Job als Fotograf - Gewerbe anmelden?

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7 Antworten

weil ich nicht vorhabe weitere Jobs als Fotografin anzunehmen

Dann ist das kein Gewerbe, weil die Dauerhaftigkeit fehlt.

Grundsätzlich müsstest du diese Einnahmen in deiner Steuererklärung anführen. Wenn du aber mangels anderer Einkünfte keine machst, ist es letztendlich egal, denn Einkommensteuer fälllt erst bei einem Jahreseinkommen von mehr als 8.354 Euro an.

Jeder sagt hier etwas anders. Aber du bist schließlich Ratgeberheld.. Ich bin so sehr verwirrt. Ich will doch keinen Ärger mit dem Gesetz haben. Bei dem ganzen Durcheinander kann ich mich ja schon gar nicht mehr auf den eigentlichen Job konzentrieren :((

Also ein Jahreseinkommen hab ich nicht. Ich beginne erst im September eine Ausbildung.

Gibt es dafür nicht ein Gesetz? Irgendeinen Paragraphen, damit ich mir sicher sein kann?

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@Evawillswissen

Die GewO enthält keine Legaldefinition des Gewerbebegriffs. Die Rechtsprechung hat aber folgende Merkmale entwickelt:

"Gewerbe ist jede erlaubte, selbständige, auf Gewinn gerichtete und auf Dauer angelegte Tätigkeit mit Ausnahme der Urproduktion (z.B. Landwirtschaft), der freien Berufe, der Verwaltung eigenen Vermögens (z.B. Vermietung) und der Erbringung von Dienstleistungen höherer Art."

Und bei dir fehlt es an der Dauerhaftigkeit. Deshalb ist dein Vorhaben kein Gewerbe.

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@Geochelone

Vielleicht kannst du mir eine weitere Frage beantworten..

Auf der Rechnung, die die OTH von mir braucht, um das bei ihnen abrechnen zu können, soll eine Steuernummer stehen.

Meines wissens besitz ich sowas aber gar nicht. Kann das sein? Oder hat jeder sowas?

Ich kann ja nichts angeben, wenn ich das nicht hab.

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Ist der vertragspartner (Auftraggeber) eine Bildungseinrichtung? Du sollstest eine freiberufliche Tätigkeit beim Finanzamt anmelden.

Ja.. OTH Regensburg. Musst ich das noch vor dem Job machen?

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Fotografen müssen gemeinhin überhaupt kein Gewerbe anmelden. ;-)

Ich weiß, dass es hier Leute gibt, die eine andere Meinung vertreten, aber ich bin mir da sicher, weil mein Mann Fotograf ist, wir viele kennen und keiner von denen ein Gewerbe angemeldet hat. Es wäre doch sehr verwunderlich, wenn das alles Illegale wären. ;-))

Wenn du Geld verdienst musst du natürlich ein Gewerbe anmelden. Einfach bei der gemeinde beantragen, kostet nur um die 20 EUR. Umsatzsteuerbefreit heist ja nur, dass du keine Umsatzsteuer ausweisen musst, aber für die Einkommenssteuer zählt der Betrag ja trotzdem.

Auch wenn es das erste und letzte mal ist? Das ist doch blöd. Dann sind für nichts und wieder nichts von den 200€ gleich 20 weg. Ich kann das Geld grad gut brauchen.

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Wenn du Geld verdienst musst du natürlich ein Gewerbe anmelden.

Das stimmt nicht immer..., wie z.B. in diesem Fall.

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Der Auftraggeber ist vermutlich eine staatliche oder öffentlich-rechtliche Institution, die sind tatsächlich umsatzsteuerbefreit. Umsatzsteuer brauchst Du also nicht zahlen.

Wohl aber müsstest Du Einkommenssteuer zahlen. Das fällt aber auch flach, weil Du noch Schülerin bist und Einkommenmsteuer erst ab Einkommen von ca. 9.000 € im Jahr gezahlt werden muss, und auch danach ist die Steuer erstmal recht niedrig.

Theoretisch müsstest Du diese Einnahmen dem Fianzamt melden, aber wie gesagt, es fallen eh keine Steuern darauf an, wenn Du nicht noch andere Einkommen hast, die zusammen die genannte Grenze überschreiten.

