Ist Sozialhilfe unmoralisch?

14 Antworten

wie du passend erläuterst ist der Missbrauch von Sozialgeldern die absolute Seltenheit, der Anteil von Missbrauch vom Arbeitslosengeld beispielsweise liegt bei ca. 4%. Allerdings sind wir gesellschaftlich so getrimmt - ob beabsichtigt oder nicht sei dahingestellt, darüber lässt sich diskutieren - dass wir lieber nach unten schauen und die Schwächeren für alles verantwortlich machen, als mal nach oben zu schauen und zu sehen, dass es Menschen gibt die mehr Geld haben als sie in 10 Leben ausgeben könnten und Ungerechtigkeit eventuell eher von der Seite aus kommt.

Auf Kleineren, Schwächeren rumhacken ist eben einfacher, als die realen Probleme zu adressieren.

Das sind oft sozialdarwinisten, die denken, die die ganz oben sind, sind besser, schlauer und genetisch überlegen. Und die ganz unten verdienen es auch.

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Es gibt ein paar Faulpelze, die das System ausnutzen. Aber leider ist für viele die Sozialhilfe (Hilfe zum Lebensunterhalt) sehr wichtig. Die meisten Sozialhilfeempfänger sind übrigens sog. Aufstocker, d. h. sie haben entweder Arbeitseinkommen oder Rente, das unter dem liegt, was ihnen nach dem Gesetz zusteht.

Gerade wenn ich mit amerikaner chatte, online die sind am meisten gegen Sozialhilfe, und denken ich wäre nur faul.

Die denken auch jeder kann reich werden, und menschen die nicht an ihrem lebensende reich sind waren nur faul.

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@Hanarmoross4

Das stimmt. Aber nur, wenn man auch einigermaßen arbeitsfähig ist. In Amerika gibt es etliche Leute, die schon schwer chronisch krank sind und noch arbeiten, weil es dort für die meisten arman Menschen keine finanzielle Hilfe gibt und nicht mal eine richtige medizinische Versorgung.

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@maria38000

und die anderen die keine verwandten etc. haben die sich um sie kümmern, die werden bettler, und sterben mit 40 oder 50.

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Nein, unmorlisch wäre es Mitmenschen leiden und sterben zu lassen.

Der Mensch lebte ursprünglich in Stämmen, bei denen die Mitglieder untereinander Bezug hatten, alle Teil einer sozialen Gruppen waren. Man ließ seine Freunde und Familie nicht leiden, wenn diese krank, alt, schwach, depressiv oder schlicht unfähig waren. Der Mensch hatte ein breit gefächertes soziales Sicherheitsnetz.

In einem Nationalstaat mit Millionen Mitbürgern existiert keine soziale Bindung, wir zahlen Steuern, weil wir es müssen, nicht weil wir es als selbstverständlich ansehen - Der Mensch kann nur einen direkten empathischen Bezug zu einer Personengruppe, je nach Mensch, von etwa 200-300 Menschen aufbauen. Wir können emotional unseren Beitrag für Millionen anderer Menschen nicht begreifen, nur rational. Das führt gelegentlich zu Schwierigkeiten.

belohnt automatisch Faulheit

Falsche Ansichtsweise. Die Faulen werden dadurch nicht belohnt, sondern sie missbrauchen diese Hilfe. Das ist ein Unterschied, der die Sozialhilfe moralisch legitimiert. Unmoralisch hingegen ist es, diese Hilfe aus egoistischen Gründen zu missbrauchen.

Ohne sozialhilfe wäre ich obdachlos

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@Hanarmoross4

Ich finde Sozialhilfe auch sinnvoll. Die Frage ist nur, hast Du Interesse und Möglichkeiten, Dich aus dieser Situation wieder herauszumanövrieren?

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@Amtsschreck

Schon, aber es ist nicht realistisch mit gesetzlicher Betreuung, und heimunterbringung, oder

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@Hanarmoross4

Hängt wohl von Deinen Fähigkeiten ab. Handwerker werden aktuell gesucht. Andererseits wird das Leben nicht billiger.

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@Amtsschreck

ich wurde vom gutachter als arbeitsunfähig befunden. Ich hab auch keine ausbildung oder so

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@Hanarmoross4

Dann ist die Sozialhilfe auf jeden Fall eine wichtige Stütze für Dich. Meinst Du, dass Du trotz des Authismus noch einen Minijob ausüben könntest, um Dir noch was dazuzuverdienen?

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@Amtsschreck

dann würde ich riskieren alles zu verlieren. Und plötzlich würde ich als arbeitsfähig gelten.

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@Hanarmoross4

Also sitzt Du quasi in einer behördlichen Falle? Sowas wie eine Testphase scheint wohl nicht vorgesehen zu sein. Und arbeiten in einer Behindertenwerkstatt, um Deine eigenen Fähigkeiten mal zu testen?

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@Amtsschreck

Behindertenwerkstatt ist nicht für eingliederung gedacht.

Meien Krankheit ist schuld

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@Hanarmoross4

Ich kenne jemanden, dessen Sohn Erzieher für "schwierige" Kinder ist. Vielleicht hat er noch einen Tipp. Falls ich noch Infos bekomme, kann ich mich ja nochmal melden. Trotzdem wünsche ich Dir schonmal alles Gute.

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Hört man sich die Boomer-Generation in meinem Bekanntenkreis an, sind alle Sozialhilfeempfänger Schmarotzer und Taugenichtse. Bei ihnen lautet das Motto "Jede Arbeit ist besser als keine" - ein Überbleibsel aus der Agenda 2010. Dabei sieht man doch jetzt, dass die Leute sich nicht alles gefallen lassen müssen und nicht jeder Job besser ist als keiner. Auch bei dem ein oder anderen Sozialhilfeempfänger verbirgt sich eine Lebensgeschichte, die diesen Umstand erklären kann (z.B. Tod in der Familie, Krankheit etc.).

M.M.n. wird viel zu viel pauschalisiert, gerade wenn es um bestimmte soziale Gruppen geht. Diese Pauschalisierungen oder Vorurteile werden durch den (einseitigen) Konsum von Medien und Filterblasen gefördert und aktiv ins Gehirn eingebrannt, damit das eigene Weltbild nicht ins Wanken gerät.

Was ist die Lösung? Aufklärung, Aufklärung, Aufklärung und ganz wichtig BILDUNG!

was soll ich denn tun als autist? Sozialverträglich ableben? Anscheinend.

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