Ist Schimmel an Gebäuden immer sichtbar?

6 Antworten

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Ein wichtiger physikalischer Faktor bei dieser Frage ist der Taupunkt. Der Taupunkt ist die Temperatur, auf die die Luft abgekühlt werden muss, dass die Feuchtigkeit in der Luft zu Wasser kondensiert.
Nehmen wir ein Beispiel zu Verdeutlichung: Bei 20° Lufttemperatur und 60% rel. Luftfeuchtigkeit ist der Taupunkt 12°. Bei dieser Temperatur wird die Feuchtigkeit in dieser Luft bei Abkühlung zu Wassertröpfchen.

Und jetzt stell dir das Temperaturgefälle innerhalb der Wand vor. Im Winter haben wir angenommen draußen 5° und im Raum 20°. Die Wand wird nun von außen abgekühlt und von innen erwärmt. Irgend wo dazwischen haben wir die 12° vom obigen Beispiel. Und wenn das nun unter der Styropor Schicht der Fall ist, dann kondensiert genau dort Wasser, und der Nährboden für Schimmel ist geschaffen.

Aus diesem Grund ist es ganz schlecht, zur Dämmung von Innen irgend welches Material anzubringen. Man bringt Dämmmaterial immer an der Außenseite an, weil so auch der gefährliche Taupunkt außerhalb der Wand gehalten wird.

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Danke. So eine Styroporplatte hält ja sicherlich nicht unbeschränkt den Taupunkt außerhalb des Gebäudes. Da wäre es interessant, ob so ein Taupunkt irgendwo zwischendrin auftreten könnte, so dass man den Schimmel nicht sieht. Rein physikalisch wäre das ja denkbar. Im Winter ist es zwar draußen kälter, aber dafür weniger Feuchte in der Luft speicherbar. Im Winter sollte man dann sicherlich drinnen mehr erwärmen.

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@micholee

Vielen Dank für den Stern!

Der Taupunkt kann eventuell auch innerhalb der Mauer auftreten. Aber das ist weniger das Problem. Denn es kommt ja noch dazu, dass eine ordentlich verbaute Dämmung auch eine sog. Dampfsperre hat. Das ist eine sehr sorgfältig und lückenlos verlegte Folie, welche Feuchtigkeit abhält.

Das Problem ist eher von Innen, denn hier produzieren wir ja einiges an Luftfeuchtigkeit durch Schwitzen, Duschen, Kochen etc. Und diese Feuchtigkeit wird immer einen Weg finden, hinter die Styroporplatten (innerhalb der Wohnung) zu gelangen, und da muss es dann bei Abkühlung der Luft zwangsweise kondensieren, wenn nicht von außerhalb der Mauer eine gute Dämmung gegeben ist.

Ja, heizen im Winter ist wichtig. Aber nicht weniger wichtig ist auch das Lüften mehrmals am Tag. Die feuchte Luft kann abziehen, bevor sie sich an den kalt gewordenen Wänden abkühlt und es dort zur Kondensation kommt. Der überwiegene Teil der Schimmelprobleme in Wohnungen ist von den Bewohnern selber verursacht.

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Klar, mal abgesehen davon das ich diese ganze Styropor Kake für mit den größten dreck auf Erden halte. Muss man sich eines immer bei Schimmel bewusst machen. Die Sporen reisen auch jetzt gerade um dich herum, bei mir auch. zum Befall kommt es erst wenn ein Nährboden gefunden wird. Das ist bei Raufaser Tapeten ganz einfach, wegen der Holzanteile/Schnipsel in der Tapete selbst darauf fährt jeder Schimmeltyp ab. Es gibt aber auch immer Ausblühungen am Mauerwerk wenn es Wasser ziehen kann, selbst diese Bestandteile können als Nährboden agieren. Und Beim verkleben von Styropor ist ja auch nicht immer alles Top hinterlüftet dann kommen vllt noch Paneel oder ein ungünstiger Putz dazu. Naja weißte selbst. ist nicht immer alles so Top und Narrensicher wie auf dem Papier. außerdem gibt es tausender besserer alternativen sein Haus zu Dämmen. Gepresstes Heu z.B kostet geringfügig mehr und ist zudem noch sehr schwer entflammbar.

https://www.youtube.com/watch?v=3jztnJwrAw0

https://www.youtube.com/watch?v=nxdZK5KXom4

https://www.youtube.com/watch?v=i8f9rrOE_LQ

Wenn man Dämmung falsch macht, kann das so passieren, ja.

Woher ich das weiß:
Studium / Ausbildung

Nur Austretende Dispersionsfarbe oder doch Schimmel an Innenwand?

Hallo, ich habe an einigen Stellen der Innenwände (sowohl Grundmauern als auch Gipskarton) auf der Farbe sowas wie kristalline Austretungen die stellenweise fast aussehen wie ein Geflecht aus Schimmel. Sie sind jedoch nicht flaumig und weich sondern einfach kristallin und trocken, beim drüberstreifen bröselt es ab und fällt als weißer feinkörniger Staub runter. Teilweise ist die Tapete bzw. Farbe dort leicht zersetzt und die Tapete gewölbt, man merkt, dass der Putz darunter lose ist. Das Objekt ist gut 100 Jahre alt, wurde 2010 laut Nachbarngünstig saniert, steht in ehem. Hochwassergebiet und hat ein Problem mit aufsteigender Feuchtigkeit, was man auch an einer im Hausflur laufenden Mauerwerkstrockenlegung per Injektionsverfahren sieht.

Nun hatte ich befürchtet es sei Schimmel und der Vermieter hat einen Angestellten mit einem Architekten geschickt. Der hatte ein Hygrometer und einen ellektrischen (2 Kontakte) Feuchtemesser für die Wände dabei. Die Werte lagen zwischen 20 und 50%, er sagte es ist zwar erhöht aber gerade die Oberflächenfeuchte sei zu gering für Schimmel.

Das Phänomen beschrieb er so: Bei der Sanierung wurde Dispersions- statt Latexfarbe genutzt. Die Feuchte im Mauerwerk drückt es nun aber raus und dabei lösen sich Farbpartikel, die dann als kristalliner Staub an der Tapete haften und bei Berührung als weißer Staub abfallen, dadurch ist die Tapete auch an schweren Stellen wie leicht zersetzt. Der lose Putz könnte ebenso durch Feuchtigkeit und falschen Putz oder aber durch nicht vollständiges entfernen des alten Putzes herrühren.

Frage - ist das plausibel oder kann es doch Schimmel sein?

Und im Treppenhaus wo aktuell die Mauerwerckstrockenlegung läuft sieht man am freigelegten Klinkerwerk und an noch teils verputzten Stellen kleine weiße Kügelchen - der Architekt meinte, dass seien Styropor Kugeln die Bestandteil des Putzes seien - ist das wirklich so?

Danke vorab und Grüße

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