Jobcenter und Ausbildung?

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Sobald deine Mutter Leistungen vom Jobcenter bekommt, bezieht ihr Hartz - lV bzw.korrekt ALG - 2 Leistungen, auch wenn es nur eine sogenannte Aufstockung ist, weil ja auch eigenes Einkommen vorhanden ist.

Man müsste dann schon noch wissen was deine Mutter derzeit an Leistungen bekommt, was du derzeit an Einkommen hast, also auch Kindergeld was deine Mutter für dich bekommt, was du dann an Bruttovergütung laut Azubi Vertrag hättest, was deine Mutter für die KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung = Warmmiete zahlen muss und was für den Abschlag für den normalen Haushaltsstrom.

Wenn ihr also 3 Personen im Haushalt seid, dann würde die KDU - durch 3 Personen geteilt und dazu käme dann bei dir min.noch der derzeitige Regelbedarf für den Lebensunterhalt von 345 €.

Diese 345 € + den KDU - Kopfanteil ergibt dann deinen Bedarf, also ohne Berücksichtigung von eigenem anrechenbaren Einkommen.

Deine Mutter sollte dann ja derzeit für dich min.Kindergeld von 204 € bekommen, wenn du z.B. als Ausbildung suchend gemeldet bist oder schon einen Azubi Vertrag zum nächst möglichen Beginn hast.

Dieses Kindergeld von 204 € wäre also jetzt schon dein Einkommen, solange du es zur Deckung deines eigenen Bedarfs benötigen würdest, sonst würde der nicht mehr benötigte Teil bzw.max.das volle Kindergeld wieder zum Einkommen deiner Mutter und auf den Rest der BG - ( Bedarfsgemeinschaft ) angerechnet.

Du würdest dann auch als unter 25 jähriges Kind aus der BG - deiner Mutter raus sein und müsstest dann entsprechend aus deiner Vergütung anteilig selber an deine Mutter zahlen.

Ab dem 15 Lebensjahr kannst du Freibeträge nach § 11 b SGB - ll auf Erwerbseinkommen geltend machen, dass wären vom Bruttoeinkommen zunächst 100 € Grundfreibetrag, ab 100 € - 1000 € Brutto kämen 20 % und von 1000 € - 1200 € Brutto weitere 10 % an Freibetrag dazu.

Würdest du also mal angenommen 600 € Brutto verdienen und dann 450 € Netto auf dein Konto bekommen, dann stünden dir 200 € an Freibetrag zu, diese würden dann theoretisch von deinen 450 € Netto in Abzug gebracht und würde dann voraussichtlich ein anrechenbares Erwerbseinkommen von max.250 € ergeben.

Zu diesen 250 € käme dann z.B. noch dein Kindergeld von 204 €, damit würdest du dann auf max.454 € anrechenbares Einkommen kommen und das würde von deinem Bedarf abgezogen.

Es könnte also theoretisch passieren das deine Mutter dann durch dein anrechenbares Einkommen gar keinen Anspruch mehr auf ALG - 2 hat, je nachdem was sie derzeit bekommt und was du dann an anrechenbaren Einkommen hast.

Also zumindest deine Freibeträge müssen dir dann von deinem Azubi Einkommen bleiben.

Ein Auszug unter 25 im ALG - 2 Bezug ist nicht so einfach, zumindest dann nicht, wenn der Auszug nicht notwendig ist.

Wäre dein Auszug also z.B. nicht wegen der Ausbildung oder einem anderen wichtigen anerkannten Grund notwendig, dann würdest du vom Jobcenter keine Zusicherung für evtl.Kostenübernahme bekommen.

Würdest du dann trotzdem ausziehen, dann würde es bei einem zusätzlichen Antrag auf eine ALG - 2 Aufstockung Probleme mit dem Jobcenter geben, da würdest du dann nämlich nichts mehr bekommen.

Etwas anderes wäre es, wenn du dann deinen neuen erhöhten Bedarf aus eigenem Einkommen decken könntest.

