Ist selbstverletzung eine sünde im Christentum?

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8 Antworten

Hallo fluffypuffy2606,

Da du nach einer christlichen Meinung fragst, nehme ich an, dass du selber eine Christin bist. Das macht dann das Antworten um einiges einfacher :-). Die Frage wurde hier schon einmal gestellt, deswegen werde ich einige teile kopieren.

Nun zu deiner Frage: Ja, ich halte es für falsch, sich selber schaden zuzufügen. Unser Körper gehört nicht mehr uns selber und ist ein Tempel des heiligen Geistes (1, Korinther 6,19) und ich finde es nicht gut, einen "Tempel" kaputt zu machen. Ein weiterer Aspekt ist, dass es schnell zur Sucht werden kann und uns soll nicht "gefangen nehmen" (1. Korinther 10,23).

Das wird dir vielleicht deine Frage beantworten, aber ob es dir wirklich weiterhilft, ist eine ganz andere Sache. Ich bin garantiert nicht hier, um über dich zu urteilen und dich dann alleine zu lassen (zugegeben, ich bin auch nicht direkt "bei dir", möchte aber dennoch ein bisschen weiterhelfen :-) ).

Gott ist treu und liebt dich. Darüber solltest du dir immer im klaren sein. Er wird dich nicht in Situationen bringen, die du nicht (mit seiner Hilfe) bewältigen kannst (1. Korinther 10,13). Er hat Pläne des Heils und nicht des Unheils mit dir vor. (Jeremia 29,11)

Weiter unten schriebst du, dass du es als eine Art Bestrafung machst. Jesus hat oft von Buße geredet und die ist auch wichtig, aber damit ist keine Form der Selbstbestrafung gemeint, sondern ein innere Abkehr von der entsprechenden Sünde. Wir fallen immer wieder in Sünde, jeder, auch diejenigen, die das Gegenteil von sich behaupten. Und wir dürfen Sünde nicht verharmlosen aber er hilft uns immer wieder auf und vergibt uns, wenn wir sie aufrichtig bereuen.

Um nochmal auf deinen Kommentar weiter unten einzugehen. Du möchtest nicht, dass deine Mutter davon erfährt, weil sie sich sonst Vorwürfe machen würde. Ich halte das für eine eher weniger gute Idee, deine Mutter möchte dir doch auch helfen, aber das kann sie nicht, wenn sie nichts von deiner Situation weiß. Ich halte es jetzt für sehr sinnvoll, wenn du dich jemandem anvertraust. Wenn du mit deiner Mutter nicht darüber reden willst, wie wäre es denn mit einem Pastor oder Seelsorger? Die sind sehr verschwiegen ;-)

Frage doch in (d)einer örtlichen Gemeinde mal nach oder wenn du das nicht möchtest, schreibe ihm (also dem Pastor/Seelsorger) eine E-mail oder ruf an. Er wird dich wohl kaum abweisen. Zumal das sein Beruf ist.

Und natürlich beten: Das sollten wir eigentlich immer als erstes tun. Wie gesagt: Gott hat immer ein offenes Ohr und möchte dir helfen und kann dir helfen. Wie/Wo/Wann weiß ich nicht, aber du kannst ihm vertrauen :-)

Ich hoffe, ich konnte dir damit ein wenig weiterhelfen. Wenn noch irgendwas ist, kannst du mich gerne anschrieben. Ich wünsche dir alles Gute.

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Kommentar von fluffypuffy2606
05.03.2017, 21:55

danke, das hat mir geholfen. deine Antwort hat mich zum weinen gebracht, du hast das schön formuliert, danke

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Kommentar von fluffypuffy2606
05.03.2017, 22:10

aber würde der pastor dann nicht was schlechtes von mir denken, wenn er davon weiß? ich weiß auch nicht ob ich dann die richtigen worte finden würde, ich habe angst davor was falsches zu sagen oder nicht verstanden zu werden.. und was wäre wenn der pastor dann total gegen mich ist und irgendwie reagiert, wo ich nicht weiß wie ich mit umgehen soll?

