Ist Terror für einen guten Zweck erlaubt (Französische Revolution)?

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8 Antworten

Du stößt damit auf einen klassischen Moralischen Konflikt:
Kann man etwas Schlechtes mit etwas Gutem rechtfertigen? Was ist Gut oder Schlecht moralisch gesehen?

Aber ist etwas Gutes was man auf einem schlechten Weg erreicht noch gut?
Was ist mit etwas Schlechtem was man auf einem guten Weg erreicht?

Die relevante Frage dabei ist doch:

Wer bestimmt denn ob ein Zweck gut oder schlecht ist?
Ist es ein guter Zweck einen Viertel der Menschheit zu töten um die restlichen dreiviertel zu retten? Oder aktuell: Ist es ein guter Zweck ein Flugzeug abzuschießen um ein Stadion voll Menschen potentiel zu retten?


Es gibt nicht umsonst das Sprichwort: Gut gemeint ist nicht gleich gut gemacht.

Im Endeffekt wird die historische Sicht wohl durch das Ergebnis und die jeweiligen Wertvorstellungen geprägt bzw. anders gesagt: Geschichte schreiben die Sieger.

Ich denke es ist nie Gut vorsätzlich andere oder sich selbst zu töten oder zu verletzten, unter keinen Umständen. Aber es kann manchmal die bessere Alternative sein, um z.B.  größeren Schaden abzuwenden. Terror ist denke ich nie die bessere Alternative.

Das Problem ist wohl, man weiß nicht zu welchem Ergebnis eine Entscheidung führt bis man sie getroffen hat.

Was ist denn ein guter Zweck? Und ist dieser Zweck dann immer noch ein guter Zweck, wenn andere Personen oder Personengruppen darunter leiden? Ist dann das, was die IS-Attentäter tun, gerechtfertigt, nur weil sie das, was sie tun,  aus ihrer Sicht aus guten Gründen tun?

Es reicht nicht, nur die Ansichten des Terroristen zu betrachten sondern auch das, was es für die anderen Menschen bedeutet, die in ihrem Umfeld oder ihrer Zeit leben.

Ok danke für deine Meinung ^^. Aber war Gleichheit und Freiheit denn nicht aus aller Sicht gut?

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@LeDreamer

Im Kampf um 'Freiheit' und 'Gleichheit' gibt es aber auch immer Menschen, die ihr Leben verlieren. Ganz gleich, ob diese Menschen Recht hatten mit ihrer Einstellung oder nicht, sie sind gestorben. War das alles aus der Sicht ihrer Familien dann gut?

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@LeDreamer

wie ich schon schrieb. Der Zweck wird durch die angewandten Mittel entwertet.

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Das ist eine Moralfrage. In einer humanistischen Moral nicht. Wobei sich diese auch verbiegt und in absoluten Notsituationen auch von bestimmten Normen bzutreten bereit wäre.

In einer nichthumanistischen Moral kann das beliebig anders aussehen.

Hätte es Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit nicht auch ohne Guillotine gegeben? Haben die Amerikaner zur ErKlärung der Menschenrechte Menschen reihenweise die Köpfe abgeschnitten?

Na ja...
Ist ein etwas ungünstiges Beispiel.
Die amerkanische Unabhängigkeitserklärung ist von 1776 - die Sklaverei wurde erst 1865 abgeschafft, zumindest auf dem Papier.

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Es ist nur dann erlaubt, wenn man damit sein Ziel erreicht. Wenn man es nicht erreicht, wird man vom Sieger verurteilt, eingesperrt oder gegebenenfalls einen Kopf kürzer gemacht. Dann ist es natürlich nicht erlaubt.

"Der Zweck heiligt das Mittel"

Aber der Zweck wird oft durch die angewandten MIttel entwertet.

Ich glaube nicht, dass Robespierre den Terror benutzt hat, um Freiheit und Gleichheit zu erzielen. Wenn er das je wollte. Die Revolution hat, wie viele Revolutionen, ihre Kinder gefressen.

Nein Terror ist für einen guten Zweck nicht erlaubt, denn der Terror trifft alle.

Was für einen guten Zweck erlaubt sein kann, ist der Tyrannenmord. Also z.B. der Mord an Hitler. Aber da wurde der Mordversuch (leider) ja nicht ziellos gegen Unbeteiligte gerichtet, sondern auf Hitler selbst.

Der IS z.B. sieht seinen Terror auch als gerechtfertigt an, weil er, so meint der IS, auf einen guten Zweck hin gerichtet sei. Aber er tötet viele Unschuldige. Und das ist nicht gerechtfertigt.

Terror ist nicht gleich Terror. In Frankreich, oder z.B. auch in der UdSSR unter Stalin, gab es das, was man heute als Staatsterror bezeichnen würde. Es ist nicht islamischer Terror bei dem Ungläubige gesprengt oder mit Äxten angegriffen werden, sondern eine systematische Verfolgung von echten oder vermeintlichen Gegnern des Staates, des Systems. Ob ein Staatsterror zulässig ist? Ich denke in einigen Fällen schon. Wenn sich ein Teil der Bevölkerung gegen den Staat verhält, diesen ablehnt und seinen Untergang anstrebt, dann kann man durchaus repressive Aktionen gegen diesen Teil der Bevölkerung anwenden. Man soll sie nicht gleich töten, aber z.B. durch Inhaftierung neutralisieren. Man hat es ja vor kurzem mit den "Reichsbürgern" erlebt, aber man kennts auch von den agressiven "Antideutschen", "Antifas", aber auch von selbsternannten Patrioten von der NPD usw.

Gandi hat eine Revolution ohne Gewalt hervorgebracht.

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