Jetzt ist es beschlossene Sache, jetzt gibt es die Homo Ehe in Deutschland - Eure Meinungen dazu?

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39 Antworten

Was soll ich da befüchten? 

HOmosexuelle werden nicht auf einmal kinderspuckende Heteros, nur, weil man ihnen die Gleichstellung verwehrt. 

Und Heteroehen oder klassischen Familien wird nichts weggenommen durch die Gleichstellung. 

Dass ein Kind bei Heteroeltern am besten aufgehoben ist, lässt sich durch keine Studie belegen - Scheidungskinder, Gewalt in der Familie u.ä. gibt es in Heteroehen genauso. 

Das Absurde ist, dass ja das Ehegattensplitting schon vorher möglich war, wenn eine eingetragene Lebensgemeinschaft besteht - ABER z.B. KEINE Auskunftsberechtigung im Krankenhaus, wenn einer krank wurde! 

Steuerlich wird sich also nichts mehr ändern. Heteros werden zu nichts gezwungen. Es ist einfach nur eine gesetzliche Angleichung an längst gelebte Lebensrealität.

Pedda1981 30.06.2017, 12:14

Sehr gravierend (im positiven Sinne) wird das Adoptionsrecht Änderungen erfahren.

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Stellwerk 30.06.2017, 12:18
@Pedda1981

Und selbst da sind die Befürchtungen, die man bisweilen liest, überzogen. Ein Kind zu adoptieren ist in Deutschland ein sehr langwieriger, komplizierter Prozess und diese Panik, die in manchen Kommentarspalten hat, dass Kinder jetzt reihenweise an Homopaare wie Geschenke verteilt werden, ist doch daneben. 

Homopaare gleichzustellen ist nicht gleichbedeutend mit einer Herabsetzung des Kindeswohls.

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fluffiknuffi2 30.06.2017, 13:21
Dass ein Kind bei Heteroeltern am besten aufgehoben ist, lässt sich durch keine Studie belegen - Scheidungskinder, Gewalt in der Familie u.ä. gibt es in Heteroehen genauso.

War das Argument denn jemals, dass konventionelle Ehen stabiler sind oder gewaltfreier? Wäre mir neu.

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Keine Befürchtung. Ich werde dadurch nicht plötzlich lesbisch, mir wird nichts weggenommen, es wird dadurch kein einziges Kind weniger geboren.

Was ich denke, ist, dass viele Menschen dagegen sind, weil sie von ihrem christlichen Weltbild geprägt sind. DAs ist ja auch ok. ABer was sie vergessen, ist, dass es darum gar nicht geht. Es geht nur um die staatliche Anerkennung. Niemand verlangt von der Kirche, ihre Altäre zu öffnen. Das wird die Kirche auch nicht tun.

Auf der anderen Seite hat die Kirche sich auch nicht in rein staatliche Entscheidungen einzumischen. Es geht hier nur um die standesamtlich geschlossene Ehe.

Befürchtungen? Keine. Und keiner sollte die haben. Es wird ja durch die Ehe für alle keinem ein SChaden zugefügt.

ich bin keineswegs altmodisch, im Gegenteil. Ich habe nur (vielleicht noch?) etwas Probleme mit dem Wort Ehe. Das war nun mal Jahrhunderte lang ein Begriff nach der Heirat für Mann und Frau. Vielleicht sollte man ein anderes, aber nicht keinesfalls Herabsetzendes Wort dafür "erfinden?"

Gut finde ich vor allem, dass diese Menschen jetzt auch Kinder adoptieren dürfen. HOffentlich nicht nur auf dem Papier. Ich glaube "solche" Leute überlegen sich das nämlich besonders gut, und die Kinder haben wahnsinnig große Chancen harmonsich aufzuwachsen.

Oder nehmen wir den Fall Auskunft zum Beispiel im Krankenhaus: Bis jetzt durften die Ärzte da ja keine geben. Das wird sich mit der Ehe ändern.

WEnn was "offiziell" ist ist man hoffentlich auch weniger Anfeindungen ausgesetzt. Klar, von heute auf morgen geht das nicht. Aber es wird schon werden

Die Ehe ist eine bürgerliche Lebensgemeinschaft und sollte allen Bürgern offenstehen - mit allen Konsequenzen. Wenn die Kirchen die Ehe nur als Verbindung von Mnn und Frau sehen, bleibt es ihnen unbenommen, weiterhin nur Männer unf Frauen in einer kirchlichen Zeremonie zu verheiraten.

