Ist unser mehrgleisiges Schulsystem veraltet?

3 Antworten

Ich denke schon, das unser Schulsystem, so wie es jetzt ist veraltet ist. Alternativen sind Gesamtschulen, die momentan sehr gefragt sind und auch Privatschulen. Gerade Waldorfschulen sortieren nicht nach der vierten Klasse aus, sondern dort gehen alle bis zur 12. Klasse gemeinsam in eine Klasse. Dann gibt es die verschiedenen Abschlüsse. Für das Abi wird dort noch ein Jahr drangehängt.

Von mir ein DaumenRauf - schon allein, um die anonymen Konservativen zu ärgern.

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Das dreigliedrige Schulsystem ist für mich ein System, das Verdummung fördert und Chancengleichheit eliminiert, hängt doch der Besuch eines Gymnasiums in erster Linie vom Geldbeutel und der sozialen Stellung der Eltern ab. Haupt- und Realschülern wird vorgegaugelt, man könnte es auch ohne fundiertes Wissen zu etwas bringen. Fakt ist aber, dass sich diese Schüler in erster Linie als Schüler zweiter Klasse oder Versager fühlen und damit diese Schulformen praktisch die Faulheit und Lustlosigkeit fördern. Das Gleiche gilt für Realschüler. Wenn ich es dann an der Realschule mit diffusem Halbwissen in ein einigermaßen einträgliches Arbeitsverhältnis geschaffte habe, wird natürlich die Illusion genährt, dass Bildung eigentlich etwas Überflüssiges ist. Das Dreigliedrige Schulsystem reduziert natürlich auch gefährliche und lästige Konkurrenz für Gymnasiasten, die sich ihrerseits durch geistlose Anpassung an die Wirtschaft zu Befehlshabern über Haupt- und Realschüler aufschwingen, ohne eigentlich wirklich Leistung bringen zu müssen. Das Abitur als Ruhekissen verspricht einen gesicherten Lebenslauf ohne lästige Konkurrenz und dazu noch ein finanziell ausgefülltes Leben. Das dies allerdings auch die Kreativität und Innovation abtötet, sollte eigentlich jedem bewusst sein. So sieht die Wirklichkeit im Dreigliedrigen Schulsystem aus und ich denke, dies ist auch der Grund für Deutschlands wirtschaftliche Schwäche. Wir werden von einer selbstgerechten, dummdreisten und sich selbst bedienenden Abiturientenoberschicht regiert, deren Horizont leider aufs Abitur beschränkt bleibt.

Vor allem ist es völlig sinnlos, von den Schülern und ach von deren Eltern in der 4. Klasse zuverlangen, dass sie sich für oder gegen das Gymnasium entscheiden! Alle Lehrer, die ich kenne, sehen das auch so. Das ist viel zu früh!

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