Ist überhaupt etwas zu 100% beweisbar und kann man daher davon ausgehen, dass ALLES wiederlegbar ist?

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5 Antworten

Ich weiß nicht, ob meine Meinung dazu vielleicht etwas komisch ist... Ich kenne mich mit Philosophie und so etwas auch wirklich nicht aus, das sind jetzt nur so Überlegungen von mir: Irgendwie glaube ich schon, dass im "objektiven Bereich" alles wiederlegbar ist - ich meine, okay, wir haben "Wissen" von der Wissenschaft her, das im Moment gültig erscheint.. Aber letztendlich basiert dieses Wissen alles auf den Beobachtungen, die Menschen mit irgendwelchen Versuchen und Experimenten gemacht haben. Alle "Fakten" der Wissenschaft sind nur Erklärungsversuche davon, wie sich die Dinge verhalten. Man nimmt diese Fakten an, weil sie eben gerade am warscheinlichsten erscheinen - aber könnte es nicht rein theoretisch auch sein, dass sich die Ergebnisse von einem Experiment auch anders erklären lassen? Dass es irgendwo eine Ausnahme gibt, wo der "Fakt" nicht mehr gilt, und man hat sie nur noch nicht entdeckt? Dass man einen Denkfehler gemacht hat oder ein Messergebnis falsch ist? ..... Deswegen glaube ich nicht, dass irgendwelche Dinge aus der Wissenschaft zwingend stimmen müssen - ich gehe zwar davon aus, dass sie stimmen, bis sie wiederlegt werden, aber ich glaube nicht, dass sie unbedingt 100% die Wahrheit sein müssen (kann natürlich sein - muss aber nicht)...

Und im subjektiven Bereich irgendwie auch - ich meine, ich kann mir nie sicher sein, ob ein anderer wirklich das denkt, was er sagt, oder ob er wirklich so ist, wie er wirkt...

Das einzige, was ich meiner Meinung nach sicher wissen kann, ist alles im Bezug auf mich selber. Angenommen... Mein Name, zum Beispiel. Ich weiß, dass ich, sagen wir mal, Cookie heiße. Aber rein theoretisch könnte das auch falsch sein, dass irgendetwas bei meiner Geburt bei den Formularen usw. falsch gelaufen ist - dann würde ich beim Staat gar nicht Cookie heißen. Deswegen könnte der Fakt "Ich heiße Cookie" falsch sein, rein theoretisch. Was aber immer wahr sein wird, ist, wenn ich sage "Ich gehe davon aus, dass ich Cookie heiße" - sobald da meine eigene Perspektive reinkommt, ist es nicht mehr unbedingt wiederlegbar. Also, das einzige, was ich wirklich sicher wissen kann, ist, was ich selber denke oder wahrnehme - weil ich alles nur aus dieser Perspektive, aus meiner eigenen Perspektive sehe. Ich kann mir nicht sicher sein, ob das, was ich wahrnehme, tatsächlich existiert, ob es objektiv betrachtet so ist, wie ich es wahrnehme - das einzige, was ich mit Sicherheit sagen kann, ist, dass es für mich da ist. Also, zum Beispiel höre ich, wie jemand redet... Dann kann ich mir nicht sicher sein, ob "Er redet", tatsächlich stimmt... Ich kann nur wissen, dass "Ich höre, dass er redet".

Wenn das irgendwie Sinn macht. Ich hoffe, meine Gedanken dazu sind einigermaßen verständlich - mir ist klar dass das jetzt warscheinlich total wirr und komisch aufgeschrieben ist, ich hoffe ich hab nicht zuu viele Logikfehler da drin oder was auch immer. Tut mir leid, wenn das hier totaler Käse ist haha.

Damit liegst du genau richtig!

(ich schreibe den Rest mal direkt an den FG)

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Hallo Funmichi,

Kein ernsthafter Wissenschaftler behauptet, daß er die "Wahrheit" über die reale Natur kennt!

Die Wissenschaft entwickelt Modelle, um die Natur zu erklären, womit wissenschaftliche Theorien lediglich die Modelle beschreiben.

Diese Theorien versucht man zu falsifizieren, also zu beweisen, daß sie falsch, oder wenigstens nicht ganz korrekt sind und baut darauf dann ein neues Modell auf, das die Unstimmigkeiten des alten beseitigt.