Als Anhänger der klassischen Familie habe ich ein bisschen Probleme, wenn zwei Männer ein Kind adoptieren wollen. Irgendwie fehlt da die Mama.

Aber es gibt ja auch genügend Alleinerziehende, die ohne Partner auskommen (müssen).

Politisch gesehen, was das jetzt ein Überraschungscoup und ich gönne manchen Herrschaften in der CDU und CSU diese Niederlage, weil sie jetzt den Preis dafür bezahlen, vor der gesellschaftlichen Realität die Augen beharrlich zu verschließen.

Alledings bin ich auch der Meinung, dass Deutschland und die Welt im Augenblick andere, wichtigere Probleme haben als die Ehe für Alle.

Spannend bleibt, was das Bundesverfassungsgericht dazu sagen wird. Irgendjemand wird bestimmt klagen und die Karlsruher Richter sind gelegentlich mal für Überraschungen gut. Normalerweise hätte man da erst mal das Grundgesetz ändern und den Begriff der Ehe neu definieren müssen. Aber dann wäre es halt nicht so schnell gegangen und eine Dauer-CDU/CSU in der Bundesregierung hätte das mit allen Kräften auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben.

Aber wenn jetzt Herr Erdogan wieder mal auf die Deutschen schimpft und sie als Nazis bezeichnet, kann man ihm ja vielleicht mal stecken, dass so etwas unter den Nazis nie, niemals passiert wäre. Da wären eher sieben Pflichtkinder für die deutsche Frau gekommen als eine Ehe unter Schwulen.

fluffiknuffi2 30.06.2017, 13:33


Die Ehe ist eine bürgerliche Lebensgemeinschaft und sollte allen Bürgern offenstehen - mit allen Konsequenzen.

Der Logik zufolge kann man die Ehe aber im Grunde ausweiten wie man will. Warum nur auf zwei Personen beschränken, warum nur auf Menschen, und so weiter. Auch das sind genauso nur willkürliche Festlegungen die man wahrscheinlich mit den gleichen Pro-Homo-Ehe Argumenten aushebeln kann.

PS:

Ich sage nicht, dass das "falsch" oder "richtig" ist. "Ehe" im rechtlichen Sinne ist für mich dann aber nur noch eine bedeutungsentleerte, beliebige Definition.

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Ich fände es toll, wenn das ganze tatsächlich klappt. Leider muss die Sache noch von dem Bundesverfassungsgericht standhalten, und wenn es das nicht tut ist die Sache gelaufen. Zum Thema Kinder brauchen Mutter und Vater:
Eine Weibliche/männliche Bezugsperson brauchen sie natürlich, aber in jeder Familie gibt es weibliche und männliche Mitglieder. Eine Tante kann auch eine gute Bezugsperson sein, genau wie eine Mutter. Bei Onkel und Vater das selbe. Zudem müsste man dann allen alleinerziehenden Eltern ihre Kinder wegnehmen. Und mal ehrlich: Das Kind hat es besser wenn es in einer Familie von homosexuellen Eltern geliebt wird, als wenn es in irgend einer Einrichtung komplett ohne Eltern sein Leben verbringt.
Und wegen dem Mobbing:
Wir leben im Jahr 2017. Heute sind besonders Jugendliche und Kinder sehr tolerant was Homosexualität usw angeht. Natürlich kann es deswegen gemobbt werden, aber wie oft hört man von gemobbten kindern, die hetero Eltern haben? Mobbing kommt leider immer vor, aber normal nicht wegen homosexuellen Eltern.

fluffiknuffi2 30.06.2017, 13:54

Einige deiner Argument sind keine wirklichen.

Z. B: "aber wie oft hört man von gemobbten kindern, die hetero Eltern haben?"

Niemand behauptet, dass Mobbing Kinder von Hetero-Eltern nicht treffen kann.

" aber in jeder Familie gibt es weibliche und männliche Mitglieder" 

A) was tut das zur Sache,

B) nein. In Zukunft muss das nicht so sein, stell dir eine Familie nur aus homosexuellen Männern vor, die stets nur homosexuelle Jungen adoptiert.

"Zudem müsste man dann allen alleinerziehenden Eltern ihre Kinder wegnehmen"

Nein. Der Zustand nach "Wegnehmen" und "Adoption für gleichgeschlechtliche Paare verbieten" ist ja nicht der selbe. Also jedenfalls nicht generell.

