ist Suizid eine sünde wen man einer grausamen folter entgehen will?

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8 Antworten

Biblische Motive Allgemeine Motive für Suizid sind:

der Vollzug in der Hoffnung, „damit dies oder das nicht (mehr) geschieht“ (Ri 9,54; 1Sam 31,4; 2Sam 17,23; 2Makk 10,12-13; 2Makk 14,42); die Erreichung eines höheren Ziels (1Makk 6,44); der Wunsch, sich selbst oder andere durch diese Handlung zu bestrafen (Ri 16,28ff; Mt 27,5). Zentrales Motiv ist in allen dargestellten Fällen die → Ehre als kollektives Ideal und Grundwert alttestamentlichen Ethos. Die Suizidhandlung ist meist Verzweiflungstat, was sich besonders in der Gottverlassenheit von Saul und Judas widerspiegelt. Schon der Fall Saul zeigt, dass Suizid als angemessene Reaktion auf tödliche Bedrohung galt. Dieses Motiv tritt in frühjüdischer Zeit besonders deutlich hervor, etwa bei Rasi. Simsons Suizid dagegen ist ein Racheakt, der den Helden der Simsonsage am Ende doch als Sieger erscheinen lässt.

Ein Mensch kann vom Drang zum Suizid überfallen werden und dann als Opfer erscheinen. Ein unerträglicher plötzlicher Schmerz über einen großen Verlust, eine ungeheure Kränkung oder die eigene Schulderkenntnis können ihn wie ein Schwert töten. Im strikt moralischen Sinn meint Suizid einen ungesetzlichen moralischen Akt, durch den jemand seinen eigenen Tod direkt herbeiführt. Historisch erfolgt seine Beurteilung gegensätzlich. Auch die Bibel urteilt nicht einhellig. Weder Altes noch Neues Testament verbieten oder verurteilen den Suizid ausdrücklich und eindeutig.

Die biblischen Schriften berichten von den unterschiedlichsten Möglichkeiten der Selbsttötung. Die Akte werden in allen Stellen meist einfach zur Kenntnis genommen. Neben der Verherrlichung finden sich auch negative Urteile, insgesamt jedoch werten Altes und Neues Testament suizidales Handeln kaum. Entscheidend sind Umstände und Intention. Insofern scheint das biblische Ethos den Suizid als tragisches Lebensschicksal zu tolerieren, vor allem in der Form des uneigennützigen Selbstopfers.

Eine Wertung bleibt insbesondere dann aus, wenn die Motive als berechtigt anerkannt werden. Die biblische Begründung, Simris Suizid sei eine göttliche Strafe, gehört zum Rahmenwerk der Königsbewertungen. Möglicherweise kannte der Ausgangstext eine solch moralisierende Bewertung noch nicht.

Der Talmud tadelt Suizidanten wie Simson, Saul und seinen Waffenträger, Ahitofel, Simri und Rasi nicht, weil sie sich nach einem verlorenen Krieg oder, um der Schändung von Feindeshand zu entgehen, das Leben nahmen.

