ist stubenarrest heute noch eine angemessene erziehungsmaßnahme?

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7 Antworten

In meiner "alten"Familie (in der ich aufgewachsen bin) und in meiner jetzigen kamen wir alle ohne aus (ich habe 8 Geschwister, mein Vater hat 30 Enkel, ich habe 5 Töchter und bis jetzt 5 Enkel). Und wir alle haben an unseren Nachkommen nichts auszusetzen.
Ich glaube Stubenarrest verhängt man, weil man sich nicht anders zu helfen weiß.
Ich habe - und bin übrigens sehr dankbar dafür - einen wunderbaren Vater, der Lehrer war und mit den "unangehmsten" Schülern "fertig" wurde,nur dadurch daß er sie nicht als Untermenschen ansah, ihre Eigenarten respektierte und nie ihren familiären Hintergrund ignorierte. Außerdem hatte er jede Menge Tricks auf Lager.
Ich habe ihm gut zugesehen und sehr viel von ihm gelernt.

So lievevoll wie gottesanbeterin bin ich nicht erzogen worden und musste daher meine eigene Erziehungslogik finden. - Wenn es gut läuft, hat eine "Strafe" etwas mit dem vorangegangenen "Regelverstoß" zu tun. Bei unserem Sohn z.B., der sehr eigenmächtig und auch uneinsichtig sein kann, verhängen wir Hausarrest, wenn er viel länger fortgeblieben ist als vereinbart und/oder nicht Bescheid gesagt hat, wo er zu finden ist. Zimmerarrest gibt's manchmal bei absolut rotzfrechem, nicht mehr kontrollierbarem Benehmen. Dann sage ich meistens (und fuchtle dabei mit den Händen): "An Deiner Stelle würd ich jetzt eine Zeit lang auf mein Zimmer gehen, sonst könnte es sein, dass der Watschenbaum umfällt. Das wollen wir beide doch nicht." Auch da fehlt mir eigentlich eine Alternative: alles Reden hätte keinen Sinn, weil er in dem Moment nicht empfänglich dafür ist.

Aber das ist doch schon ein Supertrick!

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Ich finde es kommt auch auf´s Kind an und vor allem auf´s Alter.Einen 16 jährigen mit Stubenarrest zu bestrafen, finde ich albern.Aber für unseren fast 11 jährigen ist das die schlimmste Strafe; wenn er z.B. in der Schule arg geschludert hat (z.B.für eine Arbeit überhaupt nicht geübt o.keine Hausaufgaben gemacht hat)verhänge ich schon mal 1-2 Tage Stubenarrest.Es gibt nichts, was mehr u.vor allem nachhaltig bei ihm wirkt.Schließlich sehe ich auch nicht ein,wenn er zu faul war für die Schule zu üben (u.ihm fällt nun mal nicht alles so zu,er muß was tun)ihn zur Belohnung noch zu seinen Freunden raus zu lassen.Da finde ich es nur eine normale Konsequenz ihn mal einen(im Notfall auch mal 2) Nachmittag nicht raus zu lassen.

Ich kenne keinen Stubenarrest, denn ich war als Kind immer brav lüg und außerdem war ich ohnehin lieber drinnen als draußen... Ganz theoretisch würde ich behaupten, Stubenarrest kann auch heutzutage eine "angemessene Erziehungsmaßnahme" sein, wenn ein sinnvoller Zusammenhang besteht. Also z. B., der Filius drückt sich gleich nach der Schule bis in den späten Abend draußen rum, statt seine Schularbeiten zu machen. Dann halte ich einen befristeten "Arrest", bis die Hausaufgaben gemacht sind, für sinnvoll.

Es soll noch Eltern geben, die diese Art der Erziehung gut finden. Habe selber Bekannte die das praktiziert haben. Aber ich finde das bringt nicht viel. Unsere Tochter mußte, wie sie noch im Kindergartenalter war, in ihr Zimmer wenn sie ihr "Böckchen" hatte, und durfte wieder raus wenn ihr Böckchen weg war. Das waren meisten nur 10 -20 min. Aber das hat geholfen, ihre erste Wut und Ärger war dann weg und das bezeichne ich auch nicht als Stubenarrest. Denn hinterher haben wir in Ruhe reden können.

du mußt ja schlimm gewesen sein! ;-)
sowas hatt ich nie. Hätte auch nicht viel genützt im Erdgeschoß- wäre ich eh nicht drauf eingegangen und wär trotzdem weggegangen. Ich halte so etwas eh nicht für sinnvoll. Was soll das bringen? Damit lernt man nichts und führt auch nicht zur Einsicht

Wir hatten als Kinder öfter Stubenarrest, bis meine Mutter mitbekam, das sie uns damit gar nicht doll ärgern konnte. Wir haben alle gerne und lange geschlafen, wenn wir arrest hatten, haben wir uns einfach ins Bett gelegt, selbst wenn wir mal nicht einschlafen konnten, haben wir so getan als ob. HIHI............. Leider erfand unsere Mutter dann andere, ekelige Strafen, so wie abwaschen (wir waren sechs und kein Geschirrspüler), Böden wischen, Kohlen aus dem Keller holen, später kam noch bügeln dazu, fürchterlich, trotzdem blieben wir ganz schöne Rabauken, wenn ich mich so zurück erinnere.

Meinem Sohn hatte ich nie Hausarrest verordnet, ich war ja froh, wenn er draußen spielte. Nur in seiner "Trotzzeit" so mit aufstampfen und soweiter, da habe ich ihn in sein Zimmer geschickt, mit der Aussage, wenn du dich beruhigt hast, kannst du gerne wieder raus kommen.

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