Ist Wildschaden versichert ohne direkten Zusammenstoß mit dem Haarwild?

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http://www.verkehrslexikon.de/Module/Wildschaden.php

Rettungskosten in der Fahrzeugversicherung

Gem. § 12 Abs. 1 Abschnitt I Buchst. d) werden in der Fahrzeugversicherung - egal ob Voll- oder Teilkasko - auch Schäden am Kfz ersetzt, die durch einen Zusammenstoß des in Bewegung befindlichen Fahrzeugs mit Haarwild im Sinne des Bundesjagdgesetzes entstanden sind.
Kommt es nicht zu einer Kollision des Fahrzeugs mit dem Wild, weil der Kfz-Führer mit einer Ausweichbewegung reagiert hat, um sich, das Tier, aber auch das versicherte Kfz vor einem größeren Schaden zu bewahren, und kommt es dabei - beispielsweise zu einer Kollision mit einem Baum oder mit einer Leitplanke - doch zu einem Schaden am Kfz, so stellt sich die Frage, inwieweit die Fahrzeugversicherung auch für diesen Schaden aufkommen muss (Problem der sog. Rettungskosten).
Die Schäden aus tatsächlichen oder behaupteten Zusammenstö0ßen mit Haarwild werden unter dem Stichwort Wildschäden behandelt.

Bitte in diesem Link weiterlesen.

... nein, fürchte ich. Siehe ggf.

Beweislast für das Vorliegen eines Wildschadens.

Der Versicherungsnehmer trägt die volle Beweislast für das Vorliegen eines Wildschadens, wobei seine Angaben nicht ohne Weiters ausreichen. Leitsatz 1. Der Versicherungsnehmer trägt die volle Beweislast für das Vorliegen eines Wildschadens im Sinne von § 12 Abs. 1 I d AKB. 2. Die bloße Angabe des beweispflichtigen Versicherungsnehmers, dass er mit Wild zusammengestoßen sei, reicht als erforderlicher Beweis nicht ohne Weiters aus. Vielmehr bedarf es dafür zusätzlich stützender Umstände.

...es gibt auch Ausnahmen - dies habe ich inzwischen ergoogelt: Berührungsloser Wildunfall (Teilkaskoschaden) ohne Zeugen

Das Amtsgericht Freiberg hat in einem jüngst ergangen Urteil vom 21.02.2013, Az. 4 C 769/12, eine Teilkaskoversicherung auf Ersatz des Schadens an einem Motorrad im Anschluss an einen „berührungslosen Wildunfall“ verurteilt. Der Fahrer des Motorrades musste auf der Fahrbahn stehenden Rehen ausweichen und kam hierdurch zu Sturz. Eine Kollision mit einem der Tiere gab es nicht. Im Verfahren bestritt die Versicherung diesen Unfallhergang. Für die Haftung der Versicherung war zunächst die fehlende Berührung mit einem Tier ohne Bedeutung. Erfolgt das Ausweichen um einen Zusammenstoß und damit auch den Versicherungsfall zu vermeiden, sind die hierdurch entstehenden Schäden von der Kaskoversicherung abgedeckt. Die Besonderheit dieses Falles lag darin, dass es mangels Berührung mit einem Tier keine objektiven Spuren (z.B. Blutspuren, Fellreste am Fahrzeug oder ein totes Tier) gab, die den Geschehensablauf hätten belegen können. Der Kläger konnte auch keinen Zeugen aufbieten, der den Unfall beobachtet hatte. Es gab allein eine Zeugin, die die Unfallstelle früher passiert und Tiere an der Straße bemerkt hatte. Das Gericht hat den Kläger deshalb informatorisch zum Unfallhergang angehört, ihm seine Unfallschilderung schlicht geglaubt und darauf eine Verurteilung gestützt. Dies zeigt, dass selbst das Fehlen von unmittelbaren Unfallzeugen grundsätzlich kein Hinderungsgrund ist, um nicht erfolgreich seine Ansprüche auf Versicherungsleistungen in einem gerichtlichen Verfahren durchsetzen zu können. Natürlich bedarf es unter diesen Umständen immer einer genauen Abwägung der dann bestehenden prozessualen Risiken.

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Lieber schleudermaxe,

zu deiner Info: der berührungslose Wildschaden wurde zu meiner Verwunderung u. meiner Zufriedenheit voll erstattet.

Gruß siola55

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@siola55

Gratuliere! Bedenke: Beziehungen schaden nur dem, der keine hat. Und in dem Urteil hat das Gericht eben dem Kläger geglaubt. So etwas soll es geben.

Recht ist ja leider das, was gesprochen wird, und nicht das, was im Gesetz oder in den vereinbarten Spielregeln steht.

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