Bemerkenswert ist, dass das jüdische Recht des rabbinischen Judentums keine Anstiftung zu einem Verbrechen kennt. Wo es keine Vertretung oder Rechtfertigung für ein Verbrechen gibt, befreit das Recht den Täter nicht von seiner ausschließlichen Verantwortlichkeit. Selbst bei Zustimmung des Verletzten ist der Täter somit der Tötung schuldig. Darin unterscheidet sich das rabbinische vom biblischen Verständnis. Während Ersteres eine fremd vollführte Tötung als Gnadentod oder Euthanasie erachtet, versteht die Bibel Abimelechs Tod trotz Vollstreckung durch einen Dritten als Suizidgeschehen. Die Selbsttötungen von Simson und Eleasar werden mitunter auch als „indirekte Suizide“ klassifiziert, weil ihr eigener Tod nicht primäres Ziel ihrer Handlung war. Das heutige Judentum lehnt Suizid streng ab. Er gilt der Tradition nach als Sünde, die vom künftigen Leben ausschließt. Obwohl die Hebräische Bibel und der Talmud kein ausdrückliches Verbot kennen, untersagt ein seit alter Zeit fortdauernder Konsens Suizid implizit durch das göttliche Gebot zur Bewahrung des Lebens. Abgeleitet wird die Verpflichtung zur Lebenserhaltung aus Dtn 4,14: „Nehmt euch um eures Lebens willen gut in acht!“ Im Allgemeinen wird Suizid deshalb im traditionellen Judentum als Frevel gegen Gott angesehen und ist deswegen verpönt. Als Quelle gilt auch das fünfte Gebot im → Dekalog „Du sollst nicht morden“ (Ex 20,13; Dtn 5,17) sowie Gen 9,5 („Wenn aber euer Blut vergossen wird, fordere ich Rechenschaft, und zwar für das Blut eines jeden von euch“). Ist der Vorsatz und die Zurechnungsfähigkeit erwiesen, sollen die üblichen Ehrungen versagt bleiben. Dies gilt vor allem vor und beim Begräbnis eines Suizidanten. Ausnahmen gibt es beim Glaubenszeugnis oder Martyrium. Hier kann Suizid unter Umständen als geboten erscheinen, wenn ein Jude zu den drei Todsünden Götzendienst, Unzucht und Mord gezwungen wird und sich dem nur durch Suizid entziehen kann. Im Talmud wird vom Suizid mancher Märtyrer berichtet. Die christliche Tradition ist dagegen prinzipiell der Auffassung, dass keine individuelle Mangelsituation den Suizid unmittelbar rechtfertigt. Eine Ausnahme besteht, wenn es sich um ein heroisches Selbstopfer im Hinblick auf die Rettung anderer handelt (z.B. Maximilian Kolbe). Zwar finden sich im Neuen Testament keine expliziten Aussagen zu Suizid, im Subtext überwiegt aber das Souveränitätsargument: Gott als Schöpfer des Menschen bleibt Herr über Leben und Tod; Selbsttötung erscheint daher als selbstherrliche Auflehnung des Geschöpfes gegen seinen Schöpfer. Die ethische Weisung Gottes, das Leben zu achten, rechtfertigt eine Negativsicht der Selbsttötung. Unter dieser Voraussetzung lässt das Ja Gottes zum Leben den Suizid ethisch-theologisch nicht zu. 

Es gibt keinen biblischen Text, der das Phänomen des Suizids an sich grundsätzlich reflektiert und in bestimmten Situationen den Suizid als beste oder schlechtest mögliche Wahl vorschreibt. Es gibt lediglich Fallbeschreibungen von Ausnahmesituationen, in denen der Suizid gewählt wird. Es sind durchweg individuelle Entscheidungen. So nehmen Simson und Eleasar ihren Tod in Kauf, während sie eine Heldentat vollbringen. Abimelech und Saul sind schon tödlich getroffen und wollen ihren Tod nur beschleunigen. Bei Sauls Waffenträger, Ahitofel, Simri, Ptolemäus, Rasi und Judas kann man noch am ehesten von Suizid sprechen.

Dominierend ist bei der Bewertung in allen Fällen der stille und einfühlsame Respekt vor dem Suizid als einem letzten ehrenvollen Ausweg in alternativloser Konfrontation. Wo die Zumutbarkeit an sichtbare menschliche Grenzen stößt, erfordert die Achtung menschlicher Tragik die Aufhebung des moralischen Urteils. Insofern lehren die biblischen Darstellungen, dass Suizid ein menschlicher Grenzfall ist, der sich allen einseitigen Bewertungen widersetzt.

 Die Bibel urteilt nicht über Selbstmörder. In der Bibel werden je nach Zählung bis zu zehn Suizide erwähnt: Abimelech (Ri 9,50-56), Simson (Ri 16,28-31), Saul und sein Waffenträger (1Sam 31,4-13), Ahitofel (2Sam 17,23), Simri (1Kön 16,18-20), Eleasar (1Makk 6,43-46), Ptolemäus Makron (2Makk 10,12-13), Rasi (2Makk 14,41-46), Judas (Mt 27,5). Abgesehen von der einzigen neutestamentlichen Stelle kommen alle genannten Suizidfälle in den geschichtlichen Büchern des Alten Testaments vor. Neben den Suizidanten gibt es biblische Gestalten, die zumindest suizidale Gedanken haben.

Als → Abimelech zur vollständigen Eroberung der von ihm belagerten und eingenommenen Stadt Tebez die Burg stürmen will, wirft eine Frau ihm am Burgtor einen Mühlstein auf den Kopf. Trotz zerschmetterten Schädels gibt Abimelech seinem Waffenträger einen letzten Befehl: er solle ihn mit seinem Schwert töten, damit niemand sagen könne, eine Frau habe ihn umgebracht. Daraufhin durchbohrt der Gehilfe ihn und beschleunigt damit seinen Tod.

