Jammert eure Katze auch so erbärmlich?

7 Antworten

Hallo Rene0904,

tja, das ist das Klassische Verhalten, von einer Todunglücklichen Katze in Einzelhaft !

Woher ich mir da so Sicher bin ? Ich habe fast 40 Jahre Erfahrung mit Katzen und bin aktiv im Tierschutz. So Fälle erlebe ich öffters :-(

Wie lange habt ihr es denn mit einer zweit Katze versucht ? Paar Tage, eine Woche ? Wie lief das denn dann ab ?

Bei einer Vergesellschaftung, muss man auf paar Dinge achten, damit es klappt. Nicht einfach los, eine Katze holen und hoffen, es wird schon gut gehen. So einfach ist das nun mal nicht.

Was deine Katze braucht, da ja gesundheitlich alles Tierärztlich abgeklärt wurde, ist einen Artgenossen !! Katzen, vor allem reine Wohungskatzen, in Einzelhaft, ist Tierquälerei. Und wenn du ihr nicht gerecht werden kannst oder willst, dann vermittel sie weiter !!

Zur Zusammenführung habe ich da mal bisschen Info für dich:

Die Katzen sollten vom alter und Charakter zusammen passen. Dann klappt es Stressfreier. Das Geschlecht ist dabei fast Nebensache. Einige teilen die Meinung, das Kater/Kater und Katze/Katze am besten klappt. Aber ich finde, wer sein Tier kennt, kann auch über das Geschlecht und das Alter eines Artgenossen Urteilen/entscheiden. Ich habe selbst 2 Mädels und 4 Jungs. Kitty & Felix sind 8 Jahre, Lilly & Balou 7 Jahre, Maui 1 Jahr und Dante 8 Monate alt und es ist super.

Es gibt zwei Varianten der Zusammenführung/Vergesellschaftung...

Aber zuerst sollte man wissen:

Eine Zusammenführung bzw. Vergesellschaftung, geht nicht zwischen Tür und Angel, man braucht Zeit und viel Geduld. Bei einer Zusammenführung gibt es immer kleinere Aufreger. Es gibt Prügeleien, Kreisch-Orgien (fauchen, knurren, brummen, zischen, miauen...) und wenn es ganz hart wird, fließt auch mal Blut. Darauf muss man sich einstellen, das ist völlig normal. Bitte nur dazwischen gehen, wenn es blutig wird. Es ist Wichtig, das die Katzen die Rangordnung selbst klären ! Und selbst danach, wird es immer wieder mal Szenen geben, wo Kräfte gemessen und die Rangordnung neu aus gestritten werden und gerangelt und gespielt wird.

Ebenfalls Wichtig, das alle Katzen wenigstens die Grundimpfung haben und Kastriert sind. Und im Idealfall einen Chip tragen und auch bei Tasso registriert sind !

Die erste Möglichkeit, eine kalte Zusammenführung:

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, das dies sehr gut klappen kann, wenn man seine Tiere wirklich gut kennt und die Reaktionen gut einschätzen kann. Ich habe bislang bei nur einer Zusammenführung eine Räumliche Trennung gemacht, bzw. die neue Katzen immer über Nacht von den anderen getrennt und bin damit gut gefahren. Doch wie gesagt, sollte man hier für seine Katzen wirklich absolut kennen.

Man stellt die Box mit der neuen Katze ins Wohnzimmer, öffnet die Tür und schaut, wie die Katzen aufeinander reagieren und läßt die Katzen machen, geht nur dazwischen, wenn es blutig werden sollte.

Dann gibt es die sogenannten sanften bzw. langsame Zusammenführung:

Ideal wäre es hierbei, die Katzen erst einmal, durch eine Gittertür zu trennen. So können sich die Katzen, mit einem gewissen Sicherheitspuffer, kennen lernen. Wenn das fauchen, knurren, miauen dann nach läßt, die Gittertür öffnen und schauen, wie die Katzen ohne dem Puffer aufeinander reagieren.

Es kommt auf die Katzen an, wie lange so etwas dauert. Bei manchen geht es bereits nach paar Tagen, andere brauchen paar Wochen.

