Ist Schüchternheit ein Neuzeit Problem?

...komplette Frage anzeigen

22 Antworten

Da müsste man mal einen Professor für Psychologie oder Soziologie fragen, die haben sicher Geschichtliches besser auf dem Schirm

Ich kann mir vorstellen, das durch das ständige PC und Handybenutzen eine gewisse Abschottung vor der Welt da draussen passiert.

Statt öfter mal Menschen anzusehen und einen Blickkontakt herzustellen und auch auszuhalten, mal jemanden anzulächeln oder nett ansehen, fliegt der Blick bei Kindern und Jugendlichen schnell auf den Bildschirm, da ist man dann vermeintlich sicher.

Doch was bringt es?  Eine gewisse Scheu vor anderen Menschen kann dann erst recht gedeihen und muss später in einer Therapie rückgängig gemacht werden, wie umständlich!!!

Auch die wenige Freizeit, in der man draussen Kontakte knüpft lässt durch lange Schul- und Arbeitszeiten nach, Kinder treffen sich nicht immer überall zum spielen, die Leistung für die Schule fordert Zeit .

Es ist heute leichter, eine Schüchternheit lange zu pflegen, bis sie irgendwann zu einem echten Problem wird.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Kon2009
10.02.2017, 22:19

Zu meinen das Schüchternheit schlimm sei, dass ist meiner Meinung nach ein Neuzeit Problem. Durch den ganzen amerikanischen Lifestyle der uns Deutschen heutzutage eingetrichtert wird ist es auf einmal eine Sünde schüchtern zu sein. Ich bin gerne etwas schüchtern, und ich nenne es nicht schüchtern, sondern sozial bescheiden.

4

Heute passieren viel mehr Dinge "öffentlich", die Welt ist "vernetzt", wenn Du etwas tust/sagst, kann es passieren, dass es wenig später "die ganze Welt weiß". Das schafft eine gewisse "Bedrohungslage" und führt eventuell dazu, dass Menschen z. B. vorsichtiger sind, was ihre Wortwahl betrifft.

Vermutlich liegt hier aber auch eine veränderte Wahrnehmung vor. Früher wurde um vieles nicht so ein Hehl gemacht, wie heute. Da war eben mal jemand schüchtern, aber man hat es nicht in die Welt hinaus posaunt. Heute kann man den Eindruck bekommen, jede Abweichung von der (wie auch immer gearteten) "Norm" sei sofort ein riesiges Problem.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hey,

ich denke, dass Schüchternheit schon immer ein Problem war, aber in der heutigen Zeit besonders verstärkt wird, aber auch besonders sichtbar wird.

Früher hat man mit Briefen komuniziert und meistens nur damalige Gepflogenheiten in der Öffentlichkeit ausgetauscht, vieles blieb privater. Man konnte den Brief sieben mal schreiben und wieder zerknüllen bis er passte, deine Nachrichten in Social Media kannst du zwar auch immer wieder ändern, aber einmal abgeschickt ist sie innerhalb von Sekunden bei der anderen Person. Das ist für viele Personen ein Vorteil, sie müssen nicht über ihren Schatten springen, nicht das persönliche Gespräch suchen und sich damit auch nicht ihrer Schüchternheit stellen. Auch wird heutzutage deutlich offener kommuniziert, so werden Beziehungsprobleme mit einer Freundin auch im Bus diskutiert, was schüchterne Menschen oft noch weiter einschüchtert.

Ich schreibe dir nur, was ich denke, wenn du genauere und seriöse Informationen haben möchtest, müsstest du mal einen Experten fragen. Ich hoffe, es hat dir trotzdem geholfen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Schüchternheit gabs schon immer. Wie mir scheint, was man so liest, wird es immer schlimmer. Weil sich die Meisten in einer Scheinwelt befinden und das Leben draußen nicht mehr auf die Reihe kriegen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Heute sind gefühlt eher weniger Menschen schüchtern als damals...

Viele Dinge galten mal als Tabuthemen... heute spricht man offener über alles...

Schüchternheit betrifft oft einfach eine gewisse Lebensphase... oft ist man es in jüngeren Jahren...

Natürlich gibt es auch Erwachsene, die Schüchtern sind... aber bei einem Großteil legt es sich irgendwann.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

In welchen Situationen äußert sich das zum Beispiel ? Vielleicht gehst Du es ja nur falsch an. Meine Menschen haben kein Problem damit, mit mir zu reden.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Nennen gab und gibt schüchtern Menschen ,seit es Menschen gibt.

Es war nur früher bis so vor 150 Jahren so, dass es viele arangierte Ehen gab .

Heute ist alles eher offener, wobei es für schüchterne etwas schwieriger wurde.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Warum sollte es ein Problem sein, wenn man nicht sofort überall mit der Türe ins Haus fällt? Laute Leute und Selbstdarsteller gibt es schon genug. Und das war früher auch nicht anders.