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Stellwerk 30.06.2017, 18:23
@fluffiknuffi2

Ehm, wenn Männer Kinder adoptieren, sind diese Kinder sehr jung und wissen üblicherweise noch nichts über ihre sexuelle Orientierung. Wie kommst Du auf das schmale Brett?

Du schmeißt Argumente in den Raum und wenn man sie mit dem Gegenbeispiel wiederlegt, polemisierst Du nur rum.

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Befürchtungen: Keine

Meinung: 2 Erwachsene die sich lieben dürfen heiraten. Warum auch nicht? Wenn Menschen das möchten, sollte man ihnen das nicht verwehren.

Ich denke: Der klassischen Familie wird nichts weg genommen. Aber Menschen die entschieden haben, gegenseitig Verantwortung füreinander zu übernehmen, wird etwas gegeben. Gut so!

fluffiknuffi2 30.06.2017, 13:12




Wenn Menschen das möchten, sollte man ihnen das nicht verwehren.

Aber es kann doch nicht nur danach gehen, was zwei Menschen möchten. Wenn zwei Menschen möchten, das 1+1 nun 3 ist, wird es dadurch doch nicht wahr?! Warum kann eine Minderheit den Begriff Ehe quasi umdefinieren? Warum reicht  "Gleichgeschlechtliche Partnerschaft" bei Angleichung der Rechte nicht aus?

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NamenSindSchwer 30.06.2017, 14:37
@fluffiknuffi2

Warum kann eine Minderheit den Begriff Ehe quasi umdefinieren?

Nicht eine Minderheit. Sondern eine Mehrheit. 

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fluffiknuffi2 30.06.2017, 14:53
@NamenSindSchwer

Korrekt, in dem Punkt war ich ungenau. Wenn würde es natürlich per Mehrheitsentschluss beschlossen, klar.

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Stellwerk 30.06.2017, 18:25
@fluffiknuffi2

Weil im Gegensatz zu Naturgesetzen menschengemachte Gesetz gesellschaftliche Vereinbarungen sind, die geändert und modifiziert werden können. Das Wort "Ehe" sind physikalisch gesehen einfach drei Laute, die mit dem Sprechapparat gebildet werden. Was sie bezeichnen, ist Konvention und ab heute umfasst diese Konvention in Deutschland auch den lebenslangen, standesamtlich eingetragenen Lebensbund von zwei erwachsenen Menschen gleichen Geschlechts.

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Das ist noch gar nichts durch. Es wurde darüber Abgestimmt, ob es die Prüfung des Verfassungsgerichts stand hält, das bleibt abzuwarten.

Denn es braucht nun noch eine Änderung im Grundgesetz, siehe Paragraph 6.

Ich bin absolut dafür, allerdings befürchte ich, dass die Regierung genau weiß, dass sie zwar Flagge gezeigt haben (um Wählerstimmen zu fangen), aber das Gesetz ist noch bei Weitem nicht durch, leider könnte es sogar noch scheitern.

Hoffentlich kommt es zu einer Gesetzesänderung, sonst war wieder nur alles heiße Luft.


Pedda1981 30.06.2017, 12:13

Eine Gesetzesänderung ist nicht notwendig, wenn du dir den Text mal genau durchschaust. Da ist von Ehe und Familie die rede, nicht von Sexualität.

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smocan77 30.06.2017, 12:21
@Pedda1981

„Artikel 6 Grundgesetz umfasst nach ständiger Auslegung des Bundesverfassungsgerichtes die Ehe zwischen Mann und Frau“. Natürlich ist da keine Passage über die Sexualität drin, das wäre eine unwirksame Klausel.

Aber man mag auch glauben, dass es schon beschlossen wäre, gut so, macht es allerdings nicht sicherer und so könnte die negative Überraschung um so größer werden, Gratulation.

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smocan77 03.07.2017, 09:14
@Stellwerk

Klar, aber es bleibt erstmal beim "Kann", hoffentlich auch beim "Wird".

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Betrifft mich weder im positiven noch im negativen Sinne. Ich denke grundsätzlich wird es für mehr Leute positiv sein als es für andere Leute tatsächlich(!) negativ ist. Von daher bin ich eher dafür als dagegen. 

Ob das nun wirklich auch Gesetz wird bleibt anzuwarten. Ich denke schon, dass einige eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht anstreben werden. 


Allgemein habe ich den Aufruhr in den letzten Tagen eher mit Kopfschütteln verfolgt. Wenn DAS wirklich ein so unfassbar wichtiges Thema wäre, würden wir in einer schönen Welt leben. 