Gut zu erkennen an der Einsteinschen ART, die die Probleme der newtonschen Gravitation im relativistischen Bereich beseitigte. Die ART wiederum hat bekannte Defizite im Quantenbereich, aber bisher hat noch niemand eine konsistente Idee, wie man das beseitigen kann.

Damit schließe ich ausdrücklich die String- und Schleifen-Quanten- und sonstigen Hypothesen ein. Die mögen zwar mathematisch sehr elegant etwas erklären, sind aber nicht falsifizierbar und deshalb der Metaphysik zuzuordnen.

Es macht auch nicht sonderlich Sinn, wenn eine, mathematisch korrekte, Theorie 1 Billionen Lösungen anbietet, von denen nur genau eine die realen Gegebenheiten der Natur reflektiert, frei nach dem Motto "Such mal schön"

Eine gute Theorie/Modell zeichnet aus, daß sie klare Lösungen bietet und im Nachhinein, daß sie lediglich erweitert und nicht völlig verworfen werden muß.

Gruß



Wenn alles möglich ist, ist es denn dann auch möglich, dass etwas unmöglich ist?

die möglichkeiten bestimmt die wahrnehmung, was nicht wahrgenommen werden kann, fällt als möglichkeit weg. die wahrnehmung bestimmt die interpretation. die interpretation bestimmen unsere qualia, die qualia sind subjektiv und sehr sehr eingeschränkt und können uns auch völlig in unserem realitätsempfinden fehlleiten. vielleicht leben wir in einer xz breitfrosch dimension und jedes wort das ich schreibe beschreibt nichts in dieser dimension, aber unsere welt ist nur eine laune dieser dimension, wenn laune irgendwas in worte fassen kann oder darf bzw was ist schon ein moment, wenn unsere erinnerungen nicht beweisen, dass es schon vergangenheit gegeben hat?

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@Funmichi

...die möglichkeiten bestimmt die wahrnehmung, was nicht wahrgenommen werden kann, fällt als möglichkeit weg...

Nicht ganz so hektisch, Funmichi

Die Wahrnehmung ist für die Naturwissenschaften kein sonderliches Problem. Die wahrnehmbare Natur kann sie inzwischen hinreichend gut erklären.

Das eigentliche Problem sind die nicht wahrnehmbaren Effekte, wie zusätzliche Dimensionen, die aber Randeffekte auf unsere wahrnehmbaren Dimensionen haben können

Gruß

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@nax11

Naja wenn man aber nicht weiß, ob das was wir für unsere Wirklichkeit und Wahrheit halten wirklich die Wahrheit ist, wer sagt dann, dass es auch andere Dimensionen geben muss, die einen Einfluss auf unsere nehmen?

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@deerhunter33

Da solltest du mal was von den "Modellbauern" lesen, wie Lisa Randall.

In Kurzform: wenn man mit der beobachtbaren Natur nicht mehr weiterkommt, dann muß man sich nach etwas anderem umsehen, untermauert das mit einer soliden Theorie, die mindestens das reflektieren muß, was die herkömmlichen Theorien tun, die aber zusätzlich Erklärungen für bisher rätselhafte Effekte anbietet und die sich irgendwie falsifizieren läßt.

Ein inzwischen geklärtes Beispiel sind die Neutrinos, die von der Quantenmechanik prognostiziert wurden, die aber nicht zu beobachten waren, weil diese Teilchen einfach durch alles hindurchrasen, als wäre dort nichts. Einzig wenn sie direkt mit einem Atomkern (oder Elektron) kollidieren erzeugen sie einen meßbaren Effekt - inzwischen hat man mit deren Nachweis schon Routine.

Worauf die Astrophysiker derzeit ganz heiß sind wäre eine Theorie zur Dunklen Energie. Wenn die über eine zusätzliche Dimension funktioniert, man aber Seiten- oder Randeffekte beobachten kann, dann wäre das ein Durchbruch.

Gruß

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@deerhunter33

Darauf bin ich erst beim zweiten lesen gestolpert - "Wahrheit"

Die Wissenschaft sucht zwar nach Wahrheit, kennt sie aber nicht. Sie versucht gewissermaßen, sich an die Wahrheit heranzuirren, ist sich aber bewußt, daß sie immer mindestens ein klein wenig daneben liegen wird.

