Ist Zivilcourage überbewertet?

2 Antworten

"Vor allem gibt es doch die Polizei, welche für sowas geschult ist."

Hier ein Beispiel aus der Praxis:

Ich habe mal jemanden erwischt, der in einer Wohnsiedlung Autos abgefackelt hat. Ich habe ihn festgehalten und die aus den Fenstern hängenden Gaffer gebeten, die Polizei zu rufen. Das Ergebnis war ernüchternd. Plötzlich war keiner der vielen Köpfe mehr zu sehen, und alle haben sich offenbar couragiert unter den Betten versteckt.

ich habe dann mit einigem Aufwand (den Täter festhalten und telefonieren ist schwierig) die Polizei verständigt, die dann auch nach "blitzschnellen" 25 Minuten kam.

Zivilcourage ist durchaus ok. Dennoch sollte man vor dem Agieren sicherstellen, daß es nicht zum Selbstmord wird. Die überwiegende Mentalität in Deutschland wird da sehr schnell zum zusätzlichen Sicherheitsrisiko.

Dennoch: Wenn ich eine entsprechende Situation vorfinde, dann schaltet etwas in mir um, und ich tue, was nötig ist. Doch sinnfrei den Helden spielen (z. B. bei einem Banküberfall u. ä.) kommt in meinen Verhaltensmustern nicht vor.

Zivilcourage ist da gut, wo man sich nicht unbedingt selbst gefährdet, wie auch schon im 2. Teil der Frage erwähnt.

Es ist richtig, daß die Polizei bei Überfällen und allen möglichen Verbrechen zuständig ist. Und auch die Polizei warnt oft davor, selbst zum Helden werden zu wollen.

In Gefahrenmomenten die Polizei etc. anrufen, jeder hat heutzutage ein Handy bei sich.

Woher ich das weiß:Recherche

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