Den SPD Schreihals-Pult-Klopfer fand ich übrigens unter aller Sau. Aber das nur nebenbei. 

fluffiknuffi2 30.06.2017, 13:26
Ich denke grundsätzlich wird es für mehr Leute positiv sein als es für andere Leute tatsächlich(!) negativ ist

Das allein kann kein Argument sein. Denn es ist ja vom Prinzip her eine "die Mehrheit darf sich an der Minderheit bereichern"-Aussage. 

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NamenSindSchwer 30.06.2017, 13:34
@fluffiknuffi2

Vorher hat sich die Minderheit an der Mehrheit "bereichert" (was für ein schwachsinniger Begriff). Das ist doch noch schlimmer, oder?

Stell dir mal vor, wenn sich in einer Demokratie eine Mehrheit für etwas entscheidet, dann gilt das anschließend für alle (solange es nicht gegen andere "wichtigere" Gesetze verstößt). Auch wenn dadurch ein paar Leute angepisst werden oder vl. sogar echte negative Konsequenzen davon tragen. Letzteres ist in vorliegendem Fall ohnehin unmöglich, von daher ist eine Bereicherung an (sprich: auf Kosten von) anderen von vornherein ausgeschlossen. Es wird ja niemandem etwas weggenommen. Und "ich bin dadurch aber voll traurig :(" zählt nicht. 

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fluffiknuffi2 30.06.2017, 13:49
@NamenSindSchwer



Vorher hat sich die Minderheit an der Mehrheit "bereichert" (was für ein schwachsinniger Begriff).


Das war eine Analogie. Bsp.: Angenommen, alle Bürger mit einer Körpergröße unter 1,70m müssten im Jahr 1.000 € Steuern zahlen, die an die Bürger der anderen Kategorie verteilt würden. Das entspräche deinem Prinzip: Mehr Leute würden davon profitieren, als darunter leiden. Offensichtlich wäre es aber nicht fair.

Ich meinte das aber nicht konkret als "Wegnehmen". Vielleicht hätte ich nicht "bereichern" schreiben sollen. Eher "bevorteilen". Nur weil eine Mehrheit etwas möchte, ist es deshalb ja nicht gut oder gerecht oder moralisch richtig.

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Inwiefern hat sich vorher die Minderheit (damit meinst du die Verheirateten?) an der Mehrheit (damit meinst du wen? Nicht verheiratete homosexuelle Paare sind wohl kaum die Mehrheit...) "bereichert"? 

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NamenSindSchwer 30.06.2017, 14:07
@fluffiknuffi2

Inwiefern hat sich vorher die Minderheit (damit meinst du die Verheirateten?) an der Mehrheit (damit meinst du wen? Nicht verheiratete homosexuelle Paare sind wohl kaum die Mehrheit...) "bereichert"? 

Die Minderheit (Personen denen ein Schaden durch Homo Ehe entsteht, also niemand) hat sich vorher gar nicht bereichert. Genau wie sich jetzt nicht die Mehrheit (Personen die für Homo Ehe sind) bereichert. Genau darum geht es ja, dass der Begriff "bereichert" im Zusammenhang mit dem diskutierten Thema hirnrissig ist. 

Genau, und dein Denkfehler ist, dass das per se gut ist. Ist es aber nicht. Es würde potenziell ein Diktat der Mehrheit bedeuten. Minderheitenschutz, wo bleibt der dann?

Im Laufe von vielen hundert Jahren hat sich die Demokratie und das damit verbundene Mehrheitsprinzip als die "go-to" Regierungsform entwickelt. Ob dies wirklich das Beste ist kann man sicherlich debattieren, aber führt hier zu weit. Richtig ist, dass auch bei einer Regierung der Mehrheit der Minderheitenschutz gewährleistet sein muss. Und, Überraschung, GENAU DARUM GEHT ES HIER. Dass die Minderheit (die Homosexuellen) die gleichen Rechte bekommen wie die Mehrheit. Du musst gar nicht erst versuchen das hier so darzustellen, als ob mit dem Gesetz eine Minderheit (die Homophoben) diskriminiert wird. Denn denen entsteht genau gar kein Schaden. Das Ergebnis ist also, wenn wirs mit einfachster Mathematik darstellen:

Einige Leute erhalten zusätzliche Rechte (+1)

Niemand verliert Rechte oder sonstwas (+/-0)

Macht unterm Strich: +1

Und damit ist die Diskussion mit einer Person wie dir für mich auch beendet. Wenn das Gesetz denn wirklich verabschiedet werden sollte, wirst du vielleicht traurig sein und vielleicht sogar ein bisschen weinen. Aber da kommst du schon drüber hinweg, Kopf hoch. Und dann wirst du ein paar Tage später sehen, dass dir kein Leid angetan wurde und die homosexuellen Ehepaare dein Leben nicht verschlechtern werden. 

