Jemanden wegen Beleidigung anzeigen?

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13 Antworten

Zunächst musst du zwischen Strafanzeige und privatrechtlicher Klage unterscheiden. Letzteres fällt weg, da ihr keine Geldforderungen habt.

Anzeigen könnt ihr ihn auf jeden Fall wegen Nötigung im Straßenverkehr, wenn er jemanden abgedrängt hat. Alles Weitere ist dann Sache der Polizei. Aber mehr als ein paar Punkte in Flensburg werden für ihn nicht dabei herauskommen. http://www.finanztip.de/noetigung-im-strassenverkehr/

Die Beleidigungen könnt ihr zwar auch anzeigen, aber ich bezweifle, dass das von der Staatsanwaltschaft weiter verfolgt werden würde. Wahrscheinlich wird so ein Fall wegen Geringfügigkeit eingestellt. Die Behörden haben ja genügend anderes zu tun.

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Kommentar von TheFloydDyla
04.04.2016, 13:25

Na, immerhin ein paar Punkte. Wer weiß, ob der nicht schon welche hat? Irgendwann kann das ganz schnell gehen mit Führerschein-Adee :D

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In Betracht kommen bei dem Verhalten des Mannes mehrere Straftatbestände:

  • § 185 StGB: Beleidigung
  • § 240 StGB: Nötigung

Eine

Beleidigung

wird grundsätzlich nur auf Antrag verfolgt (§ 194 StGB), es sei denn, es liegt ein besonderes öffentliches Interesse an der Verfolgung dieser Straftat vor (hier wohl nicht gegeben). Das bedeutet, ihr müsst den Mann wegen der Beleidigung nicht nur anzeigen, sondern einen Strafantrag stellen. Dies geht für euch als Minderjährige nur in Begleitung eures Erziehungsberechtigten (§ 77 Abs. 3 StGB). Der Strafantrag muss innerhalb einer Frist von 3 Monaten gestellt werden, ansonsten wird die Tat nicht mehr verfolgt.

Die

Nötigung

dagegen ist kein Antrags-, sondern ein Offizialdelikt. Das bedeutet, sobald die Staatsanwaltschaft (z.B. durch eine Anzeige eurerseits bei der Polizei) davon erfährt, dass ein solches Offizialdelikt vorliegen könnte, muss sie Ermittlungen anstellen. Das tut sie meistens ebenfalls durch die Polizeibeamten, die sog. Ermittlungspersonen der Staatsanwaltschaft sind.

Eine "Sammelklage" hat mit dem Strafrecht nichts zu tun. Eine Anzeige ist nicht mehr als die Information an eine dafür zuständige Stelle (Polizei, Staatsanwaltschaft, Gericht), dass eine Straftat vorliegt. Wenn so eine Anzeige erstattet wurde, muss die Staatsanwaltschaft ermitteln. Natürlich kann jeder von euch einzeln zur Polizei gehen und Strafanzeige stellen. Aber das ist nicht so sinnvoll.

Wenn ihr den Typen wirklich dafür dran kriegen wollt, würde ich es an eurer Stelle so machen:

Ihr geht alle zusammen (mit euren Erziehungsberechtigten für den Strafantrag) zur Polizei und erstattet Anzeige. Wenn ihr sowieso schon alle da seid, könnt ihr direkt alle eure Zeugenaussage machen, das erspart der Polizei die Arbeit, die fehlenden alle vorzuladen, um sich ihre Zeugenaussagen anzuhören.

Bei der Erstattung der Anzeige / der Strafantragsstellung gebt ihr darüber hinaus alle weiteren Zeugen an, damit die Polizei diese auch befragen kann. Natürlich wäre es hilfreich, wenn ihr wisst, wer der Kerl im Auto war bzw. euch sein Kennzeichen gemerkt habt.

Eine andere Frage ist jetzt noch, was für den Kerl dabei herauskommt. Eine Beleidigung liegt ohne Zweifel vor, ob auch eine Nötigung vorliegt, muss im Endeffekt ein Richter beurteilen (und vorher schon der Staatsanwalt, der sich mit dem Fall beschäftigt und ihn eventuell zur Anklage bringt). Dass "nur" eine Beleidigung vorliegt, ist noch kein Grund, das ganze wegen Geringfügigkeit einzustellen. Allerdings kommt es in solchen Fällen auch öfters nicht zur Anklage. Das kann mehrere Gründe haben. Einer davon ist eben die Einstellung wegen Geringfügigkeit (§ 153 StPO). Ein anderer Grund ist, dass die Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl beantragt und dieser dann an den Beschuldigten geschickt wird. Ein Strafantrag bietet die Möglichkeit, ein Verfahren zu beenden, indem der Beschuldigte zwar eine Strafe erhält, aber es nicht zu einer Gerichtsverhandlung kommt (prominentes Beispiel letztens: Reus und sein Führerschein). Der Beschuldigte kann dann den Strafbefehl befolgen und zahlen. Dann ist die Sache erledigt. Er kann aber auch gegen den Strafbefehl vorgehen, dann kommt es ganz normal zu einer Gerichtsverhandlung.

