Wie könnte man Jakobus Kapitel 5 interpretieren?

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9 Antworten

Ich habe mir gerade das von Dir erwähnte Kapitel durchgelesen (nachzulesen unter folgendem Link: http://de.bibleserver.com/text/EU/Jakobus5 ) und ich sehe daran nichts, was man interpretieren müsste, um zu verstehen, was gemeint ist, denn die enthaltenen Aussagen sind ohne Interpretation bereits klar genug.

Es sei denn natürlich, es ist eine Hausaufgabe, die entsprechende Schriftstelle zu interpretieren. In dem Fall würde ich auf die Kernaussagen eingehen, die ebenfalls deutlich dargestellt werden.

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Kommentar von funny0301
14.11.2015, 20:43

Es ist keine Hausaufgabe, ich habe einfach darüber nachgedacht und wollte wissen was andere Menschen denken. Aber danke für die "hilfreiche" Antwort...

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Warnung an die Reichen

Einige der ersten Christen waren materialistisch geworden oder bewunderten die Wohlhabenden, weshalb Jakobus harte Worte an bestimmte Reiche richtet (Jakobus 5:1-6).

Zur damaligen Zeit bestand der Reichtum vieler Menschen hauptsächlich aus Dingen wie Gewändern, Getreide und Wein (Joel 2:19; Matthäus 11:8). Manches davon kann verfaulen oder „von Motten zerfressen“ werden, doch Jakobus betont die Wertlosigkeit des Reichtums, nicht dessen Vergänglichkeit.

Gold und Silber rosten zwar nicht, doch wenn wir es horten würden, wäre es so wertlos wie etwas Verrostetes. Der „Rost“ spielt darauf an, daß von materiellem Reichtum kein sinnvoller Gebrauch gemacht wurde. Denken wir daran, daß diejenigen, die auf ihren materiellen Besitz vertrauen, „etwas wie Feuer . . . in den letzten Tagen aufgehäuft [haben]“, wenn Gottes Zorn über sie kommt.

Da wir in der „Zeit des Endes“ leben, sind diese Worte für uns von besonderer Bedeutung (Daniel 12:4; Römer 2:5).

Die Reichen betrügen oft ihre Erntearbeiter, deren zurückgehaltener Lohn nach Vergeltung „schreit“. (Vergleiche 1. Mose 4:9, 10.) 

Sie ‘verurteilen und ermorden den Gerechten’. Jakobus fragt: „Widersteht er euch nicht?“ Diese Stelle könnte allerdings auch wie folgt übersetzt werden: „. . . den Gerechten; er widersteht euch nicht.“ Auf jeden Fall sollten wir nicht für die Reichen eingenommen sein.

Die religiösen Interessen müssen in unserem Leben stets an erster Stelle stehen (Matthäus 6:25-33).

Der Glaube hilft uns, Geduld zu üben

Nachdem sich Jakobus über reiche Unterdrücker aus der Welt geäußert hat, ermuntert er als nächstes unterdrückte Christen, Geduld zu üben (Jakobus 5:7, 8).

Gläubige, die Schwierigkeiten geduldig ertragen, werden für ihre Treue belohnt, und zwar während der Gegenwart Christi, wenn an ihren Unterdrückern das Strafgericht vollstreckt wird (Matthäus 24:37-41).

Die ersten Christen mußten einem Landwirt gleichen, der geduldig auf den Frühregen im Herbst wartet, bis er pflanzen kann, und auf den Spätregen im Frühjahr, der bewirkt, daß Frucht hervorgebracht wird (Joel 2:23).

Auch wir müssen Geduld üben und unser Herz befestigen, vor allem weil die „Gegenwart des Herrn“, Jesus Christus, bereits begonnen hat.

