Ist Utilitarismus anthropozentrisch?

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1 Antwort

Utilitarismus ist am Menschen orientiert, aber nicht anthropozentrisch. Es geht um den Wohlstand aller und wie ein einzelnes Individuum nicht glücklich werden kann, wenn alle drum herum nicht glücklich sein können, so kann auch der Mensch auf längere Sicht sich auf dieser Welt nicht wohl fühlen, wenn Natur und Tierwelt um ihn herum zugrunde gerichtet werden. Utilitarismus ist kein Eigennutzdenken für Leute, die mit ihrer "Weitsicht" über die Nasenspitze nicht hinauskommen. Nicht alles, was kostengünstig ist, schafft Lebenswert. Unsere Einstellung zur Natur und zu Tieren färbt immer auch auf unsere Einstellung zu uns selbst ab. Erst sind die Tiere nur noch Nutztiere, dann kommen die Menschen dran. Recht verstandener Utilitarismus, der ein lebenswertes Umfeld ohne Rückbezug auf angebliche göttliche Vorgaben umsetzen will, sieht Menschen nicht als göttliche Kronen der Schöpfung oder gar Halbgötter sondern als Teil der Natur.

reezy1 29.06.2017, 08:58

Ist es aber nicht Teil der Natur, dass der Stärkere, also der Mensch in diesem Fall, sich durchsetzt?

Ich sehe keinen Nachteil für den Menschen, wenn dieser zum Beispiel Massentierhaltung betreibt. Wer dies nicht unmittelbar erfährt und die Tiere sieht, wird davon nicht betroffen und hat aber einige ökonomische Vorteile dadurch.

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berkersheim 01.07.2017, 07:26
@reezy1

Dass sich "immer der Stärkere" in der Natur durchsetzt ist nicht nur eine falsche Interpretation des Darwinismus, sie ist auch eine Kurzschluss-Logik. Denn wenn man "das Stärkere" danach definiert, was sich, warum auch immer, im Prozess der Evolution durchsetzt, kann nur rauskommen, dass sich dieses so definierte Stärkere immer durchsetzt.

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