Ist sie VERPFLICHTET es zu kaufen, wenn es überhaupt noch nicht versandt ist?

... komplette Frage anzeigen

6 Antworten

Eine sehr komplizierte Situation.

Wer hat den Kaufvertrag abgeschlossen? Wenn es zwar mit mündlicher Duldung der Mutter die 13-jährige Schwester war, ist kein wirklicher Kaufvertrag zustande gekommen. Den hätte die Mutter explizit mit akzeptieren müssen. Die Schwester ist dort nicht geschäftsfähig. 

Das dürfte der Verkäufer kaum beweisen können, dass die Mutter eingewilligt hat oder eigentlich den Kauf beabsichtigt hat. Ebenso wird der Verkäufer mangels der geringen Kosten kaum erstmal auf eigene Kosten einen Anwalt beauftragen mit unklaren Ausgang. Diese Drohungen laufen meist in leere. Ebenso kann man gegen schlechte Bewertungen den Betreiber der Plattform auffordern, dass diese gelöscht wird.

Der Kaufvertrag ist eine Willenserklärung mindestens 2 Personen und hat mit dem Versandweg nichts zu tun. Außer es steht in den AGB´s, dass der Kaufvertrag mit dem Versand stillschweigend angenommen wurde, wie es oft bei professionellen Online-Händlern steht.

Der Kaufvertrag wäre in diesem Fall bei vollgeschäftsfähigen Personen auch ohne Beginn des Versandes mutmaßlich gültig. Mutmaßlich deswegen, weil ich jetzt den genauen Ablauf nicht einschätzen kann. Ich kann auch das vermutliche Rücktrittsrecht des Portals nicht ohne Kenntnis der dortigen AGB´s bewerten.

Im Grunde dürfte vermutlich die Schwester gar nicht ein eigenes Profil auf dem Portal betreiben. 

Kommentar von CaptainUsagi
17.05.2017, 06:08

Danke für die hilfreiche Antwort. Ja ist ne schwierige Situation ich hoffe nur, dass das jetzt echt keinen Rattenschwanz hinter sich zieht

0

Hallo
Ich bin selber bei Kleiderkreisel und da gilt grundsätzlich die Regel: Es wird gezahlt, bevor der Artikel versandt wird. Man geht also sozusagen immer auf Vorkasse. Hat deine Schwester den schon gezahlt oder ihre Bankdaten übermittelt?
Ein Austausch der Daten stellt auf Kleiderkreisel einen Kaufvertrag dar. Viele Nutzer halten sich daran aber auch nicht, ist zwar ärgerlich aber in der Regel kann man da als Verkäufer gar nichts machen. Das die Dame so dermaßen ausrastet ist vielleicht verständlich allerdings würde ich sie nochmal höflich darauf hinweisen, dass deine Schwester minderjährig ist. Nachzuweisen, dass deine Mutter dem ganzen zugestimmt hat, wird für die Verkäuferin sehr schwer werden.

Kommentar von CaptainUsagi
17.05.2017, 10:49

Ich finde ihr Verhalten absolut übertrieben. Die droht schon in der Beschreibung damit, dass die Leute anzeigen wird, die zB ihre (extrem sexy dargestellten) Fotos verwenden und hat meine kleine Schwester aufs übelste öffentlich beleidigt alsoooo...  ^^ hätte gar nicht erst mit der Geschäfte gemacht aber naja in dem Alter geht man ja nicht davon aus.
So weit ich weiß fand noch kein Datenaustausch statt, nur dass sie es kaufen wollte :|
Danke für deine Antwort :) denke es wird sich schon irgendwie regeln lassen

0
Kommentar von matrix1984
17.05.2017, 12:43

...allerdings würde ich sie nochmal höflich darauf hinweisen, dass deine Schwester minderjährig ist. Nachzuweisen, dass deine Mutter dem ganzen zugestimmt hat, wird für die Verkäuferin sehr schwer werden.

Nein, das ist zum Glück anders geregelt. Laut den AGB setzt der Nutzer einen Haken und bestätigt somit volljährig zu sein oder das entsprechende Einverständnis der Erziehungsberechtigten zu haben.

Zu schreiben:" Hör mal Verkäufer, meine Tochter ist Minderjährig, deswegen gilt der Kauf nicht" ist zu einfach und auch absolut am Gesetz vorbei. Wenn es wirklich so einfach wäre, hätte der Gesetzgeber sich den § 355 BGB komplett sparen können. 

Denn hey, mit gefällt die Ware nicht...Meine Kind hat die Ware eingekauft. Der Vertrag gilt nicht...Fertig! So würde man sich den lästigen Widerruf sparen. Da ist (manchmal auch leider) der Gesetzgeber cleverer...

Es gibt die Haftung des Aufsichtspflichtigen nach § 832 BGB. Entweder hat die Mutter sich angemeldet und ihre Daten ihrer Tochter zur Verfügung gestellt, oder die Tochter hat sich als Volljährig ausgegeben und im Mitwissen der Mutter Waren aus dem Internet gekauft. 

In beiden Fällen ist die Mutter dem Verkäufer Schadensersatzpflichtig nach § 832 BGB. Denn der Inhaber eines Online-Kontos haftet grundsätzlich für dessen Benutzung durch "Unberechtigte".

0
Kommentar von Lina0106
17.05.2017, 13:34

Wenn noch keine Daten ausgetauscht worden sind, stellt das laut Kleiderkreisel keinen Kaufvertrag dar. Also alles gut!
Des weiteren hat die Verkäuferin gegen die Richtlinien von Kleiderkreisel verstoßen. Eine negative Bewertung (hat sie deiner Schwester ja gegeben) ist nur möglich, wenn man angibt das der Verkauf schon abgeschlossen wurde, das ist er aber in diesem Falle nicht, da noch keine Daten ausgetauscht worden. Sie hat also genauso einen Fehler begangen

0

Zu erst einmal wurde hier ein rechtsverbindlicher Vertrag geschlossen. 

