ist reiten kompliziert?

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8 Antworten

Ja schon. Aber mit dem Runterfallen hat das nicht viel zu tun. Ein einigermaßen sportlicher Mensch, wenn er den Anfängerschuhen entwachsen ist,  fällt nicht so schnell runter, vor allem nicht von einem braven Pferd.

Aber Reiten ist halt der schwerste "Sport", den es gibt. DAs merkt man aber erst, wenn man schon recht gut reiten kann. Wenn du einen langjährigen Reiter fragst, ob er reiten kann,  wird er sicherlich zögern und dann erklären, dass ein Leben nicht ausreicht, um reiten zu lernen. Leider stimmt das!

Reiten verlangt eine gewaltige Körperkoordination. Man muss in der Lage sein, die verschiedenen Körperteile unabhängig von einander einzusetzen. Das ist bei keiner anderen Sportart derart der Fall. Und Reiten verlangt sehr viel Gefühl, nämlich für das gänzlich andere Lebewesen, das an dem Sport auch noch beteiligt ist.

Klar, gibt es viele Leute, die sagen: ich kann von A nach B in allen Gangarten reiten, ich falle nicht runter, ich kann das Pferd lenken.Ich  kann reiten.

Nein. Das kann er dann noch lange nicht.

Als ich reiten lernte (mit 15), war ich nach der 25. Stunde ganz stolz, dass ich es nun konnte. Ich  konnte das Pferd lenken, ich konnte traben und galopieren. Ich  konnte reiten. Dann besuchte uns ein Onkel von mir, der seit seiner Kindheit ritt und eigene PFerde hatte. Er fragte nach meinen Reitkünsten und ich sagte ganz stolz, dass ich die 25. Stunde gehabt hätte und jetzt schon ganz gut reiten könnte. Er guckte mich etwas merkwürdig an und meinte dann: "Kind, wenn du die 100. Stunde hast, dann fängst du vielleicht an, wenn du Talent hast, eine Ahnung davon zu bekommen, was Reiten vielleicht sein könnte. Aber reiten kannst du dann immer noch nicht."

Seufz... er hatte recht.  Ich reite jetzt seit gut 40 Jahren. Und in den letzten 30 Jahren nahezu täglich. Aber kann ich es? Nein. Mir wird jetzt klar, dass ich es in dem Leben auch nicht mehr lernen werde. Ein Leben ist zu kurz.


Ja, Reiten ist vermutlich die komplizierteste und schwerste Sportart, die es gibt. Weil das Sportgerät lebendig ist und einen eigenen Willen hat.


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mein Nachbar sagt immer: reiten lernen ist kinderleicht...

 recht hat er, DENN

Kinder gehen ganz unbefangen dran und machen sich auch aus nem Plumpser nix, klettern wieder rauf und trappeln weiter

ok ein Tränchen wird mal zerdrückt, aber meist fallen die Lütten ja ganz unverkrampft und weich

ABER wenn wir verkopften GROSSEN uns so einem Roß nähern, das dann auch noch schnaubt und mit dem Huf stampft, sinkt das Herz schnell mal in die Hose - DAS spürt das Pferd und denkt - ohje, hier ist irgendwas nicht in Ordnung    - und es schnorchelt  und wird  unruhig   UND Du bist in deiner Angst bestätigt....

möchtest du Pferde kennen und später auch reiten lernen, dann versuche mal, ob du wen findest, der dich in aller Ruhe und in deinen ganz persönlichen Tempo diesen edlen Tieren näher bringt...

ist es dir wirklich eine Herzensangelegenheit???
DANN investiere etwas mehr zeit und auch etwas mehr geld als in einer üblichen Reitschule und suche dir per Annonce einen fachkundigen Pferdemenchen, der dir weiter hilft

DAS klappt garantiert und du wirst FRreude haben!

(Ich arbeite seid vielen JAhren immer mal wieder mit Angstreitern....und alle haben es geschafft, entspannt mit mir auszureiten u.v.m.)

