Jemand Erfahrung mit Arbeitszeugnissen bei Führungskräften?

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5 Antworten

Bitte entschuldige, aber dieses Zeugnis ist für die Tonne! Es ist sicherlich gut gemeint, aber es ist deutlich erkennbar, dass der Verfasser des Zeugnisses nicht den Hauch einer Ahnung hat, wie ein vernünftiges Zeugnis auszusehen hat - schon gar nicht bei Führungskräften. Folgende Anmerkungen dazu:

  • Ein Zwischenzeugnis schreibt man im Präsens, "löste durch dessen sichere Anwendung"... ist also falsch.
  • 2 x "wir haben ihn kennengelernt als..." ist kein guter Schreibstil.
  • Belastbarkeit: "der auch unter schwierigsten Bedingungen seine Tätigkeiten bewältigt", da ist nichts darüber gesagt, wie gut du das bewältigst. Geht also eher so in Richtung "ausreichend".
  • "Die übertragenen Aufgaben erledigte er stets zu unserer vollen Zufriedenheit" deutet auf ein "gut" hin, aber das passt nicht so wirklich zum Rest des Zeugnisses. Außerdem gehört dieser Satz ans Ende der Leistungsbeurteilung.
  • Pünktlichkeit ist eine so banale Selbstverständlichkeit im Arbeitsleben, dass deren ausdrückliche Erwähnung eher Anlass zu Rückfragen gibt. Streichen lassen.
  • Aus deinen Aufgaben erkenne ich nicht, dass du Umgang mit Bargeld, Zugriff auf die Kasse oder ähnliches hast. Folglich hat auch der Ehlichkeitsvermerk nichts dort verloren.
  • Dein Führungsstil wird mit 2-3 bewertet, wobei ich den Satz "Aufgaben und Verantwortung delegierte er zielgerichtet" sehr missverständlich finde.
  • Für eine Führungskraft finde ich das Zeugnis aber zu kurz.
  • Dein Sozialverhalten ist "gut".

Dieses Zeugnis ist leider gewollt, aber nicht gekonnt. Wenn du ein gutes Verhältnis zu deinem Chef hast, solltest du das Zeugnis deutlich überarbeiten und ggf. hier nochmal zur Beurteilung einstellen. Hier kannst du sehen, was alles in eine vernünftiges Zeugnis gehört: http://www.arbeitszeugnisgenerator.de/

Aber bitte nicht zu viel 1:1 abschreiben, sondern immer darauf achten, dass die Aussagen individuell zu deiner Person passen.

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Kommentar von Nightstick
01.07.2016, 01:49

Ich ergänze:

Wenn er ein wirklich brauchbares Zwischenzeugnis (das im Übrigen ja auch entscheidenden Einfluss auf das endgültige Zeugnis hat) haben will, formuliert er mit all den hier aufgelisteten Informationen einen eigenen Entwurf und lässt diesen hier noch einmal "absegnen".

Nur so wird "ein Schuh d´raus"...

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Hallo Piwination,

seine Tätigkeiten bewältigt würde ich als 3 bewerten.


stets zu unserer vollen Zufriedenheit ist eine 2

über gute Führungseigenschaften = 2


Was mich irgendwie stört ist der Satz. Herr R ist stets pünktlich und immer ehrlich. Bist wohl sehr oft sehr pünktlich gegangen?



Was bedeutet es, wenn im Zeugnis bescheinigt wird: "Er/ Sie war stets ehrlich, fleißig, pünktlich und zuverlässig"?
Es
handelt sich hierbei um eine veraltete und heute eigentlich nicht mehr
gebräuchliche Zeugnisformulierung, an der insbesondere Folgendes
kritisiert wurde: Bei der Erwähnung bzw. besonderen Betonung von
Ehrlichkeit und Pünktlichkeit kann der Eindruck entstehen, dass außer
diesen absoluten Selbstverständlichkeiten keine weiteren positiven
Aussagen getroffen werden können (z.B. „teamorientiert, freundlich,
loyal, durchsetzungsstark“). Pünktlichkeit kann zudem als mangelnde
Flexibilität gedeutet werden („geht pünktlich zum Feierabend"). Wenn
Attribute wie „ehrlich" trotz ihrer Selbstverständlichkeit genannt
werden, sollte auf ein Temporaladverb („stets ehrlich") nicht verzichtet
werden. Andernfalls könnte der Eindruck entstehen, der Beurteilte war
„nicht immer" ehrlich. Üblich ist die Bescheinigung von Ehrlichkeit nur
bei Kassierertätigkeiten. Ein weiterer Stolperstein: Wenn in dieser
bekannten Viererkette ("ehrlich, fleißig, pünktlich und zuverlässig")
ein Attribut fehlt (z.B. "Er war stets fleißig, pünktlich und
zuverlässig"), kann der Eindruck entstehen, dass der Arbeitnehmer diesen
fehlenden Aspekt nicht erfüllt hat (hier also: Er war nicht ehrlich).