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NamenSindSchwer 30.06.2017, 14:21
@NamenSindSchwer

Eins noch, weil ich den Passus übersehen hatte.

Ich meinte das aber nicht konkret als "Wegnehmen". Vielleicht hätte ich nicht "bereichern" schreiben sollen. Eher "bevorteilen". 

Bevorteilen gefällt mir grundsätzlich besser. Auf die Thematik bezogen wurde bisher eine Mehrheit bevorteilt und eine Minderheit benachteiligt. Das findest du ja offensichtlich nicht gut, also solltest du doch dafür sein, dass diese Ungerechtigkeit ausgeglichen wird und in Zukunft weder die eine noch die andere Gruppe (Homosexuelle und Heterosexuelle) bevorteilt oder benachteiligt wird.

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fluffiknuffi2 30.06.2017, 15:15
@NamenSindSchwer


Genau darum geht es ja, dass der Begriff "bereichert" im Zusammenhang mit dem diskutierten Thema hirnrissig ist.

Wir sind uns einige, dass wir den Begriff nicht mehr verwenden. :)



Du musst gar nicht erst versuchen das hier so darzustellen, als ob mit dem Gesetz eine Minderheit (die Homophoben) diskriminiert wird



Habe ich nicht, das hast du missverstanden.


Denn denen entsteht genau gar kein Schaden

Habe ich nicht behauptet.

Ich werde jetzt nicht im Einzelnen alle Punkte auflisten, die reine Unterstellung deinerseits sind.

Und damit ist die Diskussion mit einer Person wie dir für mich auch beendet.

Darin sind wir uns einig. :)

Nur, dass ich dir die Diskussionswilligkeit abspreche, du diskutierst gar nicht, du nutzt Unterstellungen um deine eigene Position zu stärken. Auf der Basis hat ein Gespräch mit dir aus meiner Sicht keinen Sinn. Daher bin ich nach diesem Kommentar raus, egal was du noch schreibst. Auch Aussagen wie "wirst du [...]  vielleicht sogar ein bisschen weinen" demonstrieren nur deine Unsachlichkeit.

Du hast mich offenbar komplett missverstanden, daher versuche ich noch ein letztes Mal dir meine Aussage verständlich zu machen. Du hast geschrieben:

Ich denke grundsätzlich wird es für mehr Leute positiv sein als es für andere Leute tatsächlich(!) negativ ist

Damit sagst du: Es ist legitim, einer Minderheit zu schaden, solange die Mehrheit davon profitiert. Das ist aber nicht so (kein Diskussionsthema, ich gehe davon aus, dass auch deine Moralvorstellungen das so sehen) und ich glaube auch nicht, dass du das so sagen wolltest. Aber so lässt sich deine Aussage interpretieren. Das wollte ich anmerken.

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Für mich bleibt der Begriff "Ehe" allein  auf die Keimzelle des Staates bezogen, die auch für die natürliche Weitergabe des Lebens da ist. Das Adoptionsrecht würde ich einer "Ehe" vorbehalten.

Ansonsten habe ich nichts gegen homosexuelle Partnerschaften, die man aber ja auch anders nennen könnte.

Es wird im Alltag ohnehin bei einer begrifflichen Unterscheidung bleiben. Wenn künftig "Ehe" gesagt wird, wird weiterhin die "verschiedengeschlechtliche" gemeint sein; sonst sagt man "gleichgeschlechtliche" dazu. Das liegt an den Häufigkeitsverhältnissen, nicht am Willen zur Diskriminierung. Eine solche alltägliche Begriffsunterscheidung lässt sich auch vom Verfassungsgericht nicht nivellieren. 

Das ist völlig irrelevant und eine "Nebelkerze" um von den wichtigen Problemen abzulenken. Ich bin zwar für eine Homo-Ehe, aber es ist offensichtlich, dass das nur ein cleverer Schachzug ist, um sich für die Bundestagswahl zu positionieren, und andere, unbeliebte Gesetze heimlich durchzuwinken.

