Ist Tourette-Syndrom eine adäquate Ausrede für den Tatbestand der "Beamtenbeleidigung"?

19 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Immer wieder schön, deine Fragen zu lesen :-) Und Tourette ist ein sehr interessantes Thema!

Es gibt keinen richtigen Nachweistest für Tourette, also wird eine Diagnose Anhand der Beobachtung festgestellt.

Laut medizinischen Vorgaben sind Bedingungen für die Diagnose mindestens ein vokaler und mindestens zwei motorische Tics, diese müssen aber nicht gleichzeitig auftreten.

Die Symptome müssen allerdings schon vor dem 21. Lebensjahr erstmals aufgetreten sein.

das heißt, wenn der Patient beim Arzt jedes mal nach dem "A..." sagen noch leicht mit Kopf zuckt und bei jedem Satz z.B. auf die Schenkel klopft, wird er höchstwahrscheinlich so eine Bescheinigung bekommen.

Was ihm aber daraus entwächst, wenn er ein Attest für eine psychische Erkrankung hat, wiegt die paar Hundert Euro Strafe für Beamtenbeleidigung nicht auf.

Hier findest du eine Liste mit Strafmaß in Penunzen: talkteria.de/forum/topic-5603.html

Das ist vielleicht vernünftiger. Herr B. kann immer noch sagen, dass es ihm leid tut, das wird eventuell den Strafmaß etwas verringern.

Ansonsten, falls der Herr B. nicht davon abzubringen ist, und doch noch üben möchte, empfehle ich ihm den Film Big White - Immer Ärger mit Raymond mit der grandiosen Holly Hunter als Tourett-Syndrome erkrankten - zwecks Übung und zum erheitern.

In dem Trailer sieht man nur den Ausdruck der Echolalie (nachplappern der Wörter), wobei auch die Koprolalie (vokale Obszönitäten) nicht zu kurz kommen. Ein sehr schmalziger, aber auch lustiger Film, unbedingt zu empfehlen.

Noch ein Übungsstück, jedoch maßlos übertrieben: http://www.oktay.de/fun/Grissemann-Tourette.mp3

Nahja, man sollte damit nicht scherzen, aber wir meinen es nicht böse. ;-)

p.s. Trailer-Link kommt im Kommentar.

Immer wieder schön, wenn Du zu meinen Fragen antwortest.

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Die MP3-Datei konnte ich mir nur zur Hälfte anhören. Dann setzte das Fremdschämen ein.

Wo sind wir hier in Deutschland gelandet, wenn man für das Duzen eines Polizisten schon 600 Euro zahlen muss?

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@Buchfink

Das stimmt, seltsame Auffassung udn seltsame Schmerzgrenze. Duzen ist ganz schlecht, aber Zunge raus strecken, das ist noch bezahlbar, sogar ohne Attest.

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Hallo, es wird zu einer Gerichtsverhandlung kommen. Hier wird ein psychologisches Gutachten angefordert, welches ein vom Gericht zugelassener psychologischer Gutachter erstellt. Dies sind in den meisten Fällen Psychologen mit zusätzlicher medizinischer Ausbildung und langjähriger Erfahrung. Diese Gutachter kannst du nicht täuschen. Sie haben viele Jahre Erfahrung im klinischen Bereich ( Psychiatrie ) und entlarfen einen Schwindler sehr schnell. Also, lieber die Strafe akzeptieren, als durch einen Gutachter entlarvt zu werden - viele Grüße!

Er soll einsehen, dass er einen Fehler gemacht hat. übrigens: entgegen einer weit verbreiteten irrigen Ansicht gibt es keine spezielle Beamtenbeleidigung, sondern "nur" Beleidigung. Wenn er jetzt Krnakheit simulieren will, macht er die Sache wohl nur noch schlimmer. Es bleibt wohl nichts anderes übrig, als sich in aller Form zu entschuldigen und angesichts des verpassten Zuges um Nachsicht zu bitten. Im übrigen soll er künftig seinen frechen Mund halten, denn es ist nicht hinnehmbar, dass er jemand so beschimpft. Polizeikontrollen müssen eben manchmal sein und andere Leute haben es auch eilig. Das ist aber kein vernünftiger Grund, andere zu beschimpfen.

Gebe DIR für DEINE Antwort zunächst einen Punkt. Nur Frage, was ist eine Beleidigung!?? Wenn man seinem Gegenüber die Meinung geigt!? oder wenn man Worte benutzt, die darauf hindeuten, dass man einen in einem Beamten ein Schwein sieht, was nur frißt, stinkt, und nie genug fressen kann. GALLARIAOY

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also mit Tourette das wird wohl nix, denn dann musst du ein ärztliches Attest vorlegen,was du nur bei einem Arzt bekommst,der nur krumme Dinger dreht - aber da wird er wohl kaum Glück haben. Er kann es wirklich nur so drehen,dass er den Zug oder sonst wen aber halt nicht den Beamten gemeint hat. Oder er hätte es schon vor Ort mit ner Entschuldigung versuchen müssen.Wars nur ein Beamter ders gehört hat, dann hat er vielleicht Glück,dass er sich besser rausreden kann.....hauptsache er hat das Protokoll nicht unterschrieben...

Erst eine große Klappe und hinterher sich rausbrunsen, zudem mit so einer blöden Ausrede, glaubst Du wirklich, ein Richter oder ein Staatsanwalt ist so blöd und zieht sich den Hut mit einem Kran auf? Die Geschichte wird dermaßen schnell ausgehebelt, schneller, als sie erzählt ist.

Meinungsäußerung ist auch eine blöde Idee,klappt garaniert auch nicht. Auch wenn ich angebe: "Ich bin der Meinung, sie sind ...." ist man dran. Auch das Selbstgespräch klappt nicht.

Einzige Chance, dein Kumpel geht zur Polizei und entschuldigt sich, er sagt (ehrlich genug), wie peinlich ihm das ist das er sich und seine gute Erziehung vergessen hat und bittet den Polizeibeamten um Entschuldigung. Eventuell wird der dann doch keinen Strafantrag stellen.

Reue und Einsicht, die einzige Möglichkeit.

So ein Unfug! Natürlich darf man zu sich selbst was sagen - es kommt natürlich auf die Situation an. In dieser wird jeder räsonable Richter keinen Grund für eine Bestrafung sehen. Klug wäre es natürlich gewesen, wenn der Typ sich sofort entschuldigt hätte, mit der Erklärung wie ich weiter unten schrieb - daß er nicht davon ausgehen konnte, der Bulle höre es .. Till

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