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So ganz verstehe ich die Frage nun nicht im Zusammenhang mit der Aussage darunter🤔

Also versuche ich mal, beides getrennt zu betrachten.

- Reiten ist etwa so komplziert wie Klavierspielen und erfordert ein relativ hohescMaß an Koordinationsvermögen. Sich hinsetzen und mit einem Finger " alle meine Entchen" klimpern, kriegt so ziemlich jeder hin. Ebenso wie sich von einem Kirmespony herumtragen zu lassen. Wenn man dagegen so spielen will wie LangLang, erfordert das viel Fleiß, Übung und Talent. Genauso wie beim Reiten auf Weltklasse- Niveau. Dazwischen gibt es natürlich jede Menge Abstufungen. Beim Reiten wie beim Klavierspielen. Für den, der nach Perfektion trachtet, ist es deutlich komplizierter als für  den " rudimentären Hausgebrauch".

- wenn du reiten möchtest und durch dich durch die Angst, herunterzufallen daran gehindert fühlst, hast Du kein passendes Lehrinstiut aufgesucht. Es gibt unterschiedliche Reitweisen, unterschiedlich große Pferde unterschiedlichen Temperaments,  und unterschiedlichste Lehrmethoden.

Ein eher ängstlicher Reitschüler ist schlecht beraten, wenn er zum Beispiel in einem Sportstall mit dem Reiten beginnen will. Dort gibt es meist recht große Pferde mit starkem Bewegungsrhytmus und Reitlehrer mit sportlichem Ehrgeiz, die oft wenig sensibel sind.

Da empfiehlt sich ein Stall, indem man sich mit dem vierbeinigen Partner erst mal in aller Ruhe vom Boden aus vertraut macht und sich dann so nach und nach mal  auf ein braves, nicht so hoch gewachsenes Exemplar seiner Gattung drauf setzen kann, ohne den Anspruch, dass es jetzt auch gleich "losgehen muss".

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Jein. Richtiges Reiten ist nicht nur einfach drauf sitzen u. nicht runterfallen bzw. Gas geben.u. Bremsen. Die “Kunst“ am Reiten ist, dem Pferd zu vermitteln was man von ihm möchte u. das Pferd dazu zu bringen den Reiter so zu tragen, dass ihm (dem Pferd) durch das Reitergewicht kein Schaden entsteht. ZB ist ein Pferd von Haus aus eher vorderlastig (Fluchttier), beim Reiten soll es aber den Rücken aufwölben und hinten Last aufnehmen, dass muss es erst lernen u. benötigt hierzu auch Muskeln, die ohne Reiter eine eher untergeordnete Rolle spielen. 

Ich würde sagen anfangs ist es durchaus kompliziert, da es einige Dinge zeitgleich zu beachten gilt. Natürlich spielt auch immer ein gewisser Risikofaktor mit rein, da es beim Umgang mit Tieren immer Überraschungen geben kann - Pferd erschrickt, hüpft zur Seite, Reiter ist darauf nicht gefasst, fällt runter. Ist glaub ich allen Reitern schon mal passiert. Andererseits - welcher Radfahrer hatte zB noch nie einen Fahrradsturz, welcher Fußballer noch nie eine Beinverletzung, etc. pp. 

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Wenn Du diese Angst hattest, als Du oben warst, wurdest Du ungünstig rangeführt. Denn normal nimmt man sich einfach ein bisschen Zeit mit einem Neuling, bevor man ihn rauf setzt und wenn er sich dann beim einfach nur da sitzen wohl fühlt, geht es erst los mit ersten einfachen Aufgaben, sodass die Angst möglichst nie dabei ist. Die hilft nämlich rein gar nichts, sondern verhindert die Lockerheit und Gelassenheit, die man braucht, um je gut zu reiten.