Warum sollten wir geduldig sein? (Jakobus 5:9-12). Geduld hilft uns, nicht zu stöhnen oder zu seufzen, wenn wir von Glaubensbrüdern gereizt werden. Sollten wir nämlich in boshafter Weise „Seufzer gegeneinander aus[stoßen]“, wird uns der Richter, Jesus Christus, verurteilen (Johannes 5:22). Seine „Gegenwart“ hat bereits begonnen, und er „steht vor den Türen“; daher wollen wir den Frieden fördern, indem wir mit unseren Brüdern, die vielen Glaubensprüfungen gegenüberstehen, geduldig sind.

Unser eigener Glaube wird gestärkt, wenn wir im Sinn behalten, daß Gott Hiob belohnte, weil dieser geduldig in seinen Prüfungen ausharrte (Hiob 42:10-17). Wenn wir Glauben und Geduld üben, werden wir erkennen, daß „Jehova voll inniger Zuneigung und barmherzig ist“ (Micha 7:18, 19).17 

Sollten wir dagegen keine Geduld haben, könnte es sein, daß wir unter Druck unsere Zunge mißbrauchen. Wir könnten zum Beispiel vorschnell einen Eid leisten. „Schwört nicht mehr“, sagt Jakobus und warnt damit davor, leichtfertig einen Eid abzulegen.

Es macht auch einen heuchlerischen Eindruck, wenn man seine Äußerungen durch ständiges Schwören zu bestätigen sucht. Wir sollten somit einfach die Wahrheit reden, und unser Ja sollte ja und unser Nein sollte nein bedeuten (Matthäus 5:33-37).

Jakobus will damit natürlich nicht sagen, daß es verkehrt ist, vor Gericht zu schwören, daß man die Wahrheit sagt.

Der Glaube und unsere Gebete

Angesichts dessen, daß wir uns sowohl beim Reden beherrschen als auch Geduld üben und einen festen Glauben an Gott bewahren sollen, muß das Gebet eine vorrangige Rolle in unserem Leben spielen (Jakobus 5:13-20).

Vor allem unter Prüfungen sollten wir ‘im Gebet verharren’. Sind wir freudig, können wir ‘Psalmen singen’, wie es Jesus und seine Apostel taten, als er die Feier zum Gedenken an seinen Tod einführte (Markus 14:26, Fußnote).

Wir mögen manchmal so voller Dankbarkeit Gott gegenüber sein, daß wir sogar im Herzen Loblieder singen (1. Korinther 14:15; Epheser 5:19).


Quelle: Der Wachtturm, 15.11.1997 (Auszug, bearbeitet)

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hallo funny, das Problem beim Jakobusbrief ist nicht die (richtige oder falsche) Interpretation, sondern es geht um zwei prinzipiell verschiedene Auffassungen von Jeschu ha Maschiach, vom Christentum. Paulus, der Jeschu nicht kannte und auch seine Lehren nicht kennen wollte, stiftete das Christentum und die Kirche, er rechtfertigte das römische Imperium und den römischen Sklavenhalterstaat. Jaakov ha Zaddik, der Bruder des Herrn, war auf Seiten der Armen, der Elenden, er verflucht die Profitgeier. Das ist der Geist des Jakobusbriefs - deshalb hat Martin Luther ihn auch als eine Strohepistel bezeichnet - weil Jaakov der Gerechte, Ha Zaddik, Partei ergriffen hatte für die Armen, für die Unterdrückten, Versklavten seiner Zeit. Und Luther war eben n Fürstenfreund, und so sagt es Thomas Müntzer, der lieber den Jakobusbrief gelesen hat.

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Kommentar von funny0301
14.11.2015, 20:45

Danke :)

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Kommentar von helmutwk
14.11.2015, 22:48

Paulus, der Jeschu nicht kannte und auch seine Lehren nicht kennen wollte

Wie kommst du auf diese Idee? Scha'ul hat Jeschu` (nicht Jeschu - diese Form ist eine Beschimpfung, die in jüdischen Verfluchungen vorkommt), gesehn, als er von Ihm vor Damaskus berufen wurde.