Falls der Staatsanwalt Anklage erhebt, wird es zu einer Gerichtsverhandlung kommen, dann müsst ihr da wahrscheinlich alle nochmal aufkreuzen und eure Zeugenaussagen vor Gericht machen.

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Kommentar von TheFloydDyla
04.04.2016, 16:36

Vielen Dank für die ausführliche Erklärung. Der Vater von einem der bei uns dabei war ist Polizist und nimmt das ganze jetzt mal in die Hand. Kennzeichen haben wir auch =) Mal schauen was jetzt draus wird.

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Mit Elternteil dabei könnt Ihr diesen Mann natürlich anzeigen.

Ich denke, dass der Herr aufgrund seiner Verkehrsgefährdung wohl eher eine Zeitlang auf seinen Mercedes verzichten muss und vielleicht schon mal eine Bahncard kaufen sollte...

Für sein unflätiges Verhalten wird er obendrein noch schön was in die Staatskasse zahlen dürfen. Wahrscheinlich werdet ihr als Zeugen zur Verhandlung geladen.

Es gibt in dem Fall keine Sammelklage, sondern eine Anzeige mit mehreren Punkten, zu denen er sich vor Gericht äußern darf.

Finde ich ok, dass Ihr diesen Mann nicht ungeschoren davon kommen lassen wollt. Er hat einen Denkzettel verdient.

Grüße, ----->

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Kommentar von TheFloydDyla
04.04.2016, 13:08

Ok, ist die Frage, ob da überhaupt eine Verhandlung draus wird. Aber ich lass mir ja einiges gefallen, ich bin ja auch nicht immer korrekt unterwegs und kann dann auch die Aufregung anderer verstehen. Aber so grundlos in solchem Maße durchzudrehen halte ich für sehr, naja, bescheuert.

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das könnt ihr auch selbsttätig, Beleidigung, Nötigung; dass er zu schnell war, könnt ihr nicht beweisen. Einer erstattet Anzeige, die anderen als Zeugen

Gute Chancen.

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Kommentar von Bitterkraut
04.04.2016, 13:02

Beleidigung ist ein Antragsdelikt und um einen Strafantrag zu stellen, brauchen Minderjährige die Eltern.

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Ihr hattet natürlich weder Grund, noch Berechtigung nebeneinander zu fahren, erst recht nicht, wenn die Straße durch eine Baustelle verengt ist.

Trotzdem gibt das niemendem das Recht euch zu beleidigen oder zu nötigen. Strafantrag müßt ihr mit den Eltern stellen, entweder jeder, oder einer und die anderen sagen als Zeugen aus, wie schon vorgeschlagen wurde. Sowas wie ne Sammelanzeige gibts nicht.

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also das Tempo könnt ihr ja nicht beweisen außer er wurde geblitzt... und der Rest sollte eig gehen zumindest die Beleidigung, haben auch mal einen wegen weniger verklagen können... und in D. geht eig jede Anzeige soweit ich weiß auch alleine, denn iwie ist ei Rechtsstaat ja vor allem für die Schwachen da oder?
müsst nur eben darauf Achten das ihr nicht so wirkt als wenn er ihn verleumden wolltet... könnte auch ein Problem werden, darauf würde ich achten....

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Kommentar von TheFloydDyla
04.04.2016, 13:09

Ach Quatsch, dem wollen wir ja nicht mehr aufbinden als er gemacht hat. 

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Habt ihr euch das Kennzeichen aufgeschrieben ? Ja und eine Anzeige reicht ,die anderen sollen dann als zeugen aussagen 

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Fassen wir zusammen.

Er hat:

- Angedroht, deine Grundrechte (körperliche Unversehrtheit) zu verletzen
- Dich genötigt
- Dich absichtlich in Gefahr gebracht (wieder körperliche Unversehrtheit)
- Dich beleidigt
- Zu schnell gefahren (kann man nicht nachweisen)

Ihr habt:

- Die StVO verletzt, da ihr vor dem Hindernis hättet warten sollen (nicht schlimm, so lange ihr keinen Führerschein habt)

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Kommentar von TheFloydDyla
11.04.2016, 16:43

Naja, da ich gerade Führerschein mache kenne ich die Verkehrsregeln recht gut und halte mich auch in den meisten Fällen daran. Und in der Situation hätte er warten müssen, da wir geradeaus gefahren sind und er linksabbieger war und deutlich später kam als wir. Da wir wenn wir gleichzeitig an der Kreuzung angekommen wären so gesehen rechts von ihm waren und die Kreuzung nicht durch weitere Verkehrsschilder geregelt wurde gilt rechts vor links wir haben Vorfahrt.

