Jobcenter zwingt mich ohne festen Grund zu einer "Maßnahme", Rechtens, Ausweg?

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8 Antworten

Das ist alles nicht so einfach. Ich kenne deine Situation. Vor vielen Jahren war es bei mir nach dem Studium ähnlich, ich hatte ein paar Monate einen Job und musste mich dann doch kurzzeitig arbeitslos melden - und prompt wollte man mich in völlig unangemessene Maßnahmen stecken, "zur Qualifikation", obwohl ich einen Beruf erlernt und soeben mein Studium abgeschlossen hatte. Es war schwer, meinen Standopunkt dem Amt verständlich zu erklären.

Da kommt es dann auch auf den Sachbearbeiter an. Ist das ein Idiot, hat man schlechte Karten. Ist der vernünftig, geht das. Deshalb würde ich auf jeden Fall die Sache noch mal in Ruhe mit dem zuständigen Sachbearbeiter besprechen. Insbesondere darauf hinweisen, dass es nur Geldverschwendung ist und dass durch deine sinnlose Teilnahme ein anderer, dem die Maßnahme nutzen könnte, deshalb keinen Platz bekommen hat.

Ach ja, noch was: es ist gesetzlich geregelt, dass du in den ersten drei Monaten der Arbeitslosigkeit keine Jobs annehmen musst, bei denen das Gehalt 20 Prozent oder mehr unter deinem letzten Durchschnittsgehalt liegt. Danach geht das auf 30 Prozent hoch. Wenn das Gehalt darunter liegt, ist der zugewiesene Arbeitsplatz unzumutbar und kann ohne jede Folgen abgelehnt werden.

Hier die für dich relevante Gesetzeslage:

https://dejure.org/gesetze/SGB_III/140.html

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Natürlich ist das rechtens - du bekommst ja auch Leistungen.

Frag mal bei mcdonalds nach einer Aushilfstätigkeit für die Zeit bis zum Ausbildungsbeginn.

Alternativ geh zur Maßnahme. Wenn Du Dich nicht an die Vereinbarungen aus der EGV hälst, können Deine Leistungen gekürtzt werden. Falls Du U 25 bist, sogar bis null.

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Okay kurz gesagt du beziehst Leistungen und die wollen Einsatz sehen.

Die Massnahmen sind natürlich Unsinn aber es dient dazu die Zahlen zu schönen.

Lass dich auf die Massnahme ein und such dir nebenbei einen Nebenjob hast du den kannst du in der Massnahme darauf verweisen und zumdindest an einigen Tagen fern bleiben, wenn sie sich mit dem Uneterricht überschneidet.

Letzte Alternative ist sich krank zu melden n der Zeit darfst du dann aber auch nicht arbeiten also vorsicht.

Und vom Jobcenter weggehen davon würd eich abraten. Es ist zwar sehr löblich das du dir Gedanken darum machst nicht vom Staat zu leben aber das ist unser System und da es allen zusteht ist das also nichts wofür man ein schlechtes Gewissen haben muss. Mit den Geld vom Jobcenter sind Dinge wie Miete, Krankenkasse sicher gedeckt und deshalb gut überlegen ob du da so einfach rausgehen willst, denn eine Massnahme geht ja auch wieder vorbei.

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Die machen das nicht, um Dich zu ärgern, sondern um die Arbeitslosenzahl unter 5 Mio zu halten.

Jeder Krankgeschriebene, jeder 1€ Jobber, jeder Minijobber, jeder Aufstocker und auch alle in Maßnahmen fallen aus der Arbeitslosenstatistik heraus...

Und ja, solange Du Leistung beziehst, musst Du "mitspielen" 

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Als du dich Arbeitslos gemeldet hast, hast du eine Eingliederungsvereinbarung unterschrieben.Diese beinhaltet gewisse Pflichten.Wenn also das Arbeitsamt/Arge glaubt das eine Maßnahme dir helfen würde,dann musst du diese auch machen oder aber Sanktionen in Kauf nehmen.Im Endeffekt kann niemand dich zwingen,nur muss man mit den Konsequenzen leben, wenn du dich dagegen entscheidest.


