Juden inm damaligen Polen?

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5 Antworten

Die Juden in Polen bildeten die Mittelschicht.

Im Mittelalter fanden in Deutschland u.a. wegen der Kreuzzüge ganz schreckliche Judenverfolgungen statt. Viele Juden flüchteten nach Polen, wo sie mit offenen Armen aufgenommen wurden, weil Polen eine Mittelschicht brauchte. Es gab dort Bauern und Adel, aber es fehlte das Bindeglied dazwischen, das den Bauern ihre Produkte abkaufte und in die Städte brachte. Oder Verwalter für die Adeligen. Oder Schankwirte.

Weil die polnischen Juden ursprünglich aus Deutschland stammten, sprachen sie eine art Mittelhochdeutsch, Jiddisch, das mit hebräischen Buchstaben geschrieben wird und auch ein bisschen an die hebräische Syntax angepasst war, mit einigen polnischen, hebräischen und anderen Lehnwörtern.

Die Juden wohnten in Dörfern, Kleinstädten und Städten, und machten in einigen Dörfern und Kleinstädten oft die Hälfte, wenn nicht die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung aus.

d.h. die Bevölkerungsgruppen waren eher getrennt. Juden sprachen Jiddisch und wohnten in ihren Dörfern, Städten, Stadtvierteln, die Polen in ihren, und dann gab es auch noch andere Bevölkerungsgruppen. 

Auch in Zeiten, wo es noch keine Schulpflicht gab, gab es für jüdische Knaben Schulpflicht, und eigentlich lernten alle (hebräisch & jiddisch) lesen und schreiben, zumindest in die Volksschule (Cheder) gingen eigentlich alle.

Die Juden hatten sogar eine eigene Gerichtsbarkeit, d.h. Streitigkeiten unter Juden wurden vom Rabbinatsgericht entschieden, es war nicht üblich, vor ein polnisches Gericht zu gehen. Einige Rabbiner, besonders in kleineren Städten oder Dörfern, waren als Richter so angesehen, dass sogar die nichtjüdischen Polen zu ihnen kamen, um Streit zu schlichten.

Es gab viele angesehene Rabbiner im ganzen Land, auch in kleinen Städten und Dörfern.

Es gab viele jüdische Handwerker, Schneider und auch sehr einfache Berufe wie Wasserträger, Kutscher, etc.

Viele polnische Juden lebten in grosser Armut, es herrschte eine hohe Kindersterblichkeit (das war damals allgemein so), und dann gab es in jeder STadt, in jedem Dorf auch ein paar reichere und angesehene Leute.

Wenn du dazu mehr lesen willst, empfehle ich dir die Autobiographien von Isaac Bashevis Singer, z.B. Mein Vater, der Rabbi.

Auf Anfrage kann ich dir noch weitere Bücher empfehlen.


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In Polen gab es Pogrome gegen die jüdische Minderheit am Ende des 1. WK und dann nach Ende des 2. WK Während der Nazibesetzung waren Polen eifrige Handlanger der Nazis.

Kielce, südlich von Warschau gelegen war im Juli 1946 der Höhepunkt der Judenmorde, da diese es wagten ihrer von den Nazis weggenommene Wohnungen wieder zu bekommen. Pogrome gab es aber auch in Krakau, Tschenstochau und anderen Orten. Danach wanderten Überlebende nach Palästina aus. Der bekannte Film "Exodus" beschreibt das Schicksal der polnischen Juden bei der Anlandung in Palästina.

Im Polen lebte es sich nach 1920 gefährlich für Minderheiten, also für Juden, Deutsche, Ukrainer und Slowaken.

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Starker Antisemitismus.

Ich erinnere mich an den Film "Shoa", in dem noch in den 90er Jahren Polen befragt wurden und viele von ihnen sagten, dass es eigentlich auch verständlich gewesen sei, dass die Nazis die Juden ausgeschaltet hätten, denn "das seien ja die Christusmörder". Ich war damals wirklich schockiert. 

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Auch um 11 Mio. Deutsche, ebenso Polen.
Nur war da noch Old Hitler, der mit "dem Volk ohne Raum" und "Lebensraum im Osten", sowie überhaupt die Juden.

Eben jene expedierten die Nazis erst in Ghettos und dann ins KZ.

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