Diesen Fall eindeutig zu klassifizieren ist schwierig, da drei Aspekte hier zusammenspielen: Der Mordanschlag auf Abimelech, sein sich anschließender Todeswunsch und die ausführende Mitwirkung seines Waffenträgers. Hilfreich ist die Übersetzung M. Bubers für den letzten Königbefehl Abimelechs an seinen Diener: „und töte mich vollends“. Im Gedächtnis blieb seine Ermordung als König (2Sam 11,21), die durch die Hand einer Frau erfolgte, wodurch Abimelechs Ableben als unehrenhaft galt (Ri 4,21-24, Ri 5,26.31; Jdt 16,5-9 [Lutherbibel: Jdt 16,7-11]). Der Brudermörder, der seine 70 Brüder auf „ein und demselben Stein“ (Ri 9,5.18) tötete, wurde selbst durch einen Stein erschlagen. Moralisch werden sein Suizidgedanke und die Hilfe seines Dieners im Alten Testament nicht kommentiert.

3.1.2. Simson (Ri 16,28-31) Der → Nasiräer → Simson gerät in die Gefangenschaft der → Philister, nachdem ihm die von den Philistern beauftragte → Delila die Haare abgeschnitten und er dadurch seine göttlichen Kräfte verloren hat. Er wird geblendet und ins Gefängnis geworfen, wo seine Haare wieder nachwachsen. Seinetwegen feiern die Philister ein Freudenfest zum Ausdruck des Triumphes über die Feinde. Als sie ihren Spott mit ihm treiben wollen und ihn dafür zu sich rufen, stemmt Simson sich mit aller Kraft gegen die tragenden Mittelsäulen des Hauses, worauf es mit allen 3000 Frauen und Männern zusammenstürzt. Tatmotiv Simsons ist Rache (Ri 16,28) für die ihm widerfahrenen Demütigungen. Vor seiner Tat bittet er Gott um Kraft für diesen letzten Akt. Seine Worte „So mag ich denn zusammen mit den Philistern sterben“ (Ri 16,30) erklären sein Tun sowohl als Selbstvernichtung als auch Vernichtung der Feinde. Insgesamt wird die Simson-Gestalt im Alten Testament positiv beurteilt, was auch in der Schilderung eines ehrenvollen Begräbnisses im Grab des Vaters zum Ausdruck kommt und den biblischen Respekt vor seiner Tat beweist.

3.1.3. Saul und sein Waffenträger (1Sam 31,4-13 par 1Chr 10,4-14) Im Kampf Israels gegen die Philister müssen die Israeliten fliehen. Nachdem die drei Söhne → Sauls bereits erschlagen worden sind, wird auch er durch Bogenschützen schwer verwundet. Seinem Waffenträger befiehlt er daraufhin, ihn mit dem Schwert zu töten. Als dieser aus Angst verweigert, stürzt Saul sich selbst ins Schwert. Der Waffenträger tut es ihm gleich und stirbt mit ihm.

Saul gilt als bekanntester Suizidant im Alten Testament; sein Ableben wird oft mit der konkreten militärstrategischen Situation der Gilboa-Schlacht (→ Gilboa) begründet. Unterschiedliche Bewertungen für Sauls Ende finden sich in den beiden anderen Stellen, die von seinem Tod berichten. 2Sam 1 spricht von einem Schwächeanfall Sauls (2Sam 1,9); das erste Chronikbuch fügt der ansonsten identischen Schilderung von Sauls Ende eine Begründung hinzu und bewertet seine Tat dadurch negativ: „So starb Saul wegen der Treulosigkeit, die er gegen den Herrn begangen hatte. Er hatte das Wort des Herrn nicht befolgt und den Totengeist befragt, um Auskunft zu suchen; an den Herrn aber hatte er sich nicht gewandt. Darum ließ er ihn sterben und übergab das Königtum David, dem Sohn Isais“ (1Chr 10,13-14).

Ahitofel (2Sam 17,23) Das Wort des königlichen Beraters → Ahitofel am Hofe Davids gilt nahezu so viel wie ein Gotteswort. Als er sich am Aufstand → Absaloms gegen dessen Vater → David beteiligt und Absalom einen guten Rat Ahitofels zugunsten eines weiteren Ratgebers verwirft, kehrt Ahitofel in seine Heimatstadt zurück, bestellt sein Haus und erhängt sich. Er wird im Grab seines Vaters beigesetzt. Ahitofels Ableben ist ohne weiteres als Suizid aufzufassen. Mit einer für viele Suizidanten charakteristischen, letzen gewissenhaften Sorgfalt bestellt er noch sein Haus, bevor er sich tötet.