Ich bin ruhig und zurückhaltend. Und ich vermisse nichts.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hallo!

Ich habe schon den Eindruck, dass der Ausspruch "ich bin schüchtern" eine Modeerscheinung ist sowie eine Art Schutzwall ist für Leute, die Angst haben, gehemmt sind oder kein Selbstwertgefühl haben.. früher war das noch nicht so extrem, aber da war es auch im Alltag nicht so, dass man total aufpassen musste was man sagt & wo man sich lieber mal raushält.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Etter
09.02.2017, 19:07

Inwiefern soll das als "Schutzwall" dienen? Davon mal ganz ab, dass du danach quasi die Defintion von Schüchternheit nochmal schreibst >_>

3

Nein, es ist kein neues Problem. 

Das hat es schon immer gegeben. Früher sogar ausgeprägter als heute. Denn früher wurde einfach befohlen was gemacht werden soll und nicht danach gefragt ob er/sie damit einverstanden ist.

Wie sollte da ein gesundes Selbstvertrauen wachsen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Das ist hier normal in DEUTSCHLAND; Hier wird man aufgrund der Kleidung, Gehalt, Aussehen in "Spalten" aufgeteilt, was leider in vielen westlichen Staaten so ist, doch in einheitlichen und traditionellen Ländern, wie Polen, Italien oder Island ist das Problem geringer.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

In Zeiten, in denen sich die Menschen mehr von Angesicht zu Angesicht unterhielten , anstatt über das Smartphone zu kommunizieren, war das Problem m.M.n. deutlich weniger vertreten.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Dank Internet, ist es heute nicht mehr nötig das man lernt Sozial zu agieren.

Hat mans im Kindergarten noch gelernt Kontakt zu andren Kindern aufzunehmen... so wird dieses Verhalten eben durch die intensive Nutzung von Smartphones und Internet überflüssig.... und wie alles was man Mal erlernt aber nicht mehr anwendet, man vergisst es... wenn neben dieser Vergesslichkeit noch Mangelndes Selbstbewusstsein hinzukommt, hast du als Ergebnis Schüchternheit.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

da änderst sich nichts dran an der Schüchternheit, wenn sie denn da ist, weil das Menschenbild sich über die Jahrhunderte nicht im Geiste und Charakter verändert.  Schüchternheit wird es immer geben, genauso wie Machtbessenheit oder Geldgeilheit usw..

im Übrigen glaub ich aber nicht, daß so viele Menschen in diesem Sinne so schüchtern sind, daß es einer Diskussion bedürfte, weil Schüchtern zu sein ein An- und Vorrecht der Jugend ist - das gehört also mit zum Erwachsensein- und werden, ein Merkmal auch der Pubertät und somit zum Leben allgemein

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ich glaube, dass die so genannte Schüchternheit heute hauptsächlich durch die sozialen Medien forciert wird. 

Wenn man hier die Fragen so liest, merkt man, wie viele Menschen von den sozialen Medien abhängig sind. Da geht die Welt gleich unter, wenn sich mal jemand nicht sofort meldet. 

Zu viele vergessen, dass es auch noch ein Leben offline gibt. Und wählen demzufolge eher das stille Kämmerlein, wo sie sich ihre Traumwelt schaffen. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Meinst Du Schüchternheit oder Kontaktarmut?

Schüchterneheit, also Zurückhaltung und Befangenheit, das gabs schon immer.

Kontaktarmut ist ein "Zivilisationsproblem" und nach meiner Auffassung hervorgerufen durch den Irrglauben, daß beispielsweise "Freunde" in sogenannten sozialen Medien echte Freunde oder echte Menschen ersetzen können.

Das Smartphone ersetzt für mehr und mehr Menschen den Kontakt zu anderen, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen. Ihre Kommunikationsfähigkeit verkrüppelt dadurch.

Messenweise Beispiele dafür kannst Du hier auf gutefrage.net lesen: immer wenn es ums Kennenlernen ("Dating") geht, sind viele hilflos und fragen hier, weil sie nicht mehr gelernt haben, was sie tun oder sagen sollen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Fraganti
09.02.2017, 19:39

Früher haben sie das auch nicht gelernt. Niemand setzte sich von sich aus mit ihnen hin und schulte sie. Wenn es soweit war, fragten sie auch, nur gab es keine öffentliche Plattform dafür. Sie fragten und genierten sich dabei lieber vor Geschwistern, Cousins\Cousinen, Freunden, Tante\Onkel, Großeltern oder notfalls sogar den Eltern, als ganz Ahnungslos in irgendeine Situation hineinzulaufen. Und wer sich auch das gar nicht traute, der lief einfach nach dem Try and Error Prinzip los und fiel auf die Nase, bis er selbst dahinter kam. 