Denn würdest du ausziehen, dann stünde dir zumindest das Kindergeld von derzeit 204 € und ab 2021 dann von 219 € zu, wenn du von deinen Eltern nicht min.Unterhalt in dieser Höhe bekommst.

Würdest du dann also angenommen diese 450 € Netto aufs Konto bekommen, dann würdest du auf etwa 654 € bzw.dann auf etwa 669 € im Monat kommen.

In einer betrieblichen Erstausbildung könntest du dann nach einem Auszug und eigener Unterkunft auch noch vorrangig einen Antrag auf BAB - ( Berufsausbildungsbeihilfe ) bei der Agentur für Arbeit stellen, dazu findest du im Internet auch einen kostenlosen Rechner.

Nach deinem Auszug stünden dir dann der derzeit volle Regelbedarf für den Lebensunterhalt von 432 € zu, es blieben dann von den angenommenen 654 € noch etwa 222 € und mit diesen müsstest du dann deine KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung = Warmmiete decken können, sonst würde es bei nicht notwendigem Auszug dann nichts mehr vom Jobcenter geben.

Danke dir für deinen Stern !

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Die Mutter bekommt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Arbeitslosengeld 2 vom Jobcenter, umgangsprachlich "Hartz 4" genannt.

weil, man die Haushaltskasse nicht überschreiten darf.

Das, was Du "Haushaltskasse" nennst, heißt offiziell "gesetzlicher Bedarf".

Wenn Du eine Ausbildung beginnst und dafür eine Ausbildungsvergütung bekommst, dann wird der anrechenbare Teil derselben von dem Arbeitslosengeld 2 abgezogen, welches Deine Mutter für Dich bekommt.

Wenn Du mit dem Jobcenter nichts zu tun haben willst, dann muß der anrechenbare Teil Deines Einkommen das Geld, welches Deine Mutter vom Jobcenter für Dich bekommt, vom Betrag her übersteigen.

Deinen Mietanteil mußt Du dann selbst zahlen.

Um auszurechnen, wieviel Du verdienen mußt, um nicht mehr Teil Eurer Bedarfsgemeinschaft, mußt Du mal diverse Internetrechner bemühen.

Guten Abend,

um Deine Situation bedarfsgerecht beurteilen zu können, wäre es sehr hilfreich, unter anderem einige Details über die finanzielle Situation, aber auch Dein persönliches Alter zu wissen.

Grundsätzlich aber könntest Du versuchen (das solltest Du meiner Meinung auch tun), eine erste eigene Wohnung im Rahmen Deiner Ausbildung zu beziehen.

Für Deine erste Wohnung kannst Du u.U. eine Erstausstattung beim Jobcenter beantragen. Scheue Dich nicht davor, Hilfe anzunehmen, wenn sie denn notwendig ist.

Meine Mutter ist alleinerziehend und hat zwei Kinder, sie hat ein Teilzeitjob doch dort verdient sie nicht genug um alles zu bezahlen. Deshalb bekommt sie Zuschüsse. Ich bin 19 Jahre jung.

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@makeup1999

Deine Mutter ist bezieht also aufstockende Leistungen beim Jobcenter und Du bist 25 Jahre jung.

Wenn Deine Ausbildung über das Jobcenter finanziert wird und Du mit unter 25 Jahren mit Unterstützung (natürlich auch finanziell) in eine eigene Wohnung ziehen möchtest, so ist dies kompliziert, aber nicht unmöglich.

Eine eigene Wohnung hätte für Dich selbst auch Vorteile, auch ich selbst bin im Hartz 4 Bezug mit unter 25 Jahren in eine eigene Wohnung gezogen.

Schaue Dir mal den folgenden Link an, vielleicht hilft er Dir?

https://www.hartziv.org/blog/20190926-hartz-iv-und-u25-umzug-nur-mit-jobcenter-genehmigung-moeglich.html

In diesem Link steht alles relevante für einen Umzug U25 in eine eigene Wohnung, da Du mit Deinem Lehrlingsgeld theoretisch eine eigene Bedarfsgemeinschaft bildest, solltest Du es zumindest versuchen.

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