Mit der Homo-Ehe wird den Grünen ein wichtiges Thema genommen, und so stehen sie bei der Bundestagswahl fast nackt da - es gibt nun keinen Grund mehr die Grüne zu wählen, wenn einem die Homo-Ehe wichtig gewesen ist. Gleichzeitig wissen die Konservativen, dass Frau Merkel selbst dagegen gestimmt hat, hat also von denen nichts negatives zu befürchten.

Wichtiger ist aber, dass das NetzDG (Netzdurchsuchungsgesetz) fast zeitgleich beschlossen worden ist. Die Medien berichten aber fast nur über die Homo-Ehe, die wohl nur einige Tausend Menschen betrifft, und überhaupt nicht über NetzDG, was für jeden Bürger relevant ist und deren Freiheiten einschränkt!

Vorhin habe ich im Telepolis-Forum eine Zusammenfassung gelesen, bei der sich jemand die Mühe gemacht hat, die Anzahl der Nachrichten über die beiden Themen bei vier großen Zeitungen aufgrund von RSS-Daten miteinander zu vergleichen. Das zitiere ich hiermit, ohne es überprüft zu haben (aber den Versuch können technisch begabtere sicherlich leicht wiederholen):

SpOn:
27 Artikel zur Ehe für alle, heute morgen sogar ein eigener "Liveticker" extra zur Abstimmung
0 Artikel zum NetzDG

ZEIT:
19 Artikel zur Ehe für alle
0 Artikel zum NetzDG

Süddeutsche:
14 Artikel zur Ehe für alle
0 Artikel zum NetzDG

FAZ:
18 Artikel zur Ehe für alle
1 Artikel zum NetzDG

Apfelkind89 02.07.2017, 02:14

Haha, habe NetzDG natürlich falsch ausgeschrieben, aber merkt ihr ja selber ;-)

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Ist doch ein ganz normaler Vorgang, dass man gleiche Rechte für alle schafft. Ich frage mich eher, warum so lange gezögert wurde und komme dabei immer wieder auf religiöse Wirrköpfe, die behaupten, ihr Fantasiefreund würde das nicht wollen.

fluffiknuffi2 30.06.2017, 12:25

Es ist unerhört, dass Homosexuelle derart bevorzugt werden! Die dürfen jetzt heiraten aber wann darf ich endlich meine zwei Geliebten heiraten und glücklich & zufrieden in einer Vielehe leben?!! Gleiches Recht für alle! Und übrigens mein Brokkoli möchte auch mit in die Ehe, wann darf er (es) das eigentlich?!! 

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Stellwerk 30.06.2017, 12:28
@fluffiknuffi2

Du kannst DIch politisch engagieren und eine Petition für die Vielehe einreichen. Es kann einige Jahrzehnte dauern, bis das umgesetzt wird, aber die Homobewegung hat ja auch nicht alles an einem Tag erreicht. 

Die Polemik mit Deinem Brokkoli, Birnbaum oder sonstwas kannst Du Dir sparen - es ist eine ziemliche Verachtung, hier Analogien zwischem einem homosexuellen Menschen und Gemüse zu ziehen. 

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fluffiknuffi2 30.06.2017, 12:59
@Stellwerk

Okay, okay, du hast Recht. Ich verzichte ab jetzt in diese Diskussion darauf. 

Eines möchte ich allerdings dazu sagen: Den Begriff der Ehe quasi umzudefinieren ist für mich aber ebenso absurd wie das Gemüse. 

Aber du hast schon Recht, ich habe es damit etwas übertrieben. Kommt nicht wieder vor.

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TroIIinger 30.06.2017, 19:51
@fluffiknuffi2

Gleiches recht für alle bedeutet, dass Menschen gleichberechtigt sind. Du darfst also einen volljährigen Menschen heiraten, ohne dass irgendjemand wegen seines Geschlechts diskriminiert wird.

Ein Brokkoli ist übrigens nicht geschäftsfähig, der kann beim Standesamt also nicht unterschreiben.

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Für mich ganz klar- gleiche Pflichten,gleiche Rechte.

Befürchtungen? Keine

Die FAZ schreibt dazu:

"Dieses Gesetz dürfte bei Klage vor dem Bundesverfassungsgericht kaum Bestand haben."

suziesext1236 30.06.2017, 13:25

wär auch nicht das erste Mal, dass unsere Volkskammeraden verfassungswidrige Gesetze verkünden. Das Bundesamt für Verfassungsschutz sollte sein Hauptaugenmerk auf den Bundestag richten, da wird er überfündig.

