Itzehoer Verischerung verklagen?

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11 Antworten

http://www.gdv.de/wp-content/uploads/2016/07/AKB2015_Stand_Juli_2016.pdf

E.1.1.3:

Sie dürfen den Unfallort nicht verlassen, ohne die gesetzlich erforderlichen Feststellungen zu ermöglichen und die dabei gesetzlich erforderliche Wartezeit zu beachten (Unfallflucht).

E.2.1 Verletzen Sie vorsätzlich eine Ihrer in E.1.1 bis E.1.6 geregelten Pflichten, haben Sie keinen Versicherungsschutz. Verletzen Sie Ihre Pflichten grob fahrlässig, sind wir berechtigt, unsere Leistung in einem der Schwere Ihres Verschuldens entsprechenden Verhältnis zu kürzen. Weisen Sie nach, dass Sie die Pflicht nicht grob fahrlässig verletzt haben, bleibt der Versicherungsschutz bestehen.

"Doch es kam anders. Ein Zeuge beobeachtete den Unfall und rief die Polizei"

Nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch hättest Du selbst die Polizei rufen können, anstatt Deiner Freundin zu schreiben. Du hast es allerdings grob fahrlässig versäumt.

Die Einstellung des Verfahrens gegen Geldauflage führt zwar dazu, daß Du strafrechtlich als "unschuldig" anzusehen bist und von staatlicher Seite aus nicht bestraft wirst - aber zivilrechtlich hast Du dennoch Deine vertragliche Pflicht verletzt und somit ist der Versicherer zu einer Kürzung der Leistung berechtigt. Das habt Ihr vertraglich so vereinbart.

Ich denke, mit einer Klage hast Du nahezu keine Chance. Allerdings sollte es durchaus möglich sein, eine vernünftige Ratenzahlungsvereinbarung zu treffen.

.... und Dein "Berater" hilft nicht? Für den ist das doch Alltag.

Verlassen der Unfallstelle führt zum Regreß, Fahrschule 1. Stunde.

Zudem wurde dies doch von Dir so vereinbart, schaue einfach mal  in die Unterlagen.

Jetzt nach einem Schaden diese Vereinbarung einseitig und sogar rückwirkend kippen zu wollen, wird kein Gericht zulassen, da bin ich mir sicher.


hyfi01 15.07.2017, 09:50

Berater, für die Unfallflucht der Kunden Alltag ist, sollten mal ganz genau auf die "Qualität" ihres Bestandes schauen ... 

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schleudermaxe 15.07.2017, 12:22
@hyfi01

..... zum Glück ist Dienstleistung je auch nicht Dein Gebiet. Aber schon 1 bis 5 Fälle sollten reichen, um als Berater fit zu sein.

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hyfi01 18.07.2017, 10:50
@schleudermaxe

Das meine ich nicht. 

Es gibt empirische Beobachtungen, nach denen sich ableiten lässt, dass jeder Berater "ihm in den persönlichen Eigenschaften" ähnliche Personen besonders häufig als Kunden gewinnt - deshalb ist es auch oft schwierig, einen fremden Bestand zu übernehmen, weil die Kunden dort eher zum Vorbesitzer passen und weniger zu einem selbst. 

Wenn sich in einem Bestand nun kriminelle Handlungen - gleich welcher Art - häufen, spricht das als Indiz dafür, diesen Bestand unter dem Gesichtspunkt der Betrugsprävention etwas genauer im Auge zu behalten, da wahrscheinlich noch mehr Kunden mit ähnlichem Grundverhaltensmustern dort versichert sind. 

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Der Umstand, dass die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort gegen eine Spende eingestellt hat, bedeutet ja nicht, dass das Delikt nicht begangen wurde. Freu Dich hier, dass das Strafverfahren für Dich glücklich endete. Für den Versicherer spielt es keine Rolle, ob Du bestraft wurdest oder nicht: Durch das unerlaubte Entfernen vom Unfallort, was Du ja auch nicht bestreitest, hast Du Aufklärungs- und Auskunftsobliegenheiten aus dem Versicherungsvertrag verletzt. Damit nimmt Dich der Versicherer nun völlig berechtigt in Regress. 

Wenn dein Einkommen als Azubi gering ist, wird man Dir wohl eine Ratenzahlung ermöglichen.

Wenn Du allerdings zu viel Geld hast, kannst Du auch den Klageweg beschreiten. Deine Erfolgsaussichten in dem Fall halte ich persönlich allerdings für ausgesprochen gering...

Du hast definitiv Unfallflucht begangen, das Verfahren wurde aber gegen Zahlung einer Spende eingestellt.

Das die Versicherung den von Dir verursachten Schaden jetzt zurückhaben will, ist ja wohl  nachvollziehbar.

Ich wüsste nicht auf welcher Grundlage Du die Versicherung verklagen solltest.

marcelfck2007 14.07.2017, 15:43

Mir konnte keine Fahrerflucht nachgewiesen werden, da es keine war. 

Trotzdem danke für dein Feedback. 