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du sagst, diese maßnahme wäre sinnlos? diese maßnahme ist alles andere als sinnlos, denn wenn du in einer solchen maßnahme bist, wirst nicht mehr in der statistik als arbeitsloser geführt! wie es dir dabei geht und ob es dich weiterbringt ist zweitrangig. die politiker können sich durch solche billige maßnahmen die arbeitslosenzahlen schönen und alles ist gut! also sage nicht, dass diese maßnahme sinnlos wäre!

mfg

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Kommentar von EstherNele
04.05.2016, 15:58

Du scheinst dich ja auszukennen mit "Maßnahmen" ...

Zugegeben, es gibt welche, die gehen etwas am Ziel vorbei - die haben keine richtigen Inhalte. Und jemanden in einer Lücke von drei Monaten in eine Maßnahme zu drücken, mag vielleicht auch nicht zielführend sein.

Aber - anderes Beispiel.

Ich betreue eine Maßnahme für Personen mit einem ... nennen wir es mal: kritischen Umgang mit Alkohol. Die meisten wenig qualifiziert, seit Jahrzehnten kein Job, verschuldet.
Neben dem, was in einer Maßnahme so stattfindet - fachpraktische Arbeiten auf niedrigstem Niveau, um Ausdauer, Konzentration und auch Feinmotorik zu trainieren (wir haben einen guten Ergotherapeuten, das geht von Holzarbeiten bis Garten) machen wir natürlich auch Dinge, um den Grips ein bisschen in Schwung zu halten.

Aber eben auch: wir verhandeln mit Gläubigern, um manchmal größeren Schaden aus nicht bezahlten Rechnungen zu verhindern, wir kümmern uns um Arzttermine und Rezepte, Termine bei der Schuldnerberatung, bei Ämtern, wir begleiten auf Wunsch, wir fahren schon mal zu jemandem nach Hause und bringen ihn dann auf seinen Wunsch in die Klinik, wir schreiben Bewerbungen und Lebensläufe mit unseren TN, suchen Praktika, ich ordne gerade mit jemandem seine Papiere, weil die RA-Kanzlei, die seine Privatinsolvenz begleitet, eben keine Bananenkisten voller alter Papiere und nicht geöffneter Post will ...

Wir machen hier zu dritt viel mehr, als eine gewöhnliche Maßnahme des Jobcenters so hergibt (lt. Konzept). Und die meisten unserer Teilnehmer (80 % ohne Partner bzw. engere Familienkontakte) sind froh, dass wir für so ziemlich alles Ansprechpartner sind. Und weil ein gewisser Druck des JC sie erst einmal hier her zwingt und dann stellen sie fest, dass sie plötzlich Leute haben, deren Hilfe man bei vielen Problemen gut gebrauchen kann. 

Sicher gehören unsere Teilnehmer zu der Gesellschaftsschicht, die gern von oben herab betrachtet werden, weil sie als Suchtkranke ja nicht zu den Leistungsträgern der Gesellschaft gehören.

Aber bevor man wie du über "Maßnahmen" per se redet und vielleicht sogar zu denen gehört, die Maßnahmen ablehnen, weil sie keinen Bock auf Qualifizierung haben oder ihre persönliche Komfortzone nicht verlassen wollen - da sollte man vorher mal überlegen, ob man nicht ein bisschen differenzieren sollte, bevor man alles schlecht redet..

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Lass dich krank schreiben.

(Das machen auch 50 % der LAGESO-Mitarbeiter [nur mal so am Rand])

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Kommentar von augsburgchris
15.11.2016, 15:55

Nur weil es andere machen bleibt Betrug trotzdem deine Straftat.

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 Musste auch Dokumente unterschreiben.

somit hast du dich einverstanden erklärt ja du musst da hin, alternativ kann dir das center die leistungen streichen. 

Was passiert wenn ich nichtmehr hingehe oder mich von der Maßnahme abmelde?

in den meisten fällen wird die leistung erst gemindert und falls sich der betroffene weiterhin weigern sollte ganz gestrichen.

Die Leute bei der Maßnahme sind auch unterste Schicht

jup... das spiegelt deinen charakter wieder... keinen weiteren kommentar dazu

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Kommentar von BellaBoo
26.04.2016, 23:13

Danke...gerade letzteres habe ich mir beim Durchlesen auch gedacht. Noch so jung und dermassen...

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