Jobangebote/Maßnahmen vom Jobcenter ablehnen in manchen Situationen gerechtfertigt?

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9 Antworten

Es spricht nichts dagegen, sich "vorrangig" auf Ausbildungsplätze zu bewerben. Wenn Du jedoch Jobangebote ablehnst, ist das nicht ok, da Du Leistungen beziehst.

Man kann sich übrigens auch während eines 1-Euro-Jobs oder eines anderen Jobs weiterhin um einen Ausbildungsplatz bewerben. Berufstägige Leute machen das auch so. Job kündigen, wenn man neuen Arbeitsvertrag hat. Die bewerben sich also auch "neben der Arbeit". Warum sollte Dir das nicht möglich sein?

Ich brauche die Zeit für meine Ausbildungsplatzsuche, wie Studenten bei ihrer Studienplatzsuche und bin daher nicht bereit Maßnahmen vom Jobcenter anzunehmen.

Studenten bei Studienplatzsuche beziehen in der Regel kein Hartz IV, weshalb Ihnen auch keine Sanktionen drohen. Wer keine Leistungen bezieht, hat keine Kürzung zu befürchten.

Du musst jedes Angebot annehmen, dass dir Zumutbar ist. "Überqualifikation" is kein Grund, zu sagen, dass ein Job nicht zumutbar wäre. (Umgekehrt ist das was andres, wenn der Arbeitgeber nur Abiturienten haben will...dann kannst du sagen "Sorry, hab ich nicht.") Das ist deine Gegenleistung dafür, dass du auf Kosten des Steuerzahlers lebst. Stell dir vor, du wärest der Steuerzahler, finanzierst jemandem sein Leben und der sagt "Nö, ich geh das nicht arbeiten, ich hab einen viel zu guten Abschluss." Da würdest du auch ganz schnell nichts mehr zahlen wollen.

Melde dich Ausbildungssuchend, nicht Arbeitssuchend und du bekommst Ausildungsplatzangebote.

Dein Lebenunterhalt wird von alölen Steuerzahlern finaziert, also wirst du wohl das eine oder andere hinnehmen müssen, z.B. auch einen 1-Euro-Job - Berufserfahrung sammeln, egal welche hat niemanden geschadet ....

knie Dich richtig in die Ausbildungssuche rein, dann bist Du das Jobcenter irgendwann los ....

Bis du einen Ausbildungsplatz gefunden hast kann du doch jeden Job annehmen und arbeiten auch mit Realschulabschluss.

Du verwechselst dabei etwas, wenn du als Beispiel auf Studierende verweist. Studierende haben in der Regel einen finanziell abgesicherten Hintergrund. Solche Leute können sich natürlich alle Zeit der Welt nehmen. Alg II ist ein Instrument, um Leute eben gerade in schlechte/ schlecht bezahlte Jobs zu bringen oder Gelder zu sparen, indem man sinnlose Maßnahmen befiehlt und aus den möglichen Pflichtverletzungen Sanktionen stricken kann.

Daher schließt man schon einmal nicht freiwillig eine Eingliederungsvereinbarung ab. Dadurch wird das Amt genötigt, einen Eingliederungsbescheid zu erlassen. Gegen den ist der Widerspruch möglich und ratsam. Außerdem der Antrag auf Aussetzung des Vollzuges und auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung des Wisderspruches. Sollte man mit einer Maßnahme konfrontiert sein, die Unfug ist (was meiner Erfahrung nach die Regel darstellt), legt man gegen die Zuweisung ebenfalls Widerspruch ein und verfährt ansonsten, wie eben beschrieben. Ggf beantragt man einstweiligen Rechtsschutz beim zuständigen Sozialgericht.

Was ich damit sagen will: Deine Position ist verständlich, auch wenn sich Leute finden werden, die dir was davon erzählen wollen, dass du ja gerade auf Kosten der Steuerzahler lebst - tun Jobcenterangestellte auch und deren gesellschaftlicher Nutzen darf durchaus bezweifelt werden. Aber deine Ansicht entspricht eben im Moment nicht der Rechtslage. Du solltest also nicht erwarten, dass man dir für deine Ansicht auf die Schulter klopft. Du wirst u.U. kämpfen müssen. Aber das müssen auch Leute in Jobs, in Ausbildungen und an Universitäten.

Kann ja gut verstehen, dass Du auf Deinen Mittlere Reife-Abschluss mit 1,4 stolz bist. - Das reicht aber nicht, um die Nase so hoch zu halten, wie Du es tust.

Was würdest Du denn sagen, wenn Du fertig studiert hast, also Akademiker bist, vielleicht sogar mit jahrelanger Berufserfahrung, unglücklicherweise arbeitslos wirst, und dann sollst Du einen 1-Euro-Job machen?

Lies, wie dazu das Bundessozialgericht geurteilt hat:

Ein-Euro-Job für Akademiker zumutbar

http://www.finanztip.de/recht/sozialrecht/ein-euro-job-zumutbar.htm

laut Eingliederungsvereinbarung dazu gezwungen jedes Jobangebot bzw. jede Maßnahme anzunehmen

Als ALG2-Bezieher ist man verpflichtet, alles Zumutbare zu tun, um seine Hilfebedürftigkeit zu verringern bzw. zu beenden.

Jobangebote/Maßnahmen vom Jobcenter ablehnen in manchen Situationen gerechtfertigt?

