Ist Schindlers Liste ein guter Film?

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Der Film ist auf jeden Fall gut gemacht. Die Frage, ob er auch gut in dem Sinne ist, dass er dem Zuschauer etwas Sinnvolles vorführt, d.h. bei ihm etwas bewirkt, eine tiefe Einsicht in Lebenszusammenhänge z.B., kann man m.E. bezweifeln. Der Film hatte sich vorgenommen, die Hölle auf Erden in Szenen abzubilden. Es klang in einem Kommentar schon an: Wer will so etwas sehen? Aus Gründen des Selbstschutzes schaltet man doch lieber ab. Auch ich habe mir gestern noch einmal einige Szenen angesehen; schließlich konnte ich das verbrecherische Treiben dieses Lustmörders namens Göth nicht mehr ansehen und habe abgeschaltet. Das ausführlich geschilderte Treiben eines Lustmörders – für wen könnte das von Interesse sein? Man stelle sich vor, jemand nimmt sich vor, die Hölle der Bombennächte von Berlin, Dresden oder Hamburg filmisch detailliert darzustellen: er zeigt uns, wie Babys reihenweise krepieren, Mütter als lebende Fackeln herumlaufen und in den Kellern Mädchen und Jungen mit geplatzten Lungen tot herumsitzen, als würden sie schlafen. Wer guckt da gerne zu? Außer einigen Perversen, die den Schrecken, das Katastrophale lustvoll goutieren, keiner! Sinn hätte ein solcher Film nur, wenn die Verantwortlichen, die solche Massaker anordnen, solche Filme erst mal vorgeführt bekämen. Also z.B. der H. Aber der wusste garantiert nicht, dass er in Auschwitz (und nicht nur dort) die Büchse der Pandora geöffnet hatte. Der saß in seinem Berghof herum und trank seinen magenfreundlichen Tee. Sein Befehl, dieser Krieg möge „mit der Ausrottung der jüdischen Rasse in Europa“ enden, enthielt ja nur einen abstrakten Gedanken; dass er Ungeheuerliches ermöglichte, ist in die Vorstellungswelt des H. gar nicht eingedrungen. Auch die Churchills und Roosevelts konnten sich gar nicht vorstellen, dass ihre Befehle (Flächenbombardements auf deutsche Wohnsiedlungen oder „Unconditional surrender“) grausige, infernalische Menschenschlächtereien zur Folge hatten. Was hat es für einen Sinn, den Nachkommen der Durchschnittsbevölkerung, die damals überhaupt nichts gegen die verbrecherischen Befehle unternehmen konnte, ständig die Hölle auf Erden vorzuführen. Selbst wenn einige damals das Ausmaß des Grauens von Auschwitz erkannt hätten, irgend ein Wort der Kritik hätte ihnen sofort den Kopf gekostet (wegen Wehrkraftzersetzung)! Den damaligen britischen Politikern sind übrigens die verheerenden Folgen der Flächenbombardements per Luftaufnahmen vorgeführt worden; trotzdem sind sie dem Luftmarschall Harris nicht in den Arm gefallen. Ähnliche Vorkommnisse wie in Auschwitz hat es später auch in den sowjetischen Gulags in Sibirien gegeben. Dort sind deutsche Kriegsgefangene genauso behandelt worden, d.h. reihenweise umgebracht worden wie die Juden in Auschwitz (nur die Methoden waren etwas anders geartet). Man lese einmal den Bericht eines holländischen Gefangenen in so einem Gulag. Dann hat man anschließend keine Lust mehr, „Schindlers Liste“ sich anzugucken. Leider muss man erwarten, dass Auschwitz, Dresden und die Gulags nicht die letzte Antwort des Bösen waren. Das Böse ist und bleibt Bestandteil dieser Welt, da kann auch ein Spielberg-Film nichts daran ändern. Man denke nur an die ständigen Selbstmordattentate heute, schon weiß man: das Böse ist unter uns!

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Boah was für eine Antwort ****__****

Danke ;)

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In der tollen Antwort von Haldor geht aber einiges durcheinander. Zunächst mal ist das Gute an dem Film "Schindlers Liste" nicht die Darstellung der Grausamkeit jenes Mörders Göth, sondern die Darstellung der vom Ehepaar Schindler organisierten Rettung von über 1000 Juden. Der Film zeigt also, dass es sehr wohl möglich war, etwas gegen das Morden zu unternehmen. (Haldor bestreitet das.)

Der Vergleich von Auschwitz mit den Flächenbombardements ist verfehlt, weil die Bombardements eine gewissermaßen normale Eskalation des Kriegsverlaufs darstellten. Sie waren eine Reaktion auf die Bombardierung von Warschau, Belgrad, Rotterdam, London und Coventry durch die deutsche Luftwaffe. Es waren die Deutschen, die dieses Mittel der Kriegsführung erfunden haben.

