ju-jutsu "ritual" vor beginn des trainings

1 Antwort

Ich kenne das genaue Ritual aus dem Ju Jutsu nicht, wohl aber hat jede Kampfkunst mit japanischem Ursprung (Ju Jutsu ist ja eine deutsche Kampfkunst mit Wurzeln im japanischen Jiu Jitsu und somit auch noch recht japanisch) immer ein Ritual, mit dem man zum Einen dem Gegenüber Respekt erweist und zum Anderen den Übergang zwischen Alltag und Trainung und wieder zurück schafft.

Das Ganze ist eine Art Kurzmeditation, bei der man zwar in keine meditative Trance fällt, aber mal für einen kleinen Augenblick abschaltet, die Konzentration bündelt und sich so auf das, was kommt einstellt.

Im Ninjutsu ist das Ritual weitaus komplexer mit Aufsagen einer japanischen Formel, Klatschen, Verbeugen, ... Ich kann dir bei Interesse gerne das gesamte Ninjutsu-Ritual mal erklären, lasse es aber erst mal, weil es ein wenig an deiner Frage vorbei geht. Das bloße still sitzen, das du beschreibst, senkt ein wenig den Puls, bündelt die Konzentration und steigert die Disziplin.

Im Prinzip hat das jede Kampfkunst und jeder Kampfsport mit asiatischen Wurzeln in irgendeiner Form, nur jeder macht es anders, je nachdem, aus welcher Ecke es kommt.

danke dir :) und dar ninjutsu-ritual würde mich wirklich interessieren, du kannst es mir gern erklären :)

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@mydoggie

Okay, beim Ninjutsu bzw. Bujinkan Budo Taijutsu (nach den Regeln des Bujinkan, einem recht jungen Verband, der aber auf die meisten noch bekannten Techniken des traditionellen Ninjutsu aufsetzt) läuft das Begrüßungsritual, genannt Kotodama, (von Dojo zu Dojo sind kleine Abweichungen möglich) wie folgt ab:

  • Aufstellung: Der oder die Meister stehen vorne mit Blick zu den Schülern, die Schüler (oder wenn eine so große Anzahl an Meistern da ist, dass es vorne zu voll würde auch die niederrangigen Meister, also die mit kleinerem Dan-Grad) stehen mit Blick zu den Meistern. Üblich ist, dass 2-3 Dan-Träger vorne stehen, der Rest reiht sich bei den Kyu-Träger, also den Schülern, ein. Aufgestellt wird sich in 10er-Reihen, sortiert nach Graduierung. Erste Reihe rechts (bzw. vom Meister aus gesehen links) steht der höchstrangiste, also z.B. der höchstrangige Dan-Träger, der nicht vorne steht oder der höchstrangiste Schüler, danach absteigend in den Graduierungen bis zum 10. Kyu (Weißgurt). Nach den Weißgurten mit korrektem Anzug kommen dann die Schnupper-Schüler, die die ersten Male da sind und daher noch keinen Anzug haben und in Sportkleidung trainieren.
  • Der Dojo-Leiter, also der (mest höchstrangigste, außer es sind höherrangige Gast-Trainer anwesend, die als Gast trotz ihres höheren Ranges auf die Leitung des Kotodamas zu Gunsten des niederrangigen Dojo-Leiters verzichten) wichtigste Dan-Träger aus der ersten Reihe, gibt den Befehl "Seiza", der Name der knienden Position, alle setzen sich in die bekannte kniende Position.
  • (nicht überall, aber in manchen Dojos) wird sich auf den Befehl "Rei" (Grüßen) hin verbeugt
  • Auf jeden Fall falten dann aber alle die Hände und schließen die Augen zu einer Kurzmeditation.
  • Der Dojo-Leiter beendet die Meditation mit den Worten "Shikin Haramitsu Daikomyo", das alle Schüler nachsprechen. Das sind drei Worte, die ursprünglich aus dem Sanskrit, also einer alten indischen Sprache, stammen und irgendwie so verwurschtelt wurden, dass der Japaner sie in seinem Silben-Sprachsystem irgendwie schreiben und ausprechen kann. Die meisten Japaner können dies nicht übersetzen und auch die meisten Gelehrten in Sanskrit werden damit ihre Probleme haben, aber manche Ninjutsu-Meister haben wohl rausgefunden, dass das sowas wie "Kraft, Schutz, Erleuchtung" heißen soll, etwas feier übersetzt "Jede Anstrengung macht mich stärker" (Erleuchtung nicht im religiösen Sinne sondern im Sinne von Erfahrung und Verbesserung auf dem Weg zur (nie erreichbaren) Perfektion).
  • Nachdem die Schüler das oben genannte Mantra nachgesprochen haben, klatschen alle zwei mal in die Hände und verbeugen sich, dann klatscht man noch mal noch einmal und verbeugt sich noch mal. Die alt-japanische Deutung ist durch das zweimal klatschen die bösen Geister zu vertreiben und durch das einmalige Klatschen die guten Geister zu rufen, die moderne Deutung ist "Alltag Raus, Training rein", also Abschalten von den Alltagsproblemen und sich rein auf das Training konzentrieren. Durch das Klatschen synchronisiert man sich auch miteinander, denn das Klatschen sollte nach Möglichkeit nicht wie ein Maschinengewehr durch die Reihen rasseln, sondern sich schön definiert anhören und bei allen gleichzeitig kommen. Wenn man im Kotodama schön synchron klatscht, klappen auch automatisch die Bewegunsabläufe im Training besser.
  • Der ranghöchste aus der Schüler-Reihe (ranghöchster Schüler oder ranghöchster Meister der nicht mit vorne steht) spricht die Worte "Shisei o tadashite, sensei ni rei". Das heißt so viel wie "Wahret Haltung" (Shisei od tadashite) "und grüßt den Meister" (sensei ni rei), worauf sich alle noch einmal verbeugen und gemeinsam (Schüler wie Meister) "Onegaishimasu" sagen. Das ist eine japanische Floskel, die man überall findet, und übersetzt "sich wünschen" heißt (Onegai Wunsch, shimasu, machen). Hochdeutsch übersetzt "Ich bitte darum". Worum man bittet, ergibt sich bei den oft etwas wortkargen Japanern aus dem Kontext, da man in einem Dojo ist, wohl eher Training als eine Tafel Schokolade, weshalb es oft als "Ich bitte im Training" seitens der Schüler und "Ich bitte um eure Aufmerksamkeit" seitens der Meister übersetzt wird. Bei der Verabschiedung wird das ganze Ritual genauso durchgeführt, nur dass man hier statt Onegaishimasu "Domo arigato gozaimashita" sagt, die höflichste Form von Arigato (Danke) und zwar in der Vergangenheit (gozaimasu Gegenward, gozaimashita Vergangenheit), da man sich für das erfolgte Training bedankt. In manchen Dojos verzichtet man auch auf das "Shisei o tadashite, sensei ni rei" vom höchstrangigsten Schüler, stattdessen sagt der Dojo-Meister selbst "Onegaishimasu" oder "Domo arigato gozaimashita", was die Schüler dann nachsprechen.
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@volker79

