Ist sie in die Magersucht (Anorexie Nervosa) gerutscht?

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3 Antworten

Also das Gewicht deiner Freundin ist noch im normalen Rahmen, selbst wenn sie noch 5 kg abnimmt. Es heißt aber nicht, dass du dir keine Sorgen machen solltest.

Besorgniserregend ist wirklich Ihre Ernährung. Wenn Sie schon über 20 kg abgenommen hat und wie lange sie das schon macht, dann fehlen ihr jetzt schon sämtliche Nährstoffe. Das kann nicht mehr lange gut gehen, wenn sie sich nur so monoton ernährt. Ich meine Obst und Gemüse ist besser als nur Reiswaffeln... weil SIe so wenigstens Vitamine und Ballasstoffe bekommt. Aber definitv nicht ausreichend.

Es klingt also schon richtig nach einer Magersucht. Das wiegend er Nahrung, Kalorienrechnen, Sport, das Wiegen, Frieren, alles danach richten... Es ist ein typisches Muster.

Das Problem ist, dass sie 18 ist und somit ihre Eltern nicht so einfach einweisen können, das merke ich ja selbst an mir (25 Jahre alt, 1,61 cm und 38/39 kg). Lange mussten meine Eltern zusehen. Mittlerweile haben sie rechtlich die Vormundschaft für mich eingeklagt, die Sie auch bekommen haben und könnten mich direkt einweise wenn Sie wollten (habe da aber auch zugestimmt, da ich weiß, dass ich krank bin, aber wir finden im Moment einen gemeinsamen Weg und ich gehe freiwillig).

Aber das wird bei deiner Freundin nicht so einfach wie bei meinen Eltern, weil die Vorgeschichte fehlt und Sie noch einen akzeptablen BMI hat. Am besten wäre es, wenn Ihr Sie freiwillig dazu bekommt, das ist aber schwer... Weil ich weiß, wie ihr die Einsicht fehlt. Es werden ihr Gedanken kommen, dass Ihr sie nur fetter wollt und Sie nicht abnehmen soll, weil sie nicht dünner sein soll als ihr. Sie könnte glauben ihr seid neidisch auf die Disziplin. Ihr gönnt ihr nichts, ihr versteht sie nicht und und und. Es ist schwer Sie vom Gegenteil zu überzeugen.

Ihr solltet das nicht alleine machen, sondern in der Gruppe. Eine Art Intervention hat mir geholfen. Meine Eltern haben sämtliche Freunde und Famile zu sich eingeladen und mich auch. Es war für mich totaler Schwachsinn. Habe mich da gar nicht drauf einlassen wollen. 

Wichtig, das habe meine Eltern zuvor mit einem Psychologen abgesprochen, dass keiner Vorwürfe macht, sondern jeder seine Ängste, Gefühle und Wahrnehmung nennt. Also sprich, man sagt nicht "Du isst zu wenig und wirst nur noch dünner...." sondern "Ich habe Angst, da ich sehe wie wenig du isst..." Das macht das ganze persönlicher und man fühlt sich nicht angegriffen. Alles kann gesagt werden, Angst, dass sie nicht mehr da ist einen Tag, dass Sie Schäden fürs Leben behält, dass es nicht gesund ist, dass man merkt, dass sie sich entfernt.... Parallel zeigten sie mir Fotos von früher und jetzt. Weil im Spiegel sah ich die Veränderung nicht. Da ist mir der Knoten im Hirn langsam aufgegangen. Wenn jeder einzelne mir war sagte war es mir egal. Wenn sich alle aber zusammen tun, muss da was dran sein.

Das könntet ihr vielleicht auch machen, wenn du schon mit ihrer Mutter darüber gesprochen habt, dann wäre sie vielleicht auch dabei, genauso wie ihre anderen Freunden, von denen sie sich isoliert hat. Meine Mutter hatte wohl auch Lehrer gefragt... Meine Tante war auch da. Jedem dem ich wichtig war. Das wäre ein Ansatz den ihr versuchen könntet.

Wichtig ist, dass du trotzdem weiterhin für sie da bist. Auch wenn sie dich abweist. Essen anbieten oder sie zu was zwingen bringt meistens nichts, verschlechtert das ganze noch, weil sie sich fühlt, als willst du gegen sie arbeiten und verstehst sie nicht. Eine Freundin, die sie gut behandelt, so wie früher ist hingegen gold wert.

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Es sieht ganz danach aus. Tun kannst Du nicht viel. Es ist eine psychische Krankheit (Wahrnehmungs-und Zwangsstörung), die eigentlich behandelt werden muss. Mit 18 ist das gegen ihren Willen schwierig, auch die Eltern haben nichts mehr zu sagen. man kann nur reagieren, wenn sie umfällt und bewusstlos ist und den Rettungsdienst rufen. Eine Einweisung gegen ihren Willen wegen Selbstgefährdung richtet sich nach PsychKG des jeweiligen Bundeslandes und ist nicht unkompliziert.

Das beste wäre, wenn sie sich zu einem Besuch bei einem Psychiater oder Psychotherapeuten überreden lassen würde, aber nach der Schilderung habe ich erhebliche Zweifel, dass es gelingt.


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Anorexia nervosa ist eine Zwangsstörung. Da sie über 18 Jahre alt ist, wirst du mit gutem Zureden leider nichts erreichen. 

Die wenigsten Magersüchtigen gehen zum Psychiater, denn sie halten ihren Lebensweg für total normal. Das einzige, was hilft, ist das Gebet. 

Halte mich bitte nicht für so einen bigotten Betbruder wie ich sie zur genüge kenne! 

Ich bete für deine Freundin! O. K.! 


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