Ist selbstgemachtes Meersalz essbar?

6 Antworten

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Da das Meersalz keiner biologischen Anreicherung in einer Nahrungskette unterworfen ist, ist es mit Sicherheit das am wenigsten schadstoffbelastete Produkt, das Du aus dem Meer holen kannst. Ohnehin ißt man Salz nur in kleinen Mengen. Ich hätte deshalb keine Bedenken, Dein Meersalz zu verwenden.

Wenn ich dort aber im weiteren Umkreis einer Atomtestanlage etwas prüfen würde, dann wären das die Fische, und zwar insb. die großen Fische, die sich von den kleineren Fischen ernähren, die die Krabben und Algen gefressen haben.

Die Meeresströmung spielt sicher eine Rolle. In Deinem Fall ist der pazifische Südäquatorialstrom von Interesse. Er fließt von Ost nach West. Das Tuamotu-Archipel (da liegt Mururoa) liegt östlich der Gesellschaftsinseln (da liegt Bora Bora). Falls von Mururoa eine andauernde Belastung des Wassers ausgehen sollte, dann liegt der Gedanke nahe, daß die Fischgründe der Gesellschaftsinseln davon betroffen sein könnten.

Ob in Französisch-Polynesien der Fischfang auf radioaktive Belastung kontrolliert wird? Ich habe daran einige Zweifel. Die Polynesier, die im Umfeld der Testanlage beschäftigt sind, müssen Schweigeverpflichtungen unterschreiben.

http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2003/11/26/a0093

Den Link auf den Artikel über erkrankte Arbeiter im Moruroa-Atoll ("Die Arbeiter sterben uns weg", Wolfgang B. Kleiner, TAZ vom 26.11.2003) hat die Software des Forums leider kaputtgemacht. Bitte den Link ausschneiden und im Browser in die Adresszeile einsetzen.

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@Franz1957

Vielen Dank für deine Antwort ! Hier kann sich -MoonWars- ein Beispiel nehmen ! Auch den Artikel finde ich sehr interessant, da uns ein Taxifahrer ebenfalls von der Problematik erzählt hat, dass Frankreich sehr viele Forschungsversuche unterbindet und bewusst die Bevölkerung unwissend lässt... Er hat uns auch erzählt, dass inzwischen viel Fisch aus Neuseeland importiert werden muss, da der "Einheimische" bei Verzehr von großen Mengen durchaus Krankheiten auslösen kann...eine Schande, wie man so einen schönen Platz auf der Erde für solchen Unsinn mißbrauchen kann und am Ende nichteinmal zu seinen Fehlern stehen muss. Zumal heute solche Versuche zumeist am Pc simuliert werden können !

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Deine Meeresströmungen im Pazifik verlaufen etwas anders. Näheres dazu kannst dem folgenden Link entnehmen.

http://www.geographie.uni-muenchen.de/internetvorlesung/klimatologie/grossezirkulation_meeresstroemungen.htm

Mururea liegt etwa 1'800 km ostsüdost von Bora Bora entfernt. Durch dieses Inselarchipel fließt keine der globalen Meeresströmungen.

Auf dem Weg von Tahiti nach Südamerika mit der MS Hanseatic haben wir in Sichtweite Mururoa passiert und sind dann in Rikitea etwa 300 km östlich gelegen an Land gegangen. Auswirkungen der A-Bombentest haben wir nicht sehen können. Auch die Menschen in etwas noch weiter östlich gelegenen Pitcain haben auch nicht von Auswirkungen dieser Test reden können. Wird das Thema hier in Deutschland nicht etwas hysterisch betrachtet?

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@Karl37

Mit der Geographie hast Du natürlich Recht. Ich hab jetzt genau nachgeschaut. Mururoa liegt gut fünf Breitengrade südlich und knapp 13 Längengrade östlich von Bora Bora. Was die Meeresströmung angeht, war ich von der schematischen Karte der fünf großen Kreisströmungen im englischen Wikipedia-Artikel "Ocean gyre" ausgegangen. Auf besseren Karten sieht man ein genaueres Bild.

In dem Gebiet des Pazifiks, von dem wir reden, scheint der Südäquatorialstrom wieder Richtung Südwesten abzubiegen, so daß er zwischen beiden Inselgruppen hindurch fließt. Allerdings würde ich nicht davon ausgehen, daß die Strömungen immer konstant sind.

Von besonderem Interesse an Mururoa habe ich hier nichts mitbekommen, im Gegenteil. yeah030 ist der erste Deutsche überhaupt, von dem ich eine Äußerung dazu mitbekomme. Der bisher einzige Mensch in meinem Umfeld, der eine Meinung dazu hatte, war ein junger Englischdozent aus Schottland, als Sporttaucher dem Meer besonders verbunden. Nach der Zündung der letzten Atombombe auf Mururoa am 27. Jan. 1996 unterhielten wir uns über den Test, gegen den ja Umweltorganisationen protestiert hatten, und wir waren beide betroffen und zornig darüber.