Ein Gewerbe anmelden musst Du nicht, weil Du Freiberuflerin bist - aber selbst auf dem Finanzamt gibt es manchmal Leute, die das nicht gebacken kriegen und das Gegenteil behaupten - Beamte eben.

Vielen Dank! Super erklärt. Da bin ich erleichtert. Wenn ich das jetzt auch noch hätte machen müssen, wär ich wahrscheinlich verzweifelt. Ich mag diese Bürokratie nicht.

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Vielleicht kannst du mir eine weitere Frage beantworten..

Auf der Rechnung, die die OTH von mir braucht, um das bei ihnen abrechnen zu können, soll eine Steuernummer stehen.

Meines wissens besitz ich sowas aber gar nicht. Kann das sein? Oder hat jeder sowas?

Ich kann ja nichts angeben, wenn ich das nicht hab.

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@Evawillswissen

Dann solltest Du Dich auf jeden Fall mal persönlich an das Finanzamt wenden - seit einigen Jahren gibt es diese Steuernummer, die bundesweit und lebenslang gilt (was zuvor nicht der Fall war). Würde mich nicht wundern, wenn sowas bereits bei der Geburt zugeteilt wird und Du schon eine hast, es aber nicht weißt.

Du würdest sie aber spätestens bei der ersten Steueranmeldung kriegen. Und keine Angst, Du musst noch keine Steuern zahlen bei der geringen Summe. Falls die irgendwas sagen von wegen Gewerbeanmeldung, weise sie auf den Freiberuflerstatus hin, und wenn's da Schwierigkeiten gibt, melde Dich nochmal.

Du schreibst, dass Du aus Zeitgründen keine weiteren Aufträge annehmen willst. Falls das doch mal der Fall sein sollte: Du kannst natürlich Deine Kamera oder Akkus, Speicherkarten, Fahrtkosten zum Aufnahmeort, was auch immer, von der Steuer absetzen. Denn immerhin kannst Du ja offensichtlich ganz gut fotografieren, sonst hättest Du den Auftrag nicht gekriegt.

Weiter unten habe ich in einem Kommentar noch was dazu geschrieben, sieh Dir das am besten auch mal kurz an.

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@BalduinB

Danke nochmals für deine Mühe!

Vielleicht überlege ich es mir noch mit weiteren Aufträgen, aber maximal in den Sommerferien. Sobald ich die Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten beginne, wird für die Fotografie leider keine Zeit mehr sein. Aber dort hab ich ja dann auch sehr kompetente Leute, die ich in er Mittagspause dazu mal kurz ne Frage stellen kann und muss nicht alles übers Internet machen :)

Ich habe gestern nochmal eine E-Mal an den Veranstalter geschrieben, wegen der Steuernummer. Er hat gesagt, dass er an alle Beschäftigten eine "Musterrechnung" geschickt hat, die wir ausfüllen sollen..

Auf meine Frage schrieb er, dass ICH keine Steuernummer angeben müsse. Ich habe ihm meinen Fall so geschildert, wie hier.

Ich denke nun, dass das klar ist, denn der gute Herr hat einen Doktor in BWL und kennt sich ja dann wohl richtig aus damit.

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@BalduinB
seit einigen Jahren gibt es diese Steuernummer, die bundesweit und lebenslang gilt

Das ist die Steueridentifikationsnummer. Die hat tatsächlich jeder Bundesbürger. Die hat aber nichts mit der Steuernummer eines Gewerbetreibenden zu tun !

aber selbst auf dem Finanzamt gibt es manchmal Leute, die das nicht gebacken kriegen und das Gegenteil behaupten - Beamte eben.

Wenn man die falsche Dienststelle fragt, dann kann man eben auch eine falsche Antwort bekommen ! Schließlich sind Finanzbeamte nicht im Gewerberecht geschult. Wenn du also wissen willst, ob etwas ein Gewerbe ist, dann frage doch das Gewerbeamt !

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@Geochelone

Hört sich fast so an, als seiest Du Beamter....

Ich hab' gar nicht gefragt, und schon deshalb auch keine falsche Dienststelle, sondern man wollte mir das aufdrücken.

Ich hab' daraufhin dem Beamten mal eine kleine Nachhilfestunde über den Unterschied zwischen Freiberuflichkeit und Gewerbe gegeben - sowas mach ich bei solchen Leuten liebend gern und mit sehr viel Genuß -, und danach war Ruhe im Karton.