Da deine Schwester bei Abschluss des Vertrages 13 Jahre als war, ist sie gem. § 106 BGB beschränkt geschäftsfähig. da sie auch die Einwilligung eurer Mutter (§107 BGB) hat, ist m.E ein Kaufvertrag zu Stande gekommen.

Ohne genau zu Wissen, was gekauft wurde und wie hoch der Kaufpreis war, ist deine Schwester grundsätzlich zur Erfüllung des Vertrages verpflichtet. 

Kauf zurück treten, so lange die Frau die Waren noch nicht versendet hat.

Der Kaufvertrag wurde geschlossen. Eine einseitige Auflösung des Vertrages ist grundsätzlich nicht möglich. Egal ob die Ware versendet wurde oder nicht.

Denn sie ist doch erst verpflichtet zu bezahlen wenn sie das Produkt in den Händen hält, oder?

Wann, wer seine Vertragspflicht erfüllt ist egal. Deine Schwester ist zur Zahlung und Annahme verpflichtet, die Verkäuferin zur Überlassung der Ware. Welche Reihenfolge der Käufer und Verkäufer wählt, bleibt ihnen überlassen.

Um von der rechtlichen Seite mal wegzukommen, finde ich das Verhalten deiner Schwester eine riesengroße Sauerei! Als Verkäufer macht man sich die Arbeit und Mühe um seine Sachen zu verkaufen. Solche Personen wie deine Schwester sorgen für viel Arbeit, viel Stress und viel Ärger - wegen ein paar Kröten?!

Ganz ehrlich, zeigt mal (also deine Schwester) ein bisschen Anstand und Moral und kauft die Ware über Kleiderkreisel und recherchiert im Vorfeld, ob eine Preisersparnis woanders möglich ist. 

Kommentar von CaptainUsagi
17.05.2017, 10:52

Es geht hier nicht um das Verhalten meiner Schwester, das können wir uns schon selbst denken :) trotzdem danke für deine Antwort

0
Kommentar von Droitteur
17.05.2017, 13:46

Das Einverständnis der Mutter war ja sehr genereller Natur und damit vergleichbar der Situation des hergegebenen Taschengeldes, also einem Fall des § 110 BGB. Und auch dort wird der Vertrag regelmäßig erst dann wirksam, wenn die Leistung durch den Minderjährigen bewirkt wurde. Letzteres hat die Schwester nicht getan; somit ist der Vertrag nach meiner spontanen Einschätzung weiterhin schwebend unwirksam.

0

Deiner Schwester kann man gar nichts. Da deine Mutter aber ihr Einverständnis gegeben hat, "haftet" auch deine Mutter.

Ich gehe mal davon aus, dass es sich um einen Privatverkauf handelt und da gibt es kein Rücktrittsrecht.

Kommentar von CaptainUsagi
17.05.2017, 05:45

Gibt es nicht? Naja aber es gibt ja extra die Funktion, dsss man den Kauf abbrechen kann :/
Mutter hat nicht ihr Einverständnis gegeben, denn eigentlich sollte sie immer fragen, was sie nicht tat.. meine Schwester macht eh immer was sie will, bis es in die Hose geht.

0

Du kannst im Vorfeld zurück treten. Der Verkäufer ärgert sich das der dumme Käufer es nicht mehr will. Solange die ware nicht verschickt ist...
Las dich nicht ärgern

Kommentar von CaptainUsagi
17.05.2017, 05:42

Ja sehe ich auch so... zumal es ja die Funktion gibt zurück zu treten. Wieso sollte es dann nicht rechtens sein. Ich hoffe nur, dass meine Schwester jetzt daraus gelernt hat, dass so was auch ganz schön schief gehen kann ^^ (mit 13 weiß man ja bekanntlich alles besser)

0
Kommentar von SirKermit
17.05.2017, 06:51

Wieso Vorfeld? Wenn ein gültiger Kaufvertrag abgeschlossen wurde, dann ist er gültig, verschickt oder nicht.

1

Natürlich ist sie verpflichtet, das zu bezahlen und anzunehmen - hier kam ein wirksamer Kaufvertrag zustande.

Der wäre mit einer Minderjährigen geschlossen schwebend unwirksam, bedarf also der Zustimmung der Erziehungsberechtigten, die die ja ofenbar "mehr oder weniger" erteilte.

Es ist strafbar, seine Daten zu fälschen, um so als volljährig und damit voll geschäftsfähig Geschäftspartner zu täuschen, womit neben Schadensersatz gleich auch Strafanzeig droht.

Vlt. wäre es da doch billiger, das Teil dort zu erwerben?

G imager761

Kommentar von CaptainUsagi
17.05.2017, 05:53

Danke für die Antwort.
Tja scheinbar doch die k*cke am dampfen ^^ der einzige Punkt an dem ich versuche zu halten ist, dass es ja sogar eine Funktion gibt, vom Kaufvertrag zurück zu treten.

0
Kommentar von TristanMolan
17.05.2017, 06:16

Die Mittäterschaft der Mutter müsste erstmal bewiesen werden. Die strafunmündige Tochter wäre nicht zu belangen. Juristisch klingt immer alles gut, das Recht wird aber dadurch nicht besser. Daher gibt es soviele richterliche Entscheidungen, da aus dem Gesetzestext nicht einmal Juristen eine einhellige Meinung zustande bringen.

0

Was möchtest Du wissen?