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@nax11

Eben nicht... Es gibt keine absolute Wahrheit, weil niemand sagen kann, dass etwas wahr ist... Und wenn jemand sagt er kann es, dann wäre das wieder so eine fiktive Figur wie der "Gott"

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Nicht durch einen anderen Betrachtungswinkel. Etwas gilt nur dann als gesichert, wenn es unanbhängig vom Betrachter gleich bleibt.

Nur neues Wissen, neue Beweise können altes Wissen widerlegen, also überholen.

Uns machen Qualia aus, Qualia sind ein Betrachtungswinkel und Qualia sind subjektiv, die Qualia täuschen uns als Beobachter durch die Brille der Qualia einiges vor, wie es eigentlich nicht ist, zB gibt es keine Zeit, auch in den Naturwissenschaften werden Qualia genutzt um Forschungsergebnisse zu interpretieren, also doch wiederlegbar wenn man es mit den Qualia eines fremdartigen Aliens ansehen würde?

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@Funmichi

Nein. Forschung ist vom Betrachtungswinkel unabhängig. Wissenschaft interpretiert nicht, das machen Medien und der Volksmund. Wissenschaft schafft Wissen. Nicht mehr und nicht weniger.

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Allerdings beweist das die Richtigkeit der Fakten nicht. Dadurch dass verschiedene Menschen das gleiche sehen, heißt es nicht, dass sie das richtige sehen.

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Wobei Fakten ja "bewiesen" sind und ich lieber einen anderen Begriff verwenden sollte

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@Glemau

Es geht hier nicht ums Sehen, sondern um die Beweisbarkeit selber.

Einfaches Beispiel:

1+1=2

Egal wie man es sieht, welchen Blickwinkel man einnimmt, diese Gleichung stimmt.

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@Andrastor

Das ist aber pure Mathematik, die prinzipiell beweisbar ist, wenn sie auch ihre kleinen Probleme hat, wie den Fermatschen Satz.

Die Naturwissenschaft beschreibt aber nur Modelle der Natur. Die Mathematik dieser Modelle ist beweisbar, die Modelle selbst aber nicht. Sie sind lediglich falsifizierbar. Sind sie gut, dann müssen sie später lediglich erweitert werden - wenn nicht, dann landen sie im Müll.

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@nax11

An welche naturwissenschaftlichen Modelle denkst du denn da konkret?

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@Andrastor

Nicht beweisbare? - An alle! (bestätigt ist nicht bewiesen)

Falsifizierbarkeit ist aber die zweitbeste Lösung - irgendwie muß man ja den "Baum der Erkenntnis" hochklettern.

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@nax11

Evolution ist beispielsweise eindeutig bewiesen, jeder Zuchtbetrieb beweist sie.

Monogamie bei gewissen Tierarten, Polygamie bei anderen, eindeutig bewiesen.

Erdrotation- Bewiesen

Form der Erde- Bewiesen

Survival of the fittest- Bewiesen

Welches Modell schwebt dir denn konkret vor, wenn du meinst dass etwas nicht bewiesen wäre? Kläre mich auf, sonst kommen wir nie auf einen gemeinsamen Nenner.

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@Andrastor

Kläre mich auf, sonst kommen wir nie auf einen gemeinsamen Nenner.

Womit wir bei dem schweigen die Ursache für das Problems des FS gefunden haben.

Ich frage mich trotzdem etwas... Wieso haben wir Menschen überhaupt einen Juckreiz, wenn es nicht (soweit ich aus Erfahrung sprechen kann, überall..) empfohlen wird daran zu kratzen?

Man sagt ja das man nicht Kratzen soll um Unreinheiten in das tiefere Netzgewebe zu befördern. Kann es nicht sein, dass durch das Kratzen gerade das Gewebe "gelockert" wird um von innen nach außen durch den Schweiß bessere "benötigte Stoffe" zu erlangen die den Heilprozess fördern?

Mir ist noch etwas aufgefallen. Auf die Idee bin ich gekommen als ich damals vom Garagendach gefallen bin und es mir die Atemwege blockierte. Der Schluck muskel hatte die Atemwege beim Aufprall blockiert. Als ich kurz vor dem Ersticken war haben sie sich glößt.