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Es kommt vor allem darauf an, w a r u m du dich selbst verletzt. Wenn du es aus Verachtung gegen Gott, der dir deinen Leib geschenkt hat, tust, ist es natürlich eine Sünde.

Es gab immer wieder christliche Bewegungen, wo sich die Menschen selber bestraft haben. Das haben sie aber nicht mit der Absicht getan, um sich zu zerstören oder sich gegen Gott aufzulehnen, sondern weil ihr Gewissen ihnen sagte, dass sie das tun sollen, um Gott ihre Bußgesinnung zu zeigen.

Heutzutage verletzen sich viele Menschen selber, aber nicht aus religiösen Gründen und auch nicht aus anti-religiösen Gründen. Die Ursachen liegen in psychischen Problemen. Wenn jemand selber darunter leidet, dass er sich selbst verletzt, und wenn er sich darum bemüht, Hilfe für seine Probleme zu suchen, ist das keine Sünde. Es ist ein Leiden. Leiden und Sünde sollte man auseinanderhalten.

Sünde steht immer im Zusammenhang mit einer bösen Absicht, die sich gegen Menschen, die Umwelt oder gegen Gott richtet.

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Kommentar von fluffypuffy2606
05.03.2017, 14:57

ich mache das nicht aus Verachtung gegen gott, ich bitte ihn, dass er mir hilft, ich bin zwar gegen mich, ich möchte mich bestrafen, weil ich vieles falsch mache in meinen augen, ich hatte keine leichte kindheit und bin irgendwie anders, ist mir bisschen aufgefallen, ich komm mit dem inneren druck nicht klar, wenn alles aufeinander trifft.. ich kann das nicht so gut beschreiben und deswegen trau ich mich nicht mit irgendwem zu reden, weil ich Angst habe, dass mir nicht die richtigen worte einfallen und derjenigen mich dann nicht versteht. ich habe angst vor so vielem, was ich noch falsch machen könnte, genau wie ich angst habe mir hilfe zu holen, da meine mama das alles nicht mitbekommen soll, da sie sonst sich Vorwürfe machen würde, und das möchte ich nicht

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Kommentar von fluffypuffy2606
05.03.2017, 21:12

danke, ich hab schon oft gegoogelt, hat mir aber irgendwie nicht so weiter geholfen.. Aber danke, ich kann mich in deine Antwort hineinfühlen, du hast dad total gut beschreiben. danke

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Sich selbst zu verletzen ist traurig,ein Hilferuf und Grund,sich ernsthaft Gedanken zu machen,ob Du nun an Gott glaubst,auf den Verstand hörst oder ein PowerRanger bist. Mönche und Geißler haben sich selbst verletzt,manche um den Schmerz zu überwinden oder Buße zu tun. Das Ritzen oder andere Dinge sind aber verzweifelte,sinnlose Versuche,Kontrolle über sich zu gewinnen oder seinem Selbsthass Ausdruck zu verleihen.
Tu. Es. Nicht. Suche Hilfe und mach Dir nicht Gedanken,ob irgendeine Flügelfigur aus dem Azorenhoch kippt. Hab ein gutes Leben ohne Selbstvorwürfe.

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Kommentar von fluffypuffy2606
04.03.2017, 23:17

das ist leider leichter gesagt als getan

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Kommentar von RheumaBaer
04.03.2017, 23:36

Über 15 Jahre Therapie. Medikamente. In der Reha wurde ich gefragt,ob ich eine Gefahr für jemanden bin. Selbstvorwürfe seit der Pubertät. Ich bin 50.
Es ist nicht leicht. Du hast Recht.
Aber es ist ein lohnendes Ziel. Glaube kann und sollte eine Hilfe sein. Auch etwas,das einen hoffen lässt,wenn man sich in dieser Welt nicht mehr zurechtfinden kann. Aber nicht,um sich immer schlecht zu fühlen,noch mehr Vorwürfe zu machen.
In schwierigsten Zeiten schau nur vor Dich und setze einen Fuß vor den anderen.
Versuche,Dich besser zu fühlen,z. B.durch kleine ,freundliche Gesten Menschen gegenüber,die Du magst. Ich glaube Dir Deinen Kummer. Viele Menschen sind verwirrt und Traurig,gerade in diesen Zeiten. Schau mal ,wie viele sich auf dieser Plattform melden. Viele verzweifeln an der Kälte und Ichbezogenheit hier. Aber etliche können noch mitfühlen und es geht Ihnen auch so. Gib nicht auf.

