Japan - Fukushima?

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2 Antworten

Wie die ehrenwerten Mitfraganten schon sagten, lassen sich diese Informationen leicht ergoogeln.

Gerade da sich der dritte Jahrestag nähert, meint ja auf einmal noch das letzte Käseblatt, plötzlich seinen Senf abgeben zu müssen - sofern nicht etwas dramatisches geschieht, wird den Rest des Jahres wieder geschwiegen.

Hier also nur ein Crash-Kurs zum derzeitigen Stand und ein Newstipp

Bekämpfung von radioaktivem Wasser: Gegenwärtig ist das Problem des radioaktiv kontaminierten Wassers, von dem täglich etwa 300 Tonnen neu anfallen, immer noch nicht gelöst. Man hofft auf eine kombination aus Stauung des Grundwassers, Filterung und Verklappung im Pazifik.

Ursache weiter unklar: Außerdem ist die genaue Ursache immer noch nicht geklärt. Die allgemeine Theorie, erst der Tsunami habe durch die Zerstörung der Stromversorgung letztlich zu den Kernschmelzen geführt, wird nach wie vor angezweifelt.

Einige Experten vertreten nämlich offenbar die Ansicht, bereits durch das Erdbeben seien schwere Schäden an Sicherheitsrelevanten Einrichtungen entstanden, die bereits Grund genug für die Kernschmelze sein könnten.

Diese Theorie wird jedoch vehement bekämpft, da sie implizieren würde, das alle AKW Japans gefährdet wären.

Cold Shutdown: Unterdessen läuft der alternative Kühlkreislauf weiter, so dass zumindest von den Reaktoren aus, nach offizieller Ansicht keine Gefahr besteht, da sie sich im kontrollierten Zustand des "Cold Shutdown" befinden.

Grundwasserproblem: Das löst aber wie gesagt das Problem des Grundwassers nicht, dass in die Kellergeschosse fliesst, dort offenbar durch Kühlwasser aus dem Reaktor kontaminiert wird, durch Schächte richtung Hafen fliesst und durch strukturelle Schäden in den Schächten sich auch im Grundwasser unterhalb des geländes ausbreiten kann.

Keine Ahnung vom Reaktor: Problematisch ist, dass niemand weiß, wie es wirklich um die Reaktoren steht, und wo sich die zu Corium zusammengeschmolzenen Brennelemente nun befinden.

Allerdings gibt es da neue Entwicklungen, die vereinfacht gesagt, eine Art Durchleuchten der Gebäude ermöglichen könnten.

Aufräumarbeiten: In den Reaktorgebäuden sind nach wie vor sehr viel Schutt und Trümme, sowie Bereiche extrem hoher Strahlung, so dass dort nur ferngesteuerte Roboter hinein lönnen.

Nachrichtentipp: Seit dem ersten Tag der Katastrophe berichtet übrigens

http://www.spreadnews.de

jeweils täglich von Montag bis Freitag über die aktuellen Entwicklungen - ohne Verschwörungstheorien oder Panikmache.

Liest sich dann natürlich nicht so reißerisch wie andere Blätter, dafür wird da wenigstens nicht so übertrieben und Möchtegern-Experten zitiert. Kein Fachblatt für Radiologen oder Kerntechniker, aber für den Laien verständlich - und aktuell.

reale Gefahren eines 3'fachen GAU KKW Fukushima Daiichi-Japan

[ww.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,802721,00.html] "Nach Angaben der Fukushima Medical University war etwa die Hälfte der 1730 Untersuchten in den ersten vier Monaten nach Beginn der Atomkatastrophe im März einer Strahlenbelastung von weniger als einem Milli-Sievert ausgesetzt, die übrige Hälfte mehr als einem Millisievert. Bei rund 40 Personen betrug die Dosis zwischen fünf und zehn Millisievert. Bei etwa einem Dutzend waren es mehr als zehn Millisievert, wobei die höchste Dosis rund 37 Millisievert betrug. Untersucht wurden auch Arbeiter, die zu den Reparaturtrupps im havarierten Atomkraftwerk Fukushima Daiichi gehörten, wie Kyodo weiter meldete."

[ww.pro-physik.de/details/physikjournalArticle/5115171/Lokaltermin_in_Fukushima.html]Die tatsächliche Jahresdosis von 1 bis 5 mSv liegt zwar wohl über dem in Deutschland für die Allgemeinbevölkerung gültigen Grenzwert von 1 mSv [...], ist aber so niedrig, dass sich gesundheitliche Auswirkungen nicht nachweisen lassen

[ww.spiegel.de/wissenschaft/medizin/uno-studien-strahlung-durch-fukushima-geringer-als-befuerchtet-a-834920.html]Der Atomunfall von Fukushima wird bei Menschen kaum gesundheitliche Schäden verursachen - zu diesem Ergebnis kommen zwei Studien der Vereinten Nationen. Auch die Arbeiter, die an vorderster Front gegen die Katastrophe kämpften, seien bisher nicht erkrankt

[ww.welt.de/wissenschaft/article106502063/Die-Angst-war-schlimmer-als-die-Strahlung.html]Die Angst war schlimmer als die Strahlung - Der britische Physiker Wade Allison spricht dem Reaktorunglück von Fukushima den Katastrophen-Status ab. Damit könne man nicht den Ausstieg aus der Nutzung der Atomenergie rechtfertigen.