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baindl 14.07.2017, 15:46
@marcelfck2007

Mir konnte keine Fahrerflucht nachgewiesen werden

Du hast Dich vom Unfallort entfernt ohne den Schaden direkt dem Geschädigten zu melden.

Wenn der nicht auffindbar ist, hättest Du die Polizei rufen müssen.

Das alles hast Du unterlassen und somit ist es Fahrerflucht.

https://dejure.org/gesetze/StGB/142.html

Da muss nichts mehr nachgewiesen, da Du es ja selbst so geschildert hast.

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GanMar 14.07.2017, 16:02
@marcelfck2007

Mir konnte keine Fahrerflucht nachgewiesen werden, da es keine war.

Diese Sichtweise ist juristisch wohl nicht korrekt. Die Staatsanwaltschaft hat darauf verzichtet, Anklage zu erheben. Und ohne Anklage gibt es kein Gerichtsverfahren, in welchem festgestellt werden könnte, ob es Fahrerflucht war oder nicht.

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Bluefreack 14.07.2017, 15:44

wenn das anschreiben falsch ist kann er die personen oder die firma wegen betrug verklagen

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Du wirst da wenig Aussicht auf Erfolg haben; denn für die Versicherung hast Du vertragswidrig gehandelt! Wenn keine Rechtsschutzversicherung besteht, die für die Rechtsanwalts- und Gerichtskosten aufkommt, würde ich von einer Klage absehen! Ansonsten können da schnell noch einmal ein paar Tausender dazukommen!

Versuche lieber Dich gütlich mit der Versicherung zu einigen! Gestehe ruhig ein, dass Du Dich nicht richtig verhalten hast und dieses bereuen würdest! Schildere denen Deine finanzielle Lage! Vielleicht kommt man Dir dann mit der Forderung noch etwas entgegen und Du kannst in kleinen monatlichen Raten abstottern!

Dann mußt Du die ganze Sache aus "Lehrgeld" verbuchen für die Zukunft!

Was du gemacht hast, ist und bleibt Unfallflucht. Was du für Absichten gemacht hast, spielt keine Rolle. Sei froh, dass das Verfahren gegen eine Geldauflage eingestellt wurde, das hätte auch noch ganz anders ausgehen können. 

Da die Versicherung von einer Unfallflucht ausgeht, ist die Regressforderung berechtigt und du wirst nicht drumherum kommen.

marcelfck2007 14.07.2017, 15:47

Wovon die Versicherung ausgeht, sollte aber in diesem Fall nicht entscheidend sein. Dafür gibt es Gesetze. Und mir konnte keine Unfallflucht nachgewiesen werden... Trotzdem danke für dein Feedback. 

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Aliha 14.07.2017, 15:54
@marcelfck2007

Lies mal nach, was im § 142 StGB geschrieben steht. Du hast definitiv "Unfallflucht" begangen, realisiere das doch endlich. Ein Anruf bei der Polizei hätte dir den ganzen Ärger erspart, stattdessen schickst du irgendwelche Nachrichten an deine Freundin.

Zudem geht die Versicherung genau von dem entsprechenden Gesetz aus und das ist schon entscheidend.

Wenn du zuviel Geld hast, dann nimm dir einen Anwalt und gehe gegen die Forderung der Versicherung gerichtlich vor.

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marcelfck2007 14.07.2017, 16:07
@marcelfck2007

Hier muss es doch aber möglich sein den maximalen Regress Betrag (2500€) wenigstens etwas zu senken. Es lag ja schließlich in meinem Interesse den Unfall aufzuklären. 

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Aliha 14.07.2017, 16:08
@marcelfck2007

Eine Regressforderung einer KFZ- Haftpflichtversicherung kann bis zu 5000 € gehen, du bist also mit der Hälfte schon gut bedient.

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GanMar 14.07.2017, 16:10
@marcelfck2007

Und mir konnte keine Unfallflucht nachgewiesen werden

Das trifft nicht zu. Die Staatsanwaltschaft hat darauf verzichtet, ihre Ermittlungsergebnisse einem Gericht vorzulegen und Anklage zu erheben. Es ist eine unbestrittene Tatsache, daß Du Dich vertragswidrig verhalten hast, weil Du weder umgehend die Polizei angerufen noch eine angemessene Zeit lang am Unfallort gewartet hast. Und da Du gegen Deine vertragliche Pflicht grob fahrlässig verstoßen hast, kürzt Dein Vertragspartner seine Leistung.

Hätte die Staatsanwaltschaft Klage erhoben und ein Gericht auf "schuldig" erkannt - dann würde die Versicherung nicht nur kürzen, sondern die kompletten Aufwendungen von Dir zurückverlangen. Denn dann wäre es Vorsatz anstatt grober Fahrlässigkeit gewesen.

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GanMar 14.07.2017, 16:15
@marcelfck2007

Es lag ja schließlich in meinem Interesse den Unfall aufzuklären.

