Ist "Unkraut" besser als ihr schlechter Ruf?

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12 Antworten

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"Unkraut" ist generell eine sehr anthropozentrische Kategorisierung.

Jedes Unkraut ist Teil einer Nahrungskette und somit ökologisch wertvoll, ungeachtet dessen, ob es einen direkten Nutzen für den Menschen hat, der es so nennt. Ob man es deswegen im Garten an genau der Stelle haben möchte, wo es sich entschieden hat, zu wachsen, steht auf einem anderen Blatt. Man sollte sich jedenfalls über jede Art freuen, die NICHT ausstirbt. Biodiversität ist ein Wert an sich.

Davon abgesehen, ein konkretes Beispiel wie Deines fällt mir gerade nicht ein, aber ein (windbestäubtes) Feld voller Getreide ist das, was sich praktisch alle Insekten unter einer Wüste vorstellen. Jedes blühend Ackerunkraut am Rand ist ein Beitrag gegen das Insektensterben und damit auch etwas, was unserem Überleben dient.

Definitv sind Unkräuter besser als Ihr Ruf.

Nehmen wir mal die 2 unbeliebtesten.

Löwenzahn - jedes Teil der Pflanze ist essbar und es ist obendrein ein Heilbruat.

Brennnessel - Auch hier ist jedes Teil essbar (Blatt, Blüte Wurzel)

Aber selbst Unkräuter die giftig sind können nützlich sein. z.B. Fingerhut ist ein bekanntes Heilkraut das auch heute noch in medizinischen Präperatren enthalten ist. Auch Tollkirschen sind medizinisch wertvoll.

Und selbst wen ein Kraut zu gar nichts Nütze scheint, gibt es immer noch Wildtiere die es lieben.

Auch wenn Unkräuter im Garten noch so lästig sein können ich will doch auf keines Verzichten denn die Biodiversität ist ein wichtiges Gut dass es zu erhalten gilt.

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Unkraut ist per Definition das was an dieser Stelle nicht wachsen soll. So kann selbst eine Tomatenstaude "Unraut" sein.

Bei mir gibt es viele Unkräuter die bleiben dürfen. Sei es weil diese Nützlich oder schön sind oder weil diese als Schwachzehrer eine gute Unterpflanzung sind die den Boden gegen Austrocknung schützt.

in dem Bild ist der roten Fuchsschwanz (Amaranth) das Unkraut. Aber das Beet wäre ohne diese nur halb so schön.

Aber bisweilen kann eine gute und nützliche Unterpflanzung auch zuviel des Guten sein. Her am Beispiel Vogelmiere. Wie viele Endiviensalate könnt Ihr noch finden?

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Das ist wirklich eine sehr gute Antwort, und schön, dass du Bilder mit eingefügt hast

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Wobei auch die Vogelmiere durchaus lecker im Salat ist - wenn ich dir auch zustimme, dass sie in dieser Menge kaum aufzuessen ist ;)

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"In einem Löwenzahnfeld ist eine Rose Unkraut"
Dieser Satz stammte von meiner Grundschullehrerin Mitte der 70er - ich kann mich an nicht viel mehr erinnern von dem, was sie gesagt hat, aber dieser Satz blieb - mein kindliches schwarz-weiss-Denken wurde jedenfalls dadurch erschüttert - und ich bin dankbar dafür.

Mein Garten ist unkrautfrei - weil es keine Unkräuter sondern allenfalls Wildkräuter gibt, denen ich auch oft einen Platz gönne und die eine oder andere Art darf so oder so wachsen, wo sie möchte (Königskerzen, Kreuzblättrige Wolfsmilch und Stechapfel sind ständige Bewohner meines Gartens)

Wenn in meinem Garten etwas wuchert, dann ist es Nigella damascena - eine Kulturpflanze, wunderschön aber man bekommt sie nie mehr los....das gilt übrigens auch für Schnittlauch...

Das Kraut auf dem obersten Bild ist zum Beispiel die Knoblauchsrauke. Schmeckt gut, kann man in den Salat tun, die Samen sind scharf, man kann sie zum Beispiel zu Senf verarbeiten. Ich finde das ist din gutes Beispiel um klarzumachen das man sich einfach über die einzelnen Pflanzen informieren muss, da man dann wirklich interessante Dinge herausfinden kann. Ich persönlich finde das es kein Unkeaut gibt, sondern nur uniformierte Betrachter der Pflanzen.

Woher ich das weiß:Hobby

Ja weil es Unkraut eigentlich gar nicht gibt. In vielen dieser aufgeräumten Gärten werden einheimische Arten wie Brennessel, Distel, Wild Möhre, auch Knoblauchranke als Unkraut ausgerissen und dann irgendwelche Exoten gepflanzt. Viele "Unkräuter" sind auch wichtige Pflanzen für Wilbienen, Sehr viele Schnmetterlingsarten sind auf solche Pflanzen als Futter für ihre Raupen angewiesen. Darum gibt es viele Insekten in den aufgeräumten Gärten auch nicht. Der Giersch zb hat wohlschmeckende Blätter und kann auch als Heilpflanze verwendet werden . In Gärten mit englischem Rasen oder Schotterwüsten usw ist für Wildtiere kein Platz viele vertreiben sogar unwissentlich die Vögel. Oft schaden solche Pseudonaturliebhaber der Natur sogar mehr als sie ihr helfen auch mit den ganzen Giften usw.

Löwenzahn mit Peter Lustig - Der Unkrautgärtner in HD

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