Japanese From Zero... und dann?

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2 Antworten

Grammatik ab bzw. über N3 ist recht schwierig zu bekommen, da es sich auf diesem Niveau schon um Leute handelt, die ein solides Grunwissen haben was Japanisch angeht. In normalen Volkshochschulkursen kommt man soweit normalerweise nicht, und wie das im Unterricht an der Schule aussieht weiß ich nicht. An der Uni wird es unterrichtet, aber eben nur von Japern, die die entsprechende Grammatik dann auch erklären können (was nicht immer unbedingt heißt, dass man sie als nicht-Muttersprachler dann auch versteht).

Online kann ich dir nur die Seite weblio (weblio.jp bzw. ejje.weblio.jp) weiterempfehlen, was Grammatik ab N3 angeht. Es gibt eine Englische und eine japanische Variante der Seite, und die Grammatik wird zusätzlich zur Übersetzung mit Beispielen erklärt, allerdings musst du selbst (auf japanisch) eingeben was du sucht. Deutsches Material gibt es auf diesem Niveau leider recht wenig.

Falls du wirklich konkrete, sehr gute, Grammatikbücher willst empfehle ich die Reihe von Makino Seiichi und Tsutsui Michio. Sie umfasst 3 englische Lehrbücher für japanische Grammatik (A dictionary of basic Japanese grammar, A dictionary of intermediate Japanese grammar & A dictionary of advanced Japanese grammar). Darin gibt es Grammatik bis N1 und besser erklärt bekommt man es nicht, leider sind die Bücher aber sehr teuer und ich habe sie bisher nur in der Universitätsbibliothek gesehen. Gibt es bei dir vielleicht eine Uni in der Nähe die Japanologie anbietet? Bibliothekspässe für nicht-Studierende sind normalerweise sehr günstig zu haben, für Schüler sind die teilweise sogar kostenlos. Vielleicht gibt es sie auch irgendwo im Internet als pdf, da müsstest du dich selbst umsehen.

Kanji lernen geht auch ohne Bücher, ja. Allerdings hat man beim selbst Lernen oft ein weniger gutes Gefühl, was die Relevanz bestimmer Kanji oder ihrer Lesungen angeht. Da würde ich dir raten, dir wenn du noch keines besitzt ein Langenscheidt: Kanji und Kana 1 anzuschaffen. Das Buch gibt es billig gebraucht zu kaufen. Es enthält 2000+ Kanji, die mehr oder weniger nach Relevanz sortiert sind, und hat außerdem verschidene Indexe um Kanji zu finden (Radikale, Strichreihenfolge, Lesung). Dieses Buch ist wirklich Gold wert für einen guten Überblick über Kanji bzw. das eigene Kanjiwissen.

Ansonsten müsstest du dir vielleicht wirklich einen Japaner suchen, der sich mit dir auf Japanisch unterhalten kann und dir auch Grammatik erklärt. Auch hier könntest du wenn du eine Uni in der Nähe hast vielleicht Glück haben, die haben oft schwarze Bretter mit Aushängen wo man Tandempartner suchen kann.

Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg mit dem Japanischlernen :)

Ich denke, dass dich die "gängigen" Lehrbücher ohnehin nur maximal bis N4 oder N3 bringen werden. Danach musst du dich auf die Suche nach spezialisierteren Quellen machen bzw. auch anfangen, die Sprache selbst anzuwenden. Eigentlich müsstest du dann auch langsam wissen, wonach du suchst, und kannst es dann selbstständig nachgucken und dir aneignen.

Japanese from Zero kenne ich nicht. Das einzige Lehrbuch, was ich benutzt habe, ist Minna no Nihongo, das kann ich wirklich empfehlen. Besonders die Vokabellisten und Übungen sind Gold wert. 

Ich glaube, an meiner Schule wird bei den jüngeren Jahrgängen mittlerweile Genki benutzt, aber ich hab' mir das mal angeschaut und fand's jetzt nicht so toll. Zu viele bunte Bildchen und zu wenig Substanz. 