Als ich also das nächste mal richtig Erkältet war und selbst das Nasenspray nichts brachte beide Nasenlöcher wieder frei zu bekommen, hielt ich mir die Luft an (ohne Finger) Als ich merkte das ich es nicht mehr aushalte lies ich locker und atmete völlig frei ein. - Gerne selber mal ausprobieren - / Ich konnte also 2 Minuten total frei durchatmen bis sich die Nasenhöhlen wieder verschlossen.

Anscheinend hat es also einen Sinn das sich die Nasenhölen verschließen. Denn bei richtigen Luftmangel öffnen sie sich.

Wo ist der Sinn dabei? Denn es wird ja Nasenspray empfohlen, was ein unnatürliches Hilfsmittel ist um die Nase frei zu kriegen?

usw.

Ich glaube das einiges noch nicht sich in der richtigen Faktenlage befindet.

Beschreibungen wie ein Apfel und noch ein Apfel sind 2 und das hochgehend bis zu den ungeklärten milleniumsfragen sind natürlich statthaft. Doch mit Ihnen alles noch nicht sorgfälltig geprüft.

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@MinajX

Wieso haben wir Menschen überhaupt einen Juckreiz

Das Jucken ist ein Anzeichen auf geringe Hautverletzungen und löst Behandlungsreaktionen aus, das Kratzen ist eine eher ungewollte Angewohnheit, wichtigere Reaktionen sind die Identifikation der Ursache und die Behandlung durch Speichel, Wasser und/oder die Auslösung von Gruppenhygiene (Lausen).

Desweiteren zeigt das Kratzen und ähnliche Reaktionen an dass ein Gruppenmitglied unter Juckreiz leidet und kann eine entsprechende Reaktion der Gruppe auslösen, wie das Anbieten von Hygiene oder die Isolation der betroffenen Individuen.

Kann es nicht sein, dass durch das Kratzen gerade das Gewebe
"gelockert" wird um von innen nach außen durch den Schweiß bessere
"benötigte Stoffe" zu erlangen die den Heilprozess fördern?

Nicht wirklich. Die Schweißdrüsen befinden sich an der obersten Hautschicht und der Schicht direkt darunter (in einer "Röhre" von unten nach oben). Durch das Kratzen wird oftmals diese Hautschicht entfernt, die Blutbahnen werden freigelegt, man blutet. Da fließt dann bis zur Heilung kein Schweiß mehr.

Wo ist der Sinn dabei? Denn es wird ja Nasenspray empfohlen, was ein unnatürliches Hilfsmittel ist um die Nase frei zu kriegen?

Der "Verschluss" der Nasenhöhlen bei einer Erkältung ist eine Reaktion auf Keime, die durch die Schleimproduktion getötet und rausgespült werden.

Natürlich ist das Überleben wichtiger, weshalb der Körper die Atemwege befreit, wenn Erstickungsgefahr droht.

Ein gutes Nasenspray löst nicht nur den Schleim, sondern übernimmt seine Aufgabe der Sterilisation. Sprich es hilft bei dem Kampf gegen die Erreger.

Dass deine Schluckmuskeln die Atmung blockiert haben, kann nicht sein. Höchstens hat dein Kehlkopfdeckel die Luftröhre blockiert.

Die Schluckmuskeln können die Atmung nicht derartig beeinflussen. Was auch möglich ist, ist dass dir durch den Sturz die Luft aus der Lunge gepresst wurde und Muskeln und Knochen im Brustkorb ein Einatmen verhindert haben.

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Naja Theoretisch ist das was wir als Atom bezeichnen zu 100% ein Atom, wir können aber nicht 100% sicher sein ob wir wissen was ein Atom ist bzw. woraus es besteht usw.

Da sind wir uns überhaupt nicht sicher. Wir wissen nur, daß das Atommodell stimmt soweit wir sehen können. Man geht aber davon aus, daß Quanten nicht die allerkleinsten Teilchen sind, bzw. daß sie lediglich einen Energiezustand (eine Wellenfunktion) reflektieren. Das können wir aber nicht messen, womit es vorerst beim üblichen Atommodell bleibt.

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