[ww.world-nuclear-news.org/RS_Naraha_evacuation_order_lifted_1508121.html]Thousands of Naraha residents can return to homes and businesses during daylight hours now that the Fukushima municipality's evacuation order has been lifted.

[ww.blick.ch/news/ausland/sie-baden-wieder-in-fukushima-id1965166.html]Sie baden wieder in Fukushima Man kann es kaum glauben. Knapp ein Jahr dem Super-Gau gehen die Menschen in Fukushima wieder baden. Ist das eine freudige Nachricht, oder einfach nur tödlicher Leichtsinn?

[ww.morgenpost.de/printarchiv/wissen/article1910366/Um-den-Reaktor-von-Fukushima-hat-es-keine-Strahlentoten-gegeben.html]Um den Reaktor von Fukushima hat es keine Strahlentoten gegeben

[theenergycollective.com/breakthroughinstitut/186436/no-clinically-observable-effects-fukushima-radiation-un]No Clinically Observable Effects’ From Fukushima Radiation: UN

[ww.japantimes.co.jp/news/2013/03/31/national/thyroids-test-normal-in-fukushima/#.UVquL32EpeW]The thyroids of young Fukushima residents aren’t significantly different from their counterparts’ glands in three prefectures spread across the archipelago, a survey by the Environment Ministry says.“

[ww.eike-klima-energie.eu/news-cache/un-keine-direkten-gesundheitsschaeden-durch-fukushima]Nach dem Atomunfall von Fukushima war die Angst vor Folgen wie vermehrtem Schilddrüsenkrebs groß. Jetzt gibt die UN (UNSCEAR-Report) Entwarnung: Nach einer ersten Untersuchung sind keine direkten Gesundheitsfolgen nachweisbar.“

[ww.tagesspiegel.de/wissen/un-bericht-zur-reaktorkatastrophe-das-vermaechtnis-von-fukushima/8317068.html]Am 31. Mai verkündete der Physiker Wolfgang Weiss, bei UNSCEAR zuständig für Fukushima, dass die bei dem Zwischenfall frei gewordene Strahlung keine unmittelbaren Effekte auf die Gesundheit der Bevölkerung gehabt habe.

Die biologische Wirkung von ionisierender Strahlung misst man mit der Einheit Sievert Sv. Es gilt 1 Sv sind 1000 mSv oder 1000 000 µSv, also 20 mSv = 0,02 Sv oder 20 000 µSv alles Gamma-Strahlungs-Dosen, keine Beta-Strahlung (die aus Strahlenschutzgründen unproblematisch ist) OK :-)

Durchschnitts-Werte : (Sv=Sievert) BRD, Österreich, Dänemark, Belgien um 2,5 m Sv pro Jahr; Finnland um 8 mSv pro Jahr; Frankreich, Griechenland, Spanien, Schweiz um 5 mSv pro Jahr; Schweden um 6 mSv pro Jahr. Eine Röntgen-CT des Bauches belastet den Menschen mit etwa 20 mSv. Röntgen-Durchleuchtung beim Setzen eines Herzkatheter um 300 mSv pro Untersuchung. Klassische Röntgenaufnahme um 0,1 mSv pro Aufnahme. Die adjuvante Strahlentherapie beim Brustkrebs sorgt schlussendlich für eine Teilkörper-Dosis um 10-60 Sievert pro Brust-Region. Das Essen einer Banane entspricht 0,1 µSv.

Hintergund-Belasung durch ionisierende Strahlung in Europa - (Atomkraftwerk, Fukushima)

In Nord-Spanien, Süd-Finland, Mittel-Frankreich, im Süden des Schwarzwaldes und in West-Österreich liegt die Belastung durch die natürliche Hintergrunstrahlung/Radioaktivität über 10 mSv pro Jahr [ww.world-nuclear.org/uploadedImages/org/info/NaturalbackgroundradiationEurope.gif]. In Guarapari-Brasilien um 20 mSv pro Jahr, am Strand 83 mSv pro Jahr mit Spitzen bis zu 173 mSv pro Jahr. Spitzenwerte um 260 mSv pro Jahr wurden im iranischen Ramsar gemessen ww.probeinternational.org/Ramsar.pdf.

Rechnung für einen Ski-Urlaub in den westlichen Alpen Österreichs : Wie man der oberen Quelle entnehmen kann, beträgt dort die Hintergund-Strahlung mehr als 10m Sv pro Jahr. Das bedeutet nun, wenn man da etwa 2 Wochen Urlaub macht, erhält man eine Dosis von 38 µ Sv. Das entspricht etwa der Dosis einer 1/3 Röntgenaufnahme im klassischen Sinne. Arbeitet man nun auf den Pisten eine Saison (etwa 3 Monate), so erhält man dort eine Dosis von 0,25 m Sv = 250 µSv, was etwa 2,5 klassische Röntgenaufnahmen entspricht.