Natürlich. Wenn das Angebot/die Zuweisung unzulässig bzw. unzumutbar ist, kann -und sollte- man es ablehnen und , falls deshalb eine Sanktion erfolgen sollte, ggf. mit Hilfe eines Anwalts ins Widerspruchs-/Klageverfahren gehen.Was als unzulässig bzw. unzumutbar anzusehen ist, ergibt sich aus Gesetzen, Weisungen, Rechtsprechung etc..... und das alles entspricht nicht zwangsläufig auch dem persönlichen "Maßstab" oder Bauchgefühl des Betroffenen.- Zur "Zumutbarkeit" siehe z.B. hier: http://hartz.info/index.php?topic=4593.0

nehme mir daher das Recht heraus vorrangig Jobs bzw. Ausbildungen zu machen, die diesen Abschluss auch entsprechen

Mal davon ausgehend, dass mit dir x-Anzahl Bewerbungs-Eigenbemühungen vereinbart wurden, die du jeden Monat nachzuweisen hast, kannst du dich doch ungehindert um Ausbildungen/Jobs bewerben, die deinem Schulabschluss und deinen Interessen entsprechen. Solange du die vereinbarten Eigenbemühungen pünktlich nachweisen kannst, ist doch alles in Ordnung und du hast diesbezüglich keine Sanktionen zu befürchten. Wenn deine Eigenbemühungen (bisher) nicht zum Erfolg führen , aber das Jobcenter dir aktuell etwas Zumutbares vermitteln kann, dann nimmst du das entweder an - oder lehnst es ab und nimmst dann eben auch die Sanktionen in Kauf.

bin ich nicht bereit z.B. eine 1 Euro Job Maßnahme oder einen Job im prekären Sektor anzunehmen

Solange sie zulässig/zumutbar sind (etliche 1-Euro-Maßnahmen sind es nicht - da könnte man sich im Zweifelsfall mal beraten lassen), wäre bei Ablehnung das Verhängen einer Sanktion i.d.R. rechtens. Ob du das durchziehen willst, ist aber ja deine Entscheidung. -

Ohne deiner Motivation und deinem Optimismus einen Dämpfer aufsetzen zu wollen: Was den Ausbildungs-und vor allem Arbeitsmarkt angeht, wirst du allerdings früher oder später nicht drum herum kommen, dich mit den Realitäten auseinandersetzen zu müssen. Googlen wird dir Einiges zu arbeitslosen Akademikern und Bildungsprekariat ausspucken. Von den Niedriglöhnern in DE haben gut 70 % eine abgeschlossene Berufsausbildung oder einen akademischen Abschluss. Gut 1/3 der ALG2-Bezieher sind Berufstätige, die aufstocken müssen, um über die Runden zu kommen. Jeder 10.Haushalt ist "Hartz IV"-betroffen. Deutschland ist Niedriglohnland und Lohnsenkungsweltmeister....und aus Richtung Politik, Wirtschaft oder Wählerverhalten sind auch keine ernsthaften Tendenzen zu einer erwähnenswerten Kursänderung zu erkennen. Bis du etwas gefunden hast, das deinen (Lohn-)Vorstellungen entspricht, wirst du entweder deinen Lebensunterhalt auf andere Art "unabhängig" bestreiten müssen (z.B. ggf. auch durch Einkommen aus "prekären" Jobs) ...oder du wirst Hilfeleistungen in Anspruch nehmen müssen, die nunmal mit bestimmten Auflagen und Pflichten verbunden sind - auch was die Zumutbarkeit von Jobs und Maßnahmen angeht.

Also findet ihr es gerechtfertigt, dass man Jobangebote ablenen darf wenn man in ähnlichen Situationen wie es bei mir der Fall ist steckt?

Nein, denn eine Maßnahme oder die Ausübung eines Jobs steht der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz nicht entgegen.

Deine Bildung interessiert im Jobcenter Niemanden. Jobcenter kannst du als eine Art "Geschäftsidee" ansehen. Als es vor laaaaannnnnnggggeeerrr Zeit noch Arbeitslosenhilfe gab, überlegten einige "kluge" Köpfe, wie man aus der Not eine "Tugend" machen kann(des einen Leid, ist des anderen Freud). Das Ergebnis sah so aus => Den Arbeitslosen wurden damals mehr oder weniger zwanghafte "Angebote" unterbreitet. Meistens ohne jeglicher Wirkung. Daraufhin setzten sich besagte Köpfe zusammen und überlegten, womit man jemandem Drohen kann, um in zu besagten Zwängen zu bewegen. War eigentlich ganz simple und hat nicht viel mit Überlegung zu tun => entweder Tut er was wir wollen oder er gibt uns einen Teil seines Geldes (Hartz 4 war geboren). Nun nimmst du mal die rund 12 Millionen Hartz 4 Empfänger und von mir aus die Sozialhilfeempfänger dazu, plus eine gesunde Portion "Phantasie", dann nimmst du den Mittelwert von "391 Euro und nichts" rechnest das Ganze mal 10 Mio(rechnet sich besser) und schon hast du monatliche Einnahmen(jeden Monat) die wwwwwwwwwweeeeeeeeeeeeeeeeiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitttttttttttttttttttttttttttttttttttttt über die Millionen Grenze schießen. Habe ich schon erwähnt, daß die Eingliederungsvereinbarung ebenfalls niemanden interessiert. Naja........ außer viel...... ,'nee, eher doch nicht. Kannst du dir an die Wand hängen. Nimm die Angebote lieber an wenn mit Sanktionen gedroht wird, ob es dir passt oder nicht. Es ist in jedem Fall ein finanzieller Vorteil.

Selten eine derart dumme Milchmädchenrechnung gesehen.

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