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HansH41 30.06.2017, 13:54
@suziesext1236

Das letzte verfassungswidrige Gesetz wurde vor gerade mal drei Monaten vom Verfassungsgericht kassiert:

die Besteuerung der Brennelemente.. Kostet dem Steuerzahler nur schlappe 7 Milliarden Euro..

Weiter so!

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Was soll man den befürchten?
Ich verstehe diese ganze Drama nicht, des hätte schon viel länger passieren sollen. Warum sollen homo sexuelle auch nicht heiraten dürfen?! Ergibt doch kein Sinn und mal im Ernst irgendwelche verblödeten die Hetero sind und da voll dagegen sind, die haben sich da gar nicht aufzuregen, dabei geht es ja null um sie wenn sie hetero sind betrifft es sie ja gar nicht.

Das Bundesverfassungsgericht wird der Mehrheit der Abgeordneten des Deutschen Bundestags verfassungswidriges Verhalten attestieren und den eigenartigen Beschluss kassieren.

Das ist doch schön viele Paare können jetzt endlich heiraten das ist bestimmt schön ich freue mich mit Ihnen und mit allen die auch dafür sind

fluffiknuffi2 30.06.2017, 12:54

Freust du dich auch, wenn ich in ein paar Jahren endlich meinen geliebten Brokkoli heiraten darf? Ja ich weiß es klingt komisch aber so bin ich nun mal, nenn' es einen Fehler in meiner DNA aber was kann ich dafür, ich liebe ihn über alles! Und daher verlange ich: Gleiches Recht für alle. Ehe ist ein Wort, das man offenbar dehnen kann also warum dehnen wir es nicht noch ein wenig mehr?! Alles andere wäre diskriminierend.

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Ich persönlich finde das mehr als nur unmenschlich.Der Mensch ist von Geburt an auf Mann und Frau eingestellt.Später sieht man was neues und lernt neues kennen und denkt man sei da angehörig obwohl man das selber nicht mal merkt.Es kann nicht sein das Mann und Mann Geschlechtsverkehr haben und Frau und Frau.

1. So enstehen keine Kinder mehr und die Menschen werden mit der Zeit immer weniger
2. Diese Angehörigkeit denkt man weil man einige Erfahrungen gemacht hat die nicht normal sind.
3. Vor 100-200 Jahren hättest du niemals homo gewesen sein können da damals die Menschen normal gedacht haben und für sie wäre es war vollkommen absurdes was es auch ist!

Ich bin nicht Homophob oder so aber ich akzeptiere es einfach nicht heißt aber nicht das ich denjenigen zusammen haue oder beleidige oder sonstiges sondern eher verachte oder besser gesagt absurd sehe

Ich bin unsicher. 

Zum einen möchte ich, das jeder Mensch fair behandelt wird. Das gilt natürlich auch für homosexuelle Menschen / Paare.

Auf der anderen Seite, man kann nicht nach belieben Dinge einfach umdefinieren.

Ich kann auch nicht sagen, ab morgen ist ein Hund eine Katze.

Ich hatte eigentlich das Gefühl, mit der eingetragenen Lebenspartnerschaft wäre ein guter Kompromiss gefunden worden. Das sehen offenbar viele nicht so. Meine Lösung wäre gewesen, die ELP rechtlich an eine Ehe anzugleichen, sie aber nicht so zu nennen.

Pedda1981 30.06.2017, 12:11

Warum soll die Ehe als Begriff nicht für alle, die sich trauen geleten?

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fluffiknuffi2 30.06.2017, 13:27
@Pedda1981

Nun weil der Begriff historisch betrachtet nicht mit dieser Bedeutung belegt ist. Wie gesagt, es käme auch keiner auf die Idee, unter Katzen auch Hunde zu verstehen.

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Libertinaer 30.06.2017, 16:01
@fluffiknuffi2

Nun weil der Begriff historisch betrachtet nicht mit dieser Bedeutung belegt ist.

"Historisch betrachtet" bedeutet Homosexualität "auf den Scheiterhaufen".

Und Ehe bedeutete "unauflösbarer Bund bis ans Lebensende vor Gott geschlossen".

Nun, beides ist nicht mehr, und früher war wirklich nicht alles besser.

Davon unberührt ist ja, was die Katholiken unter "kirchlicher Ehe" verstehen (im Gegensatz zur "bürgerlichen Ehe", um die es hier geht).

Das dürfen die Spacken halten, wie sie wollen - bis der letzte von ihnen ausgestorben ist ...