Heute gibt es die Anonymität des Internets und die hilft vor allem den Schüchtersten und jenen, die niemanden im Umfeld haben, die irgendetwas richtig machten. 

1

Deine Tags sind zum x-sten mal völlig verfehlt und falsch (bei Youtube würde man das "Clickbait" nennen). Wenn das jeder so machen würde wie du es prinzipiell tust (schlimmerweise mit Erfolg), wäre das komplette Tag-System nutzlos. Du wirst von mir jedes mal gemeldet, wenn ich das sehe, aber das nur dazu.

Persönlichkeitstypen sind seit jeher unterschiedlich. Was sich aber sicherlich geändert hat, ist der gesellschaftliche Umgang mit "lauten" und polarisierenden Persönlichkeiten. Die Grenzüberschreitung und krampfhafte Auffälligkeit ist zum Selbstzweck geworden, allein schon aufgrund der kommerziellen Maschinerie. Wenn ein Personenkult nach dem anderen um irgendwelche Schwätzer und Sprücheklopfer eröffnet wird, weil die Medienlandschaft nunmal hauptsächlich von kurzfristigen Emotionen lebt, werden sich langfristig die Vorbilder auch in diese Richtung verschieben. Natürlich gibt es auch genug Gegenbewegungen und Gegenbeispiele.

"Zurückhaltung", "Konformität" und "Bescheidenheit" sind eher konservative Werte, die tendenziell an Bedeutung verlieren. Wenn man Fragen wie die deine sowie die entsprechenden Antworten liest, könnte man aber fast auf die Idee kommen, dass viele ernsthaft glauben, dass jeder, der sich nicht in irgendeiner Form bedingungslos an diesem gesellschaftlichen Wertewandel beteiligt, "unnormal" sei. So gesehen wird ein neuer "Konformitäts"-begriff geschaffen, nämlich ein solcher, bei dem anscheinend jede Form von Individualität und freiem Ausdruck der Persönlichkeit angenommen werden darf, außer Unscheinbarkeit und Zurückhaltung. Für meine Begriffe ist das ziemlich krampfhaft und mindestens eben so "unehrlich" (weil verstellt) wie die Schüchternheit, die du deinen Mitmenschen vorwirfst. Ich persönliche schließe konsequent Menschen aus meinem Leben aus, die so unreflektiert und pauschal herablassend bestimmte Persönlichkeitstypen meinen bewerten zu können, nur weil sie nicht zu einem Perspektivenwechsel in der Lage sind und selber ihr ganzes Leben mit dem Errichten und Polieren ihrer Fassade verbringen, anstatt sich auch nur einmal auf einen anderen Blickwinkel einzulassen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Nein, Schüchternheit ist bestimmt kein Neuzeit-Problem! Leider!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Den Eindruck habe ich eigentlich nicht. Es gibt schon einige, die schüchtern daherkommen. Aber die Masse der jungen Leuten geht doch offen (manche zu offen) und zuversichtlich an die Dinge ran.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

früher war man generell offener gegenüber fremden menschen aber nicht direkt weniger schüchtern.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Fraganti
09.02.2017, 19:54

Früher war es ganz normal, dass sofort jemand mit einer Mistforke oder einem Stück Dachlatte auf dich los ging, sobald du ein fremdes Grundstück oder einen fremden Privatweg betreten hast. 

Hast du vor einem Haus gewartet, wo dich niemand kannte, ging sofort irgendeib Fenster auf "Was wollen Sie hier? Ich rufe die Polizei!" 

Gingst du in einem Dorf spazieren, wo dich nie jemand vorher gesehen hat, guckten 10-20 Leute aus der Deckung, Menschen nahmen ihre Kinder ins Haus und teils schnell die Wäsche von der Leine. 

Von Fremden war in der Regel noch nie etwas Gutes zu erwarten und es war immer das Schlimmste anzunehmen. Damals taten es die Leute noch. So etwas wie Versicherungen hatte niemand und wenn etwas geklaut wurde, bedrohte es oft sofort die eigene Existenz, bzw. machte ein paar Schuhe oder eine Säge bereits einen prozentualen Großteil des Besitzes aus. 

Früher waren Menschen wesentlich reservierter, verhaltener und verdächtigender gegenüber Fremden, als das heute der Fall ist. Heute sind viele extrem naiv und viel zu wenig vorsichtig\aufmerksam. Offenheit und dümmliches Vetrauen hat schon so manchem das Genick gebrochen oder wenigsten die Geldbörse gekostet und das werden in den letzten Jahren mehr und mehr, es wird ja aber auch immer einfacher. 

2
Kommentar von NoHumanBeing
10.02.2017, 11:50

Das glaube ich nicht. Früher dürfte es es erheblich mehr Vorurteile gegeben haben, als heutzutage. Der einfachere Zugang zu Wissen hilft, Vorurteile abzubauen.

0

Was möchtest Du wissen?