Ein Urteil über Ahitofels Person und Tod enthält das zweite Samuelbuch nicht. In der biblischen Erwähnung von seiner ehrenvollen Beisetzung im väterlichen Grab kommt eine gewisse Ehrerbietung für den Selbstgetöteten zum Tragen; sie kann als wertschätzenden Kommentar zu Ahitofels Suizid gedeutet werden.

Verschiedene Bibelkommentare vergleichen seinen Tod mit dem von Judas Iskariot im Neuen Testament. Eine Rückübertragung vom negativen Bild der Judas-Gestalt im Matthäusevangelium und ihres Endes auf Ahitofel und seine Selbsttötung bleibt hypothetisch.

Simri (1Kön 16,18-20) → Simri, Knecht und Befehlshaber über das Heer des Königs Ela, zettelt eine Verschwörung gegen diesen an, erschlägt ihn und wird statt seiner König. Als die Israeliten daraufhin die Stadt → Tirza einschließen, zieht sich Simri in den königlichen Palast zurück, steckt ihn über sich in Brand und findet den Tod.

Der Vorgang wird als Strafe für die Sünden gedeutet, die Simri begangen hatte (1Kön 16,19). Damit wird sein gewaltsames Lebensende als frühzeitiger Tod, als verdienter Niedergang eines Verschwörers und Königsmörders negativ gewertet. Diese moralische Verurteilung seiner Lebensführung ist dem redaktionellen Rahmenwerk zuzuschreiben, das das Verhalten eines jeden Königs im Nachhinein bewertet. Eleasar (1Makk 6,43-46) Eleasar beteiligt sich unter dem → Makkabäer → Judas am Kampf gegen das königliche Heer von Antiochus Eupator, dessen Übermacht durch 32 Kriegselefanten begründet ist. Auf dem Schlachtfeld entdeckt er bei einem Elefanten, der alle anderen überragt, königlichen Schmuck. In einer Fehlannahme vermutet er Eupator darauf. Eleasar schlägt sich eine Bresche durch die feindlichen Reihen bis zum Elefanten, stellt sich unter ihn und durchbohrt das Tier, worauf es über ihm zusammenbricht und ihn erdrückt.Eleasars Kriegstod wird nur von wenigen Exegeten als Selbsttötung gewertet. Dennoch verrät er insofern eine suizidale Neigung, als Eleasar bereit ist, sich im Krieg töten zu lassen. Die biblische Begründung, er opfere sich, „um sein Volk zu retten und sich ewigen Ruhm zu erwerben“ (1Makk 6,44), erscheint als spontane Erfüllung einer soldatischen Pflicht, die grundsätzlich einen Sterbewillen bekundet. Allerdings ist dieser nicht frei von persönlicher Ruhmsucht. Der selbstlose Aspekt wird also mit einem egoistischen verbunden. Aufgrund von Eleasars tragischem Irrtum verfehlt der angezielte Heldentod die intendierte nationale Ehrung. Jedoch finden sich im ersten Makkabäerbuch weder eine Geringschätzung noch eine Verurteilung von Eleasars Selbstopfer.

Ptolemäus Makron (2Makk 10,12-13) Als der unter Antiochus Eupator dienende, nicht-jüdische Statthalter Ptolemäus versucht, den andauernden Streit mit den Juden friedlich beizulegen, verraten ihn seine Vertrauten bei seinem Herrn. Weil er schon früher als Verräter galt und zu Eupators Vater übergelaufen war, sieht Ptolemäus seine ehrenvolle Stellung gefährdet und setzt seinem Leben durch Gift ein Ende. Der Hof intrigiert gegen Eupators Günstling von fremder Herkunft und judenfreundlicher Gesinnung und treibt ihn in die Enge. Als letzten Ausweg erscheint Ptolemäus der Suizid, um sich dem kollektiven Urteilsspruch zu entziehen und seine Ehre zu bewahren. 2Makk 10,13 lässt dabei im Wortlaut die Sympathie der Redaktoren für die Person des Ptolemäus und eine einfühlsame Anerkennung seines psychologischen Dilemmas erkennen.

