Ist Software-Raid1 gut? Oder ist Hardware-Raid1 besser?

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5 Antworten

RAID 1 ist der Verbund von mindestens zwei Festplatten. Ein RAID 1 speichert auf allen Festplatten die gleichen Daten (Spiegelung) und bietet somit volle Redundanz. Die Kapazität des Arrays ist hierbei höchstens so groß wie die kleinste beteiligte Festplatte.

Ein enormer Vorteil von RAID 1 gegenüber allen anderen RAID-Verfahren liegt in seiner Einfachheit. Beide Platten sind identisch beschrieben und enthalten alle Daten eines Systems, somit kann (die passende Hardware vorausgesetzt) normalerweise auch jede Platte einzeln in zwei unabhängigen Rechnern (intern oder im externen Laufwerk) unmittelbar betrieben und genutzt werden. Aufwändige Rebuilds sind nur dann notwendig, wenn die Platten wieder redundant betrieben werden sollen. Im Störfall wie auch bei Migrationen/Upgrades bedeutet das einen enormen Vorteil.

Fällt eine der gespiegelten Platten aus, kann jede andere weiterhin alle Daten liefern. Besonders für sicherheitskritische Echtzeitanwendungen ist das unverzichtbar. RAID 1 bietet eine hohe Ausfallsicherheit, denn zum Totalverlust der Daten führt erst der Ausfall aller Platten.

Aus historischen Gründen wird zwischen Mirroring (Alle Festplatten am selben Controller) und Duplexing (für jede Festplatte ein eigener Controller) unterschieden, was heute jedoch nur bei Betrachtungen über den Single Point of Failure eine Rolle spielt: Festplatten-Controller fallen im Vergleich zu mechanisch beanspruchten Teilen (also Festplatten) relativ selten aus, so dass das Risiko eines Controller-Ausfalls auf Grund seiner geringen Wahrscheinlichkeit häufig noch toleriert wird.

Zur Erhöhung der Leseleistung kann ein RAID-1-System beim Lesen auf mehr als eine Festplatte zugreifen und gleichzeitig verschiedene Sektoren von verschiedenen Platten einlesen. Bei einem System mit zwei Festplatten lässt sich so die Leistung verdoppeln. Die Lesecharakteristik entspricht hierbei einem RAID-0-System. Diese Funktion bieten aber nicht alle Controller oder Softwareimplementierungen an. Sie erhöht die Lese-Geschwindigkeit des Systems enorm, geht aber auf Kosten der Sicherheit. Eine solche Implementierung schützt vor einem kompletten Datenträgerausfall, aber nicht vor Problemen mit fehlerhaften Sektoren, zumindest falls diese erst nach dem Speichern (read after write verify) auftreten.

Zur Erhöhung der Sicherheit kann ein RAID-1-System beim Lesen stets auf mehr als eine Festplatte zugreifen. Dabei werden die Antwort-Datenströme der Festplatten verglichen. Bei Unstimmigkeiten wird eine Fehlermeldung ausgegeben, da die Spiegelung nicht länger besteht. Diese Funktion bieten nur wenige Controller an, auch reduziert sie die Geschwindigkeit des Systems geringfügig.

Eine Spiegelplatte ist kein Ersatz für eine Datensicherung, da sich auch versehentliche oder fehlerhafte Schreiboperationen (Viren, Stromausfall, Benutzerfehler) augenblicklich auf die Spiegelplatte übertragen. Dies gilt insbesondere für unvollständig abgelaufene, schreibende Programme (etwa durch Stromausfall abgebrochene Update-Transaktionen auf Datenbanken ohne Logging-System), wobei es hier nicht nur zu der Beschädigung der Spiegelung, sondern auch zu einem inkonsistenten Datenzustand trotz intakter Spiegelung kommen kann. Abhilfe schaffen hier Datensicherungen und Transaktions-Logs.

Solange du dir keinen ECHTEN Raid controller kaufst, kannst du getrost auch das Software Raid nehmen. Die "Raid Controller" auf den allermeisten Mainboards sind nichts anderes als dies. Sie sind sogenannte Fake Raids (http://de.wikipedia.org/wiki/RAID#Hardware-RAID ein Stück weiter unten)

Solltest du also nicht gewillt sein > 100€ für einen brauchbaren Controller auszugeben, würde ich abstand von dem Mainboard Raid nehmen, und das Software Raid verwenden.

Hardware RAID mit einem exotischen Chip auf dem Motherboard kann schlimmer sein als SW RAID - schlechte Treiber etc.

Für Bootlaufwerke würde ich HW RAID auf einem "Markenkontroller" (INTEL ICH10 etc) vorziehen - bei Datenlaufwerken ist es mehr oder weniger Wurscht - die Geschwindigkeit beim RAID1 ist gleich.

Kann Sn3j86 nur bestätigen. Vom Software Raid würde ich dringend abraten. Solange du dein Mainboard hast mit dem Sata/Raid Controller ist alles in ordnung. Du kannst auch wenn du dir dein Windows zerschießt auf die Daten zugreifen. Softwareseitig muss erst Windows hoch fahren und das Programm starten, das ist nicht sonderlich performant und kann auch mal abstürzen. Ein Hardware Raid wird nicht abschmieren und funktioniert auch mit anderen Betriebssystemen. (Rettungssysteme etc).

Ein Hardware Raid basiert auf einem Raidcontroller, der speziell für solche Zwecke entwickelt worden ist. Ein Software Raid wird vom Betriebssystem verwaltet. Normalerweise erzielen Hardware Raids eine bessere Performance als Software Raids. Ein Hardware Raid greift auch schon vor Laden des Betriebsssytems. Ein Software Raid ist mehr oder weniger an das Betriebssytem gebunden.

Ein Software Raid ist mehr oder weniger an das Betriebssytem gebunden.

Ich möchte diese Aussage etwas präzisieren:

Unter irgendeinem Linux wird ein SW-Raid von Open-Source-Programmen wie mdadm verwaltet.

Da diese SW-Komponente oft auf einer Live-CD (z.B. Knoppix) vorhanden ist, kann man so noch auf die Inhalte zugreifen, wenn das installierte System streikt. Ob das auch bei einem SW-Raid unter Windows funktioniert, entzieht sich meiner Kenntnis!

Auf jeden Fall kann man eine Platte, die als Element eines Verbundes eingesetzt war, nicht mit üblichen mount-Kommandos eingebunden werden ... bestenfalls aus unvollständiges Array ...

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