Ist Steuerberater zur Verantwortung zu ziehen?

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3 Antworten

Da §53AO in Anwendung gebracht wird sind die erbrachten Leistungen steuerfrei.

Äh - nein. Jedenfalls nicht pauschal.

Nun ist aber der Verein in den letzten Jahren sehr "gewachsen", so dass jetzt bei einer Prüfung festgestellt wurde, dass die Kleinunternehmerregelung schon lange nicht mehr gilt.

Wieso macht ein Verein von § 19 UStG Gebrauch?

Von den, im Sinne des genannten §, Nichthilfebedürftigen sollen nun 7% ermäßigte Steuer berechnet werden. Logischerweise soll der Verein auch für Jahre entgangene UST nachzahlen.

Das kann aber nun der StB nicht feststellen; die Prüfpflicht, ob es sich um USt- behaftete Tätigkeiten (respektive Nichthilfebedürftige) handelt oder nicht obliegt dem Verein respektive der Geschäftsführung des Vereins. Der StB macht ja offenbar nur die Abschlüsse, nicht die Buchführung.

Der Steuerberater meint, er wüsste auch nichts davon, dass nicht ALLE Kunden des Vereins steuerfrei sein sollen. Die betreffenden §§ könne man so oder so auslegen

Das finde ich jetzt allerdings zumindest befremdlich. Nur - der JAB basiert ja auf der Buchhaltung, die der Verein selbst geführt hat. Das kann der StB gar nicht erkennen, aber evtl. wäre es dennoch ein Fall für seine Berufshaftpflicht.

Ich verweise hier mal auf den zugehörigen Anwendungserlass des BMF vom 26.1.2016:

"Erbringt eine Körperschaft ihre Leistungen an wirtschaftlich hilfebedürftige Personen, muss sie an Hand ihrer Unterlagen nachweisen können, dass die Höhe der Einkünfte und Bezüge sowie das Vermögen der unterstützten Personen die Grenzen des § 53 Nr. 2 AO nicht übersteigen. Eine Erklärung, in der von der unterstützten Person nur das Unterschreiten der Grenzen des § 53 Nr. 2 AO mitgeteilt wird, reicht allein nicht aus. Eine Berechnung der maßgeblichen Einkünfte und Bezüge sowie eine Berechnung des Vermögens sind stets beizufügen."

(BMF-Schreiben vom 26.01.2016, GZ IV A 3 - S 0062/15/10006, DOK 2015/1166398)

Quelle: http://www.vereinsbesteuerung.info/aeao.htm

Hier wäre evtl. ein Fachanwalt Schwerpunkt Vereinsrecht / Steuerrecht hinzuzuziehen.

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Schwierige Situation.

Ich verstehe nicht ganz wie das mit "alle Kunden steuerfrei sind" gemeint ist

Macht er die Steuer für jeden einzeln?

Grundsätzlich ist der Steuerberater eben ein Berater. Die Nachzahlung ans FA könnt ihr von ihm nicht verlangen.

Weiters müsstet ihr Nachweisen dass er alle erforderlichen Unterlagen um die Steuer richtig berechnen erhalten hat.

Würde ihn (falls es tatsächlich sein Versäumnis war) beim Verband melden. Er muss wissen welche Steuergesetze/ Erlässe zurzeit gelten. Stichwort "Verpflichtende Fortbildung"

Schwarze Schafe gibt es ja leider immer wieder die es nicht so genau nehmen.

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Kommentar von mg6358
21.06.2016, 08:01

Naja, die Kunden des Vereins die die Bedingungen des §53 (soziale, wirtschaftliche Bedürftigkeit) erfüllen zahlen keine Steuer, weil der Verein im Verband des DPWV ist.

Laut FA müssen die Kunden die nicht die Bedingungen erfüllen 7% Steuer zahlen...

Auch das FA hat bisher (über 20 Jahre) nix gemerkt, obwohl alle 3 Jahre die Erklärungen (zur UST und Körperschaftssteuer) eingereicht wurden...

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Logischerweise soll der Verein auch für Jahre entgangene UST nachzahlen...

Für wieviele Jahre soll diese erfolgen?

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Kommentar von mg6358
21.06.2016, 08:21

So wie es aussieht für 7 Jahre. Da macht der Verein dicht, mangels Masse... Da sind 20 Leute arbeitslos und 150 Senioren sind ohne Hilfe...

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