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Kommentar von tinimini
12.02.2016, 21:45

Rasi (2Makk 14,41-46) Als Mitglied des Ältestenrats von Jerusalem genießt Rasi hohes Ansehen und wird wegen seiner Güte „Vater der Juden“ genannt. Aufgrund einer Anzeige bei Nikanor, General des Königs Demetrius über Judäa, will dieser ihn verhaften lassen, um den Juden einen schweren Schlag zu versetzen. Umzingelt von allen Seiten sieht Rasi keinen Ausweg mehr und stürzt sich in das Schwert. Die Verletzung trifft jedoch nicht tödlich, so dass er auf die Mauer läuft und sich in die Menge hinabstürzt, wiederum ohne zu sterben. Schließlich stellt er sich auf einen Felsen, reißt sich die Eingeweide aus dem Leib und schleudert sie auf die Leute hinunter, verbunden mit dem Anruf Gottes, des „Herrn über Leben und Tod“, sie ihm wiederzugeben. So stirbt er.

Der Suizid Rasis ist die mit Abstand breitest ausgefaltete Schilderung einer Selbsttötung in der Bibel. Die überaus detaillierte und bildreiche Beschreibung ist an Dramatik kaum zu überbieten und schwer auszuhalten.

Im Motiv Rasis, lieber in Ehren zu sterben „als den Verruchten in die Hände zu fallen“, zeigt sich, wie er sich der Auslieferung und der unwürdigen Behandlung durch Feindeshand entziehen will. 2Makk 14,46 enthält dabei einen wichtigen Hinweis auf die psychologische Komplexität von Suizidhandlungen und den mehrdeutigen Charakter der Selbsttötung: der Tod braucht nicht ihr primäres und einziges Ziel zu sein. Rasis Verzweiflungstat wird in der Bibel nicht als Fluchtversuch getadelt, sondern mit erkennbarer Empathie und einer gewissen Hochachtung beschrieben.

Judas Iskariot (Mt 27,5)

Nachdem er Jesus an die jüdische Obrigkeit verraten hat, bereut der Jesusjünger Judas seine Tat, wirft die dafür erhaltenen Silberstücke in den Tempel und erhängt sich.

Judas wurde zu einer tragischen Ursprungsgestalt in der Geschichte der Judenverfolgung und der Ächtung von Suizidanten. Die christliche Polemik gegen Judas setzte schon früh ein, seine Selbstvernichtung wurde als verdientes, schändliches Ende ausgelegt. Nicht selten wird sein Suizid noch entschiedener verworfen als sein Verrat. Matthäus erzählt als einziger Evangelist vom Suizid des enttäuschten Jüngers. Nach Mt 27,5 erhängt er sich wie Ahitofel. Dagegen stirbt Judas im ersten Kapitel der Apostelgeschichte ganz anders, wie durch ein Gottesgericht: „Mit dem Lohn für seine Untaten kaufte er sich ein Grundstück. Dann aber stürzte er vornüber zu Boden, sein Leib barst auseinander, und alle Eingeweide fielen heraus“ (Apg 1,18). Beiden Stellen ist gemein, dass sie mit großer Ruhe und Sachlichkeit von Judas berichten. Eine moralische Verurteilung erfolgt nicht.

Menschen mit suizidalen Gedanken in der Bibel Neben den aufgeführten Stellen gibt es weitere biblische Personen, die Suizidgedanken in sich tragen. Drei Beispiele seien hier aufgeführt.

→ Jona bietet im gleichnamigen Buch den mit ihm Reisenden seinen Suizid an, um eine Rettung des Schiffes aus Seenot zu bewirken („Nehmt mich und werft mich ins Meer“). Er entkommt aber auf wundersame Weise dem Tod (Jon 1,12).

Nachdem → Sara, die Tochter Raguels, im → Tobitbuch von den Mägden ihres Vaters verhöhnt wurde, ist sie so traurig, dass sie sich erhängen will. Sie unterlässt es, um ihrem Vater Schande zu ersparen, was eine negative Sicht auf den Suizid offenbart (Tob 3,10 [nicht in Lutherbibel]). Als der Kerkermeister von Philippi nach einem Erdbeben erwacht und alle Gefängnistüren offen sieht, will er sich aus Verzweiflung in sein eigenes Schwert stürzen. Paulus‘ Eingreifen verhindert dies (Apg 16,27-33).