Natürlich gab es auch bei uns das übliche gefauche und Co.! Lilly brauchte bei Maui z.B. ein ganzes Jahr, um ihn zu akzeptieren. Aber Lilly ist auch speziell. Dafür klappte es mit Dante viel schneller.

Wichtig: Alle Katzen gleich behandeln, keinen Bevorzugen !!

Für die Katze die zu erst da war, ist eine neue Katze immer erst mal ein Eindringling in ihre heile und sichere Welt. Das bedeutet für die Erstkatze Stress pur.

Um den Stress für beide zu reduzieren, wäre es sehr Ratsam, vorher schon mal eine Decke, oder ein Kissen der jeweils anderen Katze aus zu tauschen. So können sie die Tiere an den jeweiligen Geruch des anderen schon einmal gewöhnen. Dann ist dies schon mal nicht mehr so fremd. Aber auch wenn man das vorher nicht machen konnte, nicht gleich den Mut verlieren.

Man sollte auch bedenken, für die neue Katze bedeutet es ja nicht nur, das sie einen Artgenossen bekommt, sondern auch gleichzeitig noch ein neues zu Hause. Neue Gerüche, neue Geräusche, nichts vertrautes mehr.

Wenn sich die Katzen zurück ziehen, einfach in Ruhe lassen. Es braucht Zeit, bis sich die Katzen mit der Situation arrangiert haben und Vertrauen auf gebaut wird. Und diese Zeit muss man ihnen einfach auch lassen.

Was bei uns, bei allen je gemachten Zusammenführungen immer am aller besten zog.... FUTTER :-)

Futter verbindet. Ich habe sie gleich von Anfang an, beim füttern, immer ein Stück näher gebracht. Dann gab es Leckerli, in einer Reihe auf dem Boden gestreut, oder auch mal Leckereien aus der Hand gefüttert. Wenn die Katzen zusammen fressen können, ohne sich gleich an die Gurgel zu gehen, ist es fast geschafft.

Hier noch Hilfreiche Seiten zum Thema Zusammenführung:

http://www.kummerkatze.de/allgemein/vergesellschaftung-3885/

http://www.petsnature.de/info/products/Katzen-Ratgeber/Katzen-Haltung/Zusammenfuehrung-von-Katzen.html

http://www.tierhilfsnetzwerk-europa.de/aufklaerung/zusammenfuehrung-von-katzen

Alles Gute

LG

Woher ich das weiß:Beruf – Tierschutz, priv. Pflegestelle & habe seit 40 Jahren Katzen

Ich persönlich würde es nochmal mit ner Zweitkatze probieren. Wichtig dabei ist, dass diese in etwa gleich alt oder nur unwesentlich jünger ist und nen ähnlichen Charakter hat.

Du schreibst, Ihr habt über Tage eine Zusammenführung versucht, aber für Katzen reichen einige Tage nicht, bis sie ne andere Katze akzeptieren. Da kann es schon einige Wochen oder sogar Monate dauern, bis das klappt und solange braucht man einfach Geduld.

Ich habe selber 9 Katzen, meist zugelaufene Strassenkatzen, die zum Teil monatelang gebraucht haben, bis sie sich an die anderen Katzen gewöhnt haben. Mittlerweile geh es sehr gut, aber trotzdem haben hin und wieder mal welche auch Zoff, was aber meist sehr schnell wieder gut ist.

Ansonsten scheint sich Eure Katze sehr zu langweilen, wenn Du Krankheiten oder Schmerzen wirklich ausschliessen kannst. Da Katzen soziale Tiere sind, müsst Ihr halt den Kumpel ersetzen, wenn es nicht anders geht und das heisst, sich noch mehr mit der Katze beschäftigen.

Dem Tiger ist es langweilig. Er versucht deshalb, ständig im Gespräch mit euch zu bleiben.

Versucht es nochmal mit einem Kumpel. Im ähnlichen Alter, mit passendem Charakter und sozialisiert. Und lasst den beiden Zeit und Ruhe, sich aneinander zu gewöhnen, das klappt fast nie direkt auf Anhieb.

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