Rechnung für Fukushima : (siehe auch jciv.iidj.net/map/) In der kontaminierten Zone um das KKW Fukushima-Daiichi liegt die meiste Belastung unter 1000 nSv pro Stunde. 1000 nSv/h = 1 µSv/h =24 µSv/Tag (1 x 24) = 8760 µSv pro Jahr (24 Stunden x 365 Tage) =8,76 mSv pro Jahr. Also bekommen die Japaner dort jetzt hauptsächlich eine Belastung ab, welche z.B. auch die Finnen haben,. Vereinzelt (Hotspots) steigt jedoch die Belastung in der Zone um das KKW-Fukushima Daiichi bis auf 30 µSv/h (30 µ x 8760 = 262800 µ), was nach beschriebener Umrechnung 262,8 mSv pro Jahr sind, wie in Ramsar.

Quellen: en.wikipedia.org/wiki/Banana equivalent dose , de.wikipedia.org/wiki/Guarapari , en.wikipedia.org/wiki/Background radiation , ww.world-nuclear.org/info/inf30.html , de.wikipedia.org/wiki/Strahlenbelastung, de.nucleopedia.org/wiki/Strahlenrisiko , ww.100-Gute-Antworten.de, de.wikipedia.org/wiki/Nuklearkatastrophe_von_Fukushima#Opfer_und_Verletzte, de.wikipedia.org/wiki/Brustkrebs#Bestrahlung, ww.probeinternational.org/Ramsar.pdf , ww.bfs.de/de/ion/imis/odl_messnetz.html

[ww.kerngedanken.de/2013/03/die-welt-nach-fukushima-teil-1-gefaehrliche-orte/]Würde man dasselbe Dosimeter in der Stadt Guarapari in Brasilien aufstellen, würde er etwa 20 µSv/h anzeigen. Guarapari hat etwas über 100’000 Einwohner. Das sind etwa so viele wie aus der Region von Fukushima evakuiert wurden. Die Stadt erhielt diese hohe radioaktive Strahlung aber nicht durch einen katastrophalen Unfall, sondern durch natürliche Quellen.“

Und jetzt solltest Du etwas merken!! Nichts ist kostenlos, auch kein "Öko-Strom". Auch bei der "Öko-Stromerzeugung" sterben und sind schon viele Menschen ums Leben gekommen. In Fukushima sind bei dem KKW-Unfall bis jetzt keine Menschen an der Strahlung gestorben oder ernsthaft an der Strahlenkrankheit erkrankt (im Gegensatz zu Tschernobyl).

Warum sind 2200 m Siever pro Sekunde Beta-Strahlung relativ problemlos, wenn es bei der Gamma-Strahlung nicht so ist?

Aktuelle Dosis-Werte auf dem Gelände des KKW Fukushima-Daiichi sind alarmierend, jedoch wenn man sich den Unterschied zwischen Teilchen-Strahlung und Wellen-Strahlung vor Augen hält, nicht weiter schlimm. Ohhh, wie kann ich nur so etwas sagen? :-)

10'te Klasse Physik-Grundkurs: Was ist der Unterschied zwischen Beta-Strahlung (Elektronen-Strahlung) und Gamma-Strahlung?

Beta-Strahlung wird bereits von wenigen Metern Luft vollständig absorbiert! Etwa 10 Blätter Papier oder der Stoff eines Kontaminations-Schutzanzuges schaffen das auch schon.

Warum Beta-Strahlung technisch nicht das Problemist, Gamma-Strahlung sehr wohl. Leider zeigt sich bei Fukushima, dass unsere Journalisten die 10'te Klasse Physik wohl geschwänzt haben, sonst wüssten sie, dass das eine schlimm und das andere relativ gut zu handhaben ist. 2200 m Sievert pro Sekunde sind nur dann schlimm, wenn es Gamma-Strahlung ist. Etwa 1 bis 2 Meter Luft schirmt die 2200 m Sievert pro Sekunde Beta-Strahlung bereits ab. 10 Blätter Papier oder der Stoff eines Kontaminations-Schutzanzuges schaffen das auch schon.

Beta-Strahlung ist Teilchen-Strahlung, Gamma-Strahler nicht. Daher kann man die Beta-Strahlung auch problemlos mit Minimalaufwand Abschirmen! Da die Gamma-Strahlung nur sehr schwach ionisiert, geht das da nicht und ist mit einem sehr viel höheren technischen Aufwand verbunden.

http://www.eike-klima-energie.eu/news-cache/fukushima-und-ewig-gruesst-das-tanklager/

[ww.welt.de/wissenschaft/umwelt/article119698944/Neuer-Strahlenrekordwert-in-Fukushima-gemessen.html] ...2200 Millisievert pro Stunde bei einem Abstand von fünf Zentimetern entdeckt. Der Hotspot liege an demselben Tank, bei dem am Wochenende 1800 Millisievert gemessen worden waren. Es handelt sich um Beta-Strahlung, die nicht durch die Schutzkleidung der Reparaturtrupps dringt. Für einen ungeschützten Menschen ist eine so hohe Dosis innerhalb von vier Stunden tödlich.

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