Und von Kollegen weiß ich, dass solche Falschauskünfte von Leuten, deren überzogene Pensionen wir erwirtschaften müssen, andauernd vorkommen. (Bei diesem Thema, wohlgemerkt.)

Und ja, dafür ist das Finanzamt sehr wohl zuständig, und nicht das Gewerbeamt - es geht schließlich letztlich um Steuerfragen. Beim Gewerbeamt ist die Wahrscheinlichkeit einer Falschauskunft sogar noch höher, weil die grundsätzlich dazu tendieren, alles als Gwerbe ansehen. .

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@Geochelone

Diese Identifikationsnummer hab ich in meinen Unterlagen auch gefunden. Die allein bringt aber nichts oder?

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@Evawillswissen

Das ist 'ne Frage, die kann Dir wahrscheinlich Geochelone besser beantworten.

Sowas macht für mich in der Tat ein Steuerberater, aber da ist der Sachverhalt auch komplizierter und umfangreícher. Du brauchst jedenfalls keinen.

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@BalduinB
Und ja, dafür ist das Finanzamt sehr wohl zuständig, und nicht das Gewerbeamt - es geht schließlich letztlich um Steuerfragen.

Ob ein Gewerbe angemeldet werden muss oder nicht, ist doch keine Steuerfrage ! Und natürlich ist für diese Beurteilung das Gewerbeammt zuständig, denn von dort bekommst du ggf. auch den Bußgeldbescheid und eine Zwnagmittelandrohung bzw. -festsetzung. Da hilft dir ein Verweis auf die Aussagen des Finanzamtes gar nichts.

eine kleine Nachhilfestunde über den Unterschied zwischen Freiberuflichkeit und Gewerbe gegeben

Na hoffentlich hast du auch erklärt, dass diese Unterscheidung im Gewerberecht und im Steuerrecht vielfach völlig unterschiedlich/gegensätzloich sind...

Beim Gewerbeamt ist die Wahrscheinlichkeit einer Falschauskunft sogar noch höher, weil die grundsätzlich dazu tendieren, alles als Gewerbe ansehen

Dort bekommst du Auskünfte, die der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts zum Gewerberecht (=Verwaltungsrecht) entsprechen. Alle anderen Ansichten (z.B. des Bundesfinanzhofes zum Steuerrecht) zählen im Gewerberecht nicht.

deren überzogene Pensionen wir erwirtschaften müssen

Ein Glück, dass wir DICH haben ;-)

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@Geochelone

deren überzogene Pensionen wir erwirtschaften müssen

Ein Glück, dass wir DICH haben ;-)

Das kannst Du laut sagen.

Di kennst aber die Verlautbarungen der Bundesregierung oder die Artikel in so unverdächtigen Blättern wie der FAZ und dem Handelsblatt zu diesem Thema?

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Vllt sollte ich noch anmerken, dass ich noch Schülerin bin, noch nie eine Steuererklärung gemacht hab und von alldem keine Ahnung habe.

Also wenn ihr es mir erklärt, dann so, dass es auch ein Laie verstehen kann.

Yo Eevi-Keevy,

konsultiere einen Steuerberater.

Der Job ist nächste Woche? Wo krieg ich auf die schnelle nen Steuerberater her?

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@Evawillswissen

In meiner Hood gibt es janze DREI! Da wirst du doch wohl einen auftreiben können?

Ansonsten:

Google "Deine Stadt Steuerberater"

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@Evawillswissen

Wegen sowas brauchst Du keinen Steuerberater - der würde Dich mehr kosten, als Du einnimmst.

Du kannst auf den Seiten des Finanzamts ein sog. Elster-Formular (Elektronische Steuererklärung) runterladen, und wenn Du das gewissenhaft ausfüllst, bist Du auf jeden Fall auf der sicheren Seite. Ist eigentlich selbsterklärend, aber wenn Du das noch nie gemacht hast, macht es Dir vielleicht doch Schwierigkeiten. Aber irgendwann musst Du sowas sowieso lernen - warum nicht jetzt?

Naja, und Du weißt schon, Elster ist dieser diebische Vogel, der auch schon mal Ringe und sowas klaut - der Name ist schon richtig gewählt ;-)

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