Ist Selbstmord gerechtfertigt, ethisch betrachtet?

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5 Antworten

Ich weiß nicht, was die Ethik dazu sagt, aber ich finde, dass die Ethik vom Grundprinzip her nicht Selbstmord rechtfertigen können sollte, denn viele potenzielle Selbstmörder suchen nach einer Rechtfertigung, um kein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Nun ist es aber so, dass viele Suizidgefährdete ihre Situation schlechter und auswegloser einschätzen als sie ist und somit würden sich viele "reinen Gewissens" umbringen, obwohl sie es vielleicht besser nicht hätten tun sollen und es besser gewesen wäre, wenn man das schlechte Gewissen nicht ausgeknipst hätte.

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Da hilft nur Erkenntnis!

Wenn die Menschen ihrer Naturanlage nach die Lust erstrebten, sie aber unmöglich erreichen
können, dann wäre Vernichtung des Daseins und Erlösung durch das Nichtsein das einzig ver-nünftige Ziel. Und wenn man der Ansicht ist, daß der eigentliche Träger des Weltschmerzes Gott sei, so müßten die Menschen es sich zur Aufgabe machen, die Erlösung Gottes herbeizuführen.
Durch den Selbstmord des einzelnen wird die Erreichung dieses Zieles nicht gefördert, sondern beeinträchtigt. Gott kann vernünftigerweise die Menschen nur geschaffen haben, damit sie durch ihr Handeln seine Erlösung herbeiführen. Sonst wäre die Schöpfung zwecklos. Und an
außermenschliche Zwecke denkt eine solche Weltansicht. Jeder muß in dem allgemeinen
Erlösungswerke seine bestimmte Arbeit verrichten. Entzieht er sich derselben durch den
Selbstmord, so muß die ihm zugedachte Arbeit von einem anderen verrichtet werden.

Dieser muß statt ihm die Daseinsqual ertragen.

Und da in jedem Wesen Gott steckt als der eigentliche Schmerzträger, so hat der Selbstmörder die Menge des Gottesschmerzes nicht im geringsten vermindert, vielmehr Gott die neue Schwierigkeit auferlegt, für ihn einen Ersatzmann zu schaffen.

(von Dr. R. Steiner aus der GA 004: Der Wert des Lebens XIII)

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Tendenziell nicht, weil ein Selbstmord nicht nur den Selbstmörder betrifft, sondern auch die Familie/Hinterbliebenen, die Leute die den Körper bergen müssen, und wenn man jemand anderen dazu missbraucht (indem man z.B. vor den Zug springt) auch diesen (in dem Fall den Zugfahrer).

Wenn man keine Familie hat, niemanden der um einen trauert, sich so umbringt, dass es keinen anderen betrifft und es keinen Reinigungsdienst braucht (wobei letzteres eher schwierig werden wird), ist es imo irgendwo schon ,,okay". Ansonsten nicht.

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Kommentar von Esbatine
12.07.2017, 00:30

Ja wenn ich drüber nachdenke hat man eigentlich nicht viele Möglichkeiten sich umzubringen. Vom Dach springen Matsch auf der Straße oder ZUG LKW  hmmm ja irgendein Beteiligter ist immer dabei. In Tabletten sind Bitterstoffe damit kann man sich nicht mehr umbringen.

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Kommentar von Gedankenpolizei
12.07.2017, 00:35

Wenn man sich an einer abgelegenen Stelle im Wald umbringt merkt das keine Sau. Den sanitären Dienst besorgen Aasfresser und der natürliche Zerfall.

Pervers ist nur wenn Feuerwehr und Polizei nach mehreren Wochen eine halbverweste Leiche aus einer Wohnung bergen müssen. Die Jungs sind für ihr Leben gezeichnet.

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Wer will den selbstmörder den moralisch, ethisch oder juristisch verurteilen?

Ich vermute, das ist dem selbst ermordeten relativ egal

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Jeder darf über sich selbst entscheiden, das hat nichts mit Ethik zu tun.

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