Jagst Fischesterben. Wer meint ihr ist schuld?

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5 Antworten

Ich denke das kann nur eine Untersuchung durch den Staatsanwalt abschließend klären und die wird halt ihre Zeit dauern.

Hier sind eine Reihe von Fragen zu klären. Hatte die Eigentümer eine Genehmigung für die Lagerung der Stoffe? In welchen Mengen durften die gelagert werden und welche Auflagen der Aufsichtsbehörden mussten dafür erfüllt sein und wie wurden die umgesetzt.

Hat die Aufsichtsbehörde die richtigen Forderungen gestellt und die Umsetzung wie beaufsichtigt. Könnte mir z.B. vorstellen das hier die Anwendung der LöRüRl in Frage kommen würde.

Der Einsatzleiter der Feuerwehr ist in so einem Fall immer das ärmste Schwein. Er kommt wenn das Kind schon im Brunnen liegt und muss innerhalb kürzester Zeit Entscheidungen fällen die auf den wenigen oft unvollständigen Informationen beruhen die er zur Verfügung hat. Wäre interessant zu wissen ob es für die Anlage einen Feuerwehrplan nach DIN gegeben hat und was da drin steht. Ist z.B. eine Plan der LöRü Bestandteil des F-Plans gewesen.

Der Einsatz von Schaum wäre übrigens keine Option gewesen. Weil Düngemittel in der Regel selber Sauerstoff gebunden hat der durch Hitzeeinwirkung frei wird und das Feuer auch unter einer Schaumdeck unterhält. Hier hilft nur die Kühlung, Herabsetzung der Reaktionstemperatur, mit viel Wasser. Außerdem hat auch der Schaum die Wassergefährdungsklasse WGK 2 und ist somit nicht unbedenklich.

Ich denke wir sollten den ermittelnden Behörden die Zeit für die Untersuchung geben und nicht weiter spekulieren. Keiner hier wird alle Fakten kennen.

Das Wasser wurde nicht weggeleitet, sondern in einem Rückhaltebecken aufgefangen. Das Rückhaltebecken war allerdings nicht dicht, sodass das Gift in den Fluss gelangte. Dafür kann die Feuerwehr nichts, denn dafür sind eigentlich Rückhaltebecken gedacht.

Über die Fakten sollte man sich zuerst informieren, bevor man irgendwo irgendwelche Unwahrheiten verbreitet.

ThomasAral 28.08.2015, 14:40

und wer kontrolliert die Rückhaltebecken .-.---  doch auch entweder Feuerwehr oder Landkreis.   Außerdem ist das unerheblich wenn sie mit Schaum gelöscht hätten,  denn ich denke nicht dass es die normale art ist Giftwasser im Rückhaltebecken zu sammeln.  Also es bleibt immer noch die Frage hat hier wer wen nicht informiert welche Gefahrstoffe lagern ... oder aber sind die Gesetze so, dass gar keine Informationspflicht besteht ... dann aber sollten die Gesetze geändert werden.

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ThomasAral 28.08.2015, 14:48
@ThomasAral

aber selbst wenn die Gesetze so lax sind, sollte sich ein gewissenvoller Einsatzleiter der eigentlich Ortskundig sein soll, schon selbst auch mehr als die Gesetze erfordern informiert haben --- d.h.  er sollte das nicht erst vor ort, sondern wenn er ja ortsansässig ist, "weiss" er auch schon vorher von Firmen in seinem Dorf und was die lagern.

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deem86 28.08.2015, 15:30
@ThomasAral

Und was ändert das daran, wenn er es weiß? Einfach abbrennen lassen geht ja auch schlecht. Und wie ich schon schrieb, Rückhaltebecken sind dafür gedacht, um Löschwasser zu sammeln, insofern ist es die "normale Art". Was du immer mit dem Schaum hast, verstehe ich auch nicht. Schaum eignet sich nunmal nicht für alle Brände. Insbesondere hat Schaum so gut wie keine Kühlwirkung. Da hier viel Holz im Spiel war, ist die Kühlwirkung aber das wichtigste, was bei einem solchen Brandeinsatz benötigt wird, um das Feuer zu bekämpfen. Außerdem muss man Schaum genauso auffangen, das Problem wäre also das gleiche gewesen.