Nun liegt es aber auch im Interesse der Versicherung, nicht mehr Geld auszugeben als zwingend erforderlich. Sonst müßte sie die Beiträge aller ihrer Kunden erhöhen, was wieder nicht in deren und damit auch nicht in Deinem Sinne ist. Allerdings lohnt es sich hier, durchaus mal zu verhandeln. Wenn sich die Summe nicht mindern läßt, kann man Dir immer noch mit den Zahlungsmodalitäten entgegenkommen. Verträge sind einzuhalten - von beiden Seiten. Dennoch will Dich Deine Versicherung nicht zerquetschen.

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Obliegenheitsverstoß mit der Folge der teilweisen Leistungsfreiheit. Also Regress. Erscheint mir erstmal alles korrekt. Nur weil du nicht verurteilt wurdest bedeutet das nicht, dass das "offiziell" kein unerlaubtes Entfernen vom Unfallort war. 

Die Versicherung hat recht. Du hast eine Unfallflucht begangen. Dass die Staatsanwaltschaft auf das Eröffnen eines Hauptverfahrens gegen Zahlung eines Betrages verzichtet hat, heißt nicht, dass du von dem Vorwurf befreit bist. Das heißt nur, dass du die strafrechtliche Schuld durch Zahlung einer Geldbuße (Spende) beglichen hast, und es keine Gerichtsverhandlung zu geben braucht. Hättest du dich von dem Vorwurf "reinwaschen" wollen, hättest du auf das Angebot nicht eingehen dürfen, und hättest es auf eine Verhandlung ankommen lassen müssen. Dabei wäre ein Urteil herausgekommen: Schuldig- dann wärst du nicht weiter, als du es jetzt bist: Die Versicherung holt von dir den Schaden zurück (bis max. 5000 Euro). Oder unschuldig, dann muss die Versicherung für den Schaden eintreten.

also ich finde das ist ein sehr interessanter fall

ich an deiner stelle würde mit einem anwalt reden denn mir kommt das irgendwie komisch vor, warum sollte die versicherung sich erst 9 monate später melden

obwohl es sein kann das die versicherung erstmal geklärt haben wollte ob es unfall flucht war

aber trotzdem setz dich am besten mit einem anwalt in verbindung und lass das überprüfen ob das wirklich seinen rechten weggeht

marcelfck2007 14.07.2017, 15:55

Hallo, 

Darüber habe ich auch schon nachgedacht. Jedoch kostet dieses Beratungsgespräch auch wieder Geld, wofür der Rechtsschutz bei wenigen bis gar keinen Erfolgsaussichten wohl nicht aufkommt... 

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Bluefreack 14.07.2017, 15:59
@marcelfck2007

es gibt im internet foren in denen du antworten von professionellen anwälten erhalten kannst und das ganz ohne das du irgendwas bezahlst

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hyfi01 15.07.2017, 09:52
@marcelfck2007

Für eine Erstberatung kommt die RS immer auf, wenn das Vorhaben dann mangels Erfolgsaussichten gleich wieder fallen gelassen wird, wird je nach Tarif oft noch nicht einmal der Selbstbehalt fällig.  

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da kommt es drauf an warum die versicherung was zurückhaben will. sicher nicht für den unfallschaden. die werden doch sicher begründet haben warum sie welchen betrag zurückhaben wollen

NamenSindSchwer 14.07.2017, 15:42

Wegen der Fahrerflucht natürlich...

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martinzuhause 14.07.2017, 15:44
@NamenSindSchwer

die hat aber nichts mit der leistung des versicherers wegen des schadens zu tun.

es sei denn das ging über die rechtsschutzversicherung. da kann das dann sein. genaueres steht aber dazu in den AGB

die fahrerflucht wurde schliesslich vorsätzlich begangen.

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NamenSindSchwer 14.07.2017, 15:52
@martinzuhause

Das ist ein Obliegenheitsverstoß (E1.1.3 AKB des GDV) und führt zur teilweisen Leistungsfreiheit (E2.1 AKB des GDV). 

Die Haftpflicht muss dem Geschädigten erstmal den Schaden erstatten, aber holt sich das Geld halt anschließend vom VN zurück. Absolute Standard Vorgehensweise und vollkommen korrekt, da ist nix mysteriöses dran.

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marcelfck2007 14.07.2017, 15:49

Was genau gibt dir das Recht zu beurteilen, ob die Fahrerflucht vorsätzlich begangen wurde? Genau das wurde sie nämlich nicht. Ich bin weggefahren, aber auch nicht sofort und auch nicht aus Vorsatz. Details stehen ja oben.  Trotzdem danke für dein Feedback. 

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martinzuhause 14.07.2017, 15:50
@marcelfck2007

du bist aber nicht aus versehen weg gefahren. du hättest nur die polizei rufen brauchen. damit hätte es keine fahrerflucht gegeben

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Die Polizei hätte den Unfall aufgenommen und der Verdacht der Fahrerflucht wäre erst gar nicht aufgekommen. Das Fehlverhalten liegt klar auf deiner Seite.

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