Ja oder Nein zur Meditation?...

6 Antworten

Diese Frage lässt sich - wie so oft - nicht eindeutig beantworten. Da es sehr unterschiedliche Meditationsformen gibt, die zudem auch noch an sehr verschiedene weltanschauliche Voraussetzungen gebunden sind, muss man genau hinschauen und prüfen, ob man sich einer solchen Lebenspraxis gegenüber öffnen will oder nicht. Meditation ist ja in der Regel eine täglich anzuwendende Praxis, die nicht nur den Ablauf des Tages, sondern damit auch alle übrigen Lebensäußerungen neu justiert. Man wird dadurch ein anderer Mensch, und genau das muss man prüfen, ob man das wirklich will. So gibt es z.B. Meditationen, die sehr in die Abgeschlossenheit, ja sogar in die Vereinsamung führen. Wer Begegnung mit anderen Menschen, Kommunikation, gemeinsames Tun und das Ausleben von Gemeinschaft bisher als 'seine Lebenswerte' angesehen hat, wird sicher mit Meditation hier eher in Konflikte gelangen. Meditation ist primär ein schweigendes Exerzitium. Der Dialog findet allenfalls mit bestimmten als abgespalten erlebten Persönlichkeitsanteilen statt (in einer Art Zwiegespräch). Dabei haben die Meditierenden dann meist das Gefühl, dass sie mit einer externen Wesenheit kommunizieren, auf die dann eine Fülle von verdrängten oder auch fremdartigen, nicht persönlichkeitskonformen Erlebniskomponenten projiziert wird. Der Glaube an eine externe Wesenheit wie einen imaginierten Religionsgründer, eine Heiligenfigur, einen Geist oder einen Verstorbenen kann selbstverständlich diese nicht in einen realen Seinszustand transformieren und damit dessen Autonomie, Eigenständigkeit und historische Wesenheit neu beleben, so dass ein echter interpersoneller Dialog möglich wäre. Der Dialog findet vielmehr immer nur mit den ehemals von einem selbst erfahrenen Bewusstseinsinhalten statt, die aber durch Aggregation und Verselbständigung wie ein autonomer Anderer erfahren werden. Vorläufige Bilanz: Im Grunde bietet der Dialog mit anderen Menschen eher erweiternde Erkenntnismöglichkeiten als das 'Selbstgespräch', das über die Meditation bevorzugt möglich wird. Wer nur ein wenig Ruhe, Abschalten von der Reizüberflutung des Alltags oder Selbstbesinnung auf wirklich bedeutsame Lebenswerte sucht, kann sich sicher einmal für einige Tage oder auch Wochen in eine einsame Gegend zurückziehen und quasi 'meditieren'. Wer sich dagegen einer weltanschaulichen Gemeinschaft mit Meditationspraktiken anschließen will, muss sehr genau recherchieren, ob das mit seinen Lebenswerten und Lebenszielen in Einklang steht.

Kommt darauf an was und wie du das machst und was du dir davon erhofft.

Wenn du das gut und richtig machst und vor allem nicht nur einmal alle 5 Jahre, sondern regelmäßig bringt es sehr viel. Dasselbe gilt für alle anderen Techniken (Yoga, Hypnose, Progressive Muskelentspannung, Autogenes Trainin, Tai Chi usw) wobei man sagen muss, dass jeder da Favoriten hat, bzw. diese Dinge sich untersch. gut für versch. Dinge eignen

Meditation sollte sich positiv auswirken. Aber es gibt auch Sekten, die Kurse anbieten und die Leute einer Art Gehirnwaesche unterziehen - das ist dann negativ. Wenn Du im Selbststudium mit einem Buch arbeitest, kannst du zwar auch was falsch machen, aber wenigstens nicht irgenwelchen abstrusen Ideologien anheim fallen. Vielleicht gibt es ja bei euch VHS-Kurse oder autogenes Training, was ich fuer einen guten einstieg halte.

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