Jemanden wegen Beleidigung anzeigen?

14 Antworten

In Betracht kommen bei dem Verhalten des Mannes mehrere Straftatbestände:

  • § 185 StGB: Beleidigung
  • § 240 StGB: Nötigung

Eine

Beleidigung

wird grundsätzlich nur auf Antrag verfolgt (§ 194 StGB), es sei denn, es liegt ein besonderes öffentliches Interesse an der Verfolgung dieser Straftat vor (hier wohl nicht gegeben). Das bedeutet, ihr müsst den Mann wegen der Beleidigung nicht nur anzeigen, sondern einen Strafantrag stellen. Dies geht für euch als Minderjährige nur in Begleitung eures Erziehungsberechtigten (§ 77 Abs. 3 StGB). Der Strafantrag muss innerhalb einer Frist von 3 Monaten gestellt werden, ansonsten wird die Tat nicht mehr verfolgt.

Die

Nötigung

dagegen ist kein Antrags-, sondern ein Offizialdelikt. Das bedeutet, sobald die Staatsanwaltschaft (z.B. durch eine Anzeige eurerseits bei der Polizei) davon erfährt, dass ein solches Offizialdelikt vorliegen könnte, muss sie Ermittlungen anstellen. Das tut sie meistens ebenfalls durch die Polizeibeamten, die sog. Ermittlungspersonen der Staatsanwaltschaft sind.

Eine "Sammelklage" hat mit dem Strafrecht nichts zu tun. Eine Anzeige ist nicht mehr als die Information an eine dafür zuständige Stelle (Polizei, Staatsanwaltschaft, Gericht), dass eine Straftat vorliegt. Wenn so eine Anzeige erstattet wurde, muss die Staatsanwaltschaft ermitteln. Natürlich kann jeder von euch einzeln zur Polizei gehen und Strafanzeige stellen. Aber das ist nicht so sinnvoll.

Wenn ihr den Typen wirklich dafür dran kriegen wollt, würde ich es an eurer Stelle so machen:

Ihr geht alle zusammen (mit euren Erziehungsberechtigten für den Strafantrag) zur Polizei und erstattet Anzeige. Wenn ihr sowieso schon alle da seid, könnt ihr direkt alle eure Zeugenaussage machen, das erspart der Polizei die Arbeit, die fehlenden alle vorzuladen, um sich ihre Zeugenaussagen anzuhören.

Bei der Erstattung der Anzeige / der Strafantragsstellung gebt ihr darüber hinaus alle weiteren Zeugen an, damit die Polizei diese auch befragen kann. Natürlich wäre es hilfreich, wenn ihr wisst, wer der Kerl im Auto war bzw. euch sein Kennzeichen gemerkt habt.

Eine andere Frage ist jetzt noch, was für den Kerl dabei herauskommt. Eine Beleidigung liegt ohne Zweifel vor, ob auch eine Nötigung vorliegt, muss im Endeffekt ein Richter beurteilen (und vorher schon der Staatsanwalt, der sich mit dem Fall beschäftigt und ihn eventuell zur Anklage bringt). Dass "nur" eine Beleidigung vorliegt, ist noch kein Grund, das ganze wegen Geringfügigkeit einzustellen. Allerdings kommt es in solchen Fällen auch öfters nicht zur Anklage. Das kann mehrere Gründe haben. Einer davon ist eben die Einstellung wegen Geringfügigkeit (§ 153 StPO). Ein anderer Grund ist, dass die Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl beantragt und dieser dann an den Beschuldigten geschickt wird. Ein Strafantrag bietet die Möglichkeit, ein Verfahren zu beenden, indem der Beschuldigte zwar eine Strafe erhält, aber es nicht zu einer Gerichtsverhandlung kommt (prominentes Beispiel letztens: Reus und sein Führerschein). Der Beschuldigte kann dann den Strafbefehl befolgen und zahlen. Dann ist die Sache erledigt. Er kann aber auch gegen den Strafbefehl vorgehen, dann kommt es ganz normal zu einer Gerichtsverhandlung.

Falls der Staatsanwalt Anklage erhebt, wird es zu einer Gerichtsverhandlung kommen, dann müsst ihr da wahrscheinlich alle nochmal aufkreuzen und eure Zeugenaussagen vor Gericht machen.

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Vielen Dank für die ausführliche Erklärung. Der Vater von einem der bei uns dabei war ist Polizist und nimmt das ganze jetzt mal in die Hand. Kennzeichen haben wir auch =) Mal schauen was jetzt draus wird.

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Mit Elternteil dabei könnt Ihr diesen Mann natürlich anzeigen.

Ich denke, dass der Herr aufgrund seiner Verkehrsgefährdung wohl eher eine Zeitlang auf seinen Mercedes verzichten muss und vielleicht schon mal eine Bahncard kaufen sollte...

Für sein unflätiges Verhalten wird er obendrein noch schön was in die Staatskasse zahlen dürfen. Wahrscheinlich werdet ihr als Zeugen zur Verhandlung geladen.

Es gibt in dem Fall keine Sammelklage, sondern eine Anzeige mit mehreren Punkten, zu denen er sich vor Gericht äußern darf.

Finde ich ok, dass Ihr diesen Mann nicht ungeschoren davon kommen lassen wollt. Er hat einen Denkzettel verdient.

Grüße, ----->

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Ok, ist die Frage, ob da überhaupt eine Verhandlung draus wird. Aber ich lass mir ja einiges gefallen, ich bin ja auch nicht immer korrekt unterwegs und kann dann auch die Aufregung anderer verstehen. Aber so grundlos in solchem Maße durchzudrehen halte ich für sehr, naja, bescheuert.

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@TheFloydDyla

Ja, die Aktion wird - wenn Ihr den Mann anzeigt - ganz sicher eine Gerichtsverhandlung nach sich ziehen.

Neben der Beleidigung ist es sein Fahrverhalten, mit dem er andere gefährdet hat. Das ist kein Kavaliersdelikt und wird entsprechend "belohnt".

Sofern eure Aussagen übereinstimmen und keinen Widerspruch darstellen, wird es vermutlich teuer für den Herrn im Mercedes.

Grüße, ----->

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7
@PoisonArrow

Na gut, die Geschwindigkeitsüberschreitung lässt sich nicht beweisen, aber das Abdrängen haben alle gesehen.

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46
@TheFloydDyla

yeap, und genau dieses Verhalten wird mit Führerscheinentzug geahndet. Da hat niemand Verständnis für oder drückt ein Auge zu.

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also das Tempo könnt ihr ja nicht beweisen außer er wurde geblitzt... und der Rest sollte eig gehen zumindest die Beleidigung, haben auch mal einen wegen weniger verklagen können... und in D. geht eig jede Anzeige soweit ich weiß auch alleine, denn iwie ist ei Rechtsstaat ja vor allem für die Schwachen da oder?
müsst nur eben darauf Achten das ihr nicht so wirkt als wenn er ihn verleumden wolltet... könnte auch ein Problem werden, darauf würde ich achten....

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Ach Quatsch, dem wollen wir ja nicht mehr aufbinden als er gemacht hat. 

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