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Kommentar von bonamassa23
12.02.2016, 22:33

omg-es erfüllt mich mit solz zu sagen das dies der längste Kommentar ist den ich je sah...danke für die mühe.lg

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Wenn indische Männer in die nicht zu gewinnende Schlacht gegen muslimische Schlächter wie Gori, Ghazni usw. zogen, verübten deren Frauen die rituelle Selbstverbrennung (Jauhar) da sie wussten was Ihnen und ihren Kindern in de Sklaverei bevorstand. Um dieser Schande des sexuellen Missbrauchs und der Folter durch die angehenden Besitzer zu entgehen verübten sie Jauhar. Das waren mutige Frauen und es war sicher KEINE Sünde sondern die letzte, einzig richtige Konsequenz, und eine Form des Widerstandes. Die meissten Sklaven verstarben allerdings während des Transportes über den Hindukush (slaughter of Hindus). Selbstverbrennung wurde gewählt um den toten Körper vor Schändung zu bewahren. Christliche Ansichten das Suizid immer eine Sünde darstellt finde ich nur grausam und herzlos.

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Also ich denke zwar das es eine Sünde wäre, würde es aber trotzdem machen! Und ich denke der gott an den man glaubt würde das auch verstehen da er sicher nicht möchte das man leidet!
LG Tom :)

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Ich finde generell dass Suizid nichts ist, was religiös verurteilt werden sollte. Sünder sind wir sowieso, keiner mehr oder weniger als sein Nächster. Statt uns gegenseitig Angst zu machen, was wir "bei Gott dürfen" oder nicht sollten wir uns darum kümmern, dass die Leute um uns herum gar nicht erst auf solche Gedanken kommen müssen. Das ist definitiv eher in Gottes Sinne.

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Kommentar von Latexdoctor
11.02.2016, 23:15

Der Suizid wurde erst im Mittelalter zur Sünde erklärt, von der Kirche !!!

Wenn die Kirche sagt was Sünde ist und was nicht, dann hat Gott verloren, denn dann ist er der Handlanger und die Kirche selbst ist Gott

Also war und ist Suizid niemals eine Sünde (gewesen)

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Suizid ist immer eine Sünde.Egal wie stark die Schmerzen sind,der Glaube an die Religion sollte dir Hoffnung geben,so viel,dass Suizid nicht in Frage kommt.

Hoffe konnte dir helfen.

LG HinataHime:)

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Kommentar von bonamassa23
11.02.2016, 23:15

ich denke man sollte sich vorher freiwillig umbringen dürfen wen man weis das man zb einer jahrelangen Pein ausgesetzt werden wird.jesus würde das schon verstehen

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Kommentar von HinataHime
11.02.2016, 23:19

Woher willst du wissen,dass Jesus das verstehen würde?Egal.Bei so was denke ich nur,jeder soll das machen,was er für richtig hält.

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Kommentar von Andracus
11.02.2016, 23:22

Tja, wir hier in Deutschland, wo man gut versichert ist, wo keine Granaten rumfliegen und dann am besten noch in einem funktionierenden Umfeld, ohne tiefe Schuld in der wir stehen, ohne chronische Schmerzen und all sowas in der Art... wir können das leicht sagen. Aber versetz dich da mal rein!

Gott will nicht dass wir so tun als ginge es uns die ganze Zeit blendend. Gemeinde ist dazu da, dass man sich aussprechen kann, dass man nicht nur gemeinsam lacht, sondern auch leidet. Verzweiflung ist keine Sünde.

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Kommentar von Hamburger02
12.02.2016, 09:31

Da kann ich mal wieder nur den Kopf schütteln über den Blödsinn, der bei Religion rauskommt. Da soll man sich also der Folter unterwerfen nur, um einer Märchengestalt zu folgen. 

Diese dDenkweise halte ich für genauso pervers, wie die der christlichen Missionare, die behaupteten, es sei besser für einen Heiden ermordet zu werden als weiter an seine heidnischen Götter zu glauben und gottesfern zu sein.

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ja, das ist eine sünde.

denke mal an das martyrium des petrus. der wollte ausweichen, ist dann aber nach rom umgekehrt um sich wissentlich kreuzigen zu lassen

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Suizid ist Sünde.

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biste mit einer Domina verheiratet ?

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Kommentar von DonaldBernd
12.02.2016, 01:25

Alles klar 😂😂😂😂👌🏻
Der 2. beste Kommentar den ich heute gelesen hab

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