Und es ist schon manipulierend, wenn du einmal die jüdische Form (ja`qub, im neuen Ivrit: jaakov) und das andere mal die lateinische Form (Paulus, bzw. ursprünglich Paullus) nennst.

Jaakov ha Zaddik, der Bruder des Herrn

Hier hast du vergessen zu erwähnen, dass Ja`qub nicht an Jeschu` und seine Botschaft glaubte, sondern wie Scha'ul erst nach dessen Auferstehung zum Jünger berufen wurde.

war auf Seiten der Armen, der Elenden, er verflucht die Profitgeier.

Und Scha'ul stimmt ihm zu, indem er Habsucht als Götzendienst brandmarkt. Aber Tatsachen scheinen dich kaum zu interessieren ...

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Hallo funny0301,

Jakobus 5 könnte man etwa so verstehen:

Warnung an die Reichen 1 Und nun zu euch Reichen: Weint und klagt wegen all des Unheils, das über euch hereinbrechen wird! 2 ´Der Tag kommt, an dem` euer Reichtum verrottet sein wird; Motten werden eure Kleider zerfressen haben, 3 und euer Gold und Silber wird von Rost überzogen sein.1 Und dieser Rost wird als Beweis gegen euch dienen2 und wird euch zugrunde richten, als wäre er ein Feuer, das euer Fleisch verzehrt3. Denn ihr habt Reichtümer angehäuft, und das, obwohl wir am Ende der Zeit leben! 4 Schlimmer noch: Den Arbeitern, die eure Felder bestellten, habt ihr den Lohn vorenthalten – ein Unrecht, das zum Himmel schreit!4 Die Hilferufe derer, die eure Ernte einbrachten, sind dem Herrn, dem allmächtigen Gott,5 zu Ohren gekommen. 5 Ihr habt hier auf der Erde ein Leben im Luxus geführt und habt euch dem Vergnügen hingegeben; ihr habt euch alles gegönnt, was euer Herz begehrt, und habt euch damit höchstpersönlich für den bevorstehenden Schlachttag gemästet, den Tag des Gerichts6. 6 Ihr habt Unschuldige verurteilt und getötet – Menschen, die sich nicht gegen euch zur Wehr setzen konnten.7

Das Hauptinteresse Jesu und seiner Apostel bestand nicht in der sozialen Befreiung. Es ging ihnen nicht darum, die bestehende Gesellschaftsordnung zu reformieren. Ihre Botschaft war das Königreich Gottes, das zu gegebener Zeit alle Probleme lösen würde.

Reichen wäre es schwer, in das Reich Gottes einzugehen, wegen ihrer Gier nach immer mehr. Verurteilt werden sie wegen ihres Machtmissbrauchs gegenüber ihren Arbeitern, denen sie den Lohn vorenthalten.

Grüße, kdd

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Kommentar von kdd1945
14.11.2015, 22:18

Bibelzitat aus Neue Genfer Übersetzung

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Kannst du deine Frage vielleicht etwas genauer formulieren? Über welche Stelle genau machst du dir Gedanken? Das Kapitel enthält ja doch mehrere Themen: die Warnung an die hartherzigen Reichen, die Mahnung zur Ausdauer, die Warnung vor dem Schwören, die Macht des vertrauensvollen Gebets, die Verantwortung für den gefährdeten Bruder.

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Kommentar von funny0301
14.11.2015, 20:44

Im generellen das Kapitel, wie das alles zusammenhängt, etc. :)

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Wo ist das Problem?

Jakobus warnt davor, sich auf Reichtum zu verlassen, und droht den Reichen (=Ausbeutern) das göttliche Strafgericht an, er ermahnt zur Geduld, warnt davor, zu schwören, und beschreibt Krankensalbung (durch die Ältesten) und Beichte (die sich Christen gegenseitig abnehmen sollten).