Auch der Vergleich mit sibirischen Kriegsgefangenenlagern ist verfehlt, weil solche Lager ebenfalls zu den völkerrechtlich zulässigen Mitteln der Kriegsführung zählten. Sie waren eine Reaktion auf die ungeheuren Zerstörungen und Verbrechen, die die deutsche Wehrmacht in der Sowjetunion angerichtet hatte. Irgendwer musste die vielen zerstörten Städte, Straßen und Bahnlinien wieder aufbauen. Es lag nahe, das genau die Soldaten tun zu lassen, die das alles zuvor zerstört hatten, und zwar im Verlauf eines Überfalls auf ein anderes Land, der das Ziel hatte, dieses Land zu versklaven. Die Kriegsgefangenen waren also Schuldige, die Juden in Auschwitz dagegen Unschuldige. Trotudem hat von den Kriegsgefangenen in Sibirien ein viel größerer Anteil überlebt als von den Juden in Auschwitz, Treblinka, Sobibor usw.

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"Schindlers Liste" ist einer der besten Filme, die ich kenne. Er lässt einen Eindruck von dem unermesslichen Grauen zu, das Menschen in der Lage sind anderen Menschen anzutun. Trotzdem sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass es sich um einen Film handelt, der zwar recht gut recherchiert ist, aber trotzdem nicht mit historischen Fakten handelt, dies aber auch nicht muss. Es wird versucht die Geschichte der "Schindlerjuden" und die Oscar Schindlers selbst nachzuzeichnen. Besondere Berücksichtigung erfährt I. Stern. Im Hintergrund wird ein Bild der Shoah gezeichnet, das versuchen will das Leid der betroffenen Menschen aufzuzeigen. Dieser Aufgabe ist kein Film, kein Medium überhaupt gewachsen. Bei der Shoah, dem Holocaust handelt es sich um ein uunbeschreibbares, hoffentlich einzigartiges Phänomen, ein Verbrechen, das wohl nie vollständig begriffen werden kann. Trotzdem sollte man sich den Film anschauen und auf sich wirken lassen.

Antwort an tonical: Gut, ich gebe zu, dass ich einen wichtigen Aspekt des Filmes nicht genannt habe, der in der Tat dem Film von Spielberg einen Sinn gibt: die Rettung von über 1000 Juden durch Schindler. Das war eine (im Ergebnis) moralische Tat, die zeigt, dass auch in der Hölle von Auschwitz das Licht der Menschlichkeit nicht völlig erloschen war. Im Übrigen bleibe ich bei meiner Wertung: Die detaillierte Darstellung grauenvoller Mordtaten ist unsinnig und muss zu „Selbstschutzmaßnahmen“ des Zuschauers führen. – Ich wollte übrigens nicht behaupten (hier waren meine Bemerkungen eventuell missverständlich), dass man gegen das Morden nichts unternehmen konnte. Selbstverständlich, wer über die notwendigen Mittel (Beziehungen) verfügte, konnte helfen, allerdings unter Inkaufnahme unerhörter Risiken (man könnte hier u.a. auch Bertold Beitz nennen oder die gescheiterte Rettung der Anne Frank). Dass die Allermeisten in einer Zeit, wo es lebensgefährlich war, Juden zu helfen, lieber das eigene Leben und das der eigenen Familie schützen wollten, kann man sicher niemandem verübeln. Eine moralische Pflicht, das eigene Leben für andere zu opfern, gibt es nicht! - Das Übrige von „tonicals“ Kommentar ist politisch-korrekte Sprachregelung. Wenn ich allerdings lese, dass britische Bombenangriffe in ausgeklügelter Manier Feuerstürme (über Hamburg 1943) entfesselt haben (denen 30000 Menschen, darunter 5000 Kinder zum Opfer fielen), wenn ich lese, dass deutsche Soldaten Gestellungsbefehlen folgen mussten und nicht einfach von der Fahne flüchten konnten (selbst wenn das einer tat, ist er als Spion in den grauenvollen Sog der Gulags geraten, wie der Bericht eines holländischen Soldaten in deutscher Uniform bestätigt; s. Johan H. Wigmanns, Einer von Millionen) - so fällt es mir schwer, das alles durch politisch-korrekte Sprachregelung zu verniedlichen bzw. zu verfälschen ("Die Kriegsgefangenen waren Schuldige!"). Von wegen: die Gulags waren völkerrechtlich zulässig! Arbeitslager ja, aber das Morden in den Arbeitslagern sicher nicht! Und: Mord bleibt eben Mord! Es gibt kein Unrecht de luxe, keinen ethisch wertvolleren Mord. Coventry – das war auch Mord, von oben! Tonical, seien Sie ehrlich! Statt politisch korrekt zu argumentieren, rufen Sie besser - wie weiland Brennus in Rom: "Vae victis! Vae victis!" Dann sind Sie auf jeden Fall der Wahrheit näher!

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