Noch ein Hinweis zur Aufstellung: Im Bujinkan gibt es keine so bunten Gürtelfarben. Der 10. Kyu trägt weiß, der 9. bis 1. Kyu allesamt grün (Männer) und rot (Frauen) und der 1. bis 15. Dan schwarz.

Die Graduierungen werden über Abzeichen (Kyu-Abzeichen (10.-1. Kyu), Shidoshi-Ho-Abzeichen (1.-5. Dan), Shidoshi-Abzeichen (6.-10. Dan) und Shihan-Abzeichen (11.-15. Dan)) sowie unterschiedlicher Anzahl an silbernen und goldenen Sternen unterschieden. Viele tragen aber aus historischen Gründen die Abzeichen und Sterne nicht, da hier in Europa die Sterne als Solches lange Zeit Mangelware waren (Hatsumi hat erst Japan, dann Irland (McCarthy) und dann erst den Rest der Welt beliefert. Wer einen der begehrten seltenen Sterne ergattert hat und diesen (aufgrund der Graduierung berechtigt) getragen hat, galt schnell als Angeber, da man selbst keinen Stern hatte, aber auch hätte tragen dürfen.

Das Gefühl ist bis heute geblieben und nicht ganz unberechtigt. Ich kenne Leute, die immer noch mit Kyu-Graden im Grüngurt rumlaufen, keine Sterne tragen (der Graduierung nach berechtigt wären, den ersten goldenen Stern zu tragen, 4. Kyu) und wenn sie nicht so verbissen perfektionistisch wären und häufiger Prüfunge machen würden, schon lange Dan-Graduierungen haben könnten und sich nur, wie Mr. Miyagi aus Karate Kid denken "Gürtel da, halten Hose hoch!", und Andere, die stolzgeschwellt ihre 4 silbernen Sterne (5. Kyu) auf der Brust tragen, so eckig rollen, wie ein Würfel die Treppe rauf und auch bei Hebel- und Wurftechniken so ungelenk sind, dass es stellenweise für den Trainingspartner schon gefährlich wird.

Deshalb weiß man im Bujinkan nicht immer, wer welche Graduierung hat. Innerhalb des eigenen Dojos weiß man es aber irgendwann recht schnell und sortiert sich entsprechend, aber nicht immer steht man exakt nach den Kyu-Graden sortiert, manchmal purzelt etwas durcheinander, weil man nicht weiß, was der Grüngurt neben einem jetzt genau ist. Aber das "Vordrängeln" nimmt einem in der Regel keiner übel.

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