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Sammelklagen gibts in Deutschland nicht.

Wenn dann müsste jeder einzelne Strafantrag stellen.

Ich würds allerdings bleiben lassen, gut möglich, dass die Staatsanwaltschaft kein öffentliches Interesse bejaht und das Verfahren einfach eingestellt wird.

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Kommentar von Twigga
04.04.2016, 12:59

Quatsch es muß kein öffentliches Interesse vorliegen. Das StGB gilt für jeden Bürger.


StGB § 185
Beleidigung



Die Beleidigung wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder

mit Geldstrafe und, wenn die Beleidigung mittels einer Tätlichkeit
begangen wird, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit
Geldstrafe bestraft.


Die Beleidigung wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder

mit Geldstrafe und, wenn die Beleidigung mittels einer Tätlichkeit
begangen wird, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit
Geldstrafe bestraft.







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Wenn ihr das Kennzeichen habt, dann kanns losgehen.

Es reicht, wenn ihr ihn zusammen einmal anzeigt, und die ganzen Zeugen mit angebt.

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Kommentar von TheFloydDyla
04.04.2016, 13:03

Ja, haben das Kennzeichen. Als einer in der Gruppe erwähnt hat, dass er sich das Kennzeichen merken wird, hat er nichts erwidert als: "Mach doch, du Wich*er".

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Wird nichts draus.

Vielleicht wenn du eine Kamera hättest (je nach Situation natürlich). Aber auch eher wegen seiner Aktion mit dem Auto und nicht wegen seiner Aussagen.

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Kommentar von TheFloydDyla
04.04.2016, 13:05

Na gut, so wie ich das sehe, sind nicht gerade nette Wörter wie die die er uns an den Kopf geworfen hat, strafbar. Und 6 Zeugen oder eventuell 8-9 sollten doch ausreichen, um das zu beweisen.

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Soso, ein "sechzigjähriger Mercedes". Aha.

Fassen wir mal zusammen: ihr seid an einer Baustelle mit euren Rädern nebeneinander gefahren und habt den Verkehr absichtlich behindert. Ein PKW-Fahrer, der durch euch behindert worden war, hat euch ein paar gutgemeinte Ermahnungen zugerufen (so wird er es vermutlich ausdrücken) und nun wollt ihr euch an dem Fahrer, den ihr erst massiv behindert habt und der sich eure Frechheit nicht hat bieten lassen, rächen.

Dazu seid ihr bereit, eine Anzeige zu erstattetn und auch noch Dritte zu Aussagen zu bequatschen, was schon stark nach Anstiftung zur Falschaussage riecht.

Nun, weder Polizei noch Richter sind völlig blöde. Da wird man sehr rasch merken, wo der Hase langläuft, zudem wird auch der Fahrer was dazu sagen - und womöglich ebenfalls Zeugen vorweisen. Eure Rachaktion dürfte vermutlich schwer nach hinten losgehen, denke ich.

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Kommentar von TheFloydDyla
04.04.2016, 13:14

So, bevor du hier mit "absichtlichen Verkehrsbehinderungen", Unmut verbreitest, ließ dir meine Frage erneut und in langsamen Tempo durch. Wir sind für gefühlt 3 Sekunden, in denen niemand außer uns auf der Straße war leicht versetzt "nebeneinander" gefahren. Da der Typ von hinten, als Linksabbieger kam (meines Wissens haben Linksabbieger gegenüber Geradeausfahrern, auch Fahrrädern, keine Vorfahrt). Somit hat er Wartepflicht, bis wir am Hindernis vorbei sind. Es gab keine Zeugen außer uns und andere Leute an einem naheliegenden Verkaufsstand, die nach kurzer Zeit auch sehr verdutzt geguckt haben.  Es ist keinerlei Racheaktion, ich will mir nur nicht jeden Sche**s gefallen lassen!

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Kommentar von TheFloydDyla
04.04.2016, 13:19

Btw, wir wollen niemand zu Falschaussagen bequatschen, wir wollen wenn dann korrekte Aussagen die das was passiert ist so darlegen, wie ich es geschildert habe. Übrigens war nicht der Mercedes sechzig, sondern der Fahrer. ^^

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Ja lasst es einfach.. der Mann hat zwar eine Anzeige verdient aber ihn sieht er bestimmt nicht wieder. Wenn er wieder kommt und droht dann JA

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