Was heißt nun kompliziert: Generell gibt es Dinge, die JEDER wirklich lernen kann, egal, wie gut seine Talente ausgeprägt sind. Es gibt hingegen aber auch Dinge, für die man koordinative Fähigkeiten mitbringen muss bis hin zu einer optimalen eigenen Anatomie, die einem manches erleichtern kann. Hier muss jeder seine Grenzen sehen, denn es ist Unsinn, über seine Grenzen hinaus zu trainieren. Was ich aufgrund eines persönlichen Handicaps nicht erreichen kann, auf das sollte ich zugunsten der Gesundheit von Pferd und Reiter verzichten. Natürlich kann man nach und nach seine Fähigkeiten erweitern und so wird es immer sein. Niemand lernt je aus, das gilt nicht nur für's reiten. Manchmal machen wir Rückschritte, auch beim reiten. Der eine lernt schneller, der andere langsamer, auch das gilt im ganzen Leben. Was am Reiten einzigartig ist:

- Eine hoch koordinative Angelegenheit. Das alleine gibt es bei mehreren Betätigungen, dass man alle Hände, Füße, Arme, Beine, seinen Rumpf und sogar seine Atmung getrennt steuern können muss, um exakt das einzusetzen, was im Moment sinnvoll ist.

- Die Beschäftigung mit anderen Lebewesen ist auch für sich genommen nicht einzigartig, das machen wir auch mit unseren anderen Haustieren oder Nutztieren.

Aber die Kombination aus beidem, wie sie beim Reiten von Pferden stattfindet, findet man sonst eigentlich nicht. Gut, in anderen Ländern werden noch andere Tiere geritten, da ist es ähnlich, aber in der hiesigen Umgebung ist das dann doch eher schwer umzusetzen, sodass wir das für hier durchaus als einzigartig sehen können.

Und das macht natürlich das koordinative Bewegungslernen nochmal tricky, dass wir immer auch Feedback von dem Tier erleben, ob wir uns verständlich ausgedrückt haben mit unseren reiterlichen Hilfen (es reagiert, wie wir erwartet haben) oder unverständlich (es macht etwas anderes oder gar nichts).

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Hey erstmal !

An sich ist Reiten nicht kompliziert. Wenn das Pferd dir vertraut kann es dein bester Freund werden. Ich reite jetzt seit 8 Jahren und bin schon ziemlich oft vom Pferd gefallen. Doch das wichtigste ist das man sofort wieder aufsteigt, sonst bildet sich eine gewisse Angst. Wenn du vielleicht noch nicht so lange reitest oder gerade erst anfängst, dann würde ich dir das Voltigieren empfehlen. Es ist wie turnen auf dem Pferd. Hierbei lernst du wie sich das Pferd bewegt und du das Gleichgewicht halten kannst. Ich wünsch dir viel Glück 

LG Lilly

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Wenn du Angst hast dann lass das Reiten. Such dir ein anderes Hobby. Du weisst sicher, das Pferde lebendige Wesen sind und das bedeutet für den Menschen eine besondere Verantwortung.

Das Pferd spürt deine Angst und wird dadurch unsicher.

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Urlewas 12.07.2017, 18:37

So schnell muss man nicht aufgeben. Es timmt zwar, dass Pferde durch die Angst des Menschen, der mit ihnen umgeht, auch verunsichert werden können. Aber meist verliert sich die Angst mit zu ehmender Übung, und bis dahin steht ( hoffentlich!) ein Reitlehrer daneben, der dem Pferd, und mit der Zeit auch dem Reiter, Sicherheit vermittelt.

Wenn ich daran denke, wie ängstlich ich damals an die Pferde herangegangen bin - es wäre aber sehr schade, wenn ich aufgegeben hätte. In relativ kurzer Zeit wurde ich zum " Testreiter" für junge und schwierige Pferde, und wüßte nicht, wie langweilig heute mein Leben ohne dies wunderbare Hobby sein würde...

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Nicht mehr als Klettern oder Skifahren, man muss an 1000 Dinge denken und dann kann immer noch etwas schief gehen.

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