Ich stimme Alsterstern zu. Arbeite dich mal durch die Einzelnen Sätze mit google durch.

Zeugnisse zu deuten ist leider nicht wirklich einfach.
Gruß

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Kommentar von Piwination
30.06.2016, 07:51

Ich war immer mindestens 15 Minuten eher da, und war in dr Regel 10-12 Stunden im Markt ^^ Pünktlich gegangen bin ich nie..

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Ich würde das Zeugnis als eine 2- oder 2-3 sehen.

Bei einem Zeugnis ist es immer schwierig, es zu bewerten, weil man nicht weiß, wer es geschrieben hat, d.h. ob jemand Zeugnisse gut schreiben kann und weiß was er tut oder ob jemand einfach nur unerfahren ist.

Mir ist aufgefallen, dass Du bis 31.05.2015 als AL Food eingesetzt warst und dann in einen anderen Markt kamst (als was? Gab es einen Grund bei Dir dafür?).Sieht so aus, als wäre der AL Food weggewesen!!!

Sätze fangen oft gut an, wie " ...sehr gutes verfügbares Fachwissen, ..." dem in der Folge dann das Wörtchen für die durchgehende Leistung (immer, stets, durchgehend, ...) fehlt.

In einem solchen kundenorientierten Betrieb würde mir noch etwas fehlen über Flexibilität und Ansprechbarkeit. Auch eine Aussage für das Engagement für den Betreib und ggf. die Zusamenarbeit mit anderen Bereichen fehlt gänzlich, stelle ich mir aber wichtig vor in einem Markt

Bist Du denn noch beschäftigt? Der letzte Satz stört mich auch noch ein bisschen. Bei einem regulären Zwischenzeugnis schreibt man, wenn man wirklich zufrieden ist, dass man sich für die sehr gute / gute (!!!) geleistete Arbeit bedankt und sich auf die weitere Zusammenarbeit freut.
(Wäre hier ein bisschen komisch, wenn man schon gekündigt ist!)

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Kommentar von Piwination
30.06.2016, 08:49

Vielen Dank erstmal für die profunde Beurteilung!

ja, ich wurde bis Ende Mai eingearbeitet und bin dann an meinen Einsatzort gewechselt.

Das Zeugnis hat die Verwaltungsdame erstellt.. bin mir nicht sicher ob das sogar Vordrucke von der Regie sind. Habe auch direkt die Stelle mit püntlich und ehrlich angesprochen, worauf sie sagte, das würde in jedem Arbeitszeugnis stehen. Ich bin da anderer Meinung.

Also dann steh ich ja nicht so ganz alleine, dass häufig die Verstärker fehlen.. Bin wie gesagt so weit es eben geht "im Guten" ausgeschieden und werde auch Änderungen durchbekommen, ohne gleich vor das Arbeitsgericht ziehen zu müssen..

Viel vielen Dank..

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Da gibt es mittlerweile unendlich viele Seiten im Internet, die Du Dir bitte mal anschauen solltest. Man müsste Satz für Satz durchgehen. Zuerst hört sich das für mich ganz gut an...ein Satz stört mich: Die ihm übertragenen Arbeiten erledigte Herr xy ...zur vollen Zufriedenheit.  Habe das im Hinterkopf, dass da noch etwas geht...vollsten...;- Aber schau mal selber, eine Seite habe ich Dir rausgesucht.

https://www.audimax.de/karriere/arbeitszeugnis/

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Kommentar von Piwination
30.06.2016, 07:43

Danke für die schnelle Antwort👍 ja, habe im Vorfeld schon geguckt, aber nicht so wirklich s blau daraus geworden. Aber die Seite schau ich mir gerne nochmal an😉👍

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"Ist stets pünktlich und ehrlich" ... Klingt gut, bedeutet aber häufig das Gegenteil, da das Selbstverständlichkeiten sind.

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Kommentar von grubenschmalz
30.06.2016, 07:57

Außer du hattest mit Geld u.ä. Zu tun, dann muss es rein

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