Philosophische Frage: Hat jemand Erfahrungen bzgl Suizid?

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8 Antworten

Hey,

der Sohn unserer Nachbarin (M/22) hat sich erhängt. In seinem Brief stand, dass er es getan hat aus Liebe, weil seine Freundin ihn verlassen hat. Ob das wirklich der Grund war, kann nur er wissen. 

Seiner Familie geht es bis heute sehr schlecht. Sie gehen zwar mittlerweile ihrer Arbeit nach und weinen auch nicht mehr, wenn sie darüber reden, jedoch erkennt man, dass der Schmerz nicht vergänglich ist - man gewöhnt sich nur dran, damit zu leben. Wenn sie darüber redet gehen ihre Blicke tief in die Ferne ...

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Kommentar von xMoonliight
11.07.2017, 06:05

Also empfinden Sie als Außenstehender dies als Egoistisch? Oder als wie? Würde gerne Ihr Empfinden wissen.

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Mein Onkel (über 60) hat sich erhängt. Er litt jahre lang an Chronischen Schmerzen, war Alkoholiker und hat nie seinen Platz im leben gefunden obwohl er äußerst talentiert in Vielem war. Für ihn war es wohl der einzige Weg und es war sein Recht darüber zu entscheiden. Man fragt sich aber immer ob man nicht doch etwas tun hätte können.

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Kommentar von xMoonliight
11.07.2017, 06:13

Erst mal mein herzliches Beileid, tut mir weh! Eine Frage, habt ihr mit ihm geredet bevor er von euch ging?

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Kommentar von isibisi18
11.07.2017, 07:15

Ich habe mich das letzte mal 1 Monat davor mit ihm unterhalten, er hat mir und meiner Tochter ein paar lustige Geschichten erzählt (darin war er toll) und wir haben ausgemacht er würde uns in den nächsten Monaten mal besuchen. Ich habe aber gespürt das er wehmütig war, dass es ihm so schlecht ging wusste ich leider nicht. Er hat sich aber schon seit ein paar Jahren immer mehr von der Familie entfernt. Da er aber immer ein Suchender war hat das keinen wirklich verwundert. Er war im innersten sehr sensibel aber wurde leider zu "einem Mann" erzogen, darum gab er nicht viel von seinem Leiden preis. Selbst seine Freundin hat nicht damit gerechnet, es hat 3 Tage gedauert bis sie ihn gefunden hat weil sie dachte er währe einfach unterwegs. Ich weiß es zwar nicht genau aber ich denke er hat sich niemandem deswegen geöffnet.

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Hey xMoonliight

Ein Studienfreund von mir hat sich erschossen. Die Emittlungen der Polizeit verliefen im Sande-niemand konnte in Erfahrung bringen woher er die Waffe hatte. 

Der Grund seiner Entscheidung: 

Er litt ca. 2Jahren an einer Gürtelrose in Gesicht und hatte höllische Schmerzen. 

Licht,jeder Luftzug,Wasser,Mimik-jede noch zu zarte Berührung/Bewegung hat ihn gequält. Selbst der Bartwuchs bereitete ihm Schmerzen-das rasieren noch mehr. Schmerzmittel wirkten praktisch nicht,wollte er schlafen hat er sich "zugedröhnt". Das Hautbild veränderte sich gravierend. 

Er galt als suizidgefährdet und stand unter Beobachtung.

Wir waren alle erschüttert-für ihn aber war der Suizid wohl der einzige Ausweg. Einen Abschiedsbrief gibt es nicht. 

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Was ich mich immer frage, ist wie ein Menschen wirklich es schafft. Es ist eine Sache einen Selbstmord erreichen zu wollen, aber es zu schaffen ist theoretisch fast schon unmöglich. Der Körper und alles kämpft dagegen an, außer der Verstand oder/und negative Gefühle. Trotzdem passiert es nicht selten. Vielleicht gehört totale Wut auf sich selbst dazu? Der Gruppenzwang soll auch eine große Rolle spielen, gab schon Fälle wo sich Leute im Internet zum gemeinsamen Suizid getroffen haben und sehr oft geschafft haben. Gibt aber auch sehr viele die das als Hilfeschrei nutzen, diese haben aber meist nicht wirklich die Absicht sich umzubringen, es soll nur danach aussehen. Weiter hin gibt es noch das gleiche als Manipulation z.B. wenn man sich "wegen" jemanden umbringt. Als Rache ist es schon allein vom Gedanken unlogisch, denn der Betroffene den Hintergedanken hat zuschauen zu können während alle an seinem Grab um Vergebung bitten. Bei solchen "fake" versuchen kommt es auch oft mal zu Unfällen und dann ist der Betroffene wirklich gestorben. Kenne nur ganz vage einen Jungen der 9 Menschen + sich erschossen hat. Hab 2 oder 3 mal mit ihm geredet und in der gleichen Einrichtung im gleichen Zimmer gewohnt. Ich zumindest finde ein wirklicher Freitod hat nichts mit Freiheit zu tun, es ist ein Kampf mit sich selbst diesen zu erreichen. Bin nicht so jemand der sagt, Menschen haben immer einen besseren Ausweg als den Selbstmord.

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Riesenverlust für die nächsten Angehörigen. 

Trauer, aber auch Selbstvorwürfe - Warum konnte ich es nicht aufhalten? Und vor allem: Warum hat er selber nicht gesehen, was für ein wichtiger und wertvoller Mensch er war? Wie viel uns allen an ihm liegt...

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Ja, eine gute Freundin hat sich mit Medikamenten umgebracht. Den Abschiedsbrief habe ich nie zu lesen bekommen und habe keine Ahnung gehabt, warum sie das machte. Keine Andeutungen; nichts. Könnte etwas mit fehlender Anerkennung im Beruf zu tun haben?

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Ich äußere mich lieber nicht, weil ich niemanden deprimieren will. Ich kann nur warnen: Wer einen Suizid vorhat, sollte sicherstellen, dass es klappt. Wenn nicht, folgt die Hölle.

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Kommentar von Meatwad
12.07.2017, 14:19

Auch wenn es klappen sollte: Die "Hölle" folgt definitiv immer für einen Menschen. Nämlich für den, der den Toten findet.

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Du wirst hier wahrscheinlich niemanden Finden, der persönliche Erfahrungen mit einem erfolgreichen Suizid hat.

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Kommentar von ulrich1919
12.07.2017, 16:01

Zuerst bitte den nicht fett gedruckten Erläuterungstext lesen, bitte!!

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