Soweit kurz und knapp (und damit u.U. teilweise missverständlich) - aber wo ist da ein Auslegungsproblem, das dich ins Grübeln bringt?

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Das Gericht über die Reichen

Wohlan nun, ihr Reichen, weinet und heulet über euer Elend, das über euch kommen wird!

 

(Lukas 6.24-25) 

Euer Reichtum ist verfault, eure Kleider sind mottenfräßig geworden.

 

(Matthäus 6.19) 

Euer Gold und Silber ist verrostet, und sein Rost wird euch zum Zeugnis sein und wird euer Fleisch fressen wie ein Feuer. Ihr habt euch Schätze gesammelt in den letzten Tagen.

 

Siehe, der Arbeiter Lohn, die euer Land eingeerntet haben, der von euch abgebrochen ist, der schreit, und das Rufen der Ernter ist gekommen vor die Ohren des HERRN Zebaoth.

 

(5. Mose 24.14-15) 

Ihr habt wohlgelebt auf Erden und eure Wollust gehabt und eure Herzen geweidet am Schlachttag.

(Jeremia 12.3)  (Jeremia 25.34)  (Lukas 16.19)  (Lukas 16.25) 

Ihr habt verurteilt den Gerechten und getötet, und er hat euch nicht widerstanden.

(Jakobus 2.6) Das passt in die heutige Zeit, daran sieht man das die Bibel auch noch heute Aktuell ist. Es gibt heute genau so viel Korruption und Betrug um den gerechten Lohn wie früher, 

Mahnung zur Geduld

So seid nun geduldig, liebe Brüder, bis auf die Zukunft des HERRN. Siehe, ein Ackermann wartet auf die köstliche Frucht der Erde und ist geduldig darüber, bis er empfange den Frühregen und den Spätregen.

 

(Lukas 21.19)  (Hebräer 10.36) 

Seid ihr auch geduldig und stärket eure Herzen; denn die Zukunft des HERRN ist nahe.

 

  

 

Seufzet nicht widereinander, liebe Brüder, auf daß ihr nicht verdammt werdet. Siehe, der Richter ist vor der Tür.

 

10 

Nehmet, meine lieben Brüder, zum Exempel des Leidens und der Geduld die Propheten, die geredet haben in dem Namen des HERRN.

 

(Matthäus 5.12) 11 

Siehe, wir preisen selig, die erduldet haben. Die Geduld Hiobs habt ihr gehört, und das Ende des HERRN habt ihr gesehen; denn der HERR ist barmherzig und ein Erbarmer.

 

(Hiob 1.21)  (Hiob 42.10-16) 

  

 

12 

Vor allen Dingen aber, meine Brüder, schwöret nicht, weder bei dem Himmel noch bei der Erde noch mit einem andern Eid. Es sei aber euer Wort: Ja, das Ja ist; und: Nein, das Nein ist, auf daß ihr nicht unter das Gericht fallet.

 

(Matthäus 5.34-37) Dort wird Gesagt das Geld nicht das wichtigste im Leben ist und wir sollen nicht verzagen. Man erkennt an dem Text, das er später geschrieben wurde , als Jesus schon lange Tot war, denn Jesus kannte die Hölle nicht, und wenn Jesus eine Hölle erwähnte, dann war das ein Übersetzungsfehler und es wurde der Müllplatz vor Jerusalem gemeint, der als Versinnbildlichung für allen Unrat stand, den die Menschen dort hinwarfen und der Platz war immer irgendwo am brennen um die Mengen des Mülls aus der Stadt zu verarbeiten.Der Text steht schon unter dem Glaubenseinfluss der Griechen und Römer.
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"Jak.5" spricht anfangs die "Endzeit" an (Jak.5,7-9).

Danach die gegenwärtige Situation (Verse 10-16).

Vers 17bis 18 schildert ein erfolgreiches Gebet vom Propheten Elia.

Danach von erfogreicher Reue.

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