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Ja, ist es. Du darfst deinen Nächsten nicht verletzen, und der nächstere in deinem Umkreis bist du. Genau so wie Selbstmord eine Sünde ist, obwohl man keinen Dritten verletzt hat.

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Kommentar von fluffypuffy2606
04.03.2017, 23:16

warum bin ich mein nächster? ich dachte das heißt, dass man seine Mitmenschen nicht verletzen darf.

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Ist in fast allen Religionen so.

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Kommentar von fluffypuffy2606
04.03.2017, 23:15

und im Christentum auch? in der Bibel wurde davon nichts geschrieben :/

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Kommentar von fluffypuffy2606
05.03.2017, 07:03

hier geht es darum, dass gottes tempel mit eifersucht und Streit verdorben wird. außerdem wird ja in der Mehrzahl geschrieben, nicht ich allein bin der tempel, sondern die Gemeinde zusammen. vielleicht erst mal alles lesen

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Ja, nach der Bibel ist es eine Sünde sich selbst zu verletzen, weil man damit den von Gott gegebenen Körper und sein Leben schädigt.

Ob und wie Gott in einem solchen Fall urteilen wird, liegt zum Glück nicht in der Hand von uns Menschen. Und Gott sieht weiter, auch die Beweggründe der Person für diese Sünde. 

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Kommentar von fluffypuffy2606
05.03.2017, 14:07

ich konnte aber keine bibel stelle dazu finden, wo es gesagt wurde, dass es eine sünde ist. Du hast ja geschrieben, dass es nach der Bibel eine sünde ist, wo hast du denn etwas gefunden?😞

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Kommentar von fluffypuffy2606
05.03.2017, 14:59

ja aber es wird ja in der Mehrzahl geschrieben, nicht ich alleine bin der tempel, ich alleine kann ihn nicht verderben, ich tue ja keinem anderen etwas, sodass ich die Gemeinde zerstöre und somit den tempel..

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Kommentar von fluffypuffy2606
05.03.2017, 20:12

ich bin gläubiger christ, und ich finde es nicht gerade nett, das du das irgendwie bestreitest. jeder ist ja individuell, und nimmt nicht alles gleich auf was in der bibel steht. ich habe das anders aufgegriffen als du. und könntest du mir dann nochmal genau sagen, warum ich verloren wäre?

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Kommentar von fluffypuffy2606
05.03.2017, 21:17

ja, ich bin 16.. aber nur weil ich diese eine Bibelstelle anders aufgenommen habe wie du, heißt das doch nicht, dass ich auffallend geringe Kenntnisse der bibel habe.. nur weil ich noch nicht die komplette bibel gelesen habe? und was soll denn jetzt wieder dieser vorwurfsvoller Satz, du bist ja nach deinem Erklärung christ?? Ich bin Christ. du kennst mich nicht, wie kannst du dann darüber urteilen? Das löst in mir ein bedrückendes Gefühl aus, womit ich nicht gut umgeben kann, also möchte ich die Diskussion beenden, wenn das Oke ist, du darfst gerne deine meinung sagen, aber ich äußere mich nicht mehr dazu

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es gibt auch selbstgeiselung im christentum. man schlägt sich dabei wegen begangener sünden in der öffenlichkeit mit einer scharfen peitsche auf den rücken bis er blutet.

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Kommentar von hummel3
05.03.2017, 15:22

Das aber ist völliger Blödsinn, denn die Botschaft des Christentums empfiehlt an keiner Stelle die Selbstgeiselung. Und nur, weil ein paar Fehlgeleitete sowas praktizieren, wird es noch lange nicht "christlich".  

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nein ist es nicht.

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