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Nomex64 28.08.2015, 18:06
@ThomasAral

Meinst du wirklich ein Einsatzleiter kann alle Firmen, Anwesen öffentlichen Gebäude in seinem Ausrückebereich kennen? Das ist Unsinn und nicht machbar. Ich bin selber in einer eher ländlichen Gegend aktiv und oft auch Einsatzleiter. Da erlebt man die tollsten Überraschungen. Da haben Nutzer oft mal Ideen etwas zu ändern und sind sich nicht immer über die Folgen bewusst. Wenn ich heute irgendwo ein OTS (Opertativ-Taktisches-Studium) mache kann sich da 3 Tage später schon wieder was geändert haben.

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Nomex64 28.08.2015, 18:08
@deem86

Kontrolliert Brennen lassen kann sogar eine taktische Option sein, gern z.B. bei Strohballenbränden genommen. Natürlich nur wenn keine Gefahr für die Umgebung dabei entsteht.

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deem86 28.08.2015, 18:55
@Nomex64

Letzteres dürfte halt bei solchen Stoffen gegeben sein (vermute ich mal, ich weiß nicht genau, was entsteht, wenn Ammoniumnitrat verbrennt, aber da es ja auch als Sprengstoff benutzt wird, kanns nix gutes sein).

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das war kein landwirt sondern eine lagerhalle einer firma  und die  durfte eben auch  düngemittel lagern und verkaufen. da kamen ein paar dinge zusammen und die feuerwehr kann ja nicht mit dem löschen aufhören nur weil da giftiges zeug drin lagert - da hätte ja das haus nebendran auch brennen können. irgendjemanden bestimmten da jetzt die schuld zu geben wäre verkehrt - es war die verkettung einiger ursachen

ThomasAral 28.08.2015, 08:19

die Feuerwehr hat Möglichkeiten dass Löschwasser nicht in den Fluss zu lassen.  Evtl. mit Schaum löschen .. usw.

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deem86 28.08.2015, 14:31
@ThomasAral

Hat sie auch genutzt (das Löschwasser wurde in ein Rückhaltebecken geleitet). Allerdings war der Damm des Rückhaltebeckens undicht, weshalb das Gift in den Fluss gelangte.

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fddbv 28.08.2015, 09:12

Hm. So einfach ist es nicht, der Schaum enthält ja auch große Mengen Wasser und Löschwasser Rückhaltung ohne bauliche Vorkehrungen ist schlichtweg nicht möglich. Sicher wird sich der Einsatzleiter ein paar unangenehmen Fragen stellen müssen. Die Unversehrtheit von Mensch und Tier geht Einsatztaktisch vor der Abwehr von Sachschäden. Inwiefern der Einsatzleiter FW oder jemand anders haftbar ist müssen Gerichte klären, dazu ist die Sachlage nicht eindeutig genug.

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die haftung wird den bauern treffen

ThomasAral 28.08.2015, 08:13

aber wieso:  es war dem Bauern erlaubt den Dünger zu lagern ... und er hat wohl nicht angegeben den in den Fluss zu leiten.

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Asylantheisstes 28.08.2015, 08:14
@ThomasAral

weil es so ist

wer eine gefährliche sache in den verkehr bringt, haftet dafür, wenn damit etwas passiert

ansonsten müsste die feuerwehr haften, weil sie es verschuldet hat

das werden die richter aber nicht wollen und erzähle mir nix von gerechter justiz

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ThomasAral 28.08.2015, 08:24
@Asylantheisstes

ich denke du meinst nicht "in den Verkehr bringen" -- denn sonst müsste ja der Hersteller des Düngers der ja nicht mit der Lagerfirma identisch ist haften.  Also eher "der letzte Eigentümer" der Sache haftet.

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ThomasAral 28.08.2015, 08:28
@Asylantheisstes

es war denke ich zum verkauf bestimmt, also immer noch händler ... gibt ja mehrere händler. hersteller -- großhändler -- händler

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