlossen Andersgläubigen gegenüber. Das Verhältnis zu den Juden im Mittelalter kann man aber auch nicht so generalisieren. Jeder Herrscher hat's anders gemacht. Die Gesetze und das Verhätnis änderte sich von Land zu Land und von Herrscher zu Herrscher in einem Land auch. Aber gleichberechtigt waren sie nie und nirgendwo. Aber siehe o. das war normal damals. Keiner hätte auch im Traum daran gedacht Andersgläubige, ob es Juden, Moslems oder Pastafarianer sind gleich zu behandeln.

Konkret musst Land und Jahreszahl sagen, dann kann man schauen wie es für die Juden dort aussah, welche Berufsverbote da waren usw.

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interessantes Thema - beides ist der Fall!

1) passiv Als Nichtchristen - standen sie einfach außen vor , außerhalb der feudalen Gesellschaft

  • wurden sonderbesteuert
  • waren in den feudalen Interessenvertretungen (Standesversammlung) nicht vertreten
  • durften kein Land bewirtschaften
  • waren im Gewerbe beschränkt
  • durften keine Waffen tragen und waren wehrunwürdig
  • hatten viele Beschränkungen im Alltag

auf der einen Seite genügt das schon als Erklärung: sie konnten und durften sich gar nicht intergrieren!

2) Aber auf der anderen Seiten haben die Juden sich seit der Diaspora überall auf der Welt auch bewußt nicht integrieren wollen -> integrieren ist vielleicht nicht das richtige Wort, falls man es mit "einbinden" übersetzen würde wollen , "in anderen Völkern und deren gesellschaftlichen Strukturen aufgehen wäre richtiger!

  • sie wollten nicht biologisch in anderen Völkern aufgehen (während es in Antike und Mittelalter üblich war, unterworfene Völker auch blutsmäßig zu integrieren)

Bis heute ist die Netzwerk-Struktur untereinander ganz wichtig für jüdische Gemeinden auf der ganzen Welt! MAn sieht sich zusammengehörig, weit wichtiger als z.B. Bürger eines Nationalstaates zu sein. Ich habe das mal sehr intensiv mitbekommen, als Freund/GAst einer jüdischen Familie: sofort waren unendlich viele Türen offen, fast überall auf der Welt und in jedweder Branche.

-> das war früher eben eine Überlebensstrategie des Volkes in der Diaspora , besonders wichtig bevor ihnen die aufgeklärten, modernen GEsellschaften die Möglichkeiten boten, sich in der Gesellschaft zu emanzipieren

  • sie wollten kulturell und schon gar nicht religiös nicht in den Völkern aufgehen. Man darf nicht vergessen dass ihnen die Tora eine Sonderstellung als "auserwähltes Volk" zuschrieb, dass das bis heute für religiöse Juden Teil ihrer Identität ist und selbst das heutige Israel seine GEbietsansprüche auch religös begründet!
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Juden wurden in der ganzen Geschcihte immer als die ,,schlechten" angesehen, aber das Sie sich selber abgrenzen wollten ist mir unbekannt

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