Wenn man das Wort Hysterie gebrauchen möchte, dann scheint es mir eher zu zwei Dingen zu passen: Einmal zu dem Anschlag gegen das Greenpeace-Schiff Rainbow Warrior, das von französischen Kampftauchern mit Haftminen versenkt wurde, während es in im Hafen von Auckland (Neuseeland) lag. Dabei kam ein Besatzungsmitglied ums Leben. Des Weiteren scheint es mir für eine hochentwickelte Industrie- und Nuklearnation wie Frankreich eine erstaunlich angstgesteuerte Vorgehensweise zu sein, wenn sie ihre Waffen auf einer Insel auf der anderen Seite der Erdkugel erprobt, anstatt einfach zuhause im Zentralmassiv dafür ein paar Schächte in den Basalt zu bohren. Das ist, was ich darüber denke.

Wie es den Menschen dort dieser Pazifikregion geht, können wir von hier aus natürlich schwer beurteilen. Der Gesellschaft für bedrohte Völker traue ich aber ein sachkundiges Urteil zu, wenn sie mitteilt:

"Bis heute kämpfen die meisten Maohi, die bei den Versuchen verstrahlt wurden, vergeblich um Schadensersatz und eine angemessene medizinische Betreuung", berichtete Delius. Jedes Jahr würden Dutzende von ihnen an Krebserkrankungen sterben. "Frankreich hat Jahrzehnte lang seine Verantwortung für die radioaktive Verseuchung von Mensch und Natur geleugnet." Ein im Oktober 2009 vom französischen Senat verabschiedetes Gesetz sehe zwar vor, Opfer der Tests in begrenztem Umfang zu entschädigen. "Doch die meisten Maohi werden nichts bekommen, weil die französischen Behörden die Archive mit ihren Daten und medizinischen Gutachten nicht öffnen." Opferverbände bezeichneten das Gesetz als bürokratische Farce. Ohne routinierten Rechtsbeistand sei es den Betroffenen nicht möglich, angemessenen Schadensersatz zu bekommen.

http://www.gfbv.de/pressemit.php?id=2065

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Besuche doch einmal eine Saline und lass dir den Vorgang erklären. Man lässt das Meerwasser an der Luft eintrocknen. Das Salz an der Oberfläche ist das Fleur de Sel (Blume des Salzes), das teuerste Salz und wird mit ca. 20 bis 50 Eur/kg gehandelt. Sterneköche verwenden diese Qualität. Das weitere Meersalz setzt sich am Boden ab und die Restlösung ins Meer zurückgeben.

Das Meerwasser enthält ein Gemisch verschiedener Salze und nicht nur Kochsalz. Was die Salzwerker in der Saline machen nennt man eine fraktionierte Kristallisation wo unerwünschte Salze in der Restlösung verbleiben und entsorgt werden.

Du hast diese fraktionierte Kristallisation nicht ausgeführt, da die gesamte Flüssigkeitsmenge eingedampft wurde. Ein Waschen mit einer Kochsalzlösung bringt aber die unerwünschten Sulfate, Bromide nicht aus deinem Salzbrei.

Wie kommt man gerade auf Bora Bora aus die Idee selbst Meersalz herzustellen? Ich war einmal dort als Akklimatisation nach dem 23-stündigen Flug von Frankfurt via Paris und LA nach Papeetee, um dann auf der Hanseatic einzuschiffen. Mehr als eine halbe Woche war im Pearl Beach Resort auf der Moto Tevairoa nicht drin, wenn man kein Millionär ist.

Der Flug ist wirklich heftig ! Wir sind die selbe Route gefolgen, nur von Berlin aus...Wir waren 2 Wochen dort und wenn man genug geschnorchelt und in der Sonne gelegen hat, kommt man (ich) auf solche Ideen, womit ich jetzt nicht behaupten will, dass es dort langweilig war, ganz im Gegenteil, aber da wir eine Möglichkeit zu kochen hatten und ich ein experimentierfreudiger Mensch bin gab es superleckeres Fillet de Boeuf (auch aus Neuseeland importiert - siehe Post weiter oben) mit ebendiesem selbstgemachten Meersalz =D Es ist einfach ein gutes Gefühl, das schöne Blau auch essen zu können :)

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In vielen Ländern wird Salz erzeugt, indem Meerwasser auf großen Flächen verteilt und dann getrocknet wird. Soweit ich weiß wird das Salz dann nicht weiter gereinigt.

Wie das jetzt in deinem speziellen Fall ist weiß ich leider nicht.

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