Jede Hunderasse kann Anfängerhund / Ersthund sein, was denkt ihr darüber?

18 Antworten

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Nein, ich denke nicht das jede Hunderasse als Anfängerhund geeignet ist. 

Zwar ist die Lerntheorie auf jeden Hund anzuwenden, aber mal ehrlich selbst x Trainer sind mit dieser nicht vertraut und ich würde glatt behaupten der Großteil unserer Hundehalter schon einmal gar nicht. 

Es gibt Menschen die machen es aus dem Bauch heraus richtig, leider aber gibt es auch davon gerade mal eine Hand voll. 

Hunde haben rassespezifische Eigenschaften zudem besitzt jeder Hund auch wenn er der selben Rasse wie 9 andere angehört, einen individuellen Charakter. 

Was der eine Hund als Verstärker ansieht ist dem anderen komplett Schnurz. 

Somit scheitern ja selbst erfahrene Hundehalter an manchen Rassen obwohl sie sich bis dahin als sehr erfahren ansahen. 

Auch Erfahrung alleine ist oftmals nicht hilfreich, gerade wenn diese Menschen dann an einen Hund geraten der nicht von der zimperlichen Sorte ist. Da wird dann gesagt ach ich hab 30 jährige Hundeerfahrung aber von Lerntheorie keinen blassen Schimmer und dann kommt nen Hund daher, der schon einiges durch hat, von gewaltbesetzer Erziehung bis hin zu Misshandlung, die Vorerfahrungen bringt der Hund direkt ganz umsonst mit und dann sitzen die Hundehalter mit ihren Erfahrungswerten dort und wissen nicht weiter. 

Es gibt Hunde da scheitern die erfahrendsten Trainer dran, allen voran die die immer mit ihrer Erfahrung prahlen aber eben nicht im Ansatz ausreichend lerntheoretisch ausgebildet sind und gerade diese Trainer setzen dann Gewalt in der "Erziehung" ein. 

Ein Hund der aber sowas schon alles durch hat wird dann noch weiterhin drangsaliert. Das sollte m.M.n. tierschutzrechtlich schon festgehalten werden. 

Natürlich ich bin erst einmal der Meinung, dass jeder Hund individuell zu betrachten ist, aber trotzdem gibt es eben rassespezifische Eigenschaften die gewisse Hunde mitbringen und mit denen kann noch lange nicht jeder umgehen, viel schlimmer noch viele interessieren diese gar nicht, denn sie suchen sich den Hund nach der Optik und nicht nach dem Charakter aus. 

Eigentlich bin ich da der Meinung von LukaUndShiba. 

Nicht jeder Mensch ist für jeden Hund gemacht und umgekehrt gilt das gleiche. 

Ich kann einer 75 jährigen z.B. keinen Border in die Hand drücken oder nen Molosser in der Pubertät, da würde selbst ne rüstige 75 jährige das Handtuch werfen. Aber auch das gibt es, aber eben sind und bleiben es Ausnahmen. 

 

Ach ja? Meine Oma ist ca. so alt wie du schreibst hat einen Border-Sarplaniac mix der ist gerade mal 1,5. Und der folgt ihr aufs Wort und macht mit ihr Sport, ich habe noch eine Oma gerade mal 70 und der würde ich nicht mal nen kleinen Mops in die Hand drücken, also das liegt nicht am Alter!!! Und ja, wir haben alle Ahnung von Lerntheorie, wieso sollten wir auch nicht? Wir haben auch Hunde, also was soll das? Ich habe als ersten Hund einen Australian Shepherd, mein zweiter wird in eine Eigenständigere Richtung. Husky oder Amstaff.

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@stefhoef

Na wie schon geschrieben, Außnahmen bestätigen die Regel und in der Regel ist das nicht so. 

Bezüglich der Lerntheorie so habe ich festgestellt, dass davon leider die wenigsten Menschen auch nur mangelhafte Kenntnisse aufzuweisen hätten. Nur weil man einen Hund hat oder schon x Hunde gehalten hat, sagt das nichts darüber aus, dass man Ahnung von Hunden hat. 

Der Großteil der Hunde wird komplett falsch eingeschätzt vom eigenen Halter, auch wird immer noch und überall gesagt man solle den Hund strafen wenn er nicht sofort zurückkommt und er dann kommt. Das alleine ist schon eines der größten Vergehen, denn die erste Regel was der Hund womit assoziiert ist, das was der Hund gerade eben gemacht hat verbindet er darauffolgend direkt mit dem was dann passiert. Strafe ich also einen Hund weil er nicht SOFORT gekommen ist, aber dann kommt, so lernt der Hund das dass zurückkommen nicht gut war und zeigt dieses Verhalten logischerweise seltener. 

Eines der mit schlimmsten Märchen die über Hunde immer noch kursieren, man solle Hunde niemals trösten oder ihnen gar beistehen in beängstigenden Situationen. 

Z.B. Silvesterangst. Bloß nicht trösten, damit verstärkt man das Angstverhalten wird immer behauptet. Das man damit eher das Vertrauensverhältnis schwächt aber niemals eine negative Emotion mit einer positiven verstärken kann, ist vielen nicht bewußt. 

Ich könnte noch etliche Beispiele nennen, die eben beweisen, dass wir uns alle nicht mit lerntheoretischen Vorgängen auskennen, nur weil wir Hundehalter sind. Nur weil jemand jahrzehnte als Op-Schwester assistiert, ist dieser jemand kein Chirurg und nur weil ich jahrzehntelange Erfahrung mit Menschen habe, bin ich keine Psychiaterin. 

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@stefhoef

Ich finde das kommt darauf an wie fit die Person ist und was sie mit dem Hund machen möchte.

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@Yuris492

Das ist mit Sicherheit auch ein Punkt der eine Rolle spielt, allerdings m.M.n. nur eine sekundäre.

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Für mich ist es ganz klar ein Nein.

Es gibt rassen die brauchen Erfahrung, die brauchen eine sichere Führungsperson die weis was sie tut und die nie an sich selber zweifelt.

Auch gibt es Rassen die keinen Fehler in der Erziehung verzeihen oder sogar sehr sensibel auf alles reagieren.

Auch sehr eigensinnige und Selbstständige Rassen können schnell zu Problemen bei unerfahrnen Leuten werden.

Dazu zählen z.B. Hunde vom Ur-Typ.

Es kann gut ausgehen, diese Fälle gibt es, aber leider ist es nun mal so das es so gut wie immer den Bach runter geht für Hund und Besitzer.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Ich besitze selber 6 Hunde.

Hallo,

ein klares "Jein". Ich finde den Begriff "Anfänger" sowieso schwierig, wie bereitet mich ein Labrador auf einen Molosser vor, wie ein HSHler auf einen Mali aus der Leistungszucht. WIe ein von anfang an gut erzogener, kreuzbraver Dalmatiner auf den 10jährigen Kettenhund der bei jedem kleinen bisschen nach vorne geht - so gut wie gar nicht.

Der Hund der zu den Ansprüchen und zu dem Leben des künftigen Halters passt, ist geeignet. Das kann ein Labrador, ein Dackel, ein Husky oder HSH sein - nur das man in unseren Breiten wohl eher weniger die Eigenschaften eines Kangal oder eines Siberian Husky benötigt....

Die Polizei verteilt an ihre Neulinge auch keine Golden Retriever, der Jäger, wird kaum mit einem Chihuahua auf Treibjagd gehen und der Wanderschäfer sich eher weniger einen Pudel zulegen und ja, auch das sind durchaus mal Ersthunehalter.

Das Problem ist, eher das viele sich Hunde zu legen, die Eigenschaften haben, oder mitsichbringen, die hier keine Socke benötigt. Ich brauche in der Großstadt keinen Hund der dafür gezogen wurde, riesige Areale zu bewachen und wenn ich einen netten Begleithund wünsche, warum zum Henker such ich mir dann eine Rasse aus, zu deren Wesensmerkmalen es gehört besonders misstrauisch zu sein.

Hund und Halter müssen zu einander passen. Zum Einen von dem was Lebensumstände und Charackter des Halters mitsichbringen und zm anderen was Rassemerkmale und Charackter des Hundes mit sich bringt.

Bei mir wäre ein Herdenschutzhund kreuzunglücklich und ich vermutlich mit ihm, auch würde in mein Leben kein Hund passen, bei dem die Wahrscheinlichkeit eher gering ist, dass er je zu 99% zuverlässig abrufbar ist, gerade was Wild angeht, der würde bei mir ein Leben an der Leine fristen müssen.

Ich denke, dass das stimmen kann, aber nicht muss. Es kommt darauf an, wie viel Erfahrung man hat, weil man kann ja auch schon öfter auf andere Hunde aufgepasst haben und daher Erfahrung haben und sich sehr gut informiert haben, wenn man dann auch noch in die Hundeschule geht und bereit ist viel zu lernen, dann denke ich, kann jeder Hund ein "Anfängerhund" sein.

Dem würde ich eher nicht zustimmen.

Es KANN funktionieren, wenn der Hundehalter sich VORHER AUSGIEBIG über die Rasse informiert (Bedürfnisse, Charakter, etc.). Aber selbst das ist keine Garantie! Denn hundeunerfahrene Leute neigen dazu sich selbst zu überschätzen und mögliche Probleme zu unterschätzen, wenn sie unbedingt eine bestimmte Rasse der Optik wegen "haben wollen".

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