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Ottavio 30.06.2017, 12:16

Die "Ehe" ist inzwischen schon so oft umdefiniert worden, dass sie längst nicht mehr das ist, was ich früher einmal eingegangen bin. Da ist die "Ehe für alle" einer der kleinsten Bausteine. Die Abschaffung der ehelichen Pflicht war viel schwerwiegender.

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fluffiknuffi2 30.06.2017, 13:28
@Ottavio

"Mann und Frau" ist wohl ein Definitionsbestandteil eines anderen Kalibers als "ehelichen Pflichten".

Dennoch stimmt mich dein Kommentar nachdenklich. Einfach ist die ganze Sache sicherlich nicht.

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Ich finde das diese Menschen ruhig heiraten dürfen aber das sie Kinder aufziehen ist ne andere Sache... ein Kind braucht eine liebende Mutter und einen Vater damit die Erziehung auch klappt! Wenn Schwule Kinder aufzuziehen werden auch die Kinder in der Schule deswegen gemobbt werden was sie psychisch belasten wird und vielleicht sogar körperlich wer weiß? Ich will es allerdings nicht herausfinden!

Stellwerk 30.06.2017, 12:26

"ein Kind braucht eine liebende Mutter und einen Vater damit die Erziehung auch klappt! "

Der Vater muss also nicht liebend sein ;) ? 

Ganz ehrlich: also ob Heteropaare automatisch gute Eltern sind und gute Erziehung leisten - die Zahl der alleinerziehenden Mütter und Problemfamilien spricht da doch Bände. 

Mobbing gibt es auch, wenn jemand einfach die falsche Jeansmarke trägt - da sind Heteroeltern überhaupt keine Garantie.

Und Homopaare können auch lieben und erziehen.

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GoodFella2306 30.06.2017, 12:29

was ist denn dann mit den ganzen Alleinerziehenden, müssen die dann automatisch ihre Kinder abgeben sobald sie keinen Partner mehr haben der deinen Rollenvorstellungen entspricht?

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NamenSindSchwer 30.06.2017, 12:35

ein Kind braucht eine liebende Mutter und einen Vater damit die Erziehung auch klappt!

Ich bin auch dafür, dass Scheidung verboten wird. Denn dort haben Kinder ja gegebenenfalls auch nicht beides (Mutter und Vater). Und wo wir gerade dabei sind, sollten wir Eltern auch verbieten zu sterben. Ist ja ungeheuerlich, dass die Kinder dann evtl. ohne Vater oder Mutter aufwachsen. 

Um es auf den Punkt zu bringen: sind zwei Väter oder Mütter nicht besser als gar keine(r)?

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Dahika 30.06.2017, 12:46

ich sehe es auch so, dass Kinder idealerweise mit Vater und Mutter aufwachsen. Aber wieviele Kinder sind das denn? Es gibt immer mehr Alleinerziehende, es gibt leider auch Eltern, die ihre Kinder nicht lieben, gemobbt wird in der Schule aus den verschiedensten Gründen.

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Finde ich gut, war schon lange überfällig.

Wieso sollte man Menschen etwas verwehren, bloß weil sie eine andere sexuelle Ausrichtung haben?

fluffiknuffi2 30.06.2017, 12:26

Das frage ich mich auch. Wann darf ich endlich meinen Birnbaum heiraten?! Ich bin absolut fassungslos, wie rückständig dieses Land ist! Mittelalterliche Zustände sind das hier!

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HansH41 30.06.2017, 12:51
@fluffiknuffi2

Birnbaum geht nicht.

Aber warum nicht Bruder und Schwester? So wie in der "Walküre"?

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fluffiknuffi2 30.06.2017, 12:55
@HansH41

Nun ja ich persönlich bin nun mal so wie ich bin, ich liebe diesen Baum und kann nicht anders. Aber du hast völlig Recht! Warum sollte man nicht auch seine Geschwister heiraten können, und zwar alle gleichzeitig?!

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GoodFella2306 30.06.2017, 12:27

man kann natürlich auch eine Diskussion auf dumme Art und Weise ad absurdum führen. Muss man aber nicht. Und wenn du deinen Partner oder deine Partnerin mit einem Birnbaum vergleichst, sagt das Meer aus über dich als über den Birnbaum.

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fluffiknuffi2 30.06.2017, 12:56
@GoodFella2306

Vermutlich hast du damit Recht, daher ich habe in diese Diskussion auch die Vielehe gefordert, da greift dein Argument nicht. :P

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