Ist Tee homöopathisch?

13 Antworten

Hallo Johanna335,

leider hast Du nicht genau beschrieben, was Du eigentlich ausprobieren möchtest.

Habe ich Dich richtig verstanden: Du möchtest wissen, ob eine schöne Tasse Tee eigentlich schon so etwas ist wie ein homöopathsches Arzneimittel, weil der Tee in der Aufgussflüssigkeit verdünnt ist?

Nein, das ist nicht der Fall.

Was beim Tee passiert: In den Teblättern sind bestimmte chemische Substanzen enthalten, zum Beispiel Koffein, Gerbstoffe,... Wenn Du die Teeblätter mit heißem Wasser übergießt, lösen sich etliche dieser in den getrockneten Teeblättern enthaltenen chemischen Stoffe im Wasser. Diese trüben dann das Wasser und rufen den typischen Geschmack hervor. Im Körper gehen sie dann teilweise ins Blut (z.B. das Koffein) und bwirken über biochemische Vorgänge z.B. eine anregende Wirkung.

Die anregende Wirkung des Tees beruht also darauf, dass der Tee Wirkstoffe ins Wasser abgibt, die dann vom Körper aufgenommen werden und pharmakologisch wirken. (Ohne auf die Details einzugehen.)

Und jetzt im Vergleich dazu die Homöopathie:

In der Homöopathie hast Du einen Wirkstoff. Von diesem nimmst Du eine ganz bestimmte Menge, zum Beispiel 1 Gramm und verdünnst dieses Gramm Wirkstoff in Lösungsmittel (Wasser oder Wasser/Alkoholgemisch). Und zwar im Verhältnis 1:10, falls Du eine D-Potenz herstellen willst und im Verhältnis 1:100, falls Du eine C-Potenz herstellen willst. Und die Zahl hinter dem C oder D gibt an, wie oft Du in diesem Verhältnis verdünnt hast. Bei jedem Verdünnungsschritt musst Du außerdem den Mischbehälter auf eine ledergebundene Oberfläche schlagen. In der Vorstellung der Homöopathen setzt dieses Schütteln geheimnisvolle Kräfte in Gang.

Wenn Du z.B. einmal im Verhältnis 1:100 verdünnt hast, hast Du eine C1-Potenz. Dann kommt 1 Wirkstoffatom auf 100 Lösungsmittelatome.

Nach dem zweiten Schritt (die C1-Lösung wieder im Verhältnis 1:100 verdünnt) hast Du die Potenz C2 mit 1 Wirkstoffatom auf 10 000 (=100 *100) Lösungsmittelatome

Nach dem dritten Schritt (die C2-Lösung wieder im Verhältnis 1:100 verdünnt) hast Du die Potenz C3 mit 1 Wirkstoffatom auf 1 000 000 (=100 *100 * 100) Lösungsmittelatome

Nach dem vierten Schritt (die C3-Lösung wieder im Verhältnis 1:100 verdünnt) hast Du die Potenz C4 mit 1 Wirkstoffatom auf 100 000 000 (=100 *100 * 100 * 100) Lösungsmittelatome.

So. An dieser Stelle sollte man mal darüber nachdenken, was die Zahlen eigentlich bedeuten. Schließlich sind ja auch im verwendeten Lösungsmittel (Wasser) Verunreinigungen drin. Wir sind jetzt bei C4 (oder D8, das ist dieselbe Verdünnung) längst unter der Konzentration der meisten Verdünnungen in unserem Leitungswasser. Was da unter "Anionenanalyse" immer hinten auf dem Mineralwasser drauf steht, ist jetzt bereits zig-mal häufiger enthalten als Dein "Wirkstoff". C4 entspricht etwa dem gesetzlichen Grenzwert der Verunreinigung unseres Leitungswassers mit Arsen.

Natürlich merken wir vom Arsen im Leitungswasser nichts, es ist eingach zu wenig drin, um noch zu wirken. Hier merkst Du also den entscheidenden Unterschied zum Tee: In den homöopathischen "Arzneien" ist vom Wirkstoff nichts oder viel zu wenig drin.

C4 ist jetzt bei der Homöopathie aber eine extrem niedrige Potenz. Handelsüblich sind C12, C30 oder C200. In allen diesen "Arzneien" ist der obige Schritt so oft durchgeführt worden, dass im gesamten Globulifläschchen überhaupt kein einziges Atom des Wirkstoffes mehr enthalten ist.

Man kann außerdem ausrechnen, dass sich auch das Lösungsmittel unterhalb der C12 nicht mehr weiter verändert: Auch die durchschnittliche Anzahl "Schüttler", die ein Lösungsmittelmolekül beim "Potenzieren" miterlebt, steigt nicht mehr weiter an, weil in jedem Schritt ja nur 1% der Lösungsmittelmoleküle weiterverwendet wird.

Trotzdem sollen in der Vorstellung der Homöopathie besonders diese höheren Potenzen deutlichere/"tiefere" Wirkung zeigen - also genau dann, wenn kein(!) Wirkstoffatom mehr in der "Arznei" enthalten ist. Es soll irgendeine Erinnerung, eine Art Information des Wirkstoffes in der Arznei drin sein. Jedoch auf wundersame Weise sollen nur noch die positiven Eigenschaften des Stoffes da sein. Bei Arsen soll die Arznei zum Beispiel vergessen haben, dass das Arsen einmal giftig für Dich war. Eine Erklärung, woher ein Wassermolekül wissen soll, was gut für Dich ist, gibt es in der Homöopathie nicht.

Also das ist ungefähr so, als würdest Du sagen, der Tee schmeckt/wirkt am stärksten, in dem keine Gerbstoffe, keine Aromen und kein Koffein enthalten ist. Ich persönlich würde davon ausgehen, dass dieser "Tee" dann wie heißes Wasser schmeckt. Falls Du hier jetzt meiner Meinung bist, dann hast Du den Unterschied zwischen Tee und Homöopathie verstanden.

Hier wird es noch einmal recht anschaulich erklärt:

https://www.youtube.com/watch?v=uOnROX8v-Wc&list=PLYV0M5j3X55QGMzZdRsUUFwpIgW6-bspy&index=17

Grüße

Normaler Tee hat für homöopathische Mittel noch zu viele Inhaltsstoffe die sogar oft noch eine Wirkung auf den Körper haben (Teein, Kräuter, etc.).

Wenn du aus Tee ein homöopathisches Mittel machen möchtest, dann kippe deine Tasse Tee in den nächsten Bach, warte drei Tage und nimm dann aus dem selben Bach wieder eine Tasse Wasser - dann hast du ein homöopathisches Mittel. ;-)

Tee kann eine Wirkung haben z.B. durch enthaltenes Koffein, Homöopathie arbeitet mit Placebos.

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