Zum Kanji-Lernen brauchst du sehr wohl ein Buch. Ich will dir ja jetzt auch nix vorschreiben oder so, aber du solltest dir nicht einfach die nächstbeste Seite zum Kanjilernen suchen, sondern am besten wirklich etwas, was erkennen lässt, dass es sich um Fachliteratur handelt. Ich empfehle dir Kanji & Kana (Wolfgang Hadamitzky). Eignet sich besonders gut, um Kanji systematisch zu lernen und den eigenen Fortschritt zu überblicken.

Für die Grammatik haben mir guidetojapanese.com und imabi.net immens weitergeholfen. Dort wird alles wichtige abgehandelt, von den absoluten Basics bis hin zu fortgeschrittener Grammatik, mit der ich mich gerade befasse. Wird meiner Meinung nach sehr gut erklärt. An einigen Stellen ist ggf. Recherche aus anderen Quellen nötig, um es vollständig zu verstehen.

Du kannst dann auch auf erin.ne.jp ein bisschen dein Japanisch versuchen anzuwenden. Versuch' nur durch Hinhören zu verstehen, worum es in den Filmchen auf der Seite geht - oder schalte Untertitel hinzu, wenn es zu schwer ist. Natürlich ohne englische Übersetzung, das wäre ja dann zu einfach.

Oder schau' Anime. Die Aussprache und ungefähr 50% meines Wortschatzes habe ich mir durch exzessives Animeschauen angeeignet. Auch sehe ich immer wieder grammatikalische Formen, die ich kurz zuvor noch gelernt habe, in den Dialogen auftauchen und sehe, wie genau sie eigentlich "in Aktion" benutzt werden - das gibt Selbstvertrauen in der Eigenanwendung dieser Formen. Wenn du bereits etwas Japanisch kannst, dann sind Anime ein guter Weg, von dort aus noch mehr zu lernen - beachte nur, dass du in der Realität nicht genauso reden solltest wie ein Animecharakter. Der Lerneffekt bleibt aber entsprechend aus, wenn man nicht mehr als ein paar Wörter Japanisch kann.

Natürlich könnte man auch andere Quellen wie Filme oder Nachrichtensendungen nehmen, aber die sind halt für Anfänger (und eigentlich auch für Fortgeschrittene) nicht sehr zugänglich, da man ohne Übersetzung oft nicht weiß, worum es geht, oder sie sind fachlich einfach zu hoch angesetzt oder es wird sehr schnell geredet, sodass man kaum was versteht.

Ich habe Japanisch die ersten Jahre eigentlich überwiegend in der Schule gelernt - ich glaube, das kannst du selbst jetzt nicht mehr machen. Die Rate, mit der ich in der Schule neue Sachen gelernt habe, ist aber im selben Maß gesunken, wie der Anteil an selbstständigem Lernfortschritt gestiegen ist. Je mehr man kann, desto besser kann man einschätzen, was man noch so alles an Kenntnissen braucht und wo man es herkriegt. Ich kann jetzt leider schon so gut wie alles, was wir in der Schule machen - und muss mich jetzt an den aktiven Gebrauch der Sprache machen.

Du könntest stattdessen Sprachkurse besuchen, nur kosten die halt. Es gibt auch Apps wie HelloTalk, wo man leicht Japaner treffen kann, die willig sind, mit einem auf Japanisch zu kommunizieren. Allerdings besteht aufgrund des wenig didaktischen Charakters der App und der Natur der Benutzer, die nun mal überwiegend keine ausgebildeten Lehrkräfte, sondern Jugendliche wie du (höchstwahrscheinlich) und ich sind, die Gefahr des Ablenkens vom Lernen und der Hang zum belanglosen Chatten